Basler Verkehrs-Betriebe

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Basler Verkehrs-Betriebe
Logo der Basler Verkehrs-Betriebe
Basisinformationen
Unternehmenssitz Basel
Webpräsenz http://www.bvb.ch
Eigentümer Kanton Basel-Stadt
Betriebsleitung Jürg Baumgartner
Verkehrsverbund Tarifverbund Nordwestschweiz
Beschäftigte 1'004
Umsatz 103,11dep1
Linien
Spurweite 1000 mm (Meterspur)
Straßenbahn 9
Bus 14
Anzahl Fahrzeuge
Straßenbahnwagen 129 Motorwagen und 81 Anhänger
Sonstige Fahrzeuge 71 Autobusse
10 Oldtimerstrassenbahnen
9 Oldtimerstrassenbahnanhänger
1 Oldtimerbus
Statistik
Fahrgäste Strassenbahn 88.88
Autobus 22.82dep1
Fahrleistung Strassenbahn 12.04
Autobus 3.75dep1
Haltestellen 197 [1]

Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) sind das Verkehrsunternehmen des Kantons Basel-Stadt. Sie betreiben das Basler Tramnetz (zusammen mit der Baselland Transport AG) sowie den städtischen Autobusverkehr. Zudem waren sie auch für den 2008 eingestellten Trolleybus Basel zuständig. Seit dem 1. Januar 2006 sind die BVB als öffentlich-rechtliches Unternehmen selbstständig und untersteht nicht mehr der Kantonsverwaltung.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

BVB-Tram mit „Sänfte“ (Niederflur-Mittelteil)

Die Basler Verkehrs-Betriebe gingen infolge einer 1946 erfolgten Umorganisation aus der Vorgängergesellschaft Basler Strassenbahnen (BStB) hervor. Damals verkehrten bereits alle drei Verkehrsmittel, das heisst Tram (seit 1895), Trolleybus (seit 1941) und Autobus (seit 1930). Im Jahr 1947 ereignete sich auf dem BVB-Netz der bisher schwerste Unfall, bei dem am Aeschenplatz sechs Menschen ums Leben kamen.

1947 kamen die ersten Grossraumtrams in Verkehr, doch die Autofahrer störten sich an den Trams auf den Strassen und 1955 ergriffen die Automobilverbände das Referendum gegen einen Kredit für neue Tramwagen. Der heftig geführte Abstimmungskampf bildete den Höhepunkt in ihrem Kampf gegen die Strassenbahn: ihr erklärter Wille war es, das Tram aus den Strassen von Basel zu verbannen. In der Volksabstimmung wurde der Tram-Kredit mit 19'631 Ja zu 16'152 Nein angenommen. Die Strassenbahnlinie Schützenhaus – Johanniterbrücke – Badischer Bahnhof wurde 1966 auf Autobus und zwei Jahre später auf Trolleybus umgestellt.

1967 wurde der erste Billettautomat aufgestellt und seit 1970 verkehren alle Trams und Busse billeteurlos (schaffnerlos). 1979 ging die erste rechnergestützte Betriebsleitzentrale in Betrieb.

Linien [Bearbeiten]

In der Stadt Basel existieren derzeit zwölf Tram- und vierzehn Autobuslinien, wobei aber drei Tram- und eine Autobuslinie durch die BLT (die im Kanton Basel-Landschaft weitere Buslinien betreibt) geführt werden. Die Linien erschliessen Basel sowie deren unmittelbare Agglomerationsgemeinden. An Werktagen fährt in der Regel alle 7½ Minuten ein Tram oder Bus, auf mässig frequentierten Linien, generell abends oder am Wochenende wird im 10- oder 15-Minuten-Takt gefahren. Dieser Takt besteht seit 1999.

