Burg Windeck (Sieg)

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Burg Windeck
Burg Windeck im Juli 2005

Burg Windeck im Juli 2005

Alternativname(n): Neu-Windeck
Entstehungszeit: um 1174
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Ruine Teile des Bergfrieds, Treppenturm, Außenmauer, Mauer des Rittersaals
Ständische Stellung: Grafen, Klerikale, Herzöge
Ort: Windeck-Altwindeck
Geographische Lage 50° 48′ 49,5″ N, 7° 34′ 44″ O50.8137416666677.5788833333333Koordinaten: 50° 48′ 49,5″ N, 7° 34′ 44″ O
Burg Windeck (Sieg) (Nordrhein-Westfalen)
Burg Windeck (Sieg)
Grundriss

Die Burg Windeck ist eine Ruine in Windeck im Rhein-Sieg-Kreis. Die Burgruine liegt auf dem Schlossberg oberhalb von Altwindeck. Die Burg wurde als „castrum novum in windeke“ bereits 1174 erstmals urkundlich erwähnt, doch gilt es unter Archäologen als wahrscheinlich, dass sie älter ist, als dieses Datum aussagt.

Burg Windeck, Luftaufnahme

Geschichte[Bearbeiten]

Heinrich der Zweite von Brabant
Bergfried der Burg Windeck im Mai 2007
Plateau Burg Windeck im Mai 2007
Sicht auf den Innenhof, 2006
Panorama der Burgruine

Grafen von Thüringen[Bearbeiten]

Für das 12. Jahrhundert sind zwei Burgen auf dem Burgberg bekannt. Alt-Windeck (nicht zu verwechseln mit der Ortschaft Altwindeck, früher Windeck), eine Turmburg auf dem Sporn des Burgbergs, und Neu-Windeck, die heute als Burg Windeck bekannt ist. Beide befanden sich 1174, bei der ersten urkundlichen Erwähnung, im Besitz der Landgrafen von Thüringen. Das castrum novum wurde von Graf Heinrich Raspe III., dem Bruder des thüringischen Landgrafen Ludwig III., als Lehen an Graf Engelbert I. von Berg gegeben.

Erzbischöfe von Köln[Bearbeiten]

Zwischen 1185 und 1188 verkaufte Ludwig III. seinen westfälischen Allodialbesitz, dabei auch Alt- und Neuwindeck, für 3.700 Mark an den Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg. Nach Zahlung des Restkaufbetrages wurde 1197 der Besitz feierlich mit Entgegennahme neuer Treueeide übergeben. Vertragspartner waren inzwischen der neue Kölner Erzbischof Adolf I. und Graf Dietrich von Landsberg, der die Tochter und Erbin von Ludwig III. geheiratet hatte.

Herzöge von Brabant[Bearbeiten]

1247 belehnte Herzog Heinrich von Brabant, der inzwischen auch Landgraf von Thüringen war, Graf Adolf IV. von Berg mit Burg Windeck. Bald darauf erhielt dieser in einem Vergleich Windeck, Bensberg und auch die Hälfte der Einkünfte der Grafschaft Berg. Später kaufte Graf Adolf auch Alt-Windeck. Als Gräfin Mechthild von Sayn 1250 Burg Windeck an den Kölner Erzstift verkaufte, versagte Adolf von Berg seine Zustimmung, bot aber seinerseits 1267 die Höfe Musbach und Merten als Entschädigung an, was vom Kölner Erzstift angenommen wurde. Diese fielen dann statt der vorgesehenen Burg Windeck als Lehen an Gerhard von Wildenburg, einen Vasall der Sayner.

Grafen von Elberfeld[Bearbeiten]

Ansprüche der Herren von Elberfeld wurden in einem Vergleich geregelt. Sie verzichteten auf die Schlüsselgewalt von Burg Windeck und erhielten dafür ein Burglehen in Windeck und ein Haus in Neu-Windeck.

