Neunkirchen am Brand

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Neunkirchen a. Brand
Neunkirchen am Brand
Deutschlandkarte, Position des Marktes Neunkirchen a. Brand hervorgehoben
Koordinaten: 49° 37′ N, 11° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Höhe: 317 m ü. NHN
Fläche: 26,37 km²
Einwohner: 7968 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 302 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91077
Vorwahl: 09134
Kfz-Kennzeichen: FO, EBS, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 154
Marktgliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Klosterhof 2-4
91077 Neunkirchen a. Brand
Webpräsenz: www.neunkirchen-am-brand.de
Bürgermeister: Heinz Richter (FWG)
Lage des Marktes Neunkirchen a. Brand im Landkreis Forchheim
Landkreis Nürnberger Land Erlangen Landkreis Bamberg Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Bamberg Landkreis Bamberg Wiesenttal Igensdorf Hiltpoltstein Gräfenberg Hallerndorf Forchheim Hausen (bei Forchheim) Heroldsbach Eggolsheim Weißenohe Wiesenthau Weilersbach (Oberfranken) Unterleinleiter Pretzfeld Poxdorf (Oberfranken) Pinzberg Obertrubach Neunkirchen am Brand Leutenbach (Oberfranken) Langensendelbach Kunreuth Kleinsendelbach Kirchehrenbach Hetzles Gößweinstein Effeltrich Ebermannstadt Dormitz IgensdorfKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Neunkirchen am Brand (amtlich: Neunkirchen a. Brand) ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Forchheim und liegt etwa zwölf Kilometer östlich von Erlangen am Fuße des 549 Meter hohen Hetzleser Berges.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neunkirchen am Brand ist Teil des Ballungsraumes Nürnberg-Erlangen. Nicht ganz unproblematisch ist deshalb für die Einwohner von Neunkirchen am Brand die noch aus dem 19. Jahrhundert stammende Zugehörigkeit zu Oberfranken, obwohl der Ort von jeher wirtschaftlich in viel stärkerem Maße auf die mittelfränkischen Städte Erlangen und Nürnberg als auf den oberfränkischen Raum ausgerichtet ist.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberes Schwabachtal; Blick von Kasberg auf Ermreuth und Rödlas

Neunkirchen am Brand gliedert sich in elf Ortsteile (Einwohnerzahl in Klammern, Stand: 31. Dezember 2014)[2]:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrum von Neunkirchen mit Fachwerkhäusern und dem alten Amtshaus an der St.-Michaelskirche (rechts außerhalb des Bildes)

1296 wurde Neunkirchen am Brand erstmals zweifelsfrei genannt, eine ältere Erwähnung von 1195 ist zwar wahrscheinlich, aber es ist nicht sicher, dass Neunkirchen am Brand gemeint war. Der Ort ist zweifellos älter, bei archäologischen Ausgrabungen in der und um die Kirche wurde eine erste Bebauung um 1150 nachgewiesen. 1062 kam das Gebiet mit Neunkirchen endgültig an das Bistum Bamberg, das bei der Rodung, Besiedlung und Entstehung von Neunkirchen vermutlich eine wichtige Rolle spielte.[3] Der Namenszusatz „am Brand“ weist auf die Brandrodung der dortigen Waldflächen hin. Die Siedlung entstand am alten Wasserlauf des Brandbachs, auch wurde eine neue Kirche gegründet, auf die sich der Ortsname Neunkirchen bezieht.[4] Neunkirchen entwickelte sich zum Zentrum einer großen Hofmark, die 1296 erstmals in einer Urkunde genannt wurde, in der der damalige Bischof von Bamberg die vorher schon an das Geschlecht der Gründlach verpfändete Hofmark an die Nürnberger Bürger Friedrich Holtzschuher und Heinrich Vorchtel weiterverpfändete.[5] Im Jahr 1314 gründete Pfarrer Leupold von Hirschberg das Augustiner-Chorherrenstift Kloster Neunkirchen am Brand, der zugleich Scholastikus am Kollegiatstift St. Gangolf in der Theuerstadt bei Bamberg war. Die Verleihung des Marktrechts wurde 1348 erstmals erwähnt und am 19. April 1410 durch König Ruprecht III von der Pfalz urkundlich bestätigt.

