Basler Verkehrs-Betriebe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Basler Verkehrs-Betriebe
Logo der Basler Verkehrs-Betriebe
Basisinformationen
Unternehmenssitz Basel
Webpräsenz http://www.bvb.ch
Eigentümer Kanton Basel-Stadt
Betriebsleitung vakant
Verkehrsverbund Tarifverbund Nordwestschweiz
Mitarbeiter 1'004
Umsatz 103,11dep1
Linien
Spurweite 1000 mm (Meterspur)
Straßenbahn 9
Bus 14
Anzahl Fahrzeuge
Straßenbahnwagen 129 Motorwagen und 81 Anhänger
Sonstige Fahrzeuge 71 Autobusse
10 Oldtimerstrassenbahnen
9 Oldtimerstrassenbahnanhänger
1 Oldtimerbus
Statistik
Fahrgäste Strassenbahn 88.88
Autobus 22.82
Fahrleistung Strassenbahn 12.04
Autobus 3.75
Haltestellen 197 [1]

Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) sind das Verkehrsunternehmen des Kantons Basel-Stadt. Sie betreiben das Basler Tramnetz (zusammen mit der Baselland Transport AG) sowie den städtischen Autobusverkehr. Zudem waren sie auch für den 2008 eingestellten Trolleybus Basel zuständig. Seit dem 1. Januar 2006 sind die BVB als öffentlich-rechtliches Unternehmen selbstständig und sind nicht mehr Teil der Kantonsverwaltung.

Geschichte[Bearbeiten]

BVB-Tram mit „Sänfte“ (Niederflur-Mittelteil)

Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) gingen infolge einer 1946 erfolgten Umorganisation aus der Vorgängergesellschaft Basler Strassen-Bahnen (BStB) hervor. Damals verkehrten bereits alle drei Verkehrsmittel, das heisst Tram (seit 1895), Autobus (seit 1930) und Trolleybus (seit 1941).

Am 24. April 1947 ereignete sich am Aeschenplatz der bisher schwerste Unfall in der Geschichte der Bahn, seit Bestehen bis zur heutigen Zeit. Dabei kamen sechs Menschen ums Leben und 47[2] Personen wurden verletzt.

1948 kamen die ersten modernen Vierachsmotorwagen in Verkehr. Die Autofahrer störten sich an den Trams auf den Strassen. So ergriffen 1955 die Automobilverbände das Referendum gegen einen Kredit für neue Tramwagen. Der heftig geführte Abstimmungskampf bildete den Höhepunkt in ihrem Kampf gegen die Strassenbahn. Ihr erklärter Wille war es, das Tram aus den Strassen von Basel zu verbannen. In der Volksabstimmung wurde der Tram-Kredit mit 19'631 Ja zu 16'152 Nein angenommen. So konnten der Bestellung von neuen Trolley- und Autobussen noch vier Vierachsmotorwagen angehängt werden.

Die Strassenbahnlinie Schützenhaus – Johanniterbrücke – Badischer Bahnhof wurde 1966 auf Autobus und zwei Jahre später auf Trolleybus umgestellt.

1967 wurde der erste Billettautomat aufgestellt und seit 1970 verkehren alle Trams und Busse billeteurlos (schaffnerlos). 1979 ging die erste rechnergestützte Betriebsleitzentrale in Betrieb.

Nachdem die Finanzkontrolle des Kantons Basel-Stadt vereinzelte Nichteinhaltungen kantonaler Gesetze und Verordnungen, Kompetenzüberschreitungen bei Auftragsvergaben und Auszahlungen, sowie mangelnde Sensibilität punkto Personalanstellungen bemängelt hatte, kam es im Dezember 2013 zu personellen Änderungen. Der Präsident des Verwaltungsrats Martin Gudenrath trat zurück. Der Präsident des Verwaltungsratsausschusses Finance & Compliance, Dominik Egli, wurde nicht wiedergewählt und dem BVB-Direktor Jürg Baumgartner wurde fristlos gekündigt.[3][4][5]

Linien[Bearbeiten]

In der Stadt Basel existieren derzeit zwölf Tram- und vierzehn Autobuslinien, wobei aber drei Tram- und eine Autobuslinie durch die BLT (die im Kanton Basel-Landschaft weitere Buslinien betreibt) geführt werden. Die Linien erschliessen Basel sowie deren unmittelbare Agglomerationsgemeinden. An Werktagen fährt in der Regel alle 7½ Minuten ein Tram oder Bus, auf mässig frequentierten Linien, generell abends oder am Wochenende wird im 10- oder 15-Minuten-Takt gefahren. Dieser Takt besteht seit 1999.