Herzöge von Berg[Bearbeiten]

Ritter von Holstein[Bearbeiten]

1388 war ein Ritter mit Namen Wilhelm Stael von Holstein der dortige Amtmann. An ihn waren Burg, Land und Leute verpfändet worden. Er musste die Burg instand setzen und acht bewaffnete Männer unterhalten. Die Amtmänner waren zuerst Ritter, später Dienstadel und Vertreter der Landesherren.

Grafen von Kleve und von der Mark[Bearbeiten]

1397 wurde die Burg nach der verlorenen Schlacht bei Kleverham durch Herzog Wilhelm II. von Berg an die Grafen Adolf von Kleve und Dietrich von der Mark bis zur Hinterlegung des Lösegeldes verpfändet, aber bereits 1398 vom Grafen Adolf von Berg, dem Sohn Wilhelms, wieder besetzt, nachdem Dietrich von der Mark in einer Fehde mit ihm bei Elberfeld gefallen war.

Herzöge von Berg[Bearbeiten]

Adolf, war seit 1408 Herzog von Berg und seit 1423 auch Herzog von Jülich.

Landgrafen von Hessen[Bearbeiten]

1433 schloss Herzog Adolf mit Landgraf Ludwig von Hessen ein Bündnis und übergab dafür die Burgen Denklingen, Neuenberg bei Lindlar und Windeck. Die Hessen waren früher ein Teil der thüringischen Landsmannschaft.

Grafen zu Nesselrode[Bearbeiten]

Adolf von Jülich und Berg verpfändete aus Geldnot aufgrund vieler Fehden 1435 auch Burg und Herrlichkeit Windeck an Wilhelm von Nesselrode d. J. (seinen Amtmann seit 1431) für 10.000 rheinische Fl. Als solcher war Wilhelm dazu verpflichtet, die Burganlage instand zu halten. Allein zwischen 1443 und 1445 gab er dazu 5530 oberländische Gulden aus. Weitere kostspielige Ausbesserungen durch die Familie von Nesselrode folgten bis 1515. Nachfolger waren 1474 bis 1510 der jüngste Sohn Bertram von Nesselrode, dessen Neffe Heinrich von Nesselrode (1510-1513), dessen minderjähriger Sohn Wilhelm von Nesselrode in Teilunion mit dem Bruder Mauritius von Nesselrode (1515-1528).

Johann von Seelbach[Bearbeiten]

Von 1542 bis 1549 amtierte Johann von Seelbach zu Crottdorf. Er bezog ein Amtgeld von 100 Fl., 300 Zentnern Hafer und dem Zehnten. Dafür musste er einen Kaplan, einen Kellner, einen Bäcker, einen Koch, einen Landboten, Pförtner und vier Wächter einstellen.

Johann von Nesselrode[Bearbeiten]

Der Sohn von Wilhelm war Amtmann bis 1561. In dieser Zeit kamen Dattenfeld und Much zum Amt Windeck.

Johann von Lützenrode[Bearbeiten]

Als Johann von Nesselrode verstarb und keine mündigen Nachfahren hinterließ, wurde Johann von Lutzenrath zum Amtmann auf Windeck bestellt (1561 bis 1586).

1583 kam es zum Kölner oder truchsessischen Krieg. Am 20. August zog der rheinische Pfalzgraf Johann Casimir mit 7.000 deutschen, lothringischen und französischen Soldaten durch das Amt Windeck. Am 1. Januar 1584 zogen Eitel Heinrich von Braunschweig und Ludtwich Stumpf mit 5.000 Soldaten durch Windeck.

Amtmann Johann, Bertram IV. von Lützenrode (Gebhardshain). Er war seit 1537 Amtmann zu Blankenberg im heutigen Siegkreis. Gestorben 1589. Johann von Lutzenrode (auch Lützenrath ist in der Geschichte vermerkt) war von 1561 bis 1586 Amtmann von Windeck. Der Name Gebhardshain wurde immer seltener angeführt, man nannte sich nur noch von Lützenrode.