Im frühen 16. Jahrhundert wurde mit dem Bau der noch an vielen Stellen erhaltenen Wehranlage mit Wehrmauer und Stadttoren begonnen. Während des Deutschen Bauernkriegs 1525, des Zweiten Markgrafenkriegs 1552,[6] des Dreißigjährigen Krieges (vor allem 1632) und der Napoleonischen Kriege ab 1798 musste Neunkirchen am Brand immer wieder schwere Zeiten durch Sachschäden, Bevölkerungsrückgänge, wirtschaftlichen und kulturellen Niedergang und Hungersnöte durchleiden. Die trostlose Finanzlage des Erzbistums Bamberg als Folge des Zweiten Markgrafenkriegs führte letztlich zur Schließung des Augustiner-Chorherrenstiftes Kloster Neunkirchen am Brand mit dem Tod des letzten Propstes Augustin.[7] 1803 kam der Markt im Zuge der Säkularisation mit dem Hochstift Bamberg zum Kurfürstentum Bayern. Ein Jahr später wurden ein Landgericht und ein Rentamt im Ort eingerichtet. Im Jahre 1926 brachte eine Hochwasserkatastrophe schwere Schäden mit sich, woraufhin der Brandbach innerorts und im nördlichen Außenbereich in sein heutiges Bett umgeleitet und begradigt wurde. Neben mehreren Häusern und einem Teil der alten Wehrmauer wurde auch der Schwibbogen, der alte Durchlass des Brandbachs in der nördlichen Mauer, abgerissen. Von 1886 bis 1963 lag Neunkirchen am Brand an der Bahnstrecke der Sekundärbahn („Seku“) von Erlangen nach Eschenau.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen viele Heimatvertriebene durch das Engagement des damaligen Bamberger Erzbischofs Joseph Otto Kolb nach Neunkirchen am Brand. Dadurch und später durch die Ansiedlung der Firma Siemens in Erlangen hatte der Ort einen sehr starken Anstieg der Einwohnerzahlen. Es entstanden zahlreiche Neubaugebiete, die gegenwärtig noch erweitert und neu ausgewiesen werden. Die Gemeinde ist durch ihre Infrastruktur, die Einrichtungen für Bildung und Kinderbetreuung, viele Vereine und die Busanbindung besonders für junge Familien attraktiv.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden im Zuge der Gebietsreform die ehemals selbstständigen Gemeinden Ermreuth, Großenbuch und Rödlas nach Neunkirchen am Brand eingemeindet.[8] Am 1. Januar 1977 kam Rosenbach hinzu.[9]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neunkirchen am Brand ist ein überwiegend katholischer Ort mit vielen Traditionen, dazu gehört die Karfreitagsprozession. Die Gottesdienste werden in der Pfarrkirche St. Michael und unter der Woche zum Teil in der Augustinuskapelle gefeiert; beide gehören zur alten Klosteranlage. Daneben gibt es im Hauptort Neunkirchen am Brand etwas abseits von St. Michael die Katharinenkapelle und an der Kreisstraße nach Großenbuch die Heilig-Grab-Kapelle (auch Gugelkapelle genannt). In den Ortsteilen gibt es die Filialkirchen St. Johannes der Täufer in Großenbuch, Patrona Bavariae in Rosenbach, Maria, Königin des Friedens in Rödlas, Unsere liebe Frau vom Rosenkranz in Honings und Heilig Kreuz in Schellenberg.

Bedingt durch die Ansiedlung von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg und späteren starken Zuzug wurde in Neunkirchen am Brand auch eine evangelische Kirchengemeinde gegründet. Sie wurde am 1. November 1994 im Dekanat Gräfenberg eigenständig und hat mehr als 1800 Mitglieder. Neben dem seit 1977 bestehenden Gemeindehaus wurde am 2. Dezember 2000 die neue Christuskirche geweiht.

