Bartolomé de Las Casas

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Bartolomé de Las Casas

Bartolomé de Las Casas (* 1484 oder 1485 in Sevilla[1]; † 18. Juli 1566 bei Madrid[2] ) war ein Mitglied des Dominikanerordens und als Bischof in den spanischen Kolonien in Amerika tätig. Er wurde auch als Apostel der Indianer bezeichnet.

Bekannt wurde er durch seinen Einsatz für die Rechte der Indios und seine detaillierten Aufzeichnungen über die frühen Jahre der spanischen Konquista, deren Augenzeuge er war.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend (bis 1502)[Bearbeiten]

Bartolomé de Las Casas wurde 1484 oder 1485 in Sevilla geboren. Das lässt sich aus einer Gerichtsakte vom 19. September 1516 schließen, in der Las Casas als Zeuge zu Protokoll gibt, einunddreißig Jahre alt zu sein. Bevor dieses Dokument im Jahre 1976 gefunden wurde, nahm man allgemein das Geburtsjahr 1474 an, daher wurde in Spanien und Lateinamerika bereits im Jahre 1974 sein 500. Geburtstag gefeiert. In älteren Publikationen findet man noch die falsche Angabe 1474, so zum Beispiel in der Ausgabe des Kurzgefaßten Berichts von der Verwüstung der Westindischen Länder von Hans Magnus Enzensberger aus dem Jahre 1966. Heute wird meist 1484 als Geburtsjahr angegeben, jedoch ohne zwingenden Grund.[3][4]

Über seine Kindheit ist bekannt, dass er in einfachen Verhältnissen in Sevilla aufwuchs. Sein Vater war ein Kaufmann, und seine Mutter betrieb eine Backstube. Später besuchte er die Kathedralschule in Sevilla und studierte danach alte Sprachen, Geschichte und Philosophie.[5]

Die Zweite Reise des Christoph Kolumbus, an der Las Casas Vater und sein Onkel teilnahmen

Sowohl sein Vater, Pedro de Las Casas, als auch sein Onkel, Francisco de Peñalosa, begleiteten Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Reise auf die Insel Hispaniola. Von dieser Reise brachte sein Vater dem vierzehnjährigen Bartolomé einen Indio-Jungen mit, der auf der Insel versklavt worden war. Bereits auf der ersten Reise in die Neue Welt hatte Kolumbus einige Eingeborene gefangen genommen, er selbst schrieb dazu: „Gleich nach meiner Ankunft in Indien ergriff ich auf der ersten von mir entdeckten Insel mit Gewalt einige ihrer Bewohner.“[6] Waren es auf der ersten Reise noch sieben Gefangene,[7] die er mit nach Spanien brachte, so waren es auf der zweiten Reise bereits 550, und mindestens ebenso viele wurden auf der Insel als Sklaven gehalten.[8] Von den Sklaven, die die Atlantiküberquerung überlebt hatten, bekam Pedro de Las Casas von Kolumbus den Indio-Jungen geschenkt, und dieser gab ihn seinem Sohn zum Spielgefährten. Obwohl die spanische Königin Isabela I. die Versklavung ihrer neuerworbenen Untertanen sofort für unrechtmäßig erklärt hatte und die Sklaven in ihre Heimat zurückschicken ließ, dauerte es etwa achtzehn Monate, bis dieser Junge zurückkehren konnte. In dieser Zeit hatte sich ein intensives Verhältnis zwischen den beiden ungleichen Spielkameraden entwickelt, denn auf seiner späteren Reise nach Hispaniola, so schreibt Las Casas, „sah ich ihn wieder und verkehrte mit ihm“.[9] Es ist anzunehmen, dass diese Begegnung mit einer fremden Kultur sein späteres Verhältnis zu den amerikanischen Ureinwohnern entscheidend geprägt hat.[10]

Leben als Kolonist auf Hispaniola (1502–1511)[Bearbeiten]

Las Casas schreibt, dass ihn in seiner Jugend besonders die Entdeckung Amerikas 1492 und die Besiedlung des neuen Kontinents durch Männer wie seinen Vater und seinen Onkel geprägt haben.[11] Schließlich brach er selbst am 13. Februar 1502 in die Neue Welt auf, um sich auf Hispaniola niederzulassen. Dort nahm er auch als Soldat an zwei Feldzügen teil, um die letzten freien Taíno, die Ureinwohner der Insel, unter spanische Herrschaft zu bringen.[12] Danach erhielt er eine Encomienda, das heißt eine Zuteilung von Land und Indios, die für ihn arbeiten mussten. Seine Indios arbeiteten auch für ihn, während er sich von 1506 bis 1507 auf einer Reise nach Rom befand, um die Priesterweihe zu empfangen.[13] „Was Las Casas von den anderen Encomenderos unterschied, war noch nicht seine Einstellung zu den Indios, sondern die zu seinem Beruf. Für ihn war die Encomienda nicht einfach eine Möglichkeit, ohne eigene Arbeit zu Geld zu kommen, sondern ein Auftrag, den die Spanier in der Neuen Welt zu erfüllen hatten“,[14] schreibt sein Biograph Martin Neumann.