Die Herzöge stellten für ihre Verwaltung officiati ein, so auch Wilhelm Herzog von Berg. Der Begriff bezeichnete den Rechtsstatus der landesherrlichen Amtsträger. Zunächst waren sie `Meier` (villici), `Richter´ (indices bzw. iusticicarii), `Vögte` (advocati), ´Drosten´ (dapiferi), aber zugleich auch `Beamte`(officiati). Viele oder sogar die meisten kamen aus dem niederen Adel. Der Amtmann, siehe die Ahnen dieser Zeit, vertrat den Landesherrn in allen Rechten und Pflichten. Er hatte für die Landesverteidigung zu sorgen und für den inneren Frieden. Er war für die Rechtsprechung verantwortlich und kümmerte sich um die Eintreibung und Verwendung der landesherrlichen Einkünfte. Damit war der Amtmann auf die Dauer überfordert, besonders als der Amtmann auch für die Niederlegung der Schriftstücke verantwortlich zeichnete. Die Rechtsprechung wurde ausgegliedert, Statt des Amtmanns gab es beamtete Richter wie den Vogt oder Schultheiß. Sie alle waren unmittelbar der Zentrale gegenüber rechenschaftspflichtig. Der Hof, das ´Haus` des Fürsten bzw. des Herzogs blieb der Mittelpunkt der Landesverwaltung. (Ja,S.118/9)

"Zur Geschichte der rheinischen Adelsfamilien ? Die adeligen Sitze im Amte Windeck" erwähnt Oswald Gerhard auf Seite 25, bezogen auf das Jahr 1581: "Ich, Joh. v. Lutzenrodt (Amtmann von Windeck) habe zu Enselkampf (bei Marienhagen) einen adelichen seeß zu bauen angefangen." Weiter heißt es: "Im Kirspel (Kirchspiel) Much liegt ein alter strunk (Mauerrest) und adelicher seeß, Hillesheim genant, welcher itzo durch Tonis Hillesheim bewonet wird. Noch ligt zu Markelspach ein alter steinen strunk in einem wassergraben und ist den Kindern von Nesselrodt zu Erishoven zustendig."

Die Burg Windeck wird 1174 erstmals erwähnt als militärische Festung. Windeck scheint erst 1350 entstanden zu sein. und war seit 1740 die südlichste Spitze des Herzogtums Berg. Amtmann oder Amtsverwalter zu sein, entsprach vielleicht dem eines Landrates. Windeck war nach 1555 eines von 18 Verwaltungsbezirken (Ämter oder Vogteien) zwischen Ruhr und Sieg im Herzogtum. Windeck lag 1624 bei dem Steueraufkommen unter allen Bezirken im oberen Feld. An der Spitze lag Blankenberg mit 1192 Reichstaler, 76 Albus und vier Heller (1 Reichstaler = 80 Albus, 1 Albus = 12 Heller). Windeck war also kein unbedeutender Amtsbezirk.

Kirchliche Trauung nach 1521 mit Barbara Scheiffart von Merode zu Bornheim. Sie war die Tochter von Gerhard und Elisabeth Beissel v. Gymnich. Aus der Ehe stammen vier Kinder. Die Familie soll auf Scheiffart von Merode zu Weilerswist zurückgehen. Seine Söhne hätten Ritter Goswin Brent von Vernich eine Erbrente von fünf Malter Korn im Jahre 1429 verkauft. Auch die Schreibweise Vernich kam später auf. Vernich ist insofern ein Begriff, da hier spätere Nachkommen wohnten (Minten, Münchmeyer usw.) Aus dieser Ehe stammt: Wilhelm Bertram V. v. Lützenrath/Lutzerode (Gebhardshain).

Amtmann Wilhelm Bertram V. v. Lützenrath/Lutzerode (Gebhardshain).

Er wurde 1562 von Herzog Wilhelm von Berg mit ´Manngeburn´ aus dem Amte zu Blankenberg belehnt. Im Jahre 1564 durfte er bei der Wahl Kaiser Maximilians II. in Frankfurt/Main dabei sein. Der größte Teil der Besitzungen des Geschlechts Lützenrath/Lutzerode lag im Flussgebiet der mittleren Sieg und der Nister. Lutzerode soll abgeleitet sein von Lützerath, einer Besitzung westlich von Cochem an der Mosel. Da aber alle Vorfahren im rechtsrheinischen Gebiet ansässig gewesen waren, kann der Name nur aus dem Umfeld des Gebhardshainer Geschlechtes zu suchen sein. Dieses niederadelige Geschlecht ist an der unteren Sieg zu vermuten. Im Jahre 1222 soll Rorich von Gebhardshain bei der Schenkung des Erzbischofs Engelbert von Köln an das Kloster Marienstatt auf der Burg Blankenberg zugegen gewesen sein.

