Toni Innauer

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Toni Innauer Skispringen
Toni Innauer bei der Weltmeisterschaft 2013

Toni Innauer bei der Weltmeisterschaft 2013

Voller Name Anton Innauer
Nation OsterreichÖsterreich Österreich
Geburtstag 1. April 1958
Geburtsort Bezau
Größe 1,73 cm
Gewicht 61 kg
Karriere
Debüt im Weltcup 27. Dezember 1974
Status zurückgetreten
Karriereende 1982
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
WM-Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
SFWM-Medaillen 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Silber 1976 Innsbruck Großschanze
Gold 1980 Lake Placid Normalschanze
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
Silber 1976 Innsbruck Großschanze
Gold 1980 Lake Placid Normalschanze
FIS Skiflug-Weltmeisterschaften
Silber 1977 Vikersund Einzel
Platzierungen
 Weltcupsiege 2
 Gesamtweltcup 9. (1979/80)
 Vierschanzentournee 4. (1975/76, 1976/77)
 Weltcup-/A-Klasse-Podium 1. 2. 3.
 Skispringen 2 0 1
 
Das Elternhaus von Toni Innauer
Berghaus Sonderdach, geführt von Berghild Innauer

Anton „Toni“ Innauer (* 1. April 1958 in Bezau, Vorarlberg) ist ein ehemaliger österreichischer Skispringer und Skisprungtrainer.

Biografie[Bearbeiten]

Karriere als Sportler[Bearbeiten]

Anton Innauer erhielt seine sportliche Ausbildung im Schigymnasium Stams (Tirol) beim damaligen ÖSV-Trainer Baldur Preiml. Anton Innauer ist ein Protagonist des österreichischen Skisprungwunderteams der 1970er Jahre um Karl Schnabl, Alois Lipburger, Willi Pürstl, Hans Wallner, Reinhold Bachler, Hans Millonig, Edi Federer, Rupert Gürtler, Walter Schwabl, Rudi Wanner und Alfred Pungg, das von Trainer Baldur Preiml und Co-Trainer Max Golser ausgeformt wurde.

Innauer starte bereits als 15-Jähriger bei den Weltmeisterschaften im schwedischen Falun und wurde zweimal in Folge Junioren-Europameister. 1976 wurde er bei den Olympischen Spielen in Innsbruck von seinem Teamkollegen Karl Schnabl auf der Großschanze knapp besiegt und gewann Silber. Vier Jahre später, 1980 in Lake Placid, gelang ihm auf der Normalschanze jedoch der Olympiasieg, obwohl er in den dazwischen liegenden Jahren immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen wurde.

Im Jahr 1976 verbesserte Innauer den Weltrekord im Skifliegen zweimal (auf 174 m und 176 m). Im Dezember 1979 gewann er das erste Weltcup-Skispringen in Cortina d’Ampezzo, das zum damals neu geschaffenen Skisprung-Weltcup zählte.

Innauer war der erste Skispringer der Geschichte, der für einen perfekten Flug über 176 m beim Skifliegen 1976 in Oberstdorf von den Sprungrichtern fünfmal die Note 20 erhielt – eine Bewertung, die nach ihm bisher nur vier weitere Springer erhalten haben.

Frühes Ende der Sportlerlaufbahn[Bearbeiten]

Nach einer schweren Knöchelverletzung im Dezember 1980 beendete Innauer mit 22 Jahren seine Karriere.

Ab 1981 studierte er an den Universitäten Innsbruck und Graz. Das Studium schloss er 1987 mit einem Magister für das Lehramt für Philosophie/Psychologie und Sport ab. Als Student arbeitete Innauer als Journalist für österreichische Medien und 3 Jahre als Repräsentant und Koordinator der Firma ellesse, dem ersten offiziellen Sponsor des neu geschaffenen Skisprung-Weltcups. Dabei sammelte er wertvolle ergänzende Erfahrungen zum Athletenblickwinkel und wesentliche Ideen für seine spätere Arbeit im Österreichischen und Internationalen Skiverband. In seine Diplomarbeit Der Showsport Schispringen: zur soziologisch- philosophischen Deutung des Hochleistungssports bei Prof. Ernst Topitsch ist vieles davon eingeflossen.

