Hallerndorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hallerndorf
Hallerndorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hallerndorf hervorgehoben

Koordinaten: 49° 46′ N, 10° 59′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Höhe: 282 m ü. NHN
Fläche: 41,33 km2
Einwohner: 4224 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91352
Vorwahl: 09545
Kfz-Kennzeichen: FO, EBS, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 133
Gemeindegliederung: 9 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Von-Seckendorf-Str. 10
91352 Hallerndorf
Website: www.hallerndorf.de
Erster Bürgermeister: Gerhard Bauer (Wählergemeinschaft Hallerndorf)
Lage der Gemeinde Hallerndorf im Landkreis Forchheim
Landkreis Nürnberger LandErlangenLandkreis BambergLandkreis Erlangen-HöchstadtLandkreis BayreuthBambergLandkreis BambergWiesenttalIgensdorfHiltpoltsteinGräfenbergHallerndorfForchheimHausen (bei Forchheim)HeroldsbachEggolsheimWeißenoheWiesenthauWeilersbach (Oberfranken)UnterleinleiterPretzfeldPoxdorf (Oberfranken)PinzbergObertrubachNeunkirchen am BrandLeutenbach (Oberfranken)LangensendelbachKunreuthKleinsendelbachKirchehrenbachHetzlesGößweinsteinEffeltrichEbermannstadtDormitzIgensdorfEgloffsteinKarte
Über dieses Bild

Hallerndorf ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Forchheim.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Mündungsbereich der Aisch, der auch als „Unterer Aischgrund“ bezeichnet wird. Sie ist Grenzgemeinde zu den Landkreisen Bamberg und Erlangen-Höchstadt. Die Gemeinde liegt etwa auf halber Strecke zwischen den Städten Bamberg und Erlangen. Durch Hallerndorf verläuft der Fränkische Marienweg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hallerndorf hat 9 Gemeindeteile:[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Altendorf, Eggolsheim, Forchheim, Hausen, Heroldsbach, Adelsdorf, Höchstadt an der Aisch, Hirschaid

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Gemarkung von Stiebarlimbach liegen die Naturseen Haarweiher, Oberer und Unterer Herrnsee und Dummetsweiher.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Siedlungsspuren auf dem Gebiet des heutigen Hallerndorf lassen sich aus der Zeit rund um das Jahr 100 vor Christus nachweisen. Vermutlich handelte es sich bei den im Jahr 2015 ausgegrabenen Resten eines kleinen Dorfes um eine Keltensiedlung.[3]

Aus dem Jahr 1130 kann der Name „Hadelongendorf“ und 1140 „Hadelovgendorf“ nachgewiesen werden, der Ort entstand jedoch bereits im 8. Jahrhundert als bäuerliche Siedlung. Der Ortsname in seiner heutigen Schreibweise wurde 1334 erstmals urkundlich erwähnt. Bis 1018 gehörte Hallerndorf wie die umliegenden Gemeinden zum Bistum Würzburg, bis es 1018 dem neu gegründeten Bistum Bamberg angeschlossen wurde.

Nachdem Hallerndorf ab 1315 zur Herrschaft der Schlüsselberger gehört hatte, schloss es sich nach dem Tod des letzten Schlüsselbergers Bamberg an. Die längste Phase in der Herrschaft Hallerndorfs nahmen die Adeligen des Ritterguts von Seckendorff ein, die von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts dort ihren Sitz hatten. Von ihnen stammte ein Wasserschloss, dessen Reste im Ort zu sehen sind. Das Schloss wurde 1525 während der Bauernkriege von Bauern zerstört. Nach der Niederschlagung des Aufstandes wurde es mit Hilfe von Zahlungen der Bauern wieder aufgebaut. In den Quellen ist von zwei Schlössern die Rede (oberes und unteres Schloss), deren Existenz jedoch nicht gesichert ist. Möglicherweise sind damit eine höher gelegene Hauptburg und eine tiefer liegende Vorburg gemeint.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Hallerndorf schwer geschädigt. Der Zusammenstoß schwedischer und bambergischer Truppen verursachte den Tod vieler Bürger und die Zerstörung des Schlosses, das in der Folgezeit verfiel. Seit 1586 ist eine Teilung des Ortes in eine obere und eine untere Dorfhälfte bekannt. Während die obere Hälfte 1688 dem Hochstift Bamberg überschrieben wurde, erbten 1717 die Grafen von Schönborn-Wiesentheid die untere Hälfte vom letzten Grafen Wolf von Wolfsthal. Nach der Säkularisation wurde der Ort im Jahre 1803 Teil des Königreichs Bayern.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Hallerndorf und Willersdorf zur neuen Gemeinde Hallerndorf zusammengeschlossen.[4] Am 1. Januar 1974 kam Schnaid hinzu. Pautzfeld, Schlammersdorf und Trailsdorf folgten am 1. Mai 1978.[5]

