Neunkirchen am Brand

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Neunkirchen a. Brand
Neunkirchen am Brand
Deutschlandkarte, Position des Marktes Neunkirchen a. Brand hervorgehoben
Koordinaten: 49° 37′ N, 11° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Höhe: 317 m ü. NHN
Fläche: 26,4 km2
Einwohner: 8104 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 307 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91077
Vorwahl: 09134
Kfz-Kennzeichen: FO, EBS, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 154
Marktgliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Klosterhof 2–4
91077 Neunkirchen a. Brand
Website: www.neunkirchen-am-brand.de
Bürgermeister: Heinz Richter (FWG)
Lage des Marktes Neunkirchen a. Brand im Landkreis Forchheim
Landkreis Nürnberger LandErlangenLandkreis BambergLandkreis Erlangen-HöchstadtLandkreis BayreuthBambergLandkreis BambergWiesenttalIgensdorfHiltpoltsteinGräfenbergHallerndorfForchheimHausen (bei Forchheim)HeroldsbachEggolsheimWeißenoheWiesenthauWeilersbach (Oberfranken)UnterleinleiterPretzfeldPoxdorf (Oberfranken)PinzbergObertrubachNeunkirchen am BrandLeutenbach (Oberfranken)LangensendelbachKunreuthKleinsendelbachKirchehrenbachHetzlesGößweinsteinEffeltrichEbermannstadtDormitzIgensdorfKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Neunkirchen am Brand (amtlich: Neunkirchen a.Brand) ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Forchheim. Er liegt etwa zwölf Kilometer östlich von Erlangen am Fuße des 549 Meter hohen Hetzleser Berges.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neunkirchen am Brand ist Teil des Ballungsraumes Nürnberg-Erlangen und liegt im Südwesten der Fränkischen Schweiz. Landschaftlich prägend ist der Höhenzug aus Hetzleser Berg, Birklesberg und Lindelberg.[2]

Der Brandbach durchfließt von Hetzles kommend und sich in Baad mit dem Haarbach vereinend den historischen Ortskern und mündet südlich von Dormitz in die Schwabach. Ebenfalls in diese münden im Nordosten der Rödlaserbach, der sich im Bereich von Ermreuth zuvor mit dem Saarbach und dem Bleilesbach vereint sowie der östlich von Neunkirchen am Brand entspringende Brannbach und der im Osten von Großenbuch beginnende Sendelbach. Der Ebersbach fließt aus dem gleichnamigen Ortsteil kommend nach Süden und mündet nördlich von Dormitz in den Brandbach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrum von Neunkirchen mit Fachwerkhäusern und dem alten Amtshaus an der St.-Michaelskirche (rechts außerhalb des Bildes)
Langensendelbach
Langensendelbach
Hetzles
Hetzles
Gräfenberg
Gräfenberg
Marloffstein
Marloffstein
Nachbargemeinden Igensdorf
Igensdorf
Uttenreuth
Uttenreuth
Dormitz
Dormitz
Kleinsendelbach
Kleinsendelbach

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neunkirchen am Brand gliedert sich in elf Ortsteile (Einwohnerzahl inkl. Nebenwohnsitzen in Klammern, Stand: 31. Dezember 2018)[3]:

Gesamte Gemeinde (8466)

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Neunkirchen am Brand
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1,6 3,2 8,5 14,8 18,4 21,7 27,1 23,3 18,3 12,3 7,2 2,9 Ø 13,3
Min. Temperatur (°C) −2,9 −2,5 0,8 5,0 8,3 11,6 13,6 12,9 9,5 5,2 2,1 −1,3 Ø 5,2
Temperatur (°C) −0,6 0,2 4,4 9,7 13,2 16,5 18,7 17,8 13,5 8,6 4,5 0,8 Ø 9
Niederschlag (mm) 85 54 51 42 89 73 90 91 73 72 82 92 Σ 894
Regentage (d) 19 16 13 11 17 14 14 15 11 14 16 21 Σ 181
T
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m
p
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1,6
−2,9
3,2
−2,5
8,5
0,8
14,8
5,0
18,4
8,3
21,7
11,6
27,1
13,6
23,3
12,9
18,3
9,5
12,3
5,2
7,2
2,1
2,9
−1,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ur- und Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Postkarte mit der Pfarrkirche St. Michael, der Augustinuskapelle und dem ehem. Rentamt

