Anna Stepanowna Politkowskaja
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Anna Stepanowna Politkowskaja (russisch Анна Степановна Политковская, wiss. Transliteration Anna Stepanovna Politkovskaja, geborene Мазепа/ Masepa; * 30. August 1958 in New York; † 7. Oktober 2006 in Moskau) war eine russische Reporterin, Autorin und Aktivistin für Menschenrechte. Sie wurde bekannt durch Reportagen und Bücher über den Krieg in Tschetschenien, über Korruption im Verteidigungsministerium und dem Oberkommando der Streitkräfte in Tschetschenien. Großes internationales Aufsehen erregte ihre Ermordung im Oktober 2006 in ihrem Wohnhaus in Moskau.
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[Bearbeiten] Leben
Anna Politkowskaja wurde in New York geboren. Ihre Eltern waren ukrainischer Abstammung und arbeiteten im diplomatischen Dienst der UdSSR bei den Vereinten Nationen. Als 20-jährige Studentin heiratete sie Alexander Politkowski. 1980 schloss sie das Journalismus-Studium an der Moskauer Lomonossow-Universität ab.[1]
Von 1982 bis 1993 arbeitete sie in verschiedenen Zeitungen und Verlagen, unter anderem in der Iswestija und der Zeitschrift Megapolis-Ekspress. Von 1994 bis Mitte 1999 war sie als leitende Redakteurin für Notfall- und Krisensituationen, Kommentatorin und Stellvertretende Chefredakteurin bei der Wochenzeitung Obschtschaja gaseta tätig.[2]
[Bearbeiten] Der Tschetschenienkrieg
Politkowskaja gehörte zu den wenigen Journalisten, die während des Tschetschenien-Krieges bewusst und kontinuierlich im Widerspruch zur offiziellen Darstellung aus der Krisenregion berichteten. Als Mitarbeiterin der Moskauer Zeitung Nowaja Gaseta galt sie im Westen als unabhängige Journalistin. In Russland wurde sie von vielen Journalistenkollegen als "Nestbeschmutzerin" angesehen und in russisch-nationalistischen Kreisen als "Feindin des russischen Volkes" betrachtet.[3] 2001 verließ sie nach Morddrohungen Russland und lebte einige Monate in Österreich, kehrte dann aber zurück. Im Februar 2002 wurde sie in Tschetschenien kurzzeitig von russischem Militär verhaftet.
2002 bot sie sich als Vermittlerin im Moskauer Geiseldrama im Dubrowka-Musicaltheater an. Im Jahr 2004 berichtete sie, bei einem Flug Anfang September nach Beslan Opfer eines Giftanschlags gewesen zu sein. Nachdem sie einen Tee getrunken hatte, wurde sie ohnmächtig und musste in ein Krankenhaus in Rostow am Don eingeliefert werden.
Die Reporterin berichtete über Verbrechen der russischen Armee und der mit ihnen verbündeten paramilitärischen tschetschenischen Gruppen, über Folter, Mord und unrechtmäßige Bereicherung durch Raub, Korruption, Unterschlagung oder Veruntreuung im Kriegsgebiet. Dabei belastete sie unter anderem den Putin-Verbündeten Ramsan Kadyrow.[4]
[Bearbeiten] Ermordung
Anna Politkowskaja wurde am Samstag, dem 7. Oktober 2006 gegen 16:03 Uhr im Aufgang ihres Wohnhauses in der Moskauer Lesnaja-Straße durch mehrere Schüsse – zumindest einen in die Brust und einen sogenannten Kontrollschuss in den Kopf – aus einer Pistole der Marke Makarow ermordet. Die Polizei fand am Tatort vier Patronenhülsen. Gegen 17 Uhr fand eine Nachbarin Politkowskaja tot im Lift. Das Bild des mutmaßlichen Täters wurde von der im Eingangsbereich montierten Überwachungskamera aufgezeichnet.[5] Der Mord geschah am Geburtstag des damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Die österreichische Zeitung Der Standard berichtete am 9. Oktober, die russische Polizei kenne "die Identität des Mörders, da er unmaskiert war und die Videoüberwachung über dem Hauseingang nicht außer Betrieb gesetzt hatte. Auch aufgrund dieses als 'unprofessionell' eingestuften Verhaltens wurde am Sonntag angenommen, dass der Vollstrecker selbst bereits von seinen Auftraggebern beseitigt worden sein dürfte."[3]
Westliche Politiker und Menschenrechtsgruppen forderten eine schnelle Aufklärung des Falles. Die Zeitung Nowaja Gaseta, einer ihrer früheren Arbeitgeber, hat für Hinweise zur Verhaftung des Mörders und der Hintermänner umgerechnet rund 738.000 Euro Belohnung ausgesetzt. Bis heute ist der Mord nicht aufgeklärt. Eine internationale Untersuchungskommission wurde von Wladimir Putin nicht zugelassen.
