Biogen Idec

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Biogen Idec
Logo von Biogen Idec
Rechtsform Corporation
ISIN US09062X1037
Gründung 1978 als Biogen NV[1]
Sitz Cambridge (Massachusetts), USA
Leitung George A. Scangos, CEO[2], William D. Young, Chairman of the Board[3]
Mitarbeiter > 6.000[4]
Umsatz 6,9 Mrd. USD (2013)[5]
Branche Biotechnologie, pharmazeutische Industrie
Website www.biogenidec.com www.biogenidec-international.com

www.biogenidec.de

Biogen Idec ist ein US-amerikanischer Biotechnologiekonzern mit Sitz in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts. Die Firma ging aus der 2003 erfolgten Fusion der Firmen Biogen (gegründet 1978) und Idec Pharmaceuticals (gegründet 1985) hervor.[1] Sie arbeitet im neurologischen Bereich und beschäftigt sich insbesondere mit der multiplen Sklerose, sowie - in Deutschland - mit der Schuppenflechte.[6] Darüber hinaus forscht der Konzern in den Indikationsbereichen Onkologie, Rheumatologie und Hämophilie.[7] Die Gesamteinnahmen betrugen im Jahr 2013 ca. 6,9 Mrd. USD.[5] Das Unternehmen betreibt Niederlassungen in Australien, Europa, Japan und Kanada. Die internationale Zentrale für Märkte außerhalb der USA befindet sich im schweizerischen Zug.[8][9] Weltweit beschäftigt Biogen Idec mehr als 6000 Mitarbeiter.[4] Geschäftsführer in Deutschland ist Boudewijn van Bochove.[10]

Produktentwicklung[Bearbeiten]

Der Konzern nutzt rekombinante DNA-Technologie, auch Biotechnologie genannt. Diese ermöglicht es, humane Proteine und damit Arzneimittel mithilfe von Mikroorganismen zu produzieren. Das Unternehmen entwickelt sowohl neue Substanzen als auch bereits zugelassene Moleküle weiter.[11]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Biogen wurde im Jahre 1978 durch eine Gruppe von international renommierten, europäischen und amerikanischen Wissenschaftlern als niederländisches Unternehmen (NV) gegründet. Unter den Gründungsmitgliedern befanden sich unter anderem die späteren Nobelpreisträger Walter Gilbert (Nobelpreis für Chemie 1980) und Phillip Sharp (Nobelpreis für Medizin 1993) sowie die Wissenschaftler Heinz Schaller und Charles Weissmann. Schon bald zeigten sich erste Erfolge in der Entwicklung von rekombinanten Impfstoffen gegen die viralen Erreger der Hepatitis B (HBV, mit Ken Murray, EMBL/Edinburgh) und der Maul- und Klauenseuche (MKSV, mit Peter Hans Hofschneider, Martinsried).

Zunächst verfügte Biogen über keine eigenen Vertriebskapazitäten: so wurde 1980 ein von Biogen entwickeltes Verfahren zur Herstellung von Alpha-Interferon an die Firma Schering-Plough (heute MSD) auslizenziert. Im Jahr 1989 erfolgte die Markteinführung des von der Firma SmithKline Beecham (heute GSK) hergestellten Impfstoffs gegen Hepatitis B, dessen Produktion auf einem von Biogen patentierten gentechnischen Verfahren beruht.

1983 erfolgte der Börsengang von Biogen unter dem NASDAQ-Symbol BGEN. Idec Pharmaceuticals wurde 1985 in San Francisco, Kalifornien (USA) gegründet und ging 1991 an die Börse (NASDAQ: IDPH). 2003 schließen sich Biogen und Idec Pharmaceuticals zu Biogen Idec zusammen (NASDAQ: BIIB).

2006 übernahm Biogen Idec die Fumapharm AG und deren Fumarsäureester zur Behandlung der Schuppenflechte, sowie das in der klinischen Prüfung befindliche (Stand 2011) orale Fumaratderivat.[1][12]

Medikamente[Bearbeiten]