Die frühesten Anzeichen einer Besiedlung des Gebiets in und um Neunkirchen am Brand weisen auf die Urnenfelderkultur (1300–800 v. Chr.) und die Hallstattzeit (800–450 v. Chr.) hin. Bei Feld- und Kanalisationsarbeiten in den 1920er Jahren, 1957 und 1958 wurden einige vollkommen erhaltene Urnen sowie Teilstücke davon aus diesen Epochen in Honings, Dormitz und Neunkirchen am Brand gefunden. Ein Exemplar ruhte in unmittelbarer Nähe des heutigen alten Friedhofs in Neunkirchen am Brand. Die Urnen fanden Verwendung bei damals üblichen Brandbestattungen, waren mit kleinen Ornamenten verziert und in flachen Gräben in sandigem Erdreich beigesetzt.

Mittelalter bis 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1296 wurde Neunkirchen am Brand erstmals zweifelsfrei genannt, eine ältere Erwähnung von 1195 in einer päpstlichen Bestätigungsbulle für das Kloster Weißenohe ist zwar wahrscheinlich, aber es ist nicht sicher, dass Neunkirchen am Brand gemeint war. Der Ort ist zweifellos älter, bei archäologischen Ausgrabungen zwischen 1990 und 1994 in der und um die Pfarrkirche St. Michael wurde eine erste Bebauung um 1150 nachgewiesen. 1062 kam das Gebiet mit Neunkirchen endgültig an das Bistum Bamberg, das bei der Rodung, Besiedlung und Entstehung von Neunkirchen vermutlich eine wichtige Rolle spielte.[4] Der Namenszusatz „am Brand“ weist auf die Brandrodung der dortigen Waldflächen hin. Die Siedlung entstand am alten Wasserlauf des Brandbachs, auch wurde eine neue Kirche gegründet, auf die sich der Ortsname Neunkirchen bezieht.[5] Neunkirchen entwickelte sich zum Zentrum einer großen Hofmark, die 1296 erstmals in einer Urkunde genannt wurde, in der der damalige Bischof von Bamberg die vorher schon an das Geschlecht der Gründlach verpfändete Hofmark an die Nürnberger Bürger Friedrich Holtzschuher und Heinrich Vorchtel weiterverpfändete.[6] Im Jahr 1314 gründete Pfarrer Leupold von Hirschberg, der zugleich Scholastikus am Kollegiatstift St. Gangolf in der Theuerstadt bei Bamberg war, das Augustiner-Chorherrenstift Kloster Neunkirchen am Brand. Die Verleihung des Marktrechts wurde 1348 erstmals erwähnt und am 19. April 1410 durch König Ruprecht III. von der Pfalz auf Bitte des mit ihm verschwägerten Fürstbischofs des Hochstifts Bamberg, Albrecht von Wertheim, urkundlich bestätigt. Damit hatte Neunkirchen am Brand das Recht, vier Jahrmärkte und einen Wochenmarkt abzuhalten.

Im frühen 16. Jahrhundert wurde mit dem Bau der noch an vielen Stellen erhaltenen Wehranlage mit Wehrmauer und Stadttoren begonnen. Während des Deutschen Bauernkriegs 1525, des Zweiten Markgrafenkriegs 1552,[7] des Dreißigjährigen Krieges (vor allem 1632) und der Napoleonischen Kriege ab 1798 musste Neunkirchen am Brand immer wieder schwere Zeiten durch Sachschäden, Bevölkerungsrückgänge, wirtschaftlichen und kulturellen Niedergang und Hungersnöte durchleiden. Die trostlose Finanzlage des Erzbistums Bamberg als Folge des Zweiten Markgrafenkriegs führte letztlich 1555 zur Schließung des Augustiner-Chorherrenstiftes Kloster Neunkirchen am Brand mit dem Tod des letzten Propstes Augustin.[8] Ab 1691 wurden die Klostergüter zum Unterhalt des Priesterseminars Bamberg verwendet.