Anna Politkowskaja, die auf dem Trojekurow-Friedhof im Südwesten von Moskau beigesetzt wurde, hinterlässt zwei erwachsene Kinder.
Von den Journalisten und Analytikern wurden verschiedene Versionen des Mordes Politkowskaja herausgegeben. Laut einer der Versionen, beteiligt am Mord ist die Führung der Tschetschenischen Republik , laut anderem — die russische Regierung, laut der dritten Version — ist der Mord Politkowskaja in den Geburtstag Wladimir Putins eine Provokation gegen ihn und Ramsan Kadyrow, laut der vierten Version war der Mord dem Westen und die Opposition vorteilhaft, laut der fünften Version der Auftraggeber des Mordes ist Boris Beresowski.
Gerhard Schröder: «leider kommen die Journalisten ziemlich häufig um, sie kommen auch in anderen Ländern um — aber aus irgendeinem Grunde versucht niemand in jedem dieser Fälle, die Regierung zu beschuldigen. Hier, in Russland, was auch immer geschieht ist allein Putin schuldig».
Präsident der Tschetschenischen Republik Ramsan Kadyrow meint, dass Politkowskaja auftragsgemäß von Boris Beresowski getötet war.
Journalist Andrej Karaulow ist überzeugt, dass der Mord Politkowskaja «… ist eine offensichtliche Tatsache, dass der Macht nicht nötig ist. Da eben die Opposition die Tänze auf dem Blut heute veranstaltet sagt über vieles». Präsident des Fonds «Politik« Wjatscheslaw Nikonow sieht keine politischen Kräfte innerhalb Russlands, denen der Mord Politkowskaja vorteilhaft wäre: «mit der Journalistin, die im Zentrum von Moskau, in den Geburtstag Putins, kurz vor Fahrt des Präsidenten nach dem Westen? Es ist offenbar, dass es einfach unsinnig ist».
Der Chefredakteur der Zeitung "Moskowskije Nowosti" Witalij Tretjakow meint, dass in jetzigen Bedingungen die Existenz Politkowskaja im Kreml und den russischen Sonderdiensten schon vergessen haben und nur der Mord hat an sie erinnert. Nach Meinung Tretjakowa, auf jeden Fall hatten die russischen Sonderdienste die Möglichkeit, wenn wollten, Politkowskaja viel früher und auf dem Territorium Kaukasiens "entfernen", wo überhaupt niemand keiner Enden gefunden hätte. Nach Meinung des Journalisten, Ramsan Kadyrow "der sich so häufig über Politkowskaja negativ äußerte, was für ein Vollidiot sein müssen, danach noch über ihre Liquidation zu befehlen». Der Journalist bemerkt, dass Politkowskaja gerade kurz vor dem Wladimir Putins Besuch nach Deutschland getötet wurde. Nach seiner Meinung, der schlimmsten Dienstleistung, Putin zu leisten war es unmöglich und Kadyrow und besonders dem Kreml, hat der Mord Politkowskaja das Leben mehr als erschwert. Der Journalist meint, dass der Kreml zum Mord Politkowskaja keine Beziehung hat und, haben kann, weil, außer ihr und ihrer Familie, der Kreml — die Hauptbetroffenen in dieser Sache ist. Also folgert Tretjakow, den Mord Politkowskaja — die rein politische Provokation, die gegen Putin oder Ramsan Kadyrow gerichtet ist.
