Basel Badischer Bahnhof

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Basel Badischer Bahnhof
Basel 2012-08 Mattes 1 (29).JPG
Aufnahmegebäude des Badischen Bahnhofs II
(Eröffnung 13. September 1913)
Daten
Betriebsart Trennungsbahnhof
Perrongleise 10
Abkürzung RB (DB) BAD (CH)
IBNR 85-00090-1 (CH), 80-00026 (DB)
Eröffnung 1. Mai 1862 (Bahnhof I)
13. September 1913 (Bahnhof II)
Profil auf SBB.ch Nr. 90
Architektonische Daten
Architekt Josef Berckmüller (Bahnhof I)
Karl Moser (Bahnhof II)
Lage
Stadt Basel
Kanton Basel-Stadt
Staat Schweiz
Koordinaten 612709 / 26848447.5669444444447.6075Koordinaten: 47° 34′ 1″ N, 7° 36′ 27″ O; CH1903: 612709 / 268484
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in der Schweiz
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Bahnhofsschild „Basel Bad Bf“

Basel Badischer Bahnhof, bahnamtlich Basel Bad Bf, ist einer von sechs Bahnhöfen der Schweizer Stadt Basel. Nach einem ersten Provisorium von 1855 bis 1862 sowie dem ersten festen Bau auf dem Gelände der heutigen Mustermesse wurde er ab 1913 an seinem heutigen Standort etabliert.

Zusammen mit den anderen deutschen Bahnhöfen auf Schweizer Staatsgebiet (Riehen, Thayngen, Neuhausen Bad Bf, Beringen Bad Bf, Neunkirch und Wilchingen-Hallau) gehört er zu den letzten Bahnhöfen, die sich nach der deutschen Bahnreform noch in unmittelbarem Bundesbesitz befinden. Auf dem Gelände des Bahnhofes gilt weitgehend Schweizer Recht (z. B. erforderliche Deckungssume der Haftpflichtversicherung im Netzzugang mit in der Schweiz 100 Mio. CHF, in der EU jedoch lediglich 25 Mio. EUR[1]), soweit der Staatsvertrag nicht eine explizite Ausnahme vorsieht (insbesondere für deutsche Bedienstete).

Alle aus Deutschland in die Schweiz verkehrenden Fernzüge halten vor Basel SBB zuerst an diesem Bahnhof. Dort vermitteln sie Anschluss an die deutschen Regionalbahnlinien nach WaldshutSingen – der Hochrheinbahn – und ins Wiesental. Von 1935 bis 1948 trug der Bahnhof den Namen Basel Deutsche Reichsbahn.

Geschichte[Bearbeiten]

Im März 1838 begann das Großherzogtum Baden mit dem Bau einer Eisenbahnlinie in der Spurweite von 1600 mm von Mannheim über Heidelberg, Karlsruhe und Freiburg im Breisgau nach Süden in Richtung Schweizer Grenze. Diese Linie wurde Badische Hauptbahn oder auch Rheintalbahn genannt. Eine schweizerische bzw. baselstädtische Eisenbahnkommission wollte eine Weiterführung der Bahn bis in die Stadt Basel und nahm 1842 mit dem Großherzogtum Baden Kontakt auf.

Im Januar 1851 erreichte die Rheintalbahn den Ort Haltingen nahe der Schweizer Grenze. Weil sich die beiden Regierungen noch nicht über die Bahnhofanlage in Basel einigen konnten, wurden ab dort die Reisenden mit Pferdeomnibussen nach Basel gefahren.

Am 27. Juli 1852 konnte schliesslich ein noch heute gültiger Staatsvertrag zwischen dem Großherzogtum Baden und der Schweizerischen Eidgenossenschaft über die Weiterführung der badischen Eisenbahnen über schweizerisches Gebiet abgeschlossen werden. Der Baubeginn verzögerte sich aber noch weiter. Die Basler Regierung drängte auf einen Kopfbahnhof, während Baden auf einem Durchgangsbahnhof beharrte, um die geplante Fortsetzung der Bahn Richtung Waldshut nicht zu behindern. Im Jahre 1854 lagen der Basler Regierung verschiedene Hochbaupläne vor, aber man konnte sich immer noch nicht auf ein Projekt einigen und der Bau verzögerte sich weiter.