Die Eroberung Kubas (1511)[Bearbeiten]

Diego Velázquez de Cuéllar, der Eroberer Kubas

Nach dem Vorbild seines Vaters und seines Onkels, die bei der Eroberung Hispaniolas mitgewirkt hatten, nahm er nun selbst als Konquistador an der Eroberung Kubas im Jahre 1511 teil. Die spanische Flotte unter Diego Velázquez de Cuéllar erreichte die Insel bei Puerto Palmas, etwa 30 Kilometer südlich von Baracoa. Hier trafen sie auf Widerstand der dort lebenden Taíno. Nachdem die Spanier den Kaziken der Provinz, Hatuey, gefangen genommen hatten, wurde er lebendig verbrannt. Vor der Hinrichtung versuchte ein Franziskaner-Bruder, ihn zum christlichen Glauben zu konvertieren, damit er nach dem Tod in den Himmel käme.[15] Las Casas, ein Augenzeuge dieser Begebenheit, schrieb über die Antwort des Kaziken:

„Hatuey dachte ein wenig nach und fragte dann, ob Christen in den Himmel kämen. Der Mönch sagte: ja, wenn es gute Christen sind. Darauf sagte der Kazike ohne weiteres Nachdenken, dann wolle er nicht in den Himmel, sondern in die Hölle, nur um derartige grausame Menschen nicht sehen und mit ihnen zusammensein zu müssen.“

Bartolomé de Las Casas[16]

Im Laufe des Feldzuges wurde Las Casas zum Feldkaplan berufen, und er setzte sich dafür ein, dass die Zusammentreffen zwischen Spaniern und Indios möglichst friedlich verliefen. Trotzdem kam es zu einem Massaker, das er in der Historia beschrieb. Dank seiner Autorität konnte er dabei 40 Menschen das Leben retten, indem er sich den spanischen Soldaten entgegenstellte.[17]

Nach der Eroberung bewirtschaftete er gemeinsam mit einem Partner eine Encomienda. Er schrieb, Diego Velázquez gab ihnen „ein großes und schönes Dorf und teilte ihnen gemeinsam die Indios zu. Mit ihnen baute der Kleriker einen landwirtschaftlichen Betrieb auf, und andere schickte er in die Goldminen.“[18]

Umdenkprozess (1515)[Bearbeiten]

Seitdem die Missionare des Dominikaner-Ordens im Jahre 1510 in die Neue Welt gekommen waren, predigten sie gegen die ungerechte Behandlung der Ureinwohner durch die spanischen Eroberer. Am vierten Adventsonntag 1511 hielt der Dominikaner Antonio de Montesinos in der Kirche von Santo Domingo die sogenannte Adventspredigt.[19] [20] Die anwesenden spanischen Kolonisatoren fragt er:

„Mit welchem Recht und welcher Gerechtigkeit haltet ihr diese Indios in einer so grausamen und schrecklichen Knechtschaft? Mit welcher Befugnis habt ihr diese Völker blutig bekriegt, die ruhig und friedlich in ihren Ländern lebten, habt sie in ungezählter Menge gemartert und gemordet? Ihr unterdrückt sie und plagt sie, ohne ihnen zu essen zu geben und sie in ihren Krankheiten zu heilen, die über sie kommen durch die maßlose Arbeit, die ihr ihnen auferlegt, und sie sterben – oder besser gesagt: ihr tötet sie, um Tag für Tag Gold zu gewinnen.“

Quelle: Adventspredigt[21]

Aus diesen Gründen verweigerten die Dominikaner jedem die Beichte und die Absolution, der Indios besaß. Als Las Casas bei einem Dominikaner-Mönch die Beichte ablegen wollte, wurde ihm das verweigert, da er selbst Indios für sich auf den Feldern und im Bergwerk arbeiten ließ. Er selbst beschreibt dieser Begebenheit als Anlass, seinen eigenen Lebensstil zu überdenken:

„Einige Tage waren in dieser Betrachtung vergangen, und jeden Tag mehr befestigte sich in ihm die Überzeugung, dass alles, was man den Indios in diesen Ländern antat, ungerecht und tyrannisch war. Später pflegte er [Las Casas über sich selbst] zu sagen: Seit der ersten Stunde, da er begann, die Nebel dieser Unwissenheit zu zerstreuen, habe er niemals ein Buch in Latein oder Spanisch gelesen (und das waren in vierundvierzig Jahren ungezählte) aus dem nicht klar das Recht der Indios hervorging und die Verurteilung des Unrechts, das man ihnen zufügte.“

Bartolomé de Las Casas[22]

Aus diesen Überlegungen zog er die Konsequenzen, gab seine Indios an den Gouverneur von Kuba zurück und verließ die Insel im Sommer 1515.[23]

Erste Erfolge am Hof (1515–1516)[Bearbeiten]

Ferdinand II.

Der spanische König Ferdinand II. hatte Ende 1512 die Gesetze von Burgos erlassen. Darin wurde die Unterdrückung der amerikanischen Ureinwohner beschränkt, beispielsweise wurde es verboten, Kinder unter vierzehn Jahren zur Zwangsarbeit zu verpflichten, außerdem wurde die Dauer der Zwangsarbeit auf neun Monate pro Jahr festgelegt. Las Casas gingen diese Gesetze nicht weit genug, und er erreichte dank seiner Beziehungen zum Erzbischof von Sevilla, Diego de Deza, eine Audienz beim König. Ferdinand empfing ihn am 23. Dezember 1515 zu einem kurzen Gespräch am Hof in Plasencia. Sie vereinbarten, nach Weihnachten ein weiteres Treffen am Hofe in Sevilla abzuhalten. Doch noch während Las Casas in Sevilla auf ihn wartete, starb Ferdinand II. am 23. Januar 1516 auf dem Weg von Plasencia dorthin.[24]

Kaiser Karl V., König von Spanien (Porträt von Christoph Amberger, um 1532)

Der Nachfolger Ferdinands war der damals sechzehnjährige Karl I. von Spanien, der spätere Kaiser Karl V. Bis zu seiner Volljährigkeit wurden die Amtsgeschäfte von Kastilien durch Kardinal Jiménez de Cisneros geführt. Las Casas begab sich nach Madrid, um auch die neue Regierung von der Dringlichkeit seines Anliegens zu überzeugen. Er versuchte vor allem eine angemessene Lebensgrundlage der zur Arbeit verpflichteten Indios, eine ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln sowie ärztliche Versorgung durchzusetzen. Am 17. September 1516 wurde er schließlich zum „Universellen Prokurator aller Indios in Westindien“ berufen. Damit vertrat er von nun an offiziell ihre Interessen vor dem König und vor dem Indienrat.[25]