Trainer und Sportdirektor im ÖSV[Bearbeiten]

Von 1987-89 arbeitete er als Trainer und Lehrer am Skigymnasium Stams. 1989 bis 1992 führte er die österreichischen Skispringer als Cheftrainer zu neuen Erfolgen. 1992 stellte er das gesamte Team auf den neuen V-Stil um. Seine Sportler gewannen mit diesem Coup 5 vom 7 Medaillen bei den Olympischen Spielen von Albertville.

Ab 1993 arbeitete er als Rennsportdirektor für den nordischen Skisport im ÖSV. Nach der WM 1999 in Ramsau am Dachstein und dem Gewinn der Goldmedaille in der Herrenstaffel im Skilanglauf legte er seine Zuständigkeit für Skilanglauf und Biathlon ab und leitete als Rennsportdirektor die Abteilungen Sprunglauf und Nordische Kombination im ÖSV. Über viele Jahre hinweg war Innauer in verschiedenen Gremien des Internationalen Skiverbandes (FIS) als Repräsentant des ÖSVs tätig und wesentlich an entscheidenden Regeländerungen und der Entwicklungen der telegenen Sportart Skispringen beteiligt. Beispiele dafür sind die Einführung eines Mindestgewichtes bezogen auf die Körpergröße (die sogenannte BMI-Regel), die Durchsetzung von Preisgeld für die Athleten, Entwicklung moderner, fernsehtauglicher Wettkampfformate mit Qualifikation und Finaldurchgang.

Ab Februar 2001 war Innauer auch wieder Nationaltrainer. Er übernahm diese Aufgabe interimsmäßig nach dem tragischen Unfall, bei dem sein bester Freund und damaliger ÖSV-Cheftrainer Alois Lipburger tödlich verunglückte. Er zog die Konsequenzen der Doppelbelastung als Sportdirektor und Cheftrainer Ende der Saison 2001/02 und gab die Trainerrolle an Hannu Lepistö ab.

Im Februar 2007 gab der ÖSV bekannt, dass Anton Innauer bis mindestens 2010 als Rennsportdirektor für Sprunglauf und Nordische Kombination weiter arbeiten werde. Innauer sollte dafür sorgen, dass auch bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver ein schlagkräftiges Nordisches Team zur Verfügung steht.

Am 10. März 2010 gab Innauer gleichzeitig mit der Präsentation seines zweiten Buches Am Puls des Erfolgs seinen Rücktritt von ÖSV und FIS bekannt.

Er arbeitet als Berater, Seminartrainer, freier Autor und Journalist. Innauer hält eine Vorlesung über Projekt- und Qualitätsmanagement im Leistungsbereich an der Universität Salzburg und ist bei Großereignissen für das ZDF als Skisprungexperte tätig.

Seit 2011 ist er Unternehmer und gründete mit Geschäftspartner Wolfgang Schwarzmann die Firma Innauer + facts mit Sitz in Innsbruck und Dornbirn.

Privates[Bearbeiten]

Anton Innauer ist mit der ehemaligen Skilangläuferin Marlene (Resch) verheiratet, mit der er drei Kinder, Mario, Jakob und Lisa, hat. Sein jüngerer Sohn Mario war ebenfalls Skispringer und gab in der Saison 2006/07 sein Weltcup-Debüt.

1992 veröffentlichte Innauer seine Autobiographie Der kritische Punkt. Mein Weg zum Erfolg. In diesem beschreibt er sein abenteuerliches Leben, das in der Abgeschiedenheit des Bregenzerwalds begann, bis ihn der Sport zu einem Prominenten machte und den Zugang zu Bildung und Uni-Abschluss verschaffte. Dabei zieht er eine erste Zwischenbilanz seines Lebens als Sportler und Trainer.

Im Frühjahr 2010 veröffentlichte er sein zweites Buch Am Puls des Erfolgs.

