Boot Camp (Software)

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Boot Camp
Logo von Boot Camp
Entwickler Apple
Aktuelle Version 5.1
(22. Oktober 2013)
Betriebssystem Mac OS X ab Version 10.4 (Tiger)
Kategorie Assistent
Lizenz Proprietär
Deutschsprachig ja
apple.com

Boot Camp ist eine Software von Apple zur Installation von Microsoft Windows neben Mac OS X auf einem Mac mit Intel-Prozessor.

Der Computer wird so zu einem Dual-Boot-System. Vor Boot Camp war für die Nutzung von Windows auf Macs eine virtuelle Maschine notwendig. Entbehrlich wurde sie durch einen hybriden Modus der Firmware und der Partitionstabelle. Boot Camp unterstützt den Nutzer bei der Partitionierung der Festplatte und bringt die Gerätetreiber für Windows mit.

Boot Camp wird als strategisch wichtiger Schachzug von Apple gesehen, um mehr Kunden zu gewinnen, da diese nun das eigene Mac OS X und Windows wechselweise auf demselben Rechner ohne Geschwindigkeitsverluste betreiben können.[1]

Funktionsweise[Bearbeiten]

Das Hochfahren von Mac OS X erfolgt mittels Extensible Firmware Interface (EFI) und GUID Partition Table. Um Kompatibilität zu älteren Windows-Versionen herzustellen, ergänzte Apple sein EFI um eine Emulation eines BIOS, das mit einer zweiten Partitionstabelle (Master Boot Record) in der ersten arbeitet.

Der Boot-Camp-Assistent hilft bei der Installation von Windows. Er erstellt eine mit FAT32 oder NTFS formatierte Partition für Windows auf der Festplatte. Nachdem auf dieser Windows installiert wurde, kann der Nutzer beim Neustart des Rechners durch Drücken der Optionstaste zwischen beiden Betriebssystemen wechseln.

Teile der Boot-Camp-Software können auch auf Nicht-Apple PCs installiert werden. Damit sind in Verbindung mit der Apple-Tastatur einige spezielle Apple-Funktionen möglich, etwa Steuerung der Lautstärke, des Media-Players, Ausfahren der Laufwerkschublade usw.

Einschränkungen[Bearbeiten]

Boot Camp unterstützt nur Windows XP (Home oder Professional ab SP 2), Windows Vista, Windows 7 und Windows 8. Andere Betriebssysteme werden offiziell nicht unterstützt, sind aber teilweise (oft mit Einschränkungen wegen fehlender Treiber) möglich. Auch ist es mit Boot Camp nicht möglich, mehr als zwei Betriebssysteme zu installieren. Zum Wechsel zwischen den installierten Betriebssystemen muss der Computer bei Nutzung von Boot Camp neu gestartet werden. Auf einem Mac mit PowerPC-Prozessoren kann Boot Camp nicht genutzt werden, hier muss auf andere Lösungen zurückgegriffen werden.

Alternativen[Bearbeiten]

Man kann andere Betriebssysteme auch ohne Boot Camp-Hilfe installieren und sogar OS X entfernen, was jedoch Systemkenntnisse erfordert. Dazu muss ein alternativer Bootlader, wie z.B. rEFIt oder rEFInd installiert werden.

Eine andere Möglichkeit, andere Betriebssysteme auf einem Intel-Mac zu installieren, ist die Benutzung von Virtualisierungs-Software. Diese hat gegenüber Boot Camp den Vorteil, dass zwei Betriebssysteme zugleich laufen können, ohne dass ein Neustart erforderlich ist, allerdings müssen sich die Betriebssysteme Ressourcen wie Rechenleistung und Arbeitsspeicher teilen. Bekannte Virtualisierungs-Lösungen sind Parallels Desktop, VMWare Fusion oder VirtualBox. Mit Microsoft Virtual PC war es möglich, Windows-Betriebssysteme auf PowerPC-Macs zu benutzen; auf Macs mit Intel-Prozessoren läuft dieses Programm jedoch nicht mehr.

Außerdem ist es mit Wine und dessen Forks wie CrossOver möglich, Windows-Programme auf anderen Betriebssystemen auszuführen, ohne Windows zu installieren. Dazu wurden große Teile der Windows-API nachprogrammiert. Allerdings ist dies bisher nicht vollständig geschehen. Einige Multimedia-Funktionen werden noch nicht unterstützt, sodass solche Programme nicht verwendet werden können.