Journalistin «der Russischen Regierungszeitung» Natalja Koslowa hat vermutet, dass Boris Beresowski oder Achmed Sakajew den Mord organisiert haben, um den Anlass für die Kritik der russischen Macht zu schaffen.
[Bearbeiten] Medienecho
Die Ermordung Politkowskajas wurde von den Medien der westlichen Welt als symptomatisch für die Herrschaft Wladimir Putins dargestellt, wie eine Auswahl folgender Stimmen zeigt:
- Wer immer die Hintermänner des Mordes an Anna Politkowskaja sind, Wladimir Putin kann sich nicht der Verantwortung für ein politisches Klima entziehen, in dem Gesetze so skrupellos gebrochen werden. Auftragsmorde sind keine Seltenheit. Und jene, die öffentlich Position beziehen, ob nun gegen den Kreml oder gegen die Korruption, müssen um ihr Leben fürchten. Die Londoner Zeitung The Independent am 9. Oktober 2006
- Wenn dieser Mord nach dem üblichen russischen Muster abläuft, wird nie ein Verdächtiger gefunden und kein Mörder wird jemals vor Gericht gebracht werden. (...) Wer auch immer geschossen oder jemanden dafür bezahlt hat, kann schon einen Sieg verzeichnen. Wie die russische und die osteuropäische Geschichte zeigen, müssen nicht Millionen von Menschen getötet werden, um andere einzuschüchtern. Einige ausgewählte Attentate, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort, reichen üblicherweise aus. Die Washington Post vom 9. Oktober 2006
- "Das Faktum, dass Russlands höchster Staatsanwalt, General Juri Chaika, die Untersuchung (…) an sich gezogen hat, gibt keinen Anlass zur Hoffnung, wie es eine derart hochrangige Einmischung in einer echten Demokratie täte. Die Involvierung der höchsten russischen Regierungsebene ist eher eine Garantie dafür, dass die Mörder nie gefunden werden. (…) Doch selbst wenn Putins Leute nichts damit zu tun hatten, dass Politkowskaja im Lift ihres Wohnhauses in Moskau niedergeschossen worden ist, so hat seine Verachtung der Gesetze doch das Klima geschaffen, in dem der Mord begangen wurde. Fast wie in alten KGB-Zeiten ... Der Standard am 10. Oktober 2006
- Unnatürliche Todesfälle passieren hier mit alarmierender Regelmäßigkeit, obwohl sorgfältig der Eindruck gepflegt wird, dass Präsident Putin einer Ära der Stabilität des wirtschaftlichen Fortschritts und des wieder auferstehenden Nationalstolzes vorsitzt. Manche sagen auch, gerade deshalb. In a Risky Place to Gather News, a Very Familiar Story New York Times vom 11. Oktober 2006
- Der Mord an Anna Politkowskaja ist der letzte Beweis dafür, dass Präsident Putin nicht mehr als eine ganz gewöhnliche Diktatur etabliert hat, mit all der dazugehörigen üblichen Missachtung der Gesetze. Diese Erkenntnis kommt für die Welt noch rechtzeitig, vor allem für Europa. Gleichgültiger Westen – Dunkles Russland Kommentar in der Tageszeitung Die Welt vom 11. Oktober 2006
- Wo bleibt der öffentliche Protest der internationalen Organisationen? Schweigen auf dem innenpolitischen Parkett in Deutschland! Kommunikationsroutine! Haben Journalistenorganisationen zu den Ereignissen keinen eigenen Debattenbeitrag zu leisten? Wo sind die Proteste der Künstler, der Theater- und Filmemacher? Nur Einzelne melden sich zu Wort. Die Reaktionen bleiben dürftig. Verharren wir in einer Betroffenheitspose und fürchten uns nur vor der Kritik am Energielieferanten Russland? Hat uns die Zivilcourage in den westlichen