Im Winterfeldzug des Zweiten Koalitionskriegs kam es am 21. Dezember 1800 bei Neunkirchen am Brand zu einer Schlacht zwischen tausenden Soldaten der französischen Truppen von Napoleon unter Général de devision Guillaume Philibert Duhesme und der Kaiserlichen Armee unter Feldzeugmeister Joseph Anton von Simbschen. An diese heftigen Kämpfe erinnern die drei sogenannten "Franzosengräber" beim Ortsteil Ebersbach. In ihnen sollen drei gefallene Soldaten der Napoleonischen Truppen begraben liegen, die beim fluchtartigen Rückzug noch an Ort und Stelle bestattet wurden.

1803 kam der Markt im Zuge der Säkularisation mit dem Hochstift Bamberg zum Kurfürstentum Bayern. Ein Jahr später wurden ein Landgericht und ein Rentamt im Ort eingerichtet. Am 17. November 1886 nahm die Sekundärbahn („Seku“) zwischen Erlangen und Gräfenberg den Betrieb auf und schloss damit Neunkirchen am Brand ans Schienennetz an.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erste Weltkrieg ging an dem Ort vorüber, ohne größeres Unglück angerichtet zu haben. Im Jahre 1926 brachte eine Hochwasserkatastrophe schwere Schäden mit sich, woraufhin der Brandbach innerorts und im nördlichen Außenbereich in sein heutiges Bett umgeleitet und begradigt wurde. Neben mehreren Häusern und einem Teil der alten Wehrmauer wurde auch der obere Schwibbogen, der alte Durchlass des Brandbachs in der nördlichen Mauer, abgerissen. Am 31. Dezember 1963 fuhr der letzte Zug auf der Sekundärbahn („Seku“). Die Strecke wurde daraufhin abgebaut und der Personenverkehr durch Busse übernommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen viele Heimatvertriebene durch das Engagement des damaligen Bamberger Erzbischofs Joseph Otto Kolb nach Neunkirchen am Brand. Dadurch und später durch die Ansiedlung der Firma Siemens in Erlangen hatte der Ort einen sehr starken Anstieg der Einwohnerzahlen. Es entstanden zahlreiche Neubaugebiete, die gegenwärtig noch erweitert und neu ausgewiesen werden. Durch die Gründung mehrere Industriebetriebe entstanden zahlreiche Arbeitsplätze. Die Gemeinde ist durch ihre Infrastruktur, die Einrichtungen für Bildung und Kinderbetreuung, viele Vereine und die Busanbindung besonders für junge Familien attraktiv.

Neunkirchen am Brand gehört zwar seit dem 19. Jahrhundert zu Oberfranken sowie dem Landkreis Forchheim, doch der Ort ist v. a. seit dem Bau der Sekundärbahn („Seku“) wirtschaftlich in viel stärkerem Maße auf die mittelfränkischen Städte Erlangen und Nürnberg als auf den oberfränkischen Raum ausgerichtet.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform die ehemals selbstständigen Gemeinden Ermreuth, Großenbuch und Rödlas nach Neunkirchen am Brand eingemeindet.[9] Am 1. Januar 1977 kam Rosenbach hinzu.[10]