Systemanforderungen[Bearbeiten]

  • Apple-Mac-Computer mit einem Intel-Prozessor und aktueller Firmware
  • Betriebssystem Mac OS X 10.5 (Leopard) oder höher
  • mindestens 10 GB freier Festplatten-Speicher (5 GB für die Windows-Partition, 5 GB müssen frei bleiben)
  • Ab Mac OS X 10.5 befindet sich auf der Installations-DVD eine Windows-Partition für die benötigten Windows-Treiber.
  • Eine Windows-Installations-CD (Windows XP ab Service Pack 2, Windows Vista oder Windows 7) und einen gültigen Product-Key[2]

Versionsgeschichte[Bearbeiten]

Boot Camp war seit April 2006 als zeitlich begrenzte Beta-Version erhältlich; mit dem Erscheinen von Mac OS X Leopard am 26. Oktober 2007 können diese nicht mehr zur Neueinrichtung von Windows-Partitionen genutzt werden.[3] Bestehende Windows-Installationen funktionieren jedoch problemlos weiter. Boot Camp ist seitdem Teil des Betriebssystems Mac OS X und nicht mehr separat erhältlich.

Seit August 2010 ist Bootcamp in Mac OS X Server nicht mehr enthalten.[4]

Version Erscheinungsdatum Anmerkungen
1.0 (Public Beta) 5. April 2006 Erste Veröffentlichung. Unterstützt Windows XP (Home und Professional) mit SP2.
1.1 (Public Beta) August 2006 Enthält weitere Gerätetreiber, u.a. für integrierte iSight-Webcams.
1.2 (Public Beta) 28. März 2007 Unterstützt Windows Vista (32bit).
1.3 (Public Beta) 8. Juni 2007 Enthält weitere Gerätetreiber, u.a. für die Tastatur-Hintergrundbeleuchtung auf dem MacBook Pro.
1.4 (Public Beta)[5] 9. August 2007 Enthält verbesserte Gerätetreiber.
2.0 26. Oktober 2007 Bestandteil von Mac OS X 10.5, nicht mehr separat erhältlich.
2.1[6] 24. April 2008 Unterstützt Windows XP (Home und Professional) mit SP3, Windows Vista (64bit).
3.0 28. August 2009 Direkte Dateiübertragung zwischen Mac OS X- und Windows-Partition ist möglich.
3.1[7] 19. Januar 2010 Unterstützt Windows 7.
4.0 20. Juli 2011 Windows XP und Windows Vista werden nicht mehr unterstützt.[8]
5.0 25. Juli 2012 Unterstützt Windows 7 und Windows 8.[9]
5.1 11. Februar 2014 Unterstützt Windows 7 bis Windows 8.1 ("Core" und Pro) nur 64-bit

Literatur[Bearbeiten]

  •  Antoni Nadir Cherif: Windows auf dem Macintosh – Mac OS X 10.5, Boot Camp & Co. SmartBooks, Baar (Schweiz) 2008, ISBN 978-3-908497-77-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spiegel Online: Apple öffnet Mac-Rechner für Windows 5. April 2006, abgerufen am 15. September 2011
  2. Apple: Boot Camp: Systemanforderungen für Microsoft Windows abgerufen am 15. September 2011
  3. Apple.com: When does Boot Camp Beta expire?; abgerufen am 5. August 2011
  4. http://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/Apple-streicht-Boot-Camp-fuer-Server-Maschinen
  5. Boot Camp 1.4: Apple verbessert Windows-Unterstützung. golem.de, 9. August 2007, abgerufen am 5. August 2011.
  6. Boot Camp 2.1 macht Macs kompatibel zu Windows XP SP3. golem.de, 24. April 2008, abgerufen am 5. August 2011.
  7. Boot Camp 3.1 bringt Windows 7 auf Macs. golem.de, 20. Januar 2010, abgerufen am 5. August 2011.
  8. Apple.com: Boot Camp 4.0, OS X Lion: Frequently asked questions, 1. August 2011
  9. Apple.com: Boot Camp 5.0: Frequently asked questions, aufgerufen am 6. Dezember 2013