Demokratien nun vollends verlassen? Wo bleiben die Demonstranten und die Reaktionen der Gorbi-Freunde von einst, die darauf hinweisen, dass sich hier ein Mensch, die Mutter zweier Kinder, um der Wahrheit willen geopfert hat? Reicht es, wenn Menschenrechtsorganisationen für uns stellvertretend „Presse-Statements“ formulieren, die nicht mehr als Nachrichtenfutter für die internationalen Newsagenturen sind – am nächsten Tag schon vergessen? Norbert Schreiber in: Chronik eines angekündgten Mordes. Wieser Verlag Klagenfurt 2007
- Laut den in die Presse durchsickernden Nachrichten, der Lauf der Untersuchung war dies. Der Untersuchungsgruppe, nach der Analyse der Daten der Videokameras der Beobachtung, gelang es, das Auto festzustellen, auf dem die vermuteten Mörder zum Haus des Opfers herangefahren sind. Das Auto gehörte der Familie des Killers aus Tschetschenien Brüder Machmudow aus der sogenannten "Lasanski" Gruppierung (nach dem Titel des Restaurants "Лазанья" in Moskau in der Pjatnizki Straße — nach anderen Quellen, den Titel des Restaurants angeblich "Alasan". der Führer dieser Gruppierung, wird Nuchajew, des Mordes Paul Hlebnikovs beschuldigt). Es wurde auch entdeckt, dass kurz vor dem Mord (im September) der Oberst FSB Pawel Rjagusow die Adresse Politkowskaja in der Datenbank von FSB angefragt hat und gleich danach den einstigen bekannten ehemaligen Chef des Atschchoj-Martanowski Bezirkes Tschetscheniens Schamil Burajewu angerufen hat. Da Politkowskaja an der neuen Adresse wohnte, war für die Ermittlung ihres neuen Wohnortes von den vermuteten Mördern die Polizeigruppe der Bespitzelung beauftragt. Zum Verbindungsglied zwischen den Gruppen, nach der Version der Untersuchung, diente der ehemalige operative Mitarbeiter der ethnischen Abteilung RUBOP, Bekannter von Rjagusow - Sergej Chadschikurbanow.
[Bearbeiten] Untersuchung des Mordes
Rund einen Monat nach der Ermordung Politkowskajas startete die Organisation Reporter ohne Grenzen eine Unterschriftensammlung. Ziel der Aktion ist die Einsetzung einer internationalen Kommission; diese soll den Mord an Politkwoskaja untersuchen. Bisher wurde die Initiative von 6000 Menschen unterstützt. Zu den Unterzeichnern gehören prominente ehemalige Dissidenten wie Jelena Bonner, Wladimir Bukowski oder Bronislaw Geremek. Es unterzeichneten die Juristen Baltasar Garzón und Carla del Ponte, die Politiker Bernard Kouchner und Daniel Cohn-Bendit, die Philosophen André Glucksmann und Bernard-Henri Lévy, die Schriftsteller Fernando Arrabal, Ismaïl Kadaré und Margaret Atwood sowie die Schauspieler Jeanne Moreau und Alain Souchon.[6]
Am 23. August 2007 gab die Untersuchungskommission in der Presse bekannt, dass der Mord kurz vor der Aufklärung stehe.[7][8] 4 Tage später wurde die Festnahme von zehn Tatverdächtigen – Auftragnehmern und Helfern – bekanntgegeben, darunter der Geheimdienst-Oberstleutnant Pawel Rjagusow; den Auftraggeber vermutet die Staatsanwaltschaft im Ausland.[9][10] Einige der Tatverdächtigen wurden nach wenigen Tagen wieder freigelassen.[11] Als neuen Verdächtigen verhafteten die Behörden Mitte September 2007 Schamil Burajew, der zwischen 1995 und 2003 Verwaltungschef der Region Atschchoi-Martan in Tschetschenien gewesen war. Burajew soll von Rjagusow die Wohnadresse Politkowskajas erhalten haben.[12]