Am 9. Dezember 1854 begann die Umspurung der Rheintalbahn auf Normalspur. Der Umbau war am 26. März 1855 im Wesentlichen beendet.[2]

Provisorischer Bahnhof von 1855 bis 1862[Bearbeiten]

Am 19. Februar 1855 nahm die normalspurige Bahnlinie von Haltingen nach Basel ihren Betrieb auf und die Großherzoglichen Badischen Staatseisenbahnen nahmen am geplanten Ort des Bahnhofes ein Holzprovisorium als Aufnahmegebäude in Betrieb. Die Badischen Staatseisenbahnen bauten darauf sofort an der Verlängerung ihrer Bahnlinie Richtung Singen (– Konstanz) und konnten diese am 2. Februar 1856 bis Säckingen in Betrieb nehmen. Am 10. April 1859 schliesslich einigten sich Basel und die Bahn auf die Ausführung eines definitiven Aufnahmegebäudes, und im Mai desselben Jahres begannen die Bauarbeiten.

Badischer Bahnhof I von 1862 bis 1913[Bearbeiten]

Badischer Bahnhof von 1862

Das von dem Karlsruher Architekten Josef Berckmüller entworfene Aufnahmegebäude sah einen aus der Vorhalle herausragenden Eingangsturm vor, mit links und rechts anschliessenden Mittelbauten und weiteren Flügelbauten. Gegen die Strassenseite dominierten ferner die offenen Arkadenvorhallen. Am 1. Mai 1862 konnte der Bahnhof endlich eröffnet werden. Mit der Inbetriebnahme der durchgehenden Linie nach Konstanz im Jahr 1863 mussten die Wartesäle und Restaurationsräume bereits vergrössert werden. Die 1873 eröffnete Basler Verbindungsbahn zum Bahnhof der Schweizerischen Centralbahn[3] erforderte weitere bauliche Anpassungen.

Mit den Jahren kamen die Gleise der badischen Bahn der Stadtentwicklung immer mehr in die Quere und man suchte nach einer Lösung. 1892 wollten die Badischen Staatseisenbahnen die Bahnhofanlagen erweitern und es bestanden sogar Vorschläge, den Durchgangsbahnhof in einen Kopfbahnhof umzubauen. Die Stadt Basel aber wollte die alles zerschneidende Bahn aus den wachsenden Quartieren verbannen. Ab 1899 fanden mit dem Großherzogtum Baden Verhandlungen über eine Umgestaltung der Bahnanlagen statt und im März 1900 einigten sich die Parteien über eine Verlegung des Badischen Personenbahnhofes an die Schwarzwaldallee und über den Umbau der übrigen Bahnanlagen. Kurz danach begannen die Bauarbeiten an den neuen Gleisanlagen. Zuerst wurde der Ortsgüterbahnhof nahe der ursprünglichen Stelle wesentlich ausgebaut und als erste Stufe der Bahnerneuerung 1905 dem Betrieb übergeben.

Ab 1913, als die Bahnanlage zum neuen Standort verlegt wurde, wurde auf dem alten Bahnhofareal die Basler Herbstmesse und nach dem Ersten Weltkrieg die Mustermesse Basel abgehalten. Zwischenzeitlich diente das alte Aufnahmegebäude als Fabrik- und Lagerhalle. Am 21. Dezember 1923 wurde es abgebrochen.

Badischer Bahnhof II von 1913[Bearbeiten]

Portal zum Bahnhof
Innenansicht der Schalterhalle, vom Haupteingang gesehen. Der Zugang zu und von den Bahnsteigen befindet sich auf der linken Seite.

1906 begann man mit den Bauarbeiten an den eigentlichen Bahnanlagen, welche an den Rand der Stadt verlegt und durchwegs in neuer Hochlage erstellt wurden. Damit war das Kleinbasel von sämtlichen Niveauübergängen befreit und die Tunnel und Durchlässe für Strassen und Fussgänger konnten auf dem Niveau des Terrains erstellt werden.