Ehem. Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde Neunkirchen am Brand gründete im Zuge der Gemeindegebietsreform zusammen mit den Gemeinden Dormitz, Hetzles und Kleinsendelbach am 1. Mai 1978 die Verwaltungsgemeinschaft Neunkirchen am Brand. Diese bestand bis zum 1. Januar 1980, als Neunkirchen am Brand auf eigenen Wunsch entlassen und wieder eigenständig wurde. Die anderen drei Gemeinden gründeten daraufhin die noch heute bestehende Verwaltungsgemeinschaft Dormitz.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Einwohner
01.12.1840 ¹ 2.187
01.12.1871 ¹ 2.225
01.12.1900 ¹ 2.181
16.06.1925 ¹ 2.377
17.05.1939 ¹ 2.455
13.09.1950 ¹ 3.736
06.06.1961 ¹ 3.662
27.05.1970 ¹ 4.328
Datum Einwohner
25.05.1987 ¹ 6.335
31.12.2007 8.000
31.12.2008 7.983
31.12.2009 7.982
31.12.2010 7.905
09.05.2011 ¹ 7.750
31.12.2011 7.753
31.12.2012 7.812
Datum Einwohner
31.12.2013 7.876
31.12.2014 7.924
31.12.2015 7.968
31.12.2016 8.020
31.12.2017 8.037

¹ Volkszählungsergebnis

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neunkirchen am Brand ist ein überwiegend katholischer Ort mit vielen Traditionen, dazu gehört die Karfreitagsprozession. Die Gottesdienste werden in der Pfarrkirche St. Michael und unter der Woche zum Teil in der Augustinuskapelle gefeiert; beide gehören zur alten Klosteranlage. Daneben gibt es im Hauptort Neunkirchen am Brand etwas abseits von St. Michael die Katharinenkapelle und an der Kreisstraße nach Großenbuch die Heilig-Grab-Kapelle (auch Gugelkapelle genannt). In den Ortsteilen gibt es die Filialkirchen St. Johannes der Täufer in Großenbuch, Patrona Bavariae in Rosenbach, Maria, Königin des Friedens in Rödlas, Unsere liebe Frau vom Rosenkranz in Honings und Heilig Kreuz in Schellenberg.

Bedingt durch die Ansiedlung von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg und späteren starken Zuzug wurde in Neunkirchen am Brand auch eine evangelische Kirchengemeinde gegründet. Sie wurde am 1. November 1994 im Dekanat Gräfenberg eigenständig und hat mehr als 1800 Mitglieder. Neben dem seit 1977 bestehenden Gemeindehaus wurde am 2. Dezember 2000 die neue Christuskirche geweiht.

Der Ortsteil Ermreuth mit seiner Pfarrkirche St. Peter und Paul ist mehrheitlich evangelisch, was noch aus der Gutsherrenzeit resultiert. Zur Pfarrei Ermreuth gehört auch die Filialkirche Zu den heiligen Gräbern in Walkersbrunn.

Ab etwa 1500 siedelten sich viele Juden in Ermreuth an, die vor allem aus Nürnberg vertrieben worden waren. 1811 lebten 44 jüdische Familien im Ort. 1840 bekannten sich mehr als 30 % der Einwohner zum jüdischen Glauben.[11] 1933 begann die Diskriminierung der jüdischen Mitbürger durch das NS-Regime. In der Reichspogromnacht vom 9. auf 10. November 1938 wurden sie misshandelt, ihre Wohnungseinrichtungen und die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört; am Friedhof wurden Grabsteine umgeworfen. 1938 waren noch 19 Juden ansässig. 15 von ihnen wurden 1939 deportiert und ermordet. Nur vier konnten rechtzeitig nach Amerika auswandern.

Seit Anfang des 21. Jahrhunderts gibt es in Neunkirchen am Brand auch eine Freie Christengemeinde.[12] Sie hält ihre Gottesdienste im „Lebenshaus“ ab.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Marktgemeinderat
(Stand März 2014)
      
Insgesamt 20 Sitze

Der Marktgemeinderat von Neunkirchen am Brand hat 20 Mitglieder und einen hauptamtlichen Bürgermeister. Die vergangenen Kommunalwahlen führten zu folgenden Ergebnissen (n. a.: nicht angetreten):