Tram [Bearbeiten]

Hauptartikel: Basler Tramlinien
Hauptartikel: Ehemalige Basler Tramlinien
Hauptartikel: Strassenbahn Basel
Liniennetzplan der Strassenbahn Basel
Tram der Linie 3

Autobus [Bearbeiten]

Linie Strecke
30 Bahnhof SBBBadischer Bahnhof (- Hoffmann-La Roche)
30E Bahnhof SBBKinderspital UKBB
31 Claraplatz ↔ Habermatten
32 Riehen Dorf ↔ Chrischonaklinik
33 SchiffländeSchönenbuch
34 Riehen Bahnhof / Habermatten ↔ Bottmingen
34E Otto-Wenk-Platz ↔ Bettingen
35 Habermatten ↔ Inzlinger Zoll
36 SchiffländeKleinhüningen
37 Bottmingen ↔ Ulmenweg - (Aeschenplatz) (BLT)
38 Wyhlen Siedlung (D) ↔ Allschwil
45 Habermatten ↔ Chrischonaweg
48 Bachgraben ↔ Bahnhof SBB
50 Bahnhof SBBEuroAirport
55 Claraplatz ↔ Kandern (D)

Ehemaliger HotelShuttle [Bearbeiten]

Im Jahr 2006 wurde die Buslinie 52 lanciert, welche den Badischen Bahnhof mit dem EuroAirport verbinden sollte. Die auf dieser Linie eingesetzten Standardbusse dienten zugleich als Zubringer und Abholer zu Hotels, weshalb die Linie 52 auch HotelShuttle genannt wurde. Jedoch entsprach die Nachfrage nicht den Erwartungen und so wurde der Betrieb zum 10. April 2007 wieder eingestellt.

Gemeinschaftslinie mit der SWEG [Bearbeiten]

Seit 1999 besteht in Zusammenarbeit mit der SWEG die Linie 55 Claraplatz - Badischer Bahnhof - Grenze Basel/Weil-Otterbach - Grün 99 - Weil am Rhein - Haltingen - Binzen - Schallbach - Kandern. Die Bestimmungen des TNW gelten bis zur Haltestelle Grün 99. Ab dem Badischen Bahnhof gelten zudem auch die Richtlinien des RVL.

Gemeinschaftslinie mit SBG [Bearbeiten]

Seit dem 14. Dezember 2008 wurde im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Südbadenbus GmbH die Linie 38 bis Grenzach-Wyhlen verlängert. Dieser Schritt wurde seit längerer Zeit von beiden Seiten geplant. Am 13. Dezember 2008 gab es vor der Grenzacher Sparkasse ein Einweihungsfest, wobei der neue Citybus Grenzach–Wyhlen (SBG-Linie 7311) und die Linie 38 von 13 Uhr bis 20 Uhr kostenlos zu nutzen waren. Der Andrang der Bevölkerung war gross, sodass mehrere Extrabusse eingesetzt wurden.

Streckenunterhalt [Bearbeiten]

Das stark befahrene Netz der BVB muss regelmässig unterhalten und saniert werden. Insbesondere der sehr stark befahrene Abschnitt durch die Grossbasler Innenstadt musste in den letzten Jahren einer Totalsanierung unterzogen werden, wobei dies zur Sperrung der kompletten Strecke durch die Innenstadt und zu grossräumigen Umleitungen der betroffenen Linien führte. Grossflächige und länger andauernde Sanierungen erfolgen jeweils während den Sommerferien.

Tarifverbund [Bearbeiten]

1975 schuf die BVB zusammen mit der Birsigthalbahn, die später in der BLT aufging, einen Tarifverbund. Dies markierte den ersten Schritt zum 1979 eingeführten Tarifverbund Basel. Das Fundament war das Basler Regio Billet, gültig auf Linien der BVB, BLT, Autobus AG Liestal, Waldenburgerbahn (ohne Dampfzüge), PTT und SBB. Mit der Basler Personenschifffahrtsgesellschaft (BPG) war nur eine Fahrt möglich.

1984 lancierten die BVB und die BLT das günstige Umweltschutzabonnement, kurz U-Abo genannt, und erlangten damit grosse internationale Beachtung, stiegen doch ihre Frequenzen innert Jahren um 25 Prozent. 1987 realisierte man schliesslich den Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW), an dem ausser BVB und BLT auch SBB, PTT, Waldenburgerbahn, die Autobus AG Liestal und der Stadtbus Rheinfelden beteiligt sind. Dieser umfasst auch die jurassische Gemeinde Ederswiler, die aargauischen Bezirke Rheinfelden und Laufenburg sowie die Gemeinden Hottwil und Effingen des Bezirks Brugg.