Der Ortsteil Ermreuth mit seiner Pfarrkirche St. Peter und Paul ist mehrheitlich evangelisch, was noch aus der Gutsherrenzeit resultiert. Zur Pfarrei Ermreuth gehört auch die Filialkirche Zu den heiligen Gräbern in Walkersbrunn.

Ab etwa 1500 siedelten sich viele Juden in Ermreuth an, die vor allem aus Nürnberg vertrieben worden waren. 1811 lebten 44 jüdische Familien im Ort. 1840 bekannten sich mehr als 30 % der Einwohner zum jüdischen Glauben.[10] 1933 begann die Diskriminierung der jüdischen Mitbürger durch das NS-Regime. In der Reichspogromnacht vom 9. auf 10. November 1938 wurden sie misshandelt, ihre Wohnungseinrichtungen und die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört; am Friedhof wurden Grabsteine umgeworfen. 1938 waren noch 19 Juden ansässig. 15 von ihnen wurden 1939 deportiert und ermordet. Nur vier konnten rechtzeitig nach Amerika auswandern.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat von Neunkirchen am Brand hat 20 Mitglieder und einen hauptamtlichen Bürgermeister. Die vergangenen Kommunalwahlen führten zu folgenden Ergebnissen (n. a.: nicht angetreten):

2002 CSU SPD FWG ÜWG GDG JB Grüne Gesamt
7 4 4 3 1 1 n. a. 20 Sitze
2008 CSU SPD FWG ÜWG GDG JB Grüne Gesamt
6 5 5 2 2 n. a. n. a. 20 Sitze
2014 CSU SPD FWG ÜWG GDG JB Grüne Gesamt
7 3 4 2 2 n. a. 2 20 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1946–1948: Wilhelm Schmitt
  • 1948–1959: Hans Sauer
  • 1959–1974: Georg Hemmerlein (CSU)
  • 1974–1992: Alfred Derfuß (CSU)
  • 1992–1996: Ursula Zimmermann (SPD)
  • 1996–2008: Wilhelm Schmitt (CSU)
  • seit 2008: Heinz Richter (FWG)

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Neunkirchen am Brand

Wappenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Gold eine über Eck gestellte silberne Kirche mit sieben rot bedachten Langhausgiebeln, Apsidenturm und Dachreiter; auf der Fassade stehend der silbern gekleidete Erzengel Michael mit Kreuzstab; neben dem Portal ein goldenes Schildchen, darin ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe.

Wappengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neunkirchen am Brand besteht seit 1972 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Ermreuth, Großenbuch, Neunkirchen und Rödlas. Der Marktgemeinderat beschloss, das durch den Zusammenschluss untergegangene historische Wappen von Neunkirchen am Brand unverändert als Wappen des neuen Marktes anzunehmen. Neunkirchen am Brand wurde 1348 als Markt bezeichnet. Im Jahr 1444 verlieh der Bamberger Fürstbischof Anton von Rotenhan (1431 bis 1459) dem Markt ein Wappen. Dargestellt ist eine Kirche mit neun roten Dächern, die redend für den Ortsnamen stehen. Das Bamberger Hochstiftswappen deutet auf die Landeshoheit des Hochstifts Bamberg hin. 1819 wurde das Bistumswappen entfernt und die Siegelführung bis 1847 ganz aufgegeben. Der Erzengel Michael weist auf das Patronat der Pfarrkirche, der ehemaligen Stiftskirche des Augustinerchorherrenstifts, hin. Die Pfarrei besteht seit dem 11. Jahrhundert; sie war eine Kolonisationskirche für neun jüngere Pfarreien und Kirchorte in der Umgebung.