Wahljahr CSU SPD FWG ÜWG GDG JB Grüne Gesamt
2002 7 4 4 3 1 1 n. a. 20 Sitze
2008 6 5 5 2 2 n. a. n. a. 20 Sitze
2014 7 3 4 2 2 n. a. 2 20 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1946–1948: Wilhelm Schmitt
  • 1948–1959: Hans Sauer
  • 1959–1974: Georg Hemmerlein (CSU)
  • 1974–1992: Alfred Derfuß (CSU)
  • 1992–1996: Ursula Zimmermann (SPD)
  • 1996–2008: Wilhelm Schmitt (CSU)
  • seit 2008: Heinz Richter (FWG)

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beide Partnerschaften kamen durch das musikalische Engagement der örtlichen Jugend- und Trachtenkapelle zustande. Sie werden durch gegenseitige Besuche sowie kulturellen Austausch regelmäßig gepflegt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Neunkirchen am Brand

Wappenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Gold eine über Eck gestellte silberne Kirche mit sieben rot bedachten Langhausgiebeln, Apsidenturm und Dachreiter; auf der Fassade stehend der silbern gekleidete Erzengel Michael mit Kreuzstab; neben dem Portal ein goldenes Schildchen, darin ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe.

Wappengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neunkirchen am Brand besteht seit 1972 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Ermreuth, Großenbuch, Neunkirchen und Rödlas. Der Marktgemeinderat beschloss, das durch den Zusammenschluss untergegangene historische Wappen von Neunkirchen am Brand unverändert als Wappen des neuen Marktes anzunehmen. Neunkirchen am Brand wurde 1348 als Markt bezeichnet. Im Jahr 1444 verlieh der Bamberger Fürstbischof Anton von Rotenhan (1431 bis 1459) dem Markt ein Wappen. Dargestellt ist eine Kirche mit neun roten Dächern, die redend für den Ortsnamen stehen. Das Bamberger Hochstiftswappen deutet auf die Landeshoheit des Hochstifts Bamberg hin. 1819 wurde das Bistumswappen entfernt und die Siegelführung bis 1847 ganz aufgegeben. Der Erzengel Michael weist auf das Patronat der Pfarrkirche, der ehemaligen Stiftskirche des Augustinerchorherrenstifts, hin. Die Pfarrei besteht seit dem 11. Jahrhundert; sie war eine Kolonisationskirche für neun jüngere Pfarreien und Kirchorte in der Umgebung.

Das Wappen wurde erstmals vom Bamberger Fürstbischof Anton von Rotenhan verliehen. Die Wiederannahme wurde durch die Regierung von Oberfranken genehmigt (Wappenprivileg vom 6. April 1444 und Schreiben der Regierung von Oberfranken vom 25. Juli 1973). Von 1819 bis 1847 fehlte der Bamberger Löwe.

Bildung und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule Neunkirchen am Brand
  • Mittelschule Neunkirchen am Brand

Kinderbetreuungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholischer Kindergarten
  • Katholische Kinderkrippe Zum guten Hirten
  • Evangelischer Kindergarten inkl. Außenstelle Waldkindergarten
  • Evangelische Kinderkrippe
  • 2 Evangelische Kinderhorte
  • Evangelischer Integrativer Kindergarten Ermreuth

Soziale Einrichtungen für Senioren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth
  • Caritas-Sozialstation (ambulante Alten- und Krankenpflege)
  • Caritas-Tagespflege Rosengarten

Büchereien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marktbücherei St. Michael
  • Bücherei Ermreuth

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Felix-Müller-Museum im Zehntspeicher
  • Jüdisches Museum in der Synagoge in Ermreuth
  • Heimatmuseum im alten Bahnhof

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Hemmerleinhalle war von 1977 bis 1988 eine Konzertbühne für internationale Musikgrößen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neunkirchen am Brand liegt an der Burgenstraße (seit 1997) und am Fränkischen Jakobsweg (seit 1995).