Tram[Bearbeiten]

Hauptartikel: Basler Tramlinien
Hauptartikel: Ehemalige Basler Tramlinien
Hauptartikel: Strassenbahn Basel
Liniennetzplan der Strassenbahn Basel
Tram der Linie 3, Haltestelle Leonhardstrasse

Autobus[Bearbeiten]

Linie Strecke
30 Bahnhof SBBBadischer Bahnhof (- Hoffmann-La Roche)
30E Bahnhof SBBKinderspital UKBB
31 Claraplatz ↔ Friedhof am Hörnli
32 Rotengraben ↔ Chrischonaklinik
33 SchiffländeSchönenbuch
34 Riehen Bahnhof / Friedhof am HörnliBottmingen
35 Habermatten ↔ Inzlinger Zoll
36 SchiffländeKleinhüningen
38 Wyhlen Siedlung (D) ↔ Allschwil
42 Claraplatz ↔ Bettingen
45 Habermatten ↔ Chrischonaweg
48 Bachgraben ↔ Bahnhof SBB
50 Bahnhof SBBEuroAirport
55 Claraplatz ↔ Kandern (D)

Ehemaliger HotelShuttle[Bearbeiten]

Linie Strecke
52 Badischer BahnhofEuroAirport

Im Jahr 2006 wurde die Buslinie 52 lanciert, welche den Badischen Bahnhof mit dem EuroAirport verbinden sollte. Die auf dieser Linie eingesetzten Standardbusse dienten zugleich als Zubringer und Abholer zu Hotels, weshalb die Linie 52 auch HotelShuttle genannt wurde. Jedoch entsprach die Nachfrage nicht den Erwartungen und so wurde der Betrieb zum 10. April 2007 wieder eingestellt.

Gemeinschaftslinie mit der SWEG[Bearbeiten]

Linie Strecke
55 Claraplatz ↔ Kandern (D)

Seit 1999 besteht in Zusammenarbeit mit der SWEG die Linie 55 Claraplatz - Badischer Bahnhof - Grenze Basel/Weil-Otterbach - Grün 99 - Weil am Rhein - Haltingen - Binzen - Schallbach - Kandern. Die Bestimmungen des TNW gelten bis zur Haltestelle Grün 99. Ab dem Badischen Bahnhof gelten zudem auch die Richtlinien des RVL. Mit Inbetriebnahme der Verlängerung der Tramlinie 8 bis zum Bahnhof Weil am Rhein im Jahr 2014 endet die Förderung der Buslinie 55 durch den Kanton Basel-Stadt und damit die Beteiligung der BVB. Die Linie wird dann allein durch die SWEG betrieben. Am Fahrplan soll sich dadurch nichts ändern.

Gemeinschaftslinie mit SBG[Bearbeiten]

Linie Strecke
38 Wyhlen Siedlung (D) ↔ Allschwil

Per 14. Dezember 2008 wurde im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Südbadenbus GmbH die Linie 38 bis Grenzach-Wyhlen verlängert.

Schulbus Bäumlihof[Bearbeiten]

Linie Strecke
39 Brombacherstrasse ↔ Drei Linden

Der Schulbus Bäumlihof stellt eine Direktverbindung zwischen dem Kleinbasel und dem Gymnasium Bäumlihof in Riehen her. Auf der früheren Einsatzlinie verkehrt jedoch lediglich noch ein Kurs pro Tag und Richtung. Ungeachtet dessen wird der Schulbus als eigenständige Linie mit eigener Linienbezeichnung geführt.