Erfolge[Bearbeiten]

  • 1974: Junioren-Sieger der Dreiländertournee
  • 1975: Sieger Schweizer Springertournee (15. Le Locle, 3. Gstaad, 3. St. Moritz. 1. Engelberg)
  • 1975: Junioren-Europameister in Lieto auf der Skisprungschanze Parma
  • 1975: 3. Platz und Junioren-Sieger Salpausselhae-Spiele in Lahti
  • 1975: Sieger Holmenkollenspiele in Oslo
  • 1975: Sieger in Lierberget
  • 1975: Sieger in Rovaniemi
  • 1975: Sieger in Rukatunturi
  • 1975: Sieger Kongsbergcup in Planica
  • 1976: 4. Platz Intersport-Springertournee (1. Oberstdorf, 1. Garmisch, 24. Innsbruck, 1. Bischofshofen)
  • 1976: Junioren-Europameister in Reichenberg
  • 1976: Sieger in Raufoss
  • 1976: 2. Platz Holmenkollenspiele in Oslo
  • 1976: 2. Platz Norwegen-Tournee (1. Lilleström, 1. Hamar, 1. Lillehammer, 2. Elverum)
  • 1976: Sieger Hochkönig-Pokal
  • 1977: 4. Platz Intersport-Springertournee (1. Oberstdorf, 2. Garmisch, 3. Innsbruck, 19. Bischofshofen)
  • 1977: 2. Platz WM im Skifliegen in Vikersund
  • 1978: 4. Platz Skiflugwoche am Kulm mit 2 Tagessiegen
  • 1978: Sieger in Kuusamo
  • 1975/1976 Zweiter der Skisprung-Weltrangliste
  • 1976/1977 Zweiter der Skisprung-Weltrangliste
  • Olympische Spiele 1976: 2. Platz Großschanze
  • Olympische Spiele 1980: 1. Platz Normalschanze
  • Skisprung-Weltcup: 2 Einzelsiege

Weltcupsiege[Bearbeiten]

Datum Ort Land
27. Dezember 1979 Cortina d’Ampezzo Italien
2. März 1980 Engelberg Schweiz

Weltcupplatzierungen[Bearbeiten]

Saison Platz Punkte
1979/80 9 95

Auszeichnungen, Ehrungen (Auszug)[Bearbeiten]

Toni Innauer mit dem Special Award bei der Ehrung von Österreichs Sportlern des Jahres 2010

Literatur[Bearbeiten]

  • Anton Innauer: Der Showsport Schispringen. Zur soziologisch-philosophischen Deutung des Hochleistungssportes. Hausarbeit. Karl-Franzens-Universität Graz, Graz 1986. [3]
  • Anton Innauer, Christian Seiler (Bearb.): Der kritische Punkt. Mein Weg zum Erfolg. Edition Tau, Bad Sauerbrunn 1992, ISBN 3-900977-32-1.[4]
  • Werner Ringhofer, Alois Kogler: Positive Unsicherheit. Ratgeber für Erfolgswege in die Zukunft. Mit einem Vorwort von Anton Innauer. Funky Science, Graz 2005, ISBN 3-200-00488-6.
  • Birgit Egarter: Anton Innauer. Von Hausdächern abheben … In: Matthias Marschik (Hrsg.): Helden und Idole. Sportstars in Österreich. StudienVerlag, Innsbruck/Wien (u.a.) 2006, ISBN 978-3-7065-4253-1.
  • „Man scheitert ja viel öfter, als man gewinnt.“ Der Glaube und der Spitzensport: Anton Innauer im Gespräch mit Hubert Patterer. In: Jahrbuch der Diözese Gurk. Band 31.2008. Ordinariat, Gurk 2007, S. 50–59.[5]
  • Anton Innauer, Christian Seiler (Textfassung): Am Puls des Erfolgs. CSV, Ziersdorf 2010, ISBN 978-3-9502868-0-9.[6]
  • Georg Sutterlüty: Höhenflüge und Bruchlandungen, in: http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/archiv/61618_Hoehenfluege-und-Bruchlandungen.html

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorarlberger Sportpersönlichkeiten (…) Anton Innauer. In: vorarlberg.at, Vorarlberg Magazin Nr. 109/2003.
  2. Sport, Toleranz und Fair Play. (…) Anton Innauer (…) In: sportministerium.at, Sportsektion des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport, 2009, abgerufen am 1. Jänner 2011.
  3. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  4. Internetauftritt von Anton Innauer: Klappentext des Buches „Der kritische Punkt“ (abgerufen am 1. Jänner 2012)
  5. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  6. Internetauftritt von Anton Innauer: Klappentext des Buches „Am Puls des Erfolgs“ (abgerufen am 1. Jänner 2012)

Weblinks[Bearbeiten]