Rollmaterial [Bearbeiten]

Im Januar 1995 wurde auf den Linien 36 und 37 ein Mercedes-Benz-Erdgasbus getestet – als Pilotprojekt für mit Erdgas betriebene Linienbusse. Der Kantonsrat beschloss den Kauf von insgesamt zwölf Erdgasbussen der Baureihe Mercedes-Benz O 405 N2 CNG, die die Wagennummern 801–812 erhielten.

Ab Ende der 1990er Jahre wurden einige Strassenbahn-Gelenkmotorwagen sowie Anhänger mit einem Niederflur-Mittelteil (Sänfte) ausgestattet. Damit war stufenloses Einsteigen auf den Linien 3, 6 und 8 möglich. Das neue, hellere Grün und das neue BVB-Logo hielten Einzug und seit 2000 fahren auf allen Buslinien klimatisierte Niederflurbusse.

Die Combino-Krise [Bearbeiten]

Combino vor dem Bahnhof SBB

2001 wurden die ersten neuen, 43 Meter langen, klimatisierten Combino-Niederflurtrams von Siemens in Betrieb genommen. Siemens hatte weltweit verschiedene Städte mit dem Schienenfahrzeugtyp Combino beliefert. Im Jahr 2004 machten sich Risse in Wagenkästen bemerkbar, so dass der Fahrzeughersteller anordnete, die Mehrheit der Combino-Trams aus Sicherheitsgründen aus dem Verkehr zu ziehen und technisch zu überprüfen. Die BVB litten daher unter einem akuten Mangel an Schienenfahrzeugen und waren gezwungen, wieder ihre alten Tramwagen zu reaktivieren. Da viele alte Motorwagen jedoch mittlerweile auf dem Netz der Strassenbahn Belgrad verkehrten, mussten die BLT für ihr Partnerunternehmen in die Bresche springen und für die städtischen Linien Fahrzeuge zur Verfügung stellen. Es mussten auch 50-jährige Fahrzeuge wieder im Regelbetrieb eingesetzt werden. Zudem konnten die BVB ausrangierte Tramzüge von den SVB Bernmobil ausleihen, die per Lastwagen von Bern nach Basel transportiert wurden.

Am 22. Dezember 2006 wurde der erste von Siemens überarbeitete Combino zurück nach Basel transportiert. Der Wagen 310 gilt somit als Prototyp der Baureihe. Mit ihm wurden vorerst nur Leer- bzw. Versuchsfahrten durchgeführt.

Rollmaterial [Bearbeiten]

Tram [Bearbeiten]

Hauptartikel: Strassenbahn Basel

Autobus [Bearbeiten]

  • Autobusse: 20
800 (Bj. ?), Mercedes-Benz Citaro, Fahrschul- und Extrafahrtwagen
801–810 (Bj. 2008), Mercedes-Benz Citaro CNG
811–812 (Bj. 2000), Mercedes-Benz Citaro, ex TPL Lugano
821–828 (Bj. 2000–2001), MAN NL 313 (A21)
  • Gelenkbusse: 44 Diesel- und 20 Gasbusse
731–736 (Bj. 1996), Mercedes-Benz O 405 GN², seit 2006 (ehemals Freiburger Verkehrs AG)
751–788 (Bj. 1999–2001), MAN NG 353 (A23)
701–720 (Bj. 2008), Mercedes-Benz Citaro G CNG mit Erdgasantrieb
721–728 (Bj. 2009), Mercedes-Benz Citaro G CNG mit Erdgasantrieb
  • Kleinbusse: 7
851+855 (Bj. 2000), VW/Kutsenits City III T4
861–865 (Bj. 2009), Auwärter Citystar
  • Oldtimer: 1
Autobus 2, Bj.1930

Literatur [Bearbeiten]

  • Claude Jeanmaire: Basler Verkehrs-Betriebe (BVB). Ein Fotobuch zur Modernisierung der Basler Strassenbahn 1945 bis 1982. Verlag für Eisenbahn und Strassenbahn, Basel 1984, ISBN 3-85649-045-0.
  • Dominik Madörin: Das Rollmaterial der Basler Verkehrs-Betriebe. Verlag Eisenbahn-Kurier, Freiburg im Breisgau 2003, ISBN 3-88255-843-1.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Basler Verkehrs-Betriebe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Verzeichnis heutiger und ehemaliger Tramhaltestellen von BVB, BLT und WB.