Streckenunterhalt[Bearbeiten]

Das stark befahrene Netz der BVB muss regelmässig unterhalten und saniert werden. Insbesondere der hoch Belastete Abschnitt durch die Grossbasler Innenstadt. So musste 2006 der Steinenberg mit der Abzweigung in die Theaterstrasse[6] einer Totalsanierung unterzogen werden. Dies führte zur Sperrung der kompletten Strecke durch die Innenstadt und zu grossräumigen Umleitungen der betroffenen Linien. Grossflächige und länger andauernde Sanierungen erfolgen, wenn immer möglich, jeweils während der Sommerferienzeit die von Anfang Juli bis Mitte August dauert.

Tarifverbund[Bearbeiten]

1975 schuf die BVB zusammen mit der Birsigthalbahn, die später in der BLT aufging, einen Tarifverbund. Dies markierte den ersten Schritt zum 1979 eingeführten Tarifverbund Basel. Das Fundament war das Basler Regio Billet, gültig auf den Linien der BVB, BLT, Autobus AG Liestal, Waldenburgerbahn (ohne Dampfzüge), PTT und auf Streckenabschnitten der SBB. Mit der Basler Personenschifffahrtsgesellschaft (BPG) war nur eine Fahrt möglich.

1984 lancierten die BVB und die BLT das günstige Umweltschutzabonnement, kurz U-Abo genannt, und erlangten damit grosse internationale Beachtung, stiegen doch ihre Frequenzen innert Jahren um 25 Prozent. 1987 realisierte man schliesslich den Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW), an dem ausser BVB und BLT auch SBB, PTT, Waldenburgerbahn, die Autobus AG Liestal und der Stadtbus Rheinfelden beteiligt sind. Dieser umfasst auch die jurassische Gemeinde Ederswiler, die aargauischen Bezirke Rheinfelden und Laufenburg sowie die Gemeinden Hottwil und Effingen des Bezirks Brugg.

Rollmaterial[Bearbeiten]

Im Januar 1995 wurde auf den Linien 36 und 37 ein Mercedes-Benz-Erdgasbus getestet – als Pilotprojekt für mit Erdgas betriebene Linienbusse. Der Kantonsrat beschloss den Kauf von insgesamt zwölf Erdgasbussen der Baureihe Mercedes-Benz O 405 N2 CNG, die die Wagennummern 801–812 erhielten.

Ab Ende der 1990er Jahre wurden einige Strassenbahn-Gelenkmotorwagen sowie Anhänger mit einem Niederflur-Mittelteil (Sänfte) ausgestattet. Damit war stufenloses Einsteigen auf den Linien 3, 6 und 8 möglich. Das neue, hellere Grün und das neue BVB-Logo hielten Einzug und seit 2000 fahren auf allen Buslinien klimatisierte Niederflurbusse.

Die Combino-Krise[Bearbeiten]

Combino vor dem Bahnhof SBB

2001 wurden die ersten neuen, 43 Meter langen, klimatisierten Combino-Niederflurtrams von Siemens in Betrieb genommen. Siemens hatte weltweit verschiedene Städte mit dem Schienenfahrzeugtyp Combino beliefert. Im Jahr 2004 machten sich Risse in Wagenkästen bemerkbar, so dass der Fahrzeughersteller anordnete, die Mehrheit der Combino-Trams aus Sicherheitsgründen aus dem Verkehr zu ziehen und technisch zu überprüfen. Die BVB litten daher unter einem akuten Mangel an Schienenfahrzeugen und waren gezwungen, wieder ihre alten Tramwagen zu reaktivieren. Da viele alte Motorwagen jedoch mittlerweile auf dem Netz der Strassenbahn Belgrad verkehrten, mussten die BLT für ihr Partnerunternehmen in die Bresche springen und für die städtischen Linien Fahrzeuge zur Verfügung stellen. Es mussten auch 50-jährige Fahrzeuge wieder im Regelbetrieb eingesetzt werden. Zudem konnten die BVB ausrangierte Tramzüge von den SVB Bernmobil ausleihen, die per Lastwagen von Bern nach Basel transportiert wurden.