Bei der Ausgestaltung der Fassade des neuen Bahnhofes schieden sich jedoch die Geister und die weiteren Querelen verzögerten den Bau des Aufnahmegebäudes. Doch schlussendlich obsiegte der Entwurf des Schweizer Architekten Karl Moser (1860–1936), von dem in Basel auch die Pauluskirche (Büro Curjel und Moser, Karlsruhe) und die Antoniuskirche stammen. 1908 genehmigte das eidgenössische Post- und Eisenbahndepartement das von der Generaldirektion der Badischen Staatseisenbahnen vorgeschlagene Projekt. Im Frühjahr 1910 konnte mit den Bauarbeiten des Aufnahmegebäudes begonnen werden. 1911 waren die Fassaden des Mittelbaues in gelblichem Keupersandstein, den man aus Siegelsbach bezog, ausgeführt. Danach folgte der Bau des Turmes und der mit einer Eisenbetondecke überwölbten Schalterhalle.

Im Sommer 1911 war der neue Badische Bahnhof an der Schwarzwaldallee im Rohbau beendet und die Kuppelhalle des Mittelbaus war bereits mit Holz ausgekleidet. Da brach am Abend des 12. August aus unbekannten Gründen im Gerüst Feuer aus und vernichtete den Rohbau. Das Grossfeuer verzögerte darauf die Inbetriebnahme des Bahnhofes um einige Monate.

Die Firma MAN AG stellte 1912 die aus fünf 20 bzw. 24 Meter weiten Hallenschiffen bestehende Bahnhofshalle auf. Die Zollabfertigungsanlagen für die durchgehenden Züge wurden auf die entsprechenden Bahnsteige verlegt.

Am 11. September 1913 konnte das Aufnahmegebäude des neuen Badischen Bahnhofs bezogen und am 13. September eröffnet werden. Er wurde der teuerste Bahnhof der Badischen Staatseisenbahnen; die gesamte Anlage kostete 65 Millionen Schweizer Franken.

Der Bahnhof blieb hinsichtlich der Hochbauten im weitesten Sinn bis heute im selben Zustand. Nur die imposante Bahnsteighalle wurde 1981/82 wegen der anstehenden, kostspieligen Erneuerung abgebrochen und durch lange Bahnsteigdächer ersetzt. In den Jahren 2005/06 wurde die Zollabfertigung grundlegend umgebaut. Zum Jahresfahrplan 2006/07 ging die sog. „Mutterspur“ in Betrieb, seit dem können die Züge aus den Gleisen 5–11 auf die Basler Verbindungsbahn durchgebunden werden. Die ausser Betrieb befindliche Grenzacher Gütereinfahrt, d. h. die niveaufreie Einfahrt von Wiesentalbahn und Hochrheinbahn, wurde allerdings bislang nicht reaktiviert. Zurzeit wird der Bau des sogenannten „Herzstücks“, der unterirdischen Verbindung Badischer Bahnhof – Schweizer Bahnhof, planerisch angegangen.

Der Badische Bahnhof im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Während der Badische Bahnhof zu Beginn des Ersten Weltkriegs noch von schweizerischen Truppen besetzt worden war, blieb der Betrieb des Bahnhofs bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in der Hand der Deutschen Reichsbahn.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 wurde schon im März 1933 am Bahnhofsturm eine Hakenkreuzfahne aufgehängt. Dies führte zu Protesten vor dem Gebäude und zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Arbeiterzeitung Basler Vorwärts vermutete Polizeischutz für den Hitlerfetzen, allerdings wurde das Zeigen der NS-Flagge in der Schweiz erst 1940 verboten.[1]

Da auf den Bahnsteigen Briefkästen der Schweizer Post standen, konnten von hier ohne Kontrolle durch die deutsche Polizei Briefe ins Ausland verschickt werden; die Kästen wurden erst 1940 abgebaut.[1] Der Personenverkehr ging bis auf ein Minimum zurück. Die deutsche Pass- und Zollkontrolle wurde ab Mai 1940 auf deutsches Gebiet nach Weil am Rhein, Lörrach-Stetten und Grenzach verlagert. Auch der gesamte innerdeutsche Umsteigeverkehr zur Wiesentalbahn und zur Hochrheinbahn wurde von da an über den Bahnhof Weil am Rhein abgewickelt. Der Verkehr zwischen Weil am Rhein und Lörrach wurde über die sogenannte Umgehungsbahn auf deutschem Gebiet umgeleitet. Die Züge zur Hochrheinbahn verkehrten ohne Halt auf den Gütergleisen hinter der Haupthalle des Badischen Bahnhofs. Dabei mussten Fenster und Türen geschlossen bleiben. Während der Durchfahrt durch die Schweiz wurde der Zug von SS-Wachen begleitet. Dies nachdem es auf Schweizer Gebiet mehrfach zu Fluchtversuchen gekommen war.