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Marktgemeinde Neunkirchen am Brand gibt es mehr als 70 aktive Vereine und Gruppierungen in den Bereichen Sport, Musik, Kultur, Brauchtum, Soziales etc. Die mitgliederstärksten Vereine sind:

  • Jugend- und Trachtenkapelle (JTK)
  • Turn- und Sportverein (TSV)
  • 1. Skiclub (1. SCN)
  • Kolpingsfamilie St. Josef
  • St. Elisabethenverein
  • Tennisclub (TCN)
  • Sportverein Ermreuth
  • Neunkirchner Carnevals Verein (NCV)
  • Bund Naturschutz
  • MGV „Sängerkranz-Cäcilia“

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freibad (25-Meter-Schwimmerbecken mit 5 Bahnen, Planschbecken)
  • Multifunktionsplatz (Skater-Platz, Basketball, Eislauffläche)
  • Spielplätze in verschiedenen Ortsteilen
  • Sportanlagen der Grundschule und Mittelschule (Fußballplätze, Tartan-Spielflächen, Leichtathletikanlagen)
  • Turnhalle der Grundschule
  • Dreifachturnhalle der Mittelschule
  • Brandbachgarten (große Wiese, Spielplatz, Boccia-Bahn)
  • Sportanlage des TSV Neunkirchen am Brand (2 Fußballplätze, Beachvolleyballfeld)
  • Sportanlage des SV Ermreuth (2 Fußballplätze)
  • Tennisanlage des TC Neunkirchen am Brand (14 Tennisplätze, davon 2 Hallenplätze und 2 Kleinfelder)
  • Schützenheim der Schützenfreunde Hubertus
  • Reit- und Voltigieranlage in Rödlas
  • Motor-, Segel- und Modellflug auf dem Flugplatz Hetzleser Berg
  • Zwei Bolzplätze in Neunkirchen am Brand sowie je einer in Großenbuch und Ebersbach
  • Jugendtreff „Outback“
  • Kletterhalle „Boulderia“

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortsbild wirkt durch die erhaltenen Tore, das ehemalige Kloster Neunkirchen am Brand, zahlreiche Fachwerkhäuser und den mittelalterlichen Zehntspeicher.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Faschingsumzug mit diversen Wagen, Gruppen, Musikkapellen und Tanzgarden am Faschingsdienstag
  • Die in dieser Form sehr seltene Karfreitagsprozession, bei der Heiligenfiguren mitgetragen werden
  • Die Neunkirchner Kulturtage von Anfang April bis Anfang Mai bieten ein reichhaltiges Programm mit Autorenlesungen, Konzerten, Theater und Ausstellungen
  • Kirschblütenfest in Gleisenhof an Christi Himmelfahrt
  • Kirchweih (Kerwa) in Ermreuth am Wochenende des vierten Sonntags im Juni
  • Bürger- und Heimatfest, an dem sich vor allem die örtlichen Vereine mit Ständen und Auftritten auf der Bühne präsentieren, am dritten Wochenende im Juli
  • Kirchweih (Kerwa) in Rödlas am Wochenende des ersten Sonntags im August
  • Kirchweih (Kerwa) in Ebersbach am Wochenende des zweiten Sonntags im August
  • Kirchweih (Kerwa) in Rosenbach am Wochenende des vierten Sonntags im August
  • Kirchweih (Kerwa) in Großenbuch am Wochenende des ersten Sonntags im September
  • Erntedankfest am Sonntag vor der Neunkirchner Kirchweih
  • Neunkirchner Kirchweih (Kerwa) am Wochenende des ersten Sonntags im Oktober
  • Volkswandertage am Wochenende der 41. Kalenderwoche
  • Herbstkirchweih (Kerwa) bzw. „Sieb’njudikirwa“ in Ermreuth am Wochenende des vierten Sonntags im Oktober
  • Weihnachtsmarkt rund um die St.-Michaels-Kirche am dritten Adventswochenende

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Neunkirchen am Brand geboren sind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten mit Bezug zu Neunkirchen am Brand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neunkirchener Achsenfabrik (NAF) (Achsen, Getriebe, größter Arbeitgeber im Ort)
  • Tutogen Medical (Transplantate aus bovinen Knochen und Metall)
  • Neunkirchner Präzisionsfeder-Werk (NPW) (Stanzbiegeteile, Werkzeugbau)