Am 22. Dezember 2006 wurde der erste von Siemens überarbeitete Combino zurück nach Basel transportiert. Der Wagen 310 gilt somit als Prototyp der Baureihe. Mit ihm wurden vorerst nur Leer- bzw. Versuchsfahrten durchgeführt.

Rollmaterial[Bearbeiten]

Tram[Bearbeiten]

Hauptartikel: Strassenbahn Basel

Autobus[Bearbeiten]

  • Autobusse: 20
800 (Bj. ?), Mercedes-Benz Citaro, Fahrschul- und Extrafahrtwagen
801–810 (Bj. 2008), Mercedes-Benz Citaro CNG
811–812 (Bj. 2000), Mercedes-Benz Citaro, ex TPL Lugano
821–828 (Bj. 2000–2001), MAN NL 313 (A21)
  • Gelenkbusse: 44 Diesel- und 20 Gasbusse
731–736 (Bj. 1996), Mercedes-Benz O 405 GN², seit 2006 (ehemals Freiburger Verkehrs AG)
751–788 (Bj. 1999–2001), MAN NG 353 (A23)
701–720 (Bj. 2008), Mercedes-Benz Citaro G CNG mit Erdgasantrieb
721–728 (Bj. 2009), Mercedes-Benz Citaro G CNG mit Erdgasantrieb
  • Kleinbusse: 7
851+855 (Bj. 2000), VW/Kutsenits City III T4
861–865 (Bj. 2009), Auwärter Citystar
  • Oldtimer: 1
Autobus 2, Bj.1930

Trivia[Bearbeiten]

Das Stadt Casino Basel und vor allem dessen Musiksaal liegt am Steinenberg. Nun schon seit Jahren beschwerten sich die Besucher von Musikveranstaltungen, namentlich von Klassischen Konzerten, über immer wieder auftretende Vibrationen und störende Geräusche. Wie nun festgestellt wurde, rührte beides von den ab Bankenplatz den Steinenberg zum Barfüsserplatz herabdonnernden Strassenbahnzügen. Den Verantwortlichen des Stadt Casino gelang es, die Obrigkeit der Stadt und die Verantwortlichen bei den BVB von diesen untragbaren Zuständen zu überzeugen. Es wurde gehandelt. Die BVB installierten eine spezielle Casino Signalanlage. Die Anlage wurde nur während Konzerten eingeschaltet. Sie zeigte den Wagenführern/innen an, dass der Steinenberg nur mit einer v max. von 15 km/h befahren werden darf. Bei den Sanierungsarbeiten, die vom 3. Juli bis zum 14. August 2006 dauerten, wurden dann Teile der Gleisanlagen auf 750 spezielle Feder-/Schalldämmelemente verlegt[7]. (Erläuterung zum Bild: Bildmitte oben: Bankenplatz. Linker Bildrand Mitte: Musiksaal des Stadt Casino. Rechter Bildrand Mitte: Abzweigung in die Theaterstrasse. Linker Bildrand unten: Abzweigung auf den Barfüsserplatz. Bildmitte unten: Linie 3 zum Kohlenberg).

Literatur[Bearbeiten]

  • Claude Jeanmaire: Basler Verkehrs-Betriebe (BVB). Ein Fotobuch zur Modernisierung der Basler Strassenbahn 1945 bis 1982. Verlag für Eisenbahn und Strassenbahn, Basel 1984, ISBN 3-85649-045-0.
  • Dominik Madörin: Das Rollmaterial der Basler Verkehrs-Betriebe. Verlag Eisenbahn-Kurier, Freiburg im Breisgau 2003, ISBN 3-88255-843-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Basler Verkehrs-Betriebe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verzeichnis heutiger und ehemaliger Tramhaltestellen von BVB, BLT und WB.
  2. Gemäss Unfallbericht der Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
  3. BVB-Verwaltungsratspräsident tritt zurück. bazonline.ch, 9. Dezember 2013
  4. Auch der BVB-Direktor tritt zurück. bazonline.ch, 11. Dezember 2013
  5. Intrigen und Sexbilder kosten BVB-Direktor den Kopf. bazonline.ch, 12. Dezember 2013
  6. Sanierung Steinenberg
  7. Man kann die Geräusche fast hören