Das Wappen wurde erstmals vom Bamberger Fürstbischof Anton von Rotenhan verliehen. Die Wiederannahme wurde durch die Regierung von Oberfranken genehmigt (Wappenprivileg vom 6. April 1444 und Schreiben der Regierung von Oberfranken vom 25. Juli 1973). Von 1819 bis 1847 fehlte der Bamberger Löwe.

Bildung und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule Neunkirchen am Brand
  • Mittelschule Neunkirchen am Brand

Kinderbetreuungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholischer Kindergarten
  • Katholische Kinderkrippe Zum guten Hirten
  • Evangelischer Kindergarten
  • Evangelische Kinderkrippe
  • Evangelischer Kinderhort
  • Evangelischer Kindergarten Ermreuth mit integrativer Gruppe

Soziale Einrichtungen für Senioren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth der Caritas
  • Caritas-Sozialstation (ambulante Alten- und Krankenpflege)
  • Haus der Generationen

Büchereien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marktbücherei St. Michael
  • Bücherei Ermreuth

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Felix-Müller-Museum im Zehntspeicher
  • Jüdisches Museum in der Synagoge in Ermreuth
  • Heimatmuseum im alten Bahnhof

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Hemmerleinhalle war von 1977 bis 1988 eine Konzertbühne für internationale Musikgrößen

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freibad
  • Multifunktionsplatz (Skater-Platz, Basketball, Eislauffläche)
  • Spielplätze in verschiedenen Ortsteilen
  • Sportanlagen der Grundschule und Mittelschule (Fußballplätze, Tartan-Spielflächen, Leichtathletikanlagen)
  • Turnhalle der Grundschule
  • Dreifachturnhalle der Mittelschule
  • Brandbachgarten (große Wiese, Spielplatz, Boccia-Bahn)
  • Sportanlage des TSV Neunkirchen am Brand (2 Fußballplätze, Beachvolleyballfeld)
  • Sportanlage des SV Ermreuth (2 Fußballplätze)
  • Tennisanlage des TC Neunkirchen am Brand (14 Tennisplätze, davon 2 Hallenplätze und 2 Kleinfelder)
  • Schützenheim der Schützenfreunde Hubertus
  • Reit- und Voltigieranlage in Rödlas
  • 2 Bolzplätze in Neunkirchen am Brand sowie je einer in Großenbuch und Ebersbach
  • Haus der Generationen

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortsbild wirkt durch die erhaltenen Tore, das ehemalige Kloster Neunkirchen am Brand, zahlreiche Fachwerkhäuser und den mittelalterlichen Zehntspeicher.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Faschingsumzug mit diversen Wagen, Gruppen, Musikkapellen und Tanzgarden am Faschingsdienstag
  • Die in dieser Form sehr seltene Karfreitagsprozession, bei der Heiligenfiguren mitgetragen werden
  • Die Neunkirchner Kulturtage von Anfang April bis Anfang Mai bieten ein reichhaltiges Programm mit Autorenlesungen, Konzerten, Theater und Ausstellungen
  • Kirschblütenfest in Gleisenhof an Christi Himmelfahrt
  • Kirchweih (Kerwa) in Ermreuth am Wochenende des vierten Sonntags im Juni
  • Bürger- und Heimatfest, an dem sich vor allem die örtlichen Vereine mit Ständen und Auftritten auf der Bühne präsentieren, am dritten Wochenende im Juli
  • Kirchweih (Kerwa) in Rödlas am Wochenende des ersten Sonntags im August
  • Kirchweih (Kerwa) in Ebersbach am Wochenende des zweiten Sonntags im August
  • Kirchweih (Kerwa) in Rosenbach am Wochenende des vierten Sonntags im August
  • Kirchweih (Kerwa) in Großenbuch am Wochenende des ersten Sonntags im September
  • Erntedankfest am Sonntag vor der Neunkirchner Kirchweih
  • Neunkirchner Kirchweih (Kerwa) am Wochenende des ersten Sonntags im Oktober
  • Volkswandertage am Wochenende der 41. Kalenderwoche
  • Herbstkirchweih (Kerwa) bzw. „Sieb’njudikirwa“ in Ermreuth am Wochenende des vierten Sonntags im Oktober
  • Weihnachtsmarkt rund um die St.-Michaels-Kirche am dritten Adventswochenende