  • Avonex® (Wirkstoff: Interferon beta-1a) wird seit 1996 zur Behandlung der schubförmigen multiplen Sklerose (MS) eingesetzt und/oder zur Behandlung nach einem einmaligen demyelinisierenden Ereignis mit entzündlichem Prozess. Als Darreichungsformen stehen Avonex® PENTM, Lyophilisat (Trockensubstanz) und Fertigspritze zur Verfügung.[13] Es war das erste von Biogen selbst vertriebene Produkt.[12]
  • Fampyra® (Wirkstoff: Fampridin) ist als erstes Medikament zur Verbesserung der Gehfähigkeit von erwachsenen MS-Patienten (EDSS 4 – 7) bei allen Verlaufsformen der MS.[14]
  • Fumaderm® (Wirkstoff: Dimethylfumarat und Calcium-, Magnesium- und Zink-Salze von Ethylhydrogenfumarat) ist zugelassen zur Behandlung von mittelschweren bis schweren Formen der Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte), sofern eine alleinige äußerliche Therapie nicht ausreichend ist.[15]
  • Rituxan® (Wirkstoff: Rituximab) wurde zusammen mit Genentech entwickelt und ist das erste auf einem monoklonalen Antikörper beruhende Krebstherapeutikum zur Behandlung bestimmter Formen des B-Zell Non-Hodgkin Lymphoms (NHL). Der Antikörper ist gegen das CD20 Antigen gerichtet, welches sich auf normalen und malignen Lymphozyten befindet.[18] In Europa wird Rituximab von Roche unter dem Handelsnamen MabThera® vermarktet.[19]
  • Tysabri® (Wirkstoff: Natalizumab) wurde als erster monoklonaler Antikörper zur Behandlung der Multiplen Sklerose in Zusammenarbeit mit der Elan Corporation entwickelt. Tysabri® wurde aufgrund dreier Fälle von Progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) im Februar 2005 durch Biogen Idec in Absprache mit der FDA vom Markt zurückgezogen. Am 6. Juni 2006 wurde Tysabri® nach umfangreichen Überprüfungen aller bisher mit Tysabri® therapierten Patienten durch die FDA wieder zugelassen. Am 27. Juni 2006 erfolgte auch die europäische Zulassung durch die Europäische Kommission und im Folgenden die Markteinführung von Tysabri® zuerst auf dem deutschen Markt.[21][23][24]

Pipeline[Bearbeiten]

Biogen Idec forscht unter anderem in den Indikationen CLL, Hämophilie und MS und hat zahlreiche Produktkandidaten in der klinischen Erforschung. Eines davon befindet sich im Zulassungsverfahren: ein rekombinantes Fusionsprotein (rFVIIIFc).[25]

Die monoklonalen Antikörper Daclizumab und Obinutuzumab befinden sich - zum Teil - noch in der experimentellen Phase.[25]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c Meilensteine von Biogen Idec, abgerufen am 2. August 2013 von der deutschen Website
  2. Management, abgerufen am 2. August 2013 von der globalen Website
  3. Board of Directors, abgerufen 2. am August 2013 von der globalen Website
  4. a b George A. Scangos: Letter from Leadership. Dear Fellow Stakeholders. In: GLOBAL SITES - CORPORATE CITIZENSHIP. Biogen Idec, 2013, abgerufen am 3. Oktober 2013 (englisch).
  5. a b Fundamentals / Revenue & Earnings. Biogen Idec. 2014. Abgerufen am 1. Mai 2014.
  6. Das Unternehmen, abgerufen am 5. August 2013 von der deutschen Website
  7. Forschung & Untwicklung, abgerufen am 2. August 2013 von der deutschen Website
  8. Global Locations, abgerufen am 2. August 2013 von der globalen Website
  9. International, abgerufen am 2. August 2013 von der internationalen Website
  10. Management, abgerufen am 2. August 2013 von der deutschen Website
  11. Product Pipeline, abgerufen am 2. August 2013 von der globalen Website
  12. a b History, abgerufen am 2. August 2013 von der globalen Website
  13. www.avonex.de, abgerufen am 2. August 2013
  14. www.fampyra.de, abgerufen am 2. August 2013
  15. Fumaderm® initial / Fumaderm® Fachinformation (PDF; 57 kB), Fachinfoservice, abgerufen am 2. August 2013
  16. PLEGRIDY™ (Peginterferon beta-1a) Approved in the European Union for the Treatment of Multiple Sclerosis, PM von Biogen Idec vom 23. Juli 2014, abgerufen am 11. September 2014
  17. Biogen Idec’s PLEGRIDY™(Peginterferon Beta-1a) Approved in the US for the Treatment of Multiple Sclerosis, PM von Biogen Idec vom 15. August 2014, abgerufen am 11. September 2014
  18. Rituxan®, abgerufen am 2. August 2013 von der globalen Website
  19. MabThera® Fachinformation (PDF; 349 kB), Fachinfoservice, abgerufen am 2. August 2013
  20. Summary of the European public assessment report (EPAR) for Tecfidera, EPAR (nur englisch verfügbar), abgerufen am abgerufen am 11. September 2014 von der Website der EMA
  21. a b Fumarsäureester: PML in der Psoriasis-Behandlung, Deutsches Ärzteblatt vom 26. April 2013, abgerufen am abgerufen am 11. September 2014
  22. Tecfidera® (Dimethyl Fumarate) Approved in the European Union as a First-Line Oral Treatment for Multiple Sclerosis, PM von BiogenIdec vom 4. Februar 2014, abgerufen am 11. September 2014 von der globalen Website
  23. Summary of the European public assessment report (EPAR) for Tysabri, EPAR (nur englisch verfügbar), abgerufen am 1. Mai 2014 von der Website der EMA
  24. www.tysabri.de, abgerufen am 2. August 2013
  25. a b Product Pipeline, abgerufen am abgerufen am 11. September 2014 von der globalen Website

Weblinks[Bearbeiten]