Während des Krieges wurde auch ein Grossteil des „Italienkohle“-Verkehrs über den Badischen Bahnhof abgewickelt. Täglich passierten 25 bis 30 Kohlezüge die Grenze zwischen dem Deutschen Reich und der Schweiz. Die Transporte wurden notwendig, weil Grossbritannien eine Verschiffung von Kohle an das mit Deutschland verbündete Italien unterbunden hatte. Italien war wie die Schweiz auf Kohleimporte angewiesen, weil es selbst keine Kohlevorräte besass. Da Gütertransporte in der lokalen Währung beglichen werden mussten, wurde der Badische Bahnhof teilweise zu einer der wichtigsten Deviseneinnahmen der Reichsbahn.[1]

Während der Kriegsjahre galt auf dem Bahnhof analog der Regelung in Deutschland die Mitteleuropäische Sommerzeit, während die Schweiz mit Ausnahme der Jahre 1941 und 1942 an der Mitteleuropäischen Zeit festhielt. In den Fahrplänen der Deutschen Reichsbahn war dies eigens vermerkt.

Weitere Entwicklung[Bearbeiten]

Mitte 1980 ging ein Gleisbildstellwerk des Typs SpDrL 60 in Betrieb. Die Anlage umfasste 180 Weichen, 300 Signale, 510 Zugstraßen und 750 Rangierstraßen. Neben dem Personenbahnhof steuerte das Stellwerk auch den Kreuzungsbahnhof Riehen an der Strecke Basel–Zell (Wiesental) und eine Abzweigstelle zum Rangierbahnhof Muttenz.[4]

Die Anlage ersetzt acht, teilweise seit 1913 in Betrieb befindliche, mechanische Stellwerke und ein 1956 in Betrieb genommenes DrS-Stellwerk. Die Bauarbeiten hatten im Herbst 1976 begonnen, die Baukosten waren mit 24,5 Millionen DM veranschlagt. Die Anlage wurde von zwei Fahrdienstleitern bedient, in betriebsschwachen Zeiten von einem. 42 Mitarbeiter konnten auf andere Dienststellen versetzt werden.[4]

Destinationen der Züge[Bearbeiten]

  • ICE Freiburg (Breisgau)–Karlsruhe–Frankfurt–Köln/Hamburg/Berlin/Amsterdam bzw. Bern/Interlaken
  • EC Freiburg (Breisgau)–Baden-Baden–Karlsruhe–Hamburg
  • RE Weil am Rhein–Efringen-Kirchen–Freiburg (Breisgau)–Offenburg
  • RB Rheinfelden (Baden)–Laufenburg–Waldshut–Lauchringen
  • IRE Rheinfelden (Baden)–Waldshut–Schaffhausen–Ulm
  • CNL Hamburg/Amsterdam/Berlin/Dresden/Köln/Prag/Kopenhagen
  • S 6 Basel SBB/Lörrach–Schopfheim–Zell im Wiesental

Besonderheiten als Grenzbahnhof[Bearbeiten]

Der Badische Bahnhof liegt zwar auf Schweizer Staatsgebiet, gilt jedoch durch den ursprünglich zwischen dem Großherzogtum Baden und der Schweizer Eidgenossenschaft abgeschlossenen Staatsvertrag teilweise als deutsches Zollgebiet. Wer im Badischen Bahnhof (vergleichbar einem Transitbahnhof) zwischen zwei deutschen Destinationen umsteigt, hat das deutsche Zollgebiet nicht verlassen. Mehrere Staatsverträge regeln die Befugnisse deutscher und schweizerischer Beamter im Bahnhof und in fahrenden Zügen, auch zollrechtliche Fragen, sowie die Erlaubnis für einzeln reisende deutsche Militärangehörige über die Benutzung des Bahnhofs.