Am 12. Mai 2008 gab die russische Generalstaatsanwaltschaft bekannt, dass der 30jährige Tschetschene Rustam Machmudow als mutmaßlicher Todesschütze erkannt sei [13]. Machumow wurde schon im Jahre 2001 wegen einer Entführung mit internationalem Haftbefehl gesucht. Als im März 2008 Machmudows Name in der Zeitschrift Komsomolskaja Prawda schon veröffentlicht wurde, sei dieser ins Ausland geflohen. Dies gab der Chefredakteur der Nowaja Gaseta, Dmitri Muratow, bekannt. Zur Zeit sitzen noch sieben Verdächtige im Zusammenhang mit diesem Mord in Untersuchungshaft, darunter auch die beiden Brüder von Machmudow, Tamerlan Machmudow und Ibrahim Machmudow. Die bisher Verdächtigten, Magomed Demelchanow und Dmitri Gratschow sind aus der Untersuchungshaft inzwischen entlassen wordem[14].
Am 1. Juli 2008 gab der russische Generalstaatsanwalt Alexander Bastrykin der Presse gegenüber den Hinweis, dass die russischen Behörden inzwischen wissen, in welchem westeuropäischen Land sich der mutmaßliche Mörder Rustam Machmudow aufhalte [15].
Nach Meinung des Leiters des Hauptuntersuchungsamtes des Untersuchungskomitees bei der Staatsanwaltschaft Russlands Dmitrijs Dowgogo, der Auftraggeber des Mordes Politkowskaja war Boris Beresowski, der das Vorhaben mit Hilfe der tschetschenischen kriminelen "Autorität" Chosch-Achmed Nuchajew verwirklichte.
Nach der Version der Untersuchung, ein Organisator der kriminelen Gruppe war einer der Führer «лазанской» gangs Magomed Dimelchanow. ‚Mit Letzten im Frühling 2006 wurde die Bestellung auf den Mord Politkowskaja gehandelt, da zur Journalistin "die ernsten Einwände die großen Menschen in Tschetschenien hatten». Der Auftrag haben die Brüdern Machmudowym durchgeführt, die noch einen Markthändlers und den Fahrer der Bande Achmeds Isajews herangezogen haben. Um Adresse von Politkowskaja festzustellen, haben sich die Verbrecher an den ehemaligen operativen Mitarbeiter der ethnischen Abteilung RUBOP Sergej Chadschikurbanowu gewendet, der sie zu dem Oberstleutnant Pawel Rjagusow geführt hat, der in der Abteilung FSB für Zentralen administrativen Bezirk Moskaus arbeitete, auf dessen Territorium Politkowskaja wohnte. Rjagusow hat aus der Datenbank von FSB die Adresse Politkowskaja dem ehemaligen Chef des Atschchoj-Martanowski Bezirkes der Tschetschenischen Republik Schamil Burajewu übergeben. Rjagusow versorgte die Bande auch mit den Informationen über ihre telefonischen Gesprächen. Außerdem hat Chadschikurbanow die Bespitzelung hinter Politkowskaja organisiert, mit der Hilfe von Mitarbeiter der operativen-Suchverwaltung des Polizeipräsidiums von Moskau Dmitrij Lebedewu, Dmitrij Gratschewu und Oleg Alimow. Zur Sache war der ehemalige Milizionär Aleksej Berkin auch herangezogen. Nach Angabe der Zeitung« Wremja Nowostei ", alle Vertreter der Machtstrukturen, die hinsichtlich des Mordes Politkowskaja verdächtig sind, « wussten nicht, worum es sich gerade handelt, waren mit dem Killer und dem Besteller nicht bekannt und haben „die linke Arbeit“ wegen des Geldes erfüllt. Unmittelbarer Vollzieher des Mordes ist Rustam Machmuds — Bruder Ibragima, Dschabraila und Tamerlana Machmudowych. Chefredakteur« der Neuen Zeitung »Dmitrij Muratow erklärte, dass er damit zufrieden ist, wie die Untersuchung des Mordes durchgeführt wird:« die Argumente der Untersuchung sind außerordentlich überzeugend und professionell ».