Darüber hinaus gibt es verschiedenste Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe sowie Einzelhandel diverser Branchen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Staatsstraße St 2240 ist Neunkirchen am Brand mit Erlangen und Eckental verbunden. Nach Forchheim gelangt man über die Staatsstraße St 2243 und in Richtung Ermreuth über die Kreisstraße FO 28. Zur Verkehrsentlastung von Neunkirchen am Brand ist neben der seit 1997 eingeweihten Südumgehung seit den 1960er Jahren eine Westumgehung geplant. Diese soll die teilweise sehr engen Ortsstraßen vor allem vom Schwerlast- und Durchgangsverkehr befreien. Die Westumgehung befindet sich bisher zwar nur in der Dringlichkeitsstufe 1R, was eine Realisierung frühestens in den Jahren 2020 bis 2025 bedeutet. Doch legitimiert durch einen Bürgerentscheid am 14. Juli 2013 ist der Markt für das seit Herbst 2013 gestartete vorgezogene Planfeststellungsverfahren in Vorleistung gegangen und stellt dafür einen Betrag von maximal 110.000 Euro aus eigenen Mitteln zur Verfügung. Dadurch soll eine frühere Realisierung der Westumgehung erreicht werden. Aktuell werden im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens die Einsprüche abgearbeitet (Stand 2017).

Busverbindungen bestehen mit der VGN-Linie 209 nach Erlangen und Eckental sowie – weniger häufig – mit der Linie 224 nach Forchheim. Vor allem morgens und mittags fahren zur Schülerbeförderung zusätzlich Busse der Linien 211 und 225, welche die umliegenden Ortschaften und Ortsteile mit den Schulen verbinden und außerhalb des Schulverkehrs im Umlandverkehr eingesetzt werden.

Der nächste Bahnhof mit Fernbahnanschluss (auch ICE) ist in Erlangen, wo auch die S-Bahn (S1), die Regionalbahnen nach Nürnberg bzw. Lichtenfels (R2) und nach Würzburg sowie der Franken-Thüringen-Express nach Sonneberg und Leipzig abfahren. Weiter besteht über die Bahnhöfe bzw. Haltepunkte in Großgeschaidt, Eschenau und Forth Zugang zur Gräfenbergbahn (R21), die nach Gräfenberg und nach Nürnberg-Nordostbahnhof fährt (Fahrradmitnahme ist möglich).

Bis 1963 führte die Sekundärbahn („Seku“), welche die Bahnhöfe Erlangen und Eschenau verband, durch Neunkirchen am Brand. Den alten Trassenverlauf kann man noch an mehreren Stellen erkennen. Er wurde großteils zu Geh- und Radwegen. Der ehemalige Bahnhof diente erst als Bauhof der Gemeinde und ist jetzt Vereinsheim des Heimat- und Trachtenvereins, der dort ein Heimatmuseum eingerichtet hat. Eine neue Schienenverbindung nach Erlangen und Eschenau in Form einer Stadtumlandbahn (StUB) war geplant, wird aber seit einem ablehnenden Bürgerentscheid im Landkreis Erlangen-Höchstadt im Jahr 2015[13] nicht weiter verfolgt.

Der Flughafen Nürnberg ist per Auto ca. 20 Minuten entfernt. Am Hetzleser Berg befindet sich ein Flugplatz, der von Privatpiloten für Motor- und Segelflüge genutzt wird.

