Hallerndorf

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Dieser Artikel erläutert die deutsche Gemeinde, für den Ort im Bezirk Kitzbühel, Tirol, siehe Hallerndorf (Gemeinde Reith).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hallerndorf
Hallerndorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hallerndorf hervorgehoben
49.76666666666710.983055555556282Koordinaten: 49° 46′ N, 10° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Höhe: 282 m ü. NHN
Fläche: 41,31 km²
Einwohner: 4051 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91352
Vorwahl: 09545
Kfz-Kennzeichen: FO, EBS, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 133
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Von-Seckendorf-Str. 10
91352 Hallerndorf
Webpräsenz: www.hallerndorf.de
Bürgermeister: Torsten Gunselmann (FWG Schnaid-Stiebarlimbach)
Lage der Gemeinde Hallerndorf im Landkreis Forchheim
Landkreis Nürnberger Land Erlangen Landkreis Bamberg Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Bamberg Landkreis Bamberg Wiesenttal Igensdorf Hiltpoltstein Gräfenberg Hallerndorf Forchheim Hausen (bei Forchheim) Heroldsbach Eggolsheim Weißenohe Wiesenthau Weilersbach (Oberfranken) Unterleinleiter Pretzfeld Poxdorf (Oberfranken) Pinzberg Obertrubach Neunkirchen am Brand Leutenbach (Oberfranken) Langensendelbach Kunreuth Kleinsendelbach Kirchehrenbach Hetzles Gößweinstein Effeltrich Ebermannstadt Dormitz IgensdorfKarte
Über dieses Bild

Hallerndorf ist eine aus neun Ortsteilen bestehende Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Forchheim und liegt etwa auf halber Strecke zwischen den beiden Städten Bamberg und Erlangen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt zwischen Erlangen und Bamberg im Mündungsbereich der Aisch, der auch als „Unterer Aischgrund“ bezeichnet wird. Sie ist Grenzgemeinde der drei Landkreise Forchheim, Bamberg und Erlangen-Höchstadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Hallerndorf gliedert sich in neun Ortsteile[2]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Altendorf, Eggolsheim, Forchheim, Hausen, Heroldsbach, Adelsdorf, Höchstadt an der Aisch, Hirschaid

Natur[Bearbeiten]

Auf der Gemarkung von Stiebarlimbach liegen die Naturseen Haarweiher, Oberer und Unterer Herrnsee und Dummetsweiher.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1130 kann der Name Hadelongendorf und 1140 Hadelovgendorf nachgewiesen werden, der Ort entstand jedoch bereits im 8. Jahrhundert als bäuerliche Siedlung. Der Ortsname in seiner heutigen Schreibweise wurde 1334 erstmals urkundlich erwähnt. Bis 1018 gehörte Hallerndorf wie die umliegenden Gemeinden zum Bistum Würzburg, bis es 1018 dem neu gegründeten Bistum Bamberg angeschlossen wurde.

Nachdem Hallerndorf ab 1315 zur Herrschaft der Schlüsselberger gehört hatte, schloss es sich nach dem Tod des letzten Schlüsselbergers Bamberg an. Die längste Phase in der Herrschaft Hallerndorfs nahmen die Adeligen des Ritterguts von Seckendorff ein, die von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts ihren Sitz in Hallerndorf hatten. Von ihnen stammte ein Wasserschloss, dessen Reste im Ort zu sehen sind. Das Schloss wurde 1525 während der Bauernkriege von Bauern zerstört. Nach der Niederschlagung des Aufstandes wurde es jedoch mit Hilfe von Zahlungen der Bauern wieder aufgebaut. In den Quellen ist von zwei Schlössern die Rede (oberes und unteres Schloss), deren Existenz jedoch nicht gesichert ist. Möglicherweise sind damit eine höher gelegene Hauptburg und eine tiefer liegende Vorburg gemeint.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Hallerndorf schwer geschädigt. Der Zusammenstoß schwedischer und bambergischer Truppen verursachte den Tod vieler Bürger und die Zerstörung des Schlosses, das in der Folgezeit verfiel. Seit 1586 ist eine Teilung des Ortes in eine obere und eine untere Dorfhälfte bekannt. Während die obere Hälfte 1688 dem Hochstift Bamberg überschrieben wurde, erbten 1717 die Grafen von Schönborn die untere Hälfte. Nach der Säkularisation wurde der Ort im Jahre 1803 Teil des Königreichs Bayern.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Hallerndorf und Willersdorf zur neuen Gemeinde Hallerndorf zusammengeschlossen.[3] Am 1. Januar 1974 kam Schnaid hinzu. Pautzfeld, Schlammersdorf und Trailsdorf folgten am 1. Mai 1978.[4]

Panorama (Blick von Nordosten)

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Erster Bürgermeister der Gemeinde ist Torsten Gunselmann (FWG Schnaid-Stiebarlimbach).

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Hallerndorf hat 16 Mitglieder.

CSU Listenvereinigung 1 WG Willersdorf-Haid WG Schnaid-Stiebarlimbach WG Pautzfeld Junge Bürger WG Hallerndorf Gesamt
2014 1 4 3 2 2 2 2 16 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 2. April 2014)

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Im Jahre 1989 schloss Hallerndorf eine Partnerschaft mit der norditalienischen Gemeinde Drena. Grund dafür waren zahlreiche Besuche einzelner Familien aus Hallerndorf in Drena.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Geteilt, oben in Gold ein rot bewehrter und rot bezungter wachsender schwarzer Löwe, der von einer silbernen Schrägleiste überdeckt ist, unten in Grün ein silberner Wellenbalken, besteckt oben mit fünf, unten mit drei goldenen Lindenblättern.

Brauereien und Weinanbau[Bearbeiten]

In Hallerndorf und Umgebung dominierte bis zum Dreißigjährigen Krieg der Anbau von Wein. In der Seußlinger Chronik wird von 4000 Weinstöcken am Trailsdorfer Leimberg und 3000 am Galgenberg berichtet. Durch den Hopfenanbau wurde jedoch der Weinanbau zurückgedrängt. Heute gibt es allerdings auch keine Hopfenfelder in der Region mehr.

In Anbetracht der Größe der Gemeinde Hallerndorf ist die Anzahl der dort ansässigen Brauereien bemerkenswert. Bereits im 15. Jahrhundert wurde im Ort Bier gebraut. In diese Zeit fällt auch die Gründung der bis heute bestehenden Brauerei Rittmayer im Jahr 1422, die damit eine der ältesten Brauereien im Forchheimer Land ist. Bis zum Zweiten Weltkrieg gab es acht Brauereien, darunter auch eine Schlossbrauerei (unteres Schloss). Heute gibt es noch folgende sechs Brauereien:[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hallerndorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hallerndorf. In: Bayerische Landesbibliothek Online. Abgerufen am 25. Juli 2013.
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 462.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 683 und 684.
  5. Bierfranken.eu, Website des Fränkischen Brauereiführers