In August 2007 war es hinsichtlich des Mordes Politkowskaja 10 Menschen verhaftet: Aleksej Berkin, Dmitrij Lebedew, Tamerlan Machmuds, Dschabrail Machmuds, Ibragim Machmuds, Oleg Alimow, Magomed Dimelchanow, Achmed Isajew, Sergej Chadschikurbanow und Dmitrij Gratschew. Gleich danach waren Rjagusow und Burajew verhaftet. Jedoch war Milizionär Berkin wegen mangels der Beweise bald entlassen, während Chadschikurbanow eine Alibi (er befand sich im 2004 - 2006 Gefängnis) hat. Nach anderen Daten, war Chadschikurbanow vor dem Mord Politkowskaja (nach Angaben „der Neuen Zeitung“ — im September) befreit.
Der Generalstaatsanwalt der Russischen Föderation Jurij Tschajka hat während des Treffens mit dem Präsidenten Russlands berichtet, dass der Mord von zwei Gruppen vorbereitet wurde— erste verfolgte gezielt die Journalistin, und die zweite kontrollierte die erste. wegen der Bespitzelung hinter Politkowskaja werden die ehemaligen Mitarbeiter der operativen-Suchverwaltung des Polizeipräsidiums verdächtigt: Aleksej Berkin, Dmitrij Lebedew, Oleg Alimow und Dmitrij Gratschew. Die zweite Gruppe bestand in wesentlich den Einheimischen der Tschetschenischen Republik: Dschabrail Machmudow, seiner Brüder Tamerlan und Ibragim, des vermuteten Führers der Gruppe Magomeda Dimelchanowa, sowie des ehemaligen Fahnders Moskauer УБОП Sergejs Chadschikurbanow. Als Motiv des Verbrechens hat der Generalstaatsanwalt foldendes genannt: … die Destabilisierung der Lage im Land, die Veränderung der Verfassungsordnung, Bildung in Russland Krisen, was die Rückfall zum vorigen System der Regierung begünstigte, als das Geld und die Oligarchen regierten.
Am 27. August 2007 hat der Vorgesetzte УСБ FSB der Russischen Föderation erklärt, dass des Mordes Anna Politkowskaja der Mitarbeiter des Dienstes nach dem Zentralen administrativen Bezirk Moskaus die FSB-Verwaltung durch Moskau und Gebiet Moskau Oberstleutnant Pawel Rjagusow beschuldigt wird. am 21. September 2007 hat die Untersuchung Beschuldigungen nach dem Artikel 33 und dem Artikel 105 des Strafgesetzbuches (die Anteilnahme im Mord in Form von der Mithilfe) dem ehemaligen Chef des Atschchoj-Martanowski Bezirkes der Tschetschenischen Republik Schamil Burajewu vorgelegt. Die Untersuchung verdächtigt, dass Burajew zu Rjagusow mit der Bitte angegangen ist, die Adresse Aufenthaltes Politkowskaja zu ermitteln und dann seinen Brüdern Machmudow zu übergeben.