Panorama (Blick von Nordosten)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister der Gemeinde ist seit 2020 Gerhard Bauer (Wählergemeinschaft Hallerndorf).[6] Er gewann gegen den seit 2014 amtierenden Torsten Gunselmann (FWG Schnaid-Stiebarlimbach). Vorgänger war Heribert Weber, der seit 2002 im Amt war (WG Willersdorf-Haid/WG Hallerndorf). Dessen Vorgänger war Alois Hagen, der seit 1972 amtierte.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder zuzüglich des Ersten Bürgermeisters:

CSU WG Schlammers-
dorf und WG Trailsdorf
WG Willersdorf-Haid WG Schnaid-Stiebarlimbach WG Pautzfeld WG Hallerndorf Bürgerliste Gemeinde Hallerndorf Für die Gemeinde Junge & aktive Bürger Hallerndorf WG Schlammersdorf Sitze gesamt
2020 2 3 3 1 2 3 1 1 - - 16
2014 1 4 3 2 2 2 - - 2 - 16
2008 1 3* 3 2 2 2 - - 2 1 16
2002 5 4* 2 1 1 - - - 2 1 16

*2008 und 2002 nur WG Trailsdorf

(Stand: Kommunalwahl am 15. März 2020)

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ItalienItalien Italien: Im Jahre 1989 schloss Hallerndorf eine Partnerschaft mit der norditalienischen Gemeinde Drena. Grund dafür waren zahlreiche Besuche einzelner Familien aus Hallerndorf in Drena.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Hallerndorf
Blasonierung: „Geteilt, oben in Gold ein rot bewehrter und rot bezungter wachsender schwarzer Löwe, der von einer silbernen Schrägleiste überdeckt ist, unten in Grün ein silberner Wellenbalken, besteckt oben mit fünf, unten mit drei goldenen Lindenblättern.“[7]

Wappengeschichte: Die Gemeinde Hallerndorf besteht seit 1978 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Haid mit Willersdorf, Schnaid mit Stiebarlimbach, Pautzfeld, Schlammersdorf, Trailsdorf und Hallersdorf. Die ehemaligen Herren des Oberen und des Unteren Schlosses teilten sich die Herrschaft im Ort. Der Löwe aus dem Hochstiftswappen erinnert an die Herrschaft des Bistums Bamberg der zum Oberen Schloss gehörenden Gebiete. Die Lindenblätter sind aus dem Wappen der Freiherren von Seckendorff entnommen, die von 1420 bis 1688 die Herren des Unteren Schlosses waren. Sie stifteten die Kreuzbergkirche. Zugleich repräsentieren die fünf oberen und drei unteren Lindenblätter die acht Orte der Gemeinde Hallerndorf. Der Wellenbalken stellt die Lage der Gemeinde an der Aisch dar. Die Farben Gold und Grün entsprechen dem untergegangenen Wappen der Gemeinde Pautzfeld. Die Farbe Grün weist zugleich auf die Landwirtschaft im Gemeindegebiet.

Die Gemeinde Hallerndorf führt das Wappen seit 1985.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brauereien und Weinanbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hallerndorf und Umgebung dominierte bis zum Dreißigjährigen Krieg der Anbau von Wein. In der Seußlinger Chronik wird von 4000 Weinstöcken am Trailsdorfer Leimberg und 3000 am Galgenberg berichtet. Durch den Hopfenanbau wurde der Weinanbau zurückgedrängt. Heute gibt es allerdings auch keine Hopfenfelder in der Region mehr.

In Anbetracht der Größe der Gemeinde ist die Anzahl der dort ansässigen Brauereien bemerkenswert. Bereits im 15. Jahrhundert wurde im Ort Bier gebraut. In diese Zeit fällt auch die Gründung der noch bestehenden Brauerei Rittmayer im Jahr 1422, die damit eine der ältesten Brauereien im Forchheimer Land ist. Bis zum Zweiten Weltkrieg gab es acht Brauereien, darunter auch eine Schlossbrauerei (unteres Schloss). Heute gibt es noch folgende sechs Brauereien:[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hallerndorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Hallerndorf – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Hallerndorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 4. Januar 2020.
  3. Nordbayerische Nachrichten. Abgerufen am 21. Januar 2017.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 462.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 683 und 684.
  6. Gemeinderat. Gemeinde Hallerndorf, abgerufen am 13. August 2020.
  7. Eintrag zum Wappen von Hallerndorf in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  8. Bierfranken.eu, Website des Fränkischen Brauereiführers