Es sei nochmals auf die unterschiedlichen Schreibweisen der Namen hingewiesen wie Lutzenrad (1595), Lützenrath (1652), Lutzenrodt (1652), Lutzenrath (1653), Leuscherad (1730), Leuscheradt (ebenfalls 1730) und Lützerath (1802). Alle waren im rechtsrheinischen Gebiet angesiedelt. Es ist nicht geklärt, ob Gebhardshain je eine Besitzung in Leuscherath hatte.

Nach seiner Bestimmung als Amtmann war Wilhelm Bertram V. letztlich auch der Erbe der Besitzungen zu Hardenberg und Clyff bei Hattingen. Das Haus Hardenberg ging 1525?1655 auf das Geschlecht Bernsau über.

Verheiratet mit Luitgarde (Luitwina) von Neuhoff gt. Ley. Sie war die Tochter von Wilhelm und Johannae Mechtildis v. Merode/Meuerdt. Sie wurde Erbin von Mehrum. Aus der Ehe mit Wilhelm Bertram V. stammen drei Kinder, u.a. Joan Frantz von Lutzerode von Clyff. Lutwina v. Neuhoff, genannt Ley, heißt es in den Archivalien. Aus dieser Ehe stammt: Joan Frantz, Bertram VI. von Lutzerode von Clyff (Gebhardshain).

Amtsverwalter Joan Frantz, Bertram VI. von Lutzerode von Clyff (Gebhardshain). Clyff ist der Name des Cleverhofes bei Hattingen. 1580 wurde Joan Frantz von Lutzerode Amtsverwalter, danach Herr zu Rott am Dürresbach (Rath bei Mülheim bei Köln, heute ein Stadtteil von Köln). Am 28. Dezember 1591 verkaufte das Ehepaar einzelne größere Besitzungen. 1610 war er auf dem Rittergeding zu Opladen anwesend. 1612 wurde seine Anwesenheit bei Heinrich Quad zu Bellinghausen erwähnt. Um 1619 oder 1620 wurde er zusammen mit Philipp von der Lippe, genannt Hoen, erwähnt. Dann war er bis 1625 Amtmann zu Misloe. Noch im gleichen Jahr (1625) übertrug ihm Graf Adolf von Nesselrode das Amt Windeck.

Die Freiherren Lützerode, Lützenrode, Lützenrath, einst auch Lütgenroide geschrieben, waren Freiherren. Das Wappen hätte ein tiefes Rot mit drei schrägrechts aneinander stoßenden silberne Rauten gehabt. Es soll zuvor ein altes, niederrheinisch?westfälisches Adelsgeschlecht gewesen sein, später jedoch ein jülich?bergisches Rittergeschlecht.

Verheiratet (1) mit Margarethe zu Auel von Meuchen. Sie war die Tochter von Joannis v. Meuchen und Catharina von Hillesheim in der Eifel. Verheiratet (2) mit Anna von Lüdinghausen gt. Wolf. Aus der ersten Ehe stammt: Bertram, Freiherr von Lutzerode von Clyff.

Amtsverwalter Bertram, Freiherr von Lutzerode von Clyff, gestorben 1645. Er war zunächst Amtsverwalter zu Miseloe und um 1622 Amtsverwalter im Amt Windeck unter Bertram von Nesselrode.