In dieser Zeit schrieb er seine ersten drei Denkschriften, die er zur Rettung der Indios verfasste. Im dritten Memorial schreibt er über die Folgen der bisherigen Ausbeutung durch die spanischen Siedler:

„Und so ist es gekommen, dass die Indios, schlecht behandelt und noch schlechter verpflegt und sehr abgearbeitet, sich vermindert haben von einer Million Seelen, die es auf Española gab, auf fünfzehn- oder sechzehntausend, und sie werden alle sterben, wenn nicht schnellstens geholfen wird.“

Bartolomé de Las Casas[26]

Erste Rückschläge in der Neuen Welt (1516–1522)[Bearbeiten]

Las Casas erreichte die Einsetzung einer Untersuchungskommission auf Hispaniola, mit der er am 11. November 1516 in See stach. Die Arbeit dieser Kommission wurde vor Ort jedoch unmöglich gemacht, so dass er bereits im Mai 1517 wieder zurück nach Spanien reiste.[27] Da auf den Großen Antillen inzwischen kaum noch Einheimische überlebt hatten, wandte sich Las Casas neuen Missionszielen zu. Karl I. hatte ihn inzwischen zu seinem königlichen Kaplan ernannt.[28] Am 19. Mai 1520 unterzeichnete er einen Vertrag mit dem König, der ihm die venezolanische Küste als Siedlungs- und Missionsgebiet zusprach. Das zugewiesene Gebiet umfasste die Küste von der Halbinsel Paria bis Santa Maria im heutigen Kolumbien, sowie alle landeinwärts gelegenen Gebiete. Damit hätte es bis zur damals noch nicht bekannten Südküste, bis an die Magellanstraße gereicht, und somit etwa die Hälfte des südamerikanischen Kontinents eingenommen.[29]

Am 14. Dezember stach Las Casas mit seinen Siedlern in See.[30] Doch während er auf Hispaniola aufgehalten wurde, schlossen sich seine Siedler einer Sklavenexpedition an. Er ließ sich nicht von seinem Vorhaben abbringen, fuhr nach Venezuela und lebte dort als Gast der Missionare vom Franziskaner-Orden in Cumaná. Dort bewirtschafteten sie gemeinsam einige Felder und versuchten, die Eingeborenen von ihren freundlichen Absichten zu überzeugen.[31] Die friedliche Mission endete allerdings mit der Ankunft von spanischen Sklavenjägern. Während sich Las Casas im Dezember 1521 mit dem Schiff nach Hispaniola begab, um weitere Raubzüge zu verhindern, töteten die Indios die restlichen Mönche in der Annahme, dass sie gemeinsame Sache mit den Sklavenjägern gemacht hätten. Dies war das Ende seines Projektes, und Las Casas zog sich ins Kloster zurück. Das ihm zugewiesene Gebiet in Venezuela wurde 1526 vom König an die Welser verpfändet, die dort ihre Kolonie Klein-Venedig gründeten.[32]

Klosterjahre (1522–1535)[Bearbeiten]

Im Jahre 1522 begann Las Casas sein Noviziat im Dominikaner-Konvent von Santo Domingo, und bereits 1526 ging er mit zwei Ordensbrüdern nach Puerto Plata an der Nordküste Hispaniolas, um dort ein neues Konvent zu gründen. Dort begann er, seine Historia zu schreiben.[33]

Hernán Cortés auf einer zeitgenössischen Zeichnung von Christoph Weiditz (1529)

1529 wurde er vom Bischof von Mexico, Juan de Zumárraga, und dem Bischof von Tlaxcala, Julián Garcés, nach Neuspanien berufen. 1531 reiste er nach Tenochtitlán, der Hauptstadt des ehemaligen Aztekenreiches, die von Hernán Cortés zerstört und als spanische Kolonialstadt wieder aufgebaut worden war. Las Casas kannte Cortés seit der Eroberung Kubas, an der beide zwanzig Jahre zuvor teilgenommen hatten. Über ihr Verhältnis schreibt Las Casas: „Es gab eine Zeit, in der wir Freunde waren.“[34] Er kam jedoch schnell in einen Konflikt mit den spanischen Siedlern, denn er verweigerte jedem die Beichte, der Indios als Sklaven hielt, und diese nicht freilassen wollte. Nachdem er einem Großgrundbesitzer mit guten Beziehungen zum König die letzte Beichte verweigert hatte, wurde er – zurück auf Hispaniola – aus Puerto Plata zurück in den Konvent von Santo Domingo versetzt. Neben seiner Arbeit an der Historia studierte er während der Jahre im Kloster Theologie und wahrscheinlich auch die Rechtswissenschaften.[35]

Nicaragua (1535–1536)[Bearbeiten]

Im Jahre 1535 brach Las Casas gemeinsam mit dem Bischof von Panama nach Peru auf, das drei Jahre zuvor von Francisco Pizarro erobert worden war. Auf der Überfahrt von Panama nach Peru herrschten zweieinhalb Monate völliger Windstille, und als alle Vorräte aufgebraucht waren, musste das Schiff aufgegeben werden. Las Casas gelangte mit anderen Überlebenden in einem kleinen Boot an die Küste von Nicaragua. Zu Fuß kam er nach Granada, der damals größten Stadt Nicaraguas. Dort erreichten ihn Nachrichten aus Peru und er erfuhr, dass es nur noch wenige Überlebende unter den Indios gab. Er beschloss daher, seine Reise nach Peru aufzugeben und seine Missionstätigkeit in Nicaragua aufzunehmen. Er predigte gegen den Krieg und die Ausbeutung der Indios und schrieb einen Brief an den königlichen Hof. Darin berichtet er, dass zehntausende Indios gefangen genommen, gebrandmarkt und als Sklaven nach Panama und Peru verkauft worden seien. Im Gegensatz zu dieser (inzwischen legalisierten) Praxis verteidigte Las Casas die Menschenrechte der Indios mit theologischen und juristischen Argumenten.[36]