Im Personenverkehr von und nach Deutschland wird der Bahnhof wie ein Bahnhof der Deutschen Bahn behandelt. Für innerschweizerische Fahrten, die über den Badischen Bahnhof führen, finden Schweizer Tarife Anwendung. Der Bahnhof liegt in der Tarifzone 10 des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW) und in der Tarifzone 8 des Regio Verkehrsverbunds Lörrach (RVL).

Bis zum Beitritt der Schweiz zum Schengener Abkommen am 12. Dezember 2008 fand die Ausweis- und Zollkontrolle für Reisende, die im Badischen Bahnhof ein- oder ausstiegen, an Schaltern zwischen Bahnsteigunterführung und Empfangshalle statt. In internationalen Zügen geschah dies im Zug. Somit konnte es vorkommen, dass ein Reisender von Basel SBB zum Schweizer Bahnhof Riehen an der Wiesentalbahn seinen Pass vorweisen musste, ohne die Schweiz verlassen zu haben. Derartige Kontrollen sind seit dem 12. Dezember 2008 nur noch im Rahmen etwaiger Stichproben durch die Zollbeamten möglich, da die regulären Ausweiskontrollen durch den Beitritt zum Schengener Abkommen entfallen sind.

Trotz seiner komplett in der Schweiz befindlichen Lage wird der Bahnhof vollumfänglich von der Deutschen Bahn betrieben. Die Preise im Reisebüro und an den Schaltern werden in Euro berechnet. Eine Bezahlung in Schweizer Franken ist aber ebenfalls möglich. An den Fahrkartenautomaten sind Hinweise auf einen eventuellen Auslandszuschlag bei Bezahlung mit deutschen Kreditkarten angebracht.

Weitere von der DB betriebene Bahnhöfe in der Schweiz befinden sich im benachbarten Riehen sowie an der Hochrheinbahn-Strecke im Kanton Schaffhausen. Die Waren der diversen Läden im Bahnhof können in Euro oder Schweizer Franken bezahlt werden. In der Bahnhofsbuchhandlung muss jedoch auch für deutsche Zeitungen, Zeitschriften und Bücher der aufgedruckte (umgerechnet höhere) Schweizer Preis bezahlt werden.

Früher waren die überlangen Bahnsteige 1 und 2 (Gleise 2 bis 5) zolltechnisch in einen südlichen, schweizerischen Teil und einen nördlichen, deutschen Teil unterteilt. Die Züge kamen stets im Teil des Herkunftslandes an und wurden nach der Zollkontrolle und dem Lokwechsel in den anderen Bahnsteigteil vorgezogen. Noch heute besitzt der Bahnhof auf Höhe des Turmes eine Südunterführung mit Ausgang zur Stadt Basel, auf den Bahnhofplatz. Diese diente früher den innerstädtischen Reisenden von Basel. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Unterführung in die Stadt mit einem Tor geschlossen. Sie konnte nur noch zum Wechsel der Bahnsteige im Bahnhof selbst genutzt werden. Ab und zu wurde das Tor zur Stadt noch geöffnet, wenn ein Extrazug Reisende brachte, die eine der grossen Veranstaltungen in den nahegelegenen Basler Messehallen besuchten. Mit der Verlegung der Tramhaltestelle von der Rosentalstrasse auf den Bahnhofsvorplatz, wurde der Wunsch nach einem kürzeren Weg zu den Zügen immer lauter. Am 17. Januar 2014 wurde der Zugang wieder vollumfänglich geöffnet. Vom Bahnhofsvorplatz aus führt die Rosentalstrasse in Richtung Messeplatz mit dem weithin sichtbaren Basler Messeturm und weiter über die Mittlere Rheinbrücke ins Zentrum von Grossbasel.

Nördlich des Personenbahnhofes besteht ein früherer Rangierbahnhof der ehemaligen Deutschen Bundesbahn und heutigen Deutschen Bahn. Dessen südlicher Teil ist, wie bereits auch der Badische Güterbahnhof abgerissen. Der Rest dient heute nur noch dem örtlichen Güterverkehr, dem mit einer kurzen Stichbahn angeschlossenen rein innerschweizerischen Hafenbahnhof Kleinhüningen Hafen der Schweizerischen Bundesbahnen und wird als Containerbahnhof genutzt. Die Staatsgrenze zwischen Deutschland und der Schweiz verläuft durch diesen Bahnhofsteil.