Brauereien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Neunkirchen am Brand gibt es die Brauerei Vasold & Schmitt.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Originalmast der Reichssammelschiene zwischen Neunkirchen am Brand und Hetzles

Die durch Neunkirchen am Brand führende Freileitung ist Teil der ehemaligen Reichssammelschiene. Dabei handelt es sich um eine zwischen 1939 und 1941 gebaute Hochspannungs-Freileitung, die vom Umspannwerk Helmstedt über Magdeburg, Halle (Saale) und Nürnberg bis nach Ernsthofen in Niederösterreich führte und dem Austausch von elektrischer Energie zwischen dem mitteldeutschen Braunkohlegebiet und Pumpspeicherkraftwerken in Bayern und Österreich diente und mit 220 kV betrieben wurde. Auf den Teilstücken Forchheim – Neunkirchen am Brand – Ludersheim und Ludersheim – Ernsthofen existieren noch die Originalmasten, wobei der erstere Bereich nur noch mit 110 kV betrieben wird.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Neunkirchen am Brand erscheinen zwei regionale Printmedien, das Informationsblatt Schwabachbogen und das Magazin Xtra, die ihr Verbreitungsgebiet im weiteren Umland haben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Jakob: Art. Neunkirchen a. Brand. In: Hans-Michael Körner, Alois Schmid (Hrsg.), Martin Ott: Handbuch der historischen Stätten. Band 7: Bayern II. Teilband 2: Franken (= Kröners Taschenausgabe. Band 325). Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-32501-2, S. 369–371.
  • Gerhard Philipp Wolff: Ermreuth. In: Jüdisches Leben in der Fränkischen Schweiz. Schriftenreihe des Fränkische Schweiz Vereins. Band 11. Erlangen/Jena 1997, S. 221–278.
  • Rajaa Nadler: Der jüdische Friedhof Ermreuth. In: Jüdisches Leben in der Fränkischen Schweiz. Schriftenreihe des Fränkische Schweiz Vereins. Band 11. Erlangen/Jena 1997, S. 279–296.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neunkirchen am Brand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Zur Geologie und zur vorgeschichtlichen Stellung des Hetzlaser Gebirges bei Neunkirchen am Brand (Oberfranken). Abgerufen am 18. Oktober 2017.
  3. Einwohnerstatistik ab 2012, auf neunkirchen-am-brand.de
  4. Horst Miekisch: Das Augustinerchorherrenstift Neunkirchen am Brand. Seine Geschichte und seine Bedeutung für die Verbreitung der Raudnitzer Reform (Inaugural-Dissertation in der Fakultät Geschichts- und Geowissenschaften der Otto-Friedrich Universität Bamberg). Bamberg 2005, S. 6–8.
  5. Horst Miekisch: Das Augustinerchorherrenstift Neunkirchen am Brand. Seine Geschichte und seine Bedeutung für die Verbreitung der Raudnitzer Reform (Inaugural-Dissertation in der Fakultät Geschichts- und Geowissenschaften der Otto-Friedrich Universität Bamberg). Bamberg 2005, S. 5.
  6. Horst Miekisch: Das Augustinerchorherrenstift Neunkirchen am Brand. Seine Geschichte und seine Bedeutung für die Verbreitung der Raudnitzer Reform (Inaugural-Dissertation in der Fakultät Geschichts- und Geowissenschaften der Otto-Friedrich Universität Bamberg). Bamberg 2005, S. 9.
  7. Horst Miekisch: Das Augustinerchorherrenstift Neunkirchen am Brand. Seine Geschichte und seine Bedeutung für die Verbreitung der Raudnitzer Reform (Inaugural-Dissertation in der Fakultät Geschichts- und Geowissenschaften der Otto-Friedrich Universität Bamberg). Bamberg 2005, S. 135.
  8. Horst Miekisch: Das Augustinerchorherrenstift Neunkirchen am Brand. Seine Geschichte und seine Bedeutung für die Verbreitung der Raudnitzer Reform (Inaugural-Dissertation in der Fakultät Geschichts- und Geowissenschaften der Otto-Friedrich Universität Bamberg). Bamberg 2005, S. 136 f.
  9. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 462.
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 683.
  11. Das jüdische Ermreuth. Abgerufen am 7. Mai 2019.
  12. Freie Christengemeinde LEBENSHAUS, auf christliche-gemeinden.eu
  13. Mehrheit stellt sich gegen StUB, kommt jetzt die L-Lösung?, auf nordbayern.de