Guatemala (1536–1540)[Bearbeiten]

Las Casas kam durch seine Arbeit wiederum sehr schnell in Konflikt mit den spanischen Siedlern. Daher kam es ihm entgegen, dass ihn Francisco Marroquín eingeladen hatte, zu ihm zu kommen und seine Arbeit in Guatemala fortzusetzen. Francisco Marroquín, seit 1534 erster Bischof von Guatemala, machte Las Casas zu seinem Vertrauten und Stellvertreter. 1537 schloss Las Casas mit dem Bischof und dem Gouverneur von Guatemala einen Vertrag, der es ihm und seinen Gefährten gestattete, die Einwohner des Tezulutlán oder Kriegsland genannten Gebietes im Norden des Landes zu missionieren. Der Vertrag sah vor, dass kein anderer Spanier das Gebiet betreten durfte, und keine Kriege gegen die Indios geführt werden durften, falls es Las Casas gelingen würde, die Indios auf friedlichen Wege zum Christentum zu bekehren. Dieses Missionsland – das ehemalige Kriegsland – nannte Las Casas Verapaz, auf deutsch: „Wahrer Friede“.[37]

Diesmal stieß er auf Widerstand aus seinem eigenen Orden. 1538 wurde er zu einem Kapitel nach Mexiko abberufen, jedoch durfte er auch nach Abschluss des Kapitels nicht wieder zurückkehren. Als Grund dafür führten seine Vorgesetzten das freie Leben der Missionare in Guatemala an, welches die Regeln des klösterlichen Lebens verletze. 1539 konnte er schließlich nach Guatemala zurückkehren, um seine Mission fortzuführen. Bereits am 12. März 1540 verließ er Guatemala wieder, um seine Anliegen erneut dem Kaiser vortragen zu können. Zu diesem Zweck verfasste er in dieser Zeit den Kurzgefaßten Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder, mit dem er sich direkt an den Kaiser wandte.[38][39]

Bischof von Chiapa (1544–1546)[Bearbeiten]

Statue von Bartolomé de Las Casas in der mexikanischen Stadt San Cristóbal de las Casas

1543 beschloss Kaiser Karl V., Las Casas als Bischof von Chiapa vorzuschlagen. Es ist nichts darüber bekannt, wie es zu diesem Angebot kam, oder über die Gründe, warum Las Casas es annahm. Las Casas erreichte jedoch, dass dem Bistum auch die Provinzen Tezulutlán, Lacandó und Socunusco angegliedert wurden. Somit lag auch sein Missionsland Verapaz in seiner Diözese, welche neben dem heutigen mexikanischen Bundesstaat Chiapas auch die gesamte Halbinsel Yucatán und das nördliche Guatemala einschloss. Der Titel eines Bischofs verlieh ihm eine gewisse Autorität gegenüber den Siedlern in der Neuen Welt, zudem war er von nun an nicht mehr an die Weisungen der Ordensoberen gebunden.[40]

Am 30. März 1544 wurde Las Casas zum Bischof geweiht.[41] Er erreichte nach einer langen Überfahrt erst ein Jahr später seinen neuen Amtssitz in der Ciudad Real de los Llanos de Chiapa. Heute heißt diese Stadt nach ihm San Cristóbal de las Casas.[42]

Als erstes begab sich Las Casas im Mai 1545 auf eine Reise in sein Missionsland Verapaz, und konnte von dort erste Erfolge berichten. Seine Arbeit als Bischof wurde ihm jedoch unmöglich gemacht, so verweigerte man ihm die Auszahlung seiner Bezüge, man bezeichnete ihn als den Urheber der Neuen Gesetze und damit als Verantwortlichen für den Aufstand und den Bürgerkrieg in Peru, verleumdete ihn beim Kaiser und bedrohte ihn mit dem Tod. Bereits Ende des Jahres 1545 bat er den Kaiser, ihn von seinem Amt zu entbinden. [43]

Die letzten Jahre (1546–1566)[Bearbeiten]

Philipp II. als Kronprinz 1551 (Gemälde von Tizian)

Im Dezember 1546 begab sich Las Casas im Alter von 62 Jahren auf seine letzte Reise über den Atlantik. Nach seiner Ankunft in Spanien lebte er am Hofe des Prinzen Philipp, wo er seine Arbeit als Prokurator der Indios wieder aufnahm.[44] Karl V. hatte 1542 (auch auf Betreiben von Las Casas) die Neuen Gesetze erlassen, welche die Versklavung der Indios verboten. Sie wurden aber in der Neuen Welt nie durchgesetzt und durch die spanischen Siedler aufs schärfste bekämpft, so dass der Kaiser die Gesetze 1545 teilweise wieder zurücknehmen musste.[45]

Am Hof verfasste Las Casas einige weitere Werke, war Beigeordneter des Indienrates und führte mit Juan Ginés de Sepúlveda die Disputation von Valladolid über die zukünftige Behandlung der Indios. Sein Engagement zahlte sich schließlich aus, als der Kaiser am 16. April 1550 alle Konquista aussetzen ließ. In den folgenden sechs Jahren fanden tatsächlich keine Entdeckungsfahrten und Eroberungen statt.[46] Weitere Eroberungen gab es erst wieder ab 1556 unter Philipp II., dann aber nicht mehr unter dem Namen conquista.[47]

Im Januar 1551 bestätigte ihm der Papst offiziell den Verzicht des Bischofsamtes von Chiapa, und Las Casas lebte von da an im Kloster San Gregorio in Valladolid. Im selben Jahr nahm er als Vertreter des Königs am Generalkapitel seines Ordens in Salamanca teil. 1552 war er in seiner Geburtsstadt Sevilla, wo er versuchte, Missionare für die Neue Welt anzuwerben. Dort hatte er Zugriff auf die Bibliothek des Fernando Kolumbus, die Biblioteca Colombina, und nahm die Arbeit an seiner Historia de las Indias wieder auf.[48]