Im Jahre 1632 nahmen im Dreißigjährigen Krieg die Schweden unter Baudissin die Burg Windeck ein. Damit war der Untergang besiegelt. Nach vierjähriger Besetzung wurde die Burg wieder an den Herzog zurückgegeben, aber 1646 rückten die Schweden mit den Hessen erneut vor das Schloss. Nach einjähriger Belagerung zogen die Truppen ab. 1672waren es dann die Franzosen, die alles in Trümmer legten. Die Burg war zerstört, doch der Amtsbezirk Windeck erlangte erst seine Bedeutung.

Über Gebhardshain ist in den Auflistungen zu lesen, dass Johann Wilhelm von Hassel mit Anna Magdalena von Lützenroth, Tochter des Bertram von Lützenroth und dessen Frau, eine Eheverabredung getroffen habe.

Verheiratet mit Anna Maria von Rottkirchen. Sie war die Tochter von Jacob zu Isenburg, der Bürgermeister zu Cöllen war, sowie Maria v. Hetzingen. Aus dieser Ehe stammt: Joan Friedrich von Lutzenrode zu Clyff.

Wienand von Leerath[Bearbeiten]

Als dessen Nachfolger, Wienand von Lyradt zu Hunstorf, ebenfalls 1586 starb, gelangte das Amt Windeck wieder an die Herren von Nesselrode.

Grafen zu Nesselrode[Bearbeiten]

Wienand von Leerath amtierte von 1586 bis 1589 als Amtmann. Er war vielleicht der Vormund von Wilhelm von Nesselrode, dessen Daten unklar sind. Er war Amtmann von Windeck und auch Blankenberg seit 1582 oder 1586 und starb 1599 oder 1608.

Um diese Zeit waren erneut größere Instandsetzungen an den Gebäuden in Windeck erforderlich, die nach dem Gutachten von Johann II. von Pasqualini, einem Enkel des bekannten Baumeisters Alessandro Pasqualini, 1602 und 1609 ausgeführt wurden.

Nachfolger von Wilhelm war Bertram von Nesselrode. Dieser wurde 1610 im Rahmen des Jülisch-Klevischen Erbfolgestreit abgesetzt. Er starb 1618.

Pfalz-Neuburg/ Kurbrandenburg[Bearbeiten]

Rudolf der Zweite

Als 1609 der letzte Herzog von Berg von Jülich-Kleve-Berg starb, wurde eine Doppelherrschaft der Erbberechtigten vereinbart. Kaiser Rudolf II. belehnte dagegen das kurfürstliche Haus Sachsen mit dem Herzogtum Berg. Es kam auch zu Kampfhandlungen zwischen Prinz Moritz von Oranien und kaiserlichen Truppen unter Johann von Reuschenberg bei der Feste Jülich, aber nicht im Amt Windeck.

Heinrich Quadt von Isengarten[Bearbeiten]

1610 wurde für den katholischen Bertram der Lutheraner Heinrich Quadt von Isengarten Amtmann. Er war beteiligt am Truchsessischen Krieg und, als Söldnerführer, an Kämpfen in Frankreich. Er war auch kaiserlicher Obrist in der Reichsarmee und besetzte Windeck 1609 oder 1610 mit Landschützen und Söldnern.

1613 wurde Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm katholisch, Kurfürst Johann Sigismund calvinistisch. Beide verlangten Alleineigentum. Mit den Parteien niederländische Generalstaaten und Frankreich gegen katholische Liga, Spanien und das Kaiserreich wurde erneut die Gefahr eines europaweiten Krieges beschworen, aber bereits 1614 im Vertrag von Xanten vorläufig gebannt. 1615 griffen Landschützen aus Blankenberg und Windeck unter Unterstützung von Söldnern vergeblich Siegburg an, welches noch spanisch besetzt war.

Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm versuchte 1615, Heinrich Quadt ohne Einwilligung des brandenburgischen Kurfürsten abzusetzen. Dieser blieb Amtmann bis 1617, trat aber 1615 in den Dienst des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg. 1617 starb er hochverschuldet.