Der Badische Bahnhof ist ausserdem Sitz des Beauftragten für die deutschen Eisenbahnstrecken auf Schweizer Gebiet bei der Deutschen Bahn AG (DB Netz AG, Infrastruktur Schweiz)[5] und des Honorarkonsuls der Bundesrepublik Deutschland. Zudem ist im Badischen Bahnhof ein Postamt der Schweizer Post und eine Schweizer Polizeistation angesiedelt.

Die deutsche Bundespolizei ist auf dem Badischen Bahnhof, also auf schweizerischem Hoheitsgebiet, polizeilich tätig.[6]

Kultur[Bearbeiten]

Im südlichen Teil des Bahnhofsgebäudes residiert die Helmut Förnbacher Theater Company. In den Räumlichkeiten der ehemaligen Restaurationsbetriebe Buffet I und II im nördlichen Teil ist seit 2002 der «Gare du Nord – Bahnhof für Neue Musik» angesiedelt, das erste experimentelle Musikzentrum der Schweiz, in dem u. a. bereits Christoph Marthaler und Herbert Wernicke Theateraufführungen inszeniert haben. Hausensemble des «Gare du Nord» ist das «Ensemble Phoenix Basel». Das Buffet I ist heute als «Bar du Nord» ein multifunktionaler Veranstaltungsraum, in dem u. a. regelmässig Fussballspiele auf Grossleinwand übertragen werden.

Bahnstromumrichter[Bearbeiten]

Am Badischen Bahnhof wurde 1935 eine operationelle Anlage zur Kopplung des Bahnstromnetzes mit dem öffentlichen Netz mithilfe von Quecksilberdampf-Stromrichter in Betrieb genommen. Die von der AEG gebaute Anlage verfügte über eine Übertragungsleistung von 5,4 MVA.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Deutsche Bundesbahn, Betriebsamt Basel (Hrsg.)/ Klaus Valk (Red.): Der Badische Bahnhof in Basel: zum 70-jährigen Bestehen am heutigen Standort und aus Anlass der Fertigstellung der umfassenden Erneuerungsarbeiten. Deutsche Bundesbahn, Betriebsamt Basel, Basel 1983.
  • Albert Kuntzemüller: Hundert Jahre Badischer Bahnhof Basel. In: Schweizerisches Archiv für Verkehrswissenschaft, Jg. 10, Nr. 2, Orell Füssli, Zürich 1955, S. 168–181.
  • Adolf Schmid: 150 Jahre Basel Badischer Bahnhof. In: Badische Heimat, Jg. 82, Freiburg i.Br. 2002, S. 798–803.
  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz – Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Verlag Berichthaus, Zürich 1976, ISBN 3-85572-018-5.
  • Alex Amstein: Der Badische Bahnhof von 1913 in Basel. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 8–9/2005, S. 395–399.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Basel Badischer Bahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Badische Zeitung, 7.September 2013, Franz Schmider: badische-zeitung.de: 100 Jahre Badischer Bahnhof: Im Grenzbereich (7.September 2013)
  2. Hans Kobschätzky: Streckenatlas der deutschen Eisenbahnen 1835–1892. Alba, Düsseldorf 1971, keine ISBN, S. 17
  3. Die Schweizerische Centralbahn wurde 1902 in die neu gegründete Schweizerische Bundesbahn (SBB) integriert
  4. a b  Schmehling: Neues Gleisbildstellwerk im Badischen Personenbahnhof in Basel. In: Die Bundesbahn. 56, Nr. 7, 1980, ISSN 0007-5876, S. 501.
  5. Allgemeine Infrastruktur-Benützungsbedingungen für die deutschen Eisenbahnstrecken auf Schweizer Gebiet, DB Netze, Ziff. 19.4 (S. 14), Fassung 1. Januar 2012 (PDF; 238 kB).
  6. * Infos über das Gesetz zur Umbenennung des Bundesgrenzschutzes in Bundespolizei