Seit 1553 wieder ins Kolleg San Gregorio zurückgekehrt war, beschäftigte ihn ein weiteres Problem, durch das er das Überleben der Indios bedroht sah. Bislang hatten die spanischen Siedler ihre Encomienda, das heißt die Zuteilung von Land und Indios, nur für eine bestimmte Zeit erhalten. Die spanischen Encomenderos boten der in Zahlungsschwierigkeiten befindlichen Krone acht Millionen Pesos für eine Umwandlung der zeitlich befristeten Encomienda in eine „auf Ewigkeit“. Las Casas fand daraufhin genügend Unterstützer, um 1559 dem König eine wesentlich höhere Summe anbieten zu können, falls er sich dagegen entscheiden würde. Philipp II. war jedoch unschlüssig und traf schließlich keine Entscheidung in dieser Angelegenheit.[49]

Im November 1559 wurde Las Casas von der Inquisition als Entlastungszeuge im Prozess gegen Bartolomé de Carranza vorgeladen. Seine Aussagen trugen dazu bei, dass Carranza schließlich doch noch freigesprochen wurde, er konnte außerdem erreichen, dass der König den Inquisitor seines Amtes enthob.[50]

Am 18. Juli 1566 starb Las Casas im Dominikanerkloster Nuestra Señora de Atocha bei Madrid. Wo sich sein Grab befindet, ist heute nicht mehr bekannt.[51]

Bedeutung[Bearbeiten]

Verteidiger der Rechte der Indios[Bearbeiten]

Das im Jahre 1984 von Emilio García Ortiz geschaffene Denkmal in Sevilla

Bedeutung erlangte Las Casas vor allem als einer der frühesten Verteidiger der Menschenrechte der Indios. Seine Werke beinhalten einige der frühesten Anklagen gegen den Völkermord an den amerikanischen Ureinwohnern durch die Konquistadoren. Er trat dabei sowohl als Augenzeuge als auch als Verteidiger der Indios am Hofe und in der katholischen Kirche auf.

Las Casas setzte damit das Werk fort, welches bereits von den ersten Missionaren des Franziskaner- und Dominikanerordens auf Hispaniola begonnen worden war. Wie diese predigte er gegen den Krieg und die Versklavung der Indios, lebte unter ihnen und sprach ihre Sprachen. Zunächst ging es ihm vorrangig um die friedliche Bekehrung der Indios zum Christentum. Er war gegen die gewaltsame Unterwerfung und die Zwangsbekehrung und versuchte, seinen Glauben durch Worte und Taten zu verbreiten. Später stellte er jedoch zunehmend die Rechtmäßigkeit der Konquista und damit des spanischen Herrschaftsanspruches über die neue Welt in Frage.

In seinen jeweiligen Ämtern als Prokurator der Indios, Beigeordneter des Indienrates oder Bischof von Chiapa setzte er sich dafür ein, den Krieg gegen die Indios und ihre Versklavung zu beenden. Dank seiner Autorität als Vertrauter des Königs, Priester und Bischof konnte er einige kurzfristige Erfolge erreichen, so waren zum Beispiel die vom König erlassenen Neuen Gesetze oder die vom Papst erlassene Bulle Sublimis Deus auch seinem Einfluss zu verdanken. Allerdings machte er sich damit entschlossene Feinde unter den spanischen Siedlern in der Neuen Welt, die ihre Macht durch Ausbeutung der Indios erlangt hatten.

Chronist der Konquista[Bearbeiten]

Die Unterschrift von Bartolomé de Las Casas

Las Casas verdanken wir eine der genauesten und frühesten Beschreibungen der Konqiusta von der Eroberung Hispaniolas durch Christoph Kolumbus bis zur Eroberung Perus. Seine Werke enthalten Berichte über die Besiedlung Hispaniolas, die Eroberung von Kuba und Mittelamerika, die er selbst als Augenzeuge miterlebt hatte, sowie Abschriften und Zusammenfassungen anderer wichtiger zeitgeschichtlicher Dokumente. Durch ihn ist beispielsweise eine fast wortgetreue Abschrift des Bordbuches des Christoph Kolumbus überliefert, dem ausführlichen Bericht über dessen erste Reise in die Neue Welt.[52]

Ethnograph der Indiokulturen[Bearbeiten]

Von ebenso großer Bedeutung sind seine Zeugnisse über das Leben und die Sprachen der Indiovölker. Neben den Berichten des Missionars Ramón Pané sind seine Aufzeichnungen die einzigen glaubwürdigen Berichte über die Taíno.[53] Die Taíno lebten bis zur Ankunft der Spanier auf den Großen Antillen und waren bereits zu Lebzeiten Las Casas bis auf wenige Überlebende durch Zwangsarbeit, Hunger und Krankheiten vernichtet worden.

Rezeption[Bearbeiten]

Erste Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Brevísima relación de la destrucción de las Indias occidentales (1552)

Las Casas ließ bereits zu Lebzeiten einige seiner Werke drucken, diese waren aber nicht zur Veröffentlichung bestimmt, sondern dienten zur Vervielfältigung für einen engen Leserkreis, wie zum Beispiel Prinz Philipp.[54] Auf eine Veröffentlichung von Werken über die „westindischen Angelegenheiten“ ohne die Genehmigung des Indienrates standen strenge Strafen, seit 1558 sogar die Todesstrafe.[55]

Daher entstanden die ersten Veröffentlichungen auch außerhalb Spaniens, 1571 in Frankfurt am Main, 1625 in Tübingen, 1678 in Jena und 1701 in Köln. Auch die erste spanische Ausgabe erschien 1822 noch in Paris.[56] Nach anderen Quellen erschienen frühere spanischsprachige Ausgaben des Kurzgefaßten Berichts von der Verwüstung der Westindischen Länder 1646 in Barcelona, 1812 in London, 1821 in Philadelphia sowie 1822 in Mexiko und Guadalajara.[57]