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Neunkirchen am Brand geboren sind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten mit Bezug zu Neunkirchen am Brand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Achim Beierlorzer (* 1967 in Erlangen), ehemaliger Fußballspieler (1. FC Nürnberg, SpVgg Greuther Fürth) und Fußballtrainer (RB Leipzig), ist in Neunkirchen am Brand aufgewachsen.
  • Felix Müller (1904–1997), in Augsburg geborener und in Neunkirchen am Brand gestorbener Bildschnitzer überwiegend religiöser expressiver Werke wie Kruzifixe sowie Maler von Gemälden mit Motiven aus der fränkischen Landschaft, von Porträts und Gebrauchskunst. Im Sommer 2000 wurde das Felix-Müller-Museum im ersten Stock des Zehntspeichers als Erinnerungsstätte an den Künstler eingerichtet, um sein Werk der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
  • Wiltrud Probst (* 1969 in Nürnberg), ehemalige Profi-Tennisspielerin; sie leitet die nach ihr benannte Tennisschule im Neunkirchen am Brand.
  • Max Spindler (1894–1986), bayerischer Landeshistoriker, verstarb in Neunkirchen am Brand

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neunkirchen am Brand ist keine reine Wohngemeinde, da diverse Industrie- und Gewerbebetriebe im Ort ansässig sind. Als größter Arbeitgeber im Industriebereich gilt die Neunkirchener Achsenfabrik (NAF). Im Bereich Medizintechnik stellt die Firma Tutogen Medical Transplantate und regeneratives Bindegewebe aus bovinen Knochen her.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Staatsstraße St 2240 ist Neunkirchen am Brand mit Erlangen und Eckental verbunden. Nach Forchheim gelangt man über die St 2243 und in Richtung Ermreuth über die Kreisstraße FO 28. Zur Verkehrsentlastung von Neunkirchen am Brand ist neben der seit 1997 eingeweihten Südumgehung seit den 1960er Jahren eine Westumgehung geplant. Diese soll die teilweise sehr engen Ortsstraßen vor allem vom Schwerlast- und Durchgangsverkehr befreien. Die Westumgehung befindet sich bisher zwar nur in der Dringlichkeitsstufe 1R, was eine Realisierung frühestens in den Jahren 2020 bis 2025 bedeutet. Doch legitimiert durch einen Bürgerentscheid am 14. Juli 2013 ist der Markt für das seit Herbst 2013 gestartete vorgezogene Planfeststellungsverfahren in Vorleistung gegangen und stellt dafür einen Betrag von maximal 110.000 Euro aus eigenen Mitteln zur Verfügung. Dadurch soll eine frühere Realisierung der Westumgehung erreicht werden.

Busverbindungen bestehen mit der VGN-Linie 209 und den Bussen des OVF nach Erlangen und Eckental sowie – weniger häufig – mit der Linie 224 privater Busunternehmer nach Forchheim. Vor allem morgens und mittags fahren zur Schülerbeförderung zusätzlich Busse der Linien 211 und 225, welche die umliegenden Ortschaften und Ortsteile mit den Schulen verbinden und außerhalb des Schulverkehrs im Umlandverkehr eingesetzt werden. Vormittags verkehrt zudem ein Bus der Linie 210 aus Heroldsberg nach Neunkirchen am Brand.

Der nächste Bahnhof mit Fernbahnanschluss (auch ICE) ist in Erlangen, wo auch die S-Bahn (S1) und die Regionalbahn (R2) nach Nürnberg und nach Forchheim bzw. Bamberg abfahren. Weiter besteht über die Bahnhöfe bzw. Haltepunkte in Kalchreuth, Großgeschaidt, Eschenau und Forth Zugang zur Gräfenbergbahn (R21), die nach Gräfenberg und nach Nürnberg-Nordostbahnhof fährt (Fahrradmitnahme ist möglich).