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 2001: Preis der russischen Journalistenunion
- 2003: Lettre Ulysses Award
- 2003: Hermann-Kesten-Medaille
- 2004: Olof-Palme-Preis
- 2005: Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien
- 2007: Guillermo-Cano-Preis (UNESCO-Preis für Pressefreiheit) (postum)
- 2007: Geschwister-Scholl-Preis (postum)
- 2007: Ehrenmitgliedschaft der Erich Maria Remarque-Gesellschaft, Osnabrück (postum)
[Bearbeiten] Werke
- Tschetschenien – Die Wahrheit über den Krieg. Köln, DuMont, 2003. ISBN 3-8321-7832-5
- In Putins Russland. Köln, DuMont, 2005. ISBN 3-8321-7919-4
- Russisches Tagebuch. Köln, DuMont, 2007. ISBN 3832180222 / ISBN 9783832180225
[Bearbeiten] Siehe auch
- Anschlag auf Jelena Tregubowa
- Pawel Chlebnikow
- Dmitri Cholodow
- Wladislaw Listjew
- Juri Schtschekotschichin
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Eine couragierte Journalistin Porträt Anna Politkowskajas auf anstageslicht.de (ohne Datum).
- ↑ Dossier über Politkowskaja in der Komsomolskaja Prawda vom 7. Oktober 2006
- ↑ a b spiegel-online vom 9. Oktober 2006
- ↑ Termin mit dem Tod Auf: Die Zeit Online vom 12. Oktober 2006 Nr. 42
- ↑ Russische Webseite regions.ru vom 8. Oktober 2006
- ↑ Justice for Anna Politkovskaya! Call for international commission of enquiry Auf: rsf.org vom 3. November 2006.
- ↑ Russlands Justiz rechnet mit baldiger Aufklärung des Mordes an Journalistin Politkowskaja Auf: de.rian.ru vom 23. August 2007.
- ↑ Глава Следственного комитета РФ рассчитывает на скорое раскрытие убийства Анны Политковской.
- ↑ Zehn Festnahmen im Mordfall Anna Politkowskaja Auf: Die Presse Online vom 27. August 2007.
- ↑ Politkowskaja-Mord vom Ausland gesteuert Auf: Deutsche Welle Online vom 27. August 2007.
- ↑ Fünf Verdächtige wieder frei Auf: focus.de vom 3. September 2007.
- ↑ Polizei verhaftet Tschetschenen Auf: focus.de vom 15. September 2007.
- ↑ Politkowskaja-Mörder in der internationalen Fahndung
- ↑ Ins Ausland geflohen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Mai 2008
- ↑ Der mutmaßliche Mörder wird in Westeuropa nach Angaben des russischen generalstaatsanwalts gesucht
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Anna Stepanowna Politkowskaja im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Online-Unterschrift für die Petition einer unabhängigen Untersuchung des Mordes bei Reporter ohne Grenzen (23. Juni 2007)
- Porträt zur Person Anna Politkovskaja im DokZentrum anstageslicht.de
- Beiträge von Anna Politkowskaja
- „Im Bunker der Folterer“, Die Zeit, 2001, Nr. 10, von Anna Politkowskaja
- „Eine Tschetschenische Tragödie“, Greenpeace Magazin, Nr. 1, 2004, von Anna Politkowskaja
- "Operation Schatoi" (Auszug), Lettre International, LI 62, von Anna Politkowskaja
- "Die Umerziehung der schwarzen Witwen", mit Genehmigung von Perlentaucher.de, die letzte Reportage von Anna Politkowskaja
- Nachrufe
- In memoriam Anna Politkowskaja, HR2 - MP3 Beitrag
- „Anna Politkowskaja 1958-2006“ ORF, 7. Oktober 2006
- „Wir wollen nicht länger Sklaven sein“, stern, 8. Oktober 2006
- „Anwältin der Tschetschenen" Die Zeit, 9. Oktober 2006
- Lebenslauf, o-ton.radio-luma.net, 23. Juni 2007
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Politkowskaja, Anna Stepanowna |
| ALTERNATIVNAMEN | Politkovskaja, Anna Stepanovna |
| KURZBESCHREIBUNG | russische Journalistin und Autorin |
| GEBURTSDATUM | 30. August 1958 |
| GEBURTSORT | New York |
| STERBEDATUM | 7. Oktober 2006 |
| STERBEORT | Moskau |