Politische und religiöse Vereinnahmung seiner Werke[Bearbeiten]

Illustration aus der deutschen Veröffentlichung des Kurzgefaßten Berichts von Theodor de Bry (1528–1598)

Bereits in den ersten Ausgaben des Kurzgefaßten Berichts lässt sich erkennen, wie mit einer Änderung eines Titels, durch Hinzufügen eines Vorworts oder eines Nachworts der eigentliche Inhalt in einen anderen politisch oder religiös motivierten Kontext gestellt wurde. So dienen die ersten Veröffentlichungen in Lateinamerika zur Legitimierung des Widerstands gegen die Spanier im Unabhängigkeitskampf der Kreolen, also ausgerechnet der Nachkommen der Konquistadoren. Die ersten niederländischen Ausgaben entstanden während des Spanisch-Niederländischen Krieges und dienten ebenso als politische und religiöse Propaganda gegen Spanien wie spätere deutsche Ausgaben während des Dreißigjährigen Krieges.[58]

In Spanien begegnete man dem Vorwurf, ein besonders grausames und blutrünstiges Volk zu sein, mit dem Begriff der „Leyenda negra“. Die Berichte Las Casas wurden als „schwarze Legende“, als Teil der antispanischen Propaganda und Geschichtsverfälschung abgetan.[59] Im Jahre 1660 wird daher der Kurzgefaßte Bericht vom Heiligen Tribunal in Zaragoza verboten. Begründet wird dieser Schritt damit, dass die Schilderungen von Las Casas dem Ansehen Spaniens schaden würden:

„Dieses Buch berichtet von sehr schrecklichen und grausamen Handlungen, wie sie in der Geschichte anderer Nationen nicht ihresgleichen haben, und schreibt sie den spanischen Soldaten und Kolonisten zu, die der katholische König entsandt hatte. Nach meiner Ansicht sind solche Berichte eine Beleidigung für Spanien. Sie müssen deshalb unterbunden werden.“

Zensor der Inquisitionsbehörde von Aragón, 1659[60]

Der spanische Historiker Ramón Menéndez Pidal versuchte noch Mitte des zwanzigsten Jahrhundert nachzuweisen, dass Las Casas geisteskrank gewesen sein müsse und nennt ihn einen größenwahnsinnigen Paranoiker.[61]

In den sozialistischen Ländern wird Las Casas als ein Vorkämpfer gegen den Imperialismus gefeiert, der Kurzgefaßte Bericht erscheint 1954 in Prag, 1956 in Warschau und 1958 in Leipzig. In der 1966 von Hans Magnus Enzensberger herausgegebenen Ausgabe versteht Enzensberger die Unterdrückung der Indios durch die Spanier als Parallele zur Unterdrückung des vietnamesischen Volkes durch die Amerikaner im Vietnamkrieg.[62]

„Der Prozeß, der mit der Conquista begann, ist nicht zu Ende. Er wird in Südamerika, in Afrika und Asien geführt. Nicht wir sind es, denen das Urteil über den Mönch aus Sevilla zusteht. Vielleicht hat er das unsrige gesprochen.“

Hans Magnus Enzensberger, 1966[63]

Las Casas und der transatlantische Sklavenhandel[Bearbeiten]

Las Casas wurde vorgeworfen, den Handel mit afrikanischen Sklaven eingeführt oder zumindest angeregt zu haben. Anlass dafür gab ein Bericht, in dem er schreibt, wie ihm einige Siedler auf Hispaniola das Angebot machten, ihre Indio-Sklaven freizulassen, wenn sie im Gegenzug Lizenzen für den Erwerb von afrikanischen Sklaven erhielten. Er stimmte dem zu und schrieb später über diese Entscheidung:

„Er [Las Casas über sich selbst] war sich des Unrechts nicht bewußt, mit dem die Portugiesen sie einfingen und zu Sklaven machten. Nachdem er dies erkannte, hätte er den Rat um alles in der Welt nicht mehr gegeben, denn es war immer Unrecht, wenn man sie fing, und Tyrannei, wenn man sie zu Sklaven machte; die Neger haben die gleichen Rechte wie die Indios.“

Bartolomé de Las Casas[64]

Der Vorwurf, den Handel mit afrikanischen Sklaven initiiert zu haben, ist jedoch unbegründet. Bereits bei seiner Ankunft in der Neuen Welt lebten dort Afrikaner als Sklaven des Königs. Allerdings gibt es auch keine Zweifel darüber, dass Las Casas selbst lange Zeit den Einsatz der afrikanischen Sklaven für rechtmäßig hielt und als Bischof von Chiapa auch selbst afrikanische Sklaven in seinem Gefolge hatte. Ebenso wie er auf Kuba das Unrecht erkannte, mit dem die Indios zu Sklaven gemacht wurden, erkannte er im hohen Alter, dass er auch für das Leben der afrikanischen Sklaven verantwortlich war. Durch ihn ist der wahrscheinlich älteste Bericht überliefert, in dem der Handel mit afrikanischen Sklaven als Sünde und Verbrechen bezeichnet wird.[65]

Werk[Bearbeiten]

Sein Hauptwerk ist die dreibändige Historia general de las Indias (Geschichte der westindischen Länder), auch kurz Historia genannt (und nicht zu verwechseln mit der 1552 erschienenen Historia von Francisco López de Gómara). Unter zahlreichen weiteren Berichten ist vor allem der Brevísima relación de la destrucción de las Indias occidentales (Kurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der westindischen Länder) von 1552 hervorzuheben.