Bis 1963 führte die Sekundärbahn („Seku“), welche die Bahnhöfe Erlangen und Eschenau verband, durch Neunkirchen am Brand. Den alten Trassenverlauf kann man noch an mehreren Stellen erkennen. Der ehemalige Bahnhof diente erst als Bauhof der Gemeinde und ist jetzt Vereinsheim des Heimat- und Trachtenvereins, der dort ein Heimatmuseum eingerichtet hat. Eine neue Schienenverbindung nach Erlangen und Eschenau in Form einer Stadtumlandbahn (StUB) ist bereits seit vielen Jahren in Planung, doch die Realisierung ist weiter offen.

Am Hetzleser Berg befindet sich ein Flugplatz, der von Hobbypiloten für Motor- und Segelflüge genutzt wird.

Brauereien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Neunkirchen am Brand gibt es die Brauerei Vasold & Schmitt.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Neunkirchen am Brand erscheinen zwei regionale Printmedien, das Informationsblatt Schwabachbogen und das Magazin Xtra, die ihr Verbreitungsgebiet im weiteren Umland haben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Jakob: Art. Neunkirchen a. Brand. In: Hans-Michael Körner, Alois Schmid, Martin Ott (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Bayern II Franken. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-520-32501-3, S. 369–371.
  • Gerhard Philipp Wolff: Ermreuth. In: Jüdisches Leben in der Fränkischen Schweiz. Schriftenreihe des Fränkische Schweiz Vereins. Bd. 11. Erlangen/Jena 1997, S. 221–278.
  • Rajaa Nadler: Der jüdische Friedhof Ermreuth. In: Jüdisches Leben in der Fränkischen Schweiz. Schriftenreihe des Fränkische Schweiz Vereins. Bd. 11. Erlangen/Jena 1997, S. 279–296.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neunkirchen am Brand – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.neunkirchen-am-brand.de/unser_ort/zahlendatenfakten/
  3. Horst Miekisch: Das Augustinerchorherrenstift Neunkirchen am Brand. Seine Geschichte und seine Bedeutung für die Verbreitung der Raudnitzer Reform (Inaugural-Dissertation in der Fakultät Geschichts- und Geowissenschaften der Otto-Friedrich Universität Bamberg). Bamberg 2005, S. 6–8.
  4. Horst Miekisch: Das Augustinerchorherrenstift Neunkirchen am Brand. Seine Geschichte und seine Bedeutung für die Verbreitung der Raudnitzer Reform (Inaugural-Dissertation in der Fakultät Geschichts- und Geowissenschaften der Otto-Friedrich Universität Bamberg). Bamberg 2005, S. 5.
  5. Horst Miekisch: Das Augustinerchorherrenstift Neunkirchen am Brand. Seine Geschichte und seine Bedeutung für die Verbreitung der Raudnitzer Reform (Inaugural-Dissertation in der Fakultät Geschichts- und Geowissenschaften der Otto-Friedrich Universität Bamberg). Bamberg 2005, S. 9.
  6. Horst Miekisch: Das Augustinerchorherrenstift Neunkirchen am Brand. Seine Geschichte und seine Bedeutung für die Verbreitung der Raudnitzer Reform (Inaugural-Dissertation in der Fakultät Geschichts- und Geowissenschaften der Otto-Friedrich Universität Bamberg). Bamberg 2005, S. 135.
  7. Horst Miekisch: Das Augustinerchorherrenstift Neunkirchen am Brand. Seine Geschichte und seine Bedeutung für die Verbreitung der Raudnitzer Reform (Inaugural-Dissertation in der Fakultät Geschichts- und Geowissenschaften der Otto-Friedrich Universität Bamberg). Bamberg 2005, S. 136 f.
  8. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 462.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 683.
  10. http://www.neunkirchen-am-brand.de/index.php?page=1137