  • Bartolomé de Las Casas: Obras completas. 15 Bände, Madrid 1989–1995.
  • Bartolomé de Las Casas: Werkauswahl. 4 Bände, herausgegeben von Mariano Delgado, Paderborn 1994–1997.
  • Bartolomé de Las Casas: Historia de las Indias. 4 Bände, herausgegeben von Miguel Ginesta, Madrid 1875, Volltext und Scans aller vier Bände online abrufbar im Internet Archive: [1], [2], [3], [4].
  • Bartolomé de Las Casas: Historia de las Indias. 3 Bände, herausgegeben von Augustin Millares Carlo und Lewis Hanke, Mexiko-Stadt 1951.
  • Bartolomé de Las Casas: Bericht von der Verwüstung der westindischen Länder. Insel, Frankfurt/M. 1966. (Nachdruck 1990, hrsg. v. Hans Magnus Enzensberger, ISBN 3-458-32253-1).
  • Bartolomé de Las Casas: Kurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder. herausgegeben von Michael Sievernich, Inselverlag, Frankfurt/Main / Leipzig 2006, ISBN 3-458-34862-X.

Literatur[Bearbeiten]

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Ernst-Wolfgang Böckenförde: Geschichte der Rechts- und Staatsphilosophie. Antike und Mittelalter, UTB 2270, Siebeck, Tübingen 2002, S. 338-351. 440f. (Lit.).
  • Josef Bordat: Bartolomé de Las Casas (1484–1566). Missionar, Bischof, Kriegsdienstverweigerer. In: C.-Th. Müller, D. Walter (Hrsg.): Ich dien’ nicht! Wehrdienstverweigerung in der Geschichte. Berlin 2008, S. 15–32 (Darstellung seiner pazifistischen Haltung)
  • Josef Bordat: Gerechtigkeit und Wohlwollen. Das Völkerrechtskonzept des Bartolomé de Las Casas. Shaker, Aachen 2006, ISBN 3-8322-5627-X.
  • Josef Bordat: Neue Weltordnung, alter Widerstand. Zur Aktualität des Dominikanerpaters Bartolomé de Las Casas (1484–1566). In: Kuckuck. Notizen zur Alltagskultur. Jg. 20, Nr. 2, Graz 2004, S. 10–15 (Aktualisierung der Thesen des Las Casas zum Interventionismus)
  • Thomas Duve: Las Casas in Mexiko. Ein Fall zu Kirche und Staat, zu Recht und Macht und der Rechtsfindung in der Frühen Neuzeit. In: Ulrich Falk u.a. (Hrsg.), Fälle aus der Rechtsgeschichte. München 2008, 178–196.
  • Thomas Eggensperger: Der Einfluss des Thomas von Aquin auf das politische Denken des Bartolomé de Las Casas im Traktat „De imperatoria vel regia potestate“. Eine theologisch-politische Theorie zwischen Mittelalter und Neuzeit. Lit, Münster 2001, ISBN 3-8258-5252-0 (ausführliche Biographie und Bibliographie).
  • Thomas Eggensperger, Ulrich Engel: Bartolomé de Las Casas. Dominikaner-Bischof-Verteidiger der Indios. 2. Auflage. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1992, ISBN 3-7867-1547-5 (kurze Biografie, kurze u. prägnante Analyse der polit. u. ideol. Gegensätze der Conquista, Nachwort Gustavo Gutiérrez)
  • Charles Gillen: Bartolomé de Las Casas. Cerf, Paris 1995, ISBN 2-204-05135-7.
  • Matthias Gillner: Bartolomé de Las Casas und die Eroberung des indianischen Kontinents. Kohlhammer, Stuttgart 1997, ISBN 3-17-013930-4.
  • Gustavo Gutiérrez: Gott oder das Gold. Der befreiende Weg des Bartolomé de Las Casas. Freiburg 1990, ISBN 3-451-21994-8.
  • Patrick Huser: Vernunft und Herrschaft. Die kanonischen Rechtsquellen als Grundlage natur- und völkerrechtlicher Argumentation im zweiten Prinzip des Traktates Principia quaedam des Bartolomé de Las Casas. Religionsrecht im Dialog Bd. 11, LIT-Verlag, Zürich 2011, ISBN 978-3-643-80080-0.
  • Klaus KienzlerLas Casas, Bartolomé de OP. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 4, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7, Sp. 1186–1190.
  • Claudio Lange: Kolonialismus. Zeugnis von Bartolomé de Las Casas. Zentrale Univ.-Druckerei, Berlin 1972. (philosophische Dissertation)
  • Ramón Menéndez Pidal: El padre Las Casas. Su doble personalidad. Espasa-Calpe, Madrid 1963 (versucht Las Casas als schizophrenen Nestbeschmutzer der spanischen Nation abzuqualifizieren)
  • Marianne Mahn-Lot: Bartolomé de Las Casas et le droit des Indiens. Payot, Paris 1982, ISBN 2-228-27390-2.
  • Johannes Meier, Annegret Langenhorst: Bartolomé de Las Casas. Der Mann – das Werk – die Wirkung. Mit einer Auswahl von Texten Las Casas' und einem Interview mit Gustavo Gutiérrez. Frankfurt a. Main 1992, ISBN 3-7820-0651-8.
  • Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. Freiburg 1990, ISBN 3-451-22066-0.
  • Francis Orhant: Bartolomé de Las Casas. Éd. Ouvrières, Paris 1991, ISBN 2-7082-2881-1.
  • Henning Ottmann: Geschichte des politischen Denkens, Bd. 3/1: Die Neuzeit. Von Machiavelli bis zu den großen Revolutionen. Metzler, Stuttgart / Weimar 2006, S. 113-118. 131-133 (Lit.).
  • André Saint-Lu: Las Casas indigéniste: études sur la vie et l'œuvre du défenseur des Indiens. Éd. L'Harmattan, Paris 1982, ISBN 2-85802-206-2.

Belletristik[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Das Leben und der Kampf von Bartolomé de Las Casas ist mehrmals Gegenstand von Spielfilmen gewesen: Im Jahre 1982 spielte Gottfried John den Pater in dem deutschen Fernsehfilm Die Rückkehr der weißen Götter (Regie Eberhard Itzenplitz). In diesem Film wurden klare Bezüge zur Gegenwart und zur Theologie der Befreiung hergestellt. Im Jahre 1992 folgte eine belgisch-französische Produktion unter dem Titel La Controverse de Valladolid mit Jean-Pierre Marielle in der Hauptrolle. Im Spielfilm Und dann der Regen (Regie Icíar Bollaín, 2010), in dem die Dreharbeiten zu einem Film über die Brutalität der spanischen Konquista und parallel dazu ein aktueller Wasser-Konflikt in einer bolivianischen Stadt dargestellt sind, treten als Protagonisten Bartolomé de Las Casas, Antonio de Montesinos, Kolumbus und Hatuey auf.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bartolomé de Las Casas – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 267.
  2. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 252.
  3. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 267.
  4. Helen Rand Parish with Harold E. Weidmann, S.J.: The Correct Birthdate of Bartolomé de las Casas in: The Hispanic American Historical Review, Volume 56, No. 3, Duke University Press, 1976, S. 385–403.
  5. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 15.
  6. Brief von Christoph Kolumbus an Luis de Santángel vom 15. Februar 1493, zitiert nach Christoph Kolumbus (Autor), Ernst Gerhard Jakob (Autor), Friedemann Berger (Hrsg.): Dokumente seines Lebens und seiner Reisen, Band I, Verlag Sammlung Dieterich, Leipzig 1991, S. 283.
  7. Christoph Kolumbus (Autor), Ernst Gerhard Jakob (Autor), Friedemann Berger (Hrsg.): Dokumente seines Lebens und seiner Reisen. Band II, Verlag Sammlung Dieterich, Leipzig 1991, S. 77.
  8. Christoph Kolumbus (Autor), Ernst Gerhard Jakob (Autor), Friedemann Berger (Hrsg.): Dokumente seines Lebens und seiner Reisen. Band II, Verlag Sammlung Dieterich, Leipzig 1991, S. 102.
  9. zitiert nach Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 18.
  10. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 17f.
  11. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 18.
  12. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 22ff.
  13. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 34.
  14. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 35.
  15. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 43ff.
  16. zitiert nach Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 45.
  17. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 46–52.
  18. zitiert nach Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 51.
  19. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 36–42.
  20. Die Adventspredigt des Antón Montesinos, 1511 bei DB Universität Münster. Abgerufen am 16. April 2012.
  21. zitiert nach Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 41.
  22. zitiert nach Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 91f.
  23. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 52–59.
  24. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 59–71.
  25. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 71–79.
  26. zitiert nach Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 75.
  27. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 79–86.
  28. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 107.
  29. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 109.
  30. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 110.
  31. Bartolomé de Las Casas: Obras Completas. Bd. 1: Álvaro Huerga: Vida y Obras, Madrid 1998. ISBN 84-206-4061-1. S. 143-146.
  32. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 111–126.
  33. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 125, S. 134.
  34. zitiert nach Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 139.
  35. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 138–150.
  36. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 150–153.
  37. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 155–159.
  38. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 160–165, S. 184.
  39. Bartolomé de Las Casas (Autor), Michael Sievernich (Hrsg.), Ulrich Kunzmann (Übersetzer): Kurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder. mit einem Nachwort von Hans Magnus Enzensberger, Insel Verlag, Frankfurt am Main/ Leipzig 2006, S. 170.
  40. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 189f.
  41. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 193.
  42. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 197.
  43. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 201–207.
  44. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 215.
  45. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 183, S. 209.
  46. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 218–221.
  47. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 225.
  48. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 226–230.
  49. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 232, S. 240.
  50. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 241–243.
  51. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 252–254.
  52. Christoph Kolumbus (Autor), Ernst Gerhard Jakob (Autor), Friedemann Berger (Hrsg.): Dokumente seines Lebens und seiner Reisen. Band I, Verlag Sammlung Dieterich, Leipzig 1991, S. 33.
  53. Julian Granberry and Gary Vescelius: Languages of the Pre-Columbian Antilles. University Alabama Press 2004, S. 11.
  54. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 229.
  55. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 236.
  56. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 237f.
  57. Bartolomé de Las Casas (Autor), Michael Sievernich (Hrsg.), Ulrich Kunzmann (Übersetzer): Kurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder. mit einem Nachwort von Hans Magnus Enzensberger, Insel Verlag, Frankfurt am Main/ Leipzig 2006, S. 228f.
  58. Bartolomé de Las Casas (Autor), Michael Sievernich (Hrsg.), Ulrich Kunzmann (Übersetzer): Kurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder. mit einem Nachwort von Hans Magnus Enzensberger, Insel Verlag, Frankfurt am Main/ Leipzig 2006, S. 228–234.
  59. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 259.
  60. Bartolomé de Las Casas (Autor), Michael Sievernich (Hrsg.), Ulrich Kunzmann (Übersetzer): Kurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder. mit einem Nachwort von Hans Magnus Enzensberger, Insel Verlag, Frankfurt am Main / Leipzig 2006, S. 168.
  61. Bartolomé de Las Casas (Autor), Michael Sievernich (Hrsg.), Ulrich Kunzmann (Übersetzer): Kurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder. mit einem Nachwort von Hans Magnus Enzensberger, Insel Verlag, Frankfurt am Main / Leipzig 2006, S. 169f.
  62. Bartolomé de Las Casas (Autor), Michael Sievernich (Hrsg.), Ulrich Kunzmann (Übersetzer): Kurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder. mit einem Nachwort von Hans Magnus Enzensberger, Insel Verlag, Frankfurt am Main / Leipzig 2006, S. 236.
  63. Bartolomé de Las Casas (Autor), Michael Sievernich (Hrsg.), Ulrich Kunzmann (Übersetzer): Kurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder. mit einem Nachwort von Hans Magnus Enzensberger, Insel Verlag, Frankfurt am Main / Leipzig 2006, S. 182.
  64. zitiert nach Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 91f.
  65. Martin Neumann: Las Casas. Die unglaubliche Geschichte von der Entdeckung der Neuen Welt. 1990, S. 89–94.