Kurbrandenburg[Bearbeiten]

1618 begann der Dreißigjährige Krieg in Böhmen. Bis 1622 war Windeck von kurbrandenburgischen Truppen besetzt, zeitweise unter Oberstleutnant Stephan Gans Edler Herr zu Putlitz. Ab 1622 war Windeck von Truppen der Generalstaaten besetzt, denn 1621 ging der als Waffenstillstand zwanzig Jahre ausgesetzte niederländische Freiheitskrieg gegen Spanien weiter. Mit dem Vergleich von Düsseldorf 1624 wurden die Gebiete geteilt, Windeck kam zu Kurbrandenburg. Nach weiteren Kampfhandlungen kam es zum Vertrag von Kleve.

Pfalz-Neuburg[Bearbeiten]

Pfalzgräfisch-spanische Truppen unter Heinrich von dem Bergh berannten 1622 zusammen mit kaiserlichen Truppen unter Heinrich Herzog von Aremberg erfolgreich die Pfaffenmütze und eroberten Jülich. Anschließend fiel Anfang 1623 Windeck an die Kurpfalz.

Friedrich Wilhelm von der Lippe[Bearbeiten]

Friedrich Wilhelm von der Lippe genannt Hoen zum Broich und zu Wilberhoven war Amtmann seit 1581. Er war außerdem Drost zu Hoerdt und Leunen und auch Lutheraner. Er wurde nach der Eroberung der Burg 1622 abgesetzt.

Walram Scheiffarth von Merode zu Allner[Bearbeiten]

Walram Scheiffarth von Merode war 1622 bis zu seinem Tod 1625 Amtsverwalter. Auf Windeck sollten 1625 50 Mann unter Capitän Heeß stationiert werden, dazu kam es aber nicht. Nach dem spanischen Rückzug zogen 30 kaiserliche Kompanien des Kaisers zur Unterstützung gegen die Niederlande, zogen sich aber dann ins Bergische zurück und bereiteten der Bevölkerung viel Verdruss.

Grafen von Nesselrode[Bearbeiten]

Adolf von Nesselrode[Bearbeiten]

1625 trat Adolf von Nesselrode zu Ehreshoven, der selbst in kurtrierischen Diensten stand, sein Amt an.

Wilhelm von Hillesheim[Bearbeiten]

Wilhelm von Hillesheim blieb trotz schwerer Zeiten bis 1637 Amtmann.

1630 zogen zwei kaiserliche Kompanien durch das Amt Windeck und plünderten die Bevölkerung aus. Dies war auch das Jahr, in dem Schweden in den Krieg eingriff. 1631 wurden die bergischen Ämter aufgefordert, acht Kompanien für den bestellten schwedischen Oberst Ludwig Heinrich Graf zu Nassau-Dillenburg zu stellen. 1632 begannen Scharmützel zwischen hiesigen Landschützen und kleinen umherziehenden Truppenteilen der Schweden.

Schweden[Bearbeiten]

Die Schweden zogen ins Süddeutsche, aber 11.000 Mann unter Generalleutnant Wolf Heinrich von Baudissin zogen zum Rhein. Vom 27. bis 31. Oktober wurde Siegburg eingenommen, am 30. Oktober Windeck und gleichzeitig innerhalb zweier Tage Blankenberg. Daneben wurden auch Bensberg und Brück genommen. Alle Güter wurden ausgeraubt, Männer und Frauen ermordet, nackt unter Schlägen vertrieben und vieles mehr.

Schwedische Kommandeure[Bearbeiten]

Leutnant Johan Babtista, Hauptmann Kleynaw, dessen Leutnant Quest, Hauptman Heinrich Wilhelm Gürtzgen, der Welsche Capitein Du Lac, Drost ein Leutnant, und der hier verstorbene Haubtmann Ley, wiederum Gürtzgen, dann Capitein Leutnant Gerhardt Steuber auß die Mittel Irsen im Leuscheit (Leuscheid) und Capitein Hans Vargell.

Die kaiserlichen Truppen unter Philipp Graf von Mansfeld zogen 1633 nach Köln ein. Die Truppen hausten noch schlimmer als die schwedischen.

1635 Oberstleutnant Jorgen Graf von Wittgenstein zog mit zehn Kompanien gräflich nassau-dillenburgischer Truppen durchs Amt Windeck, Windeck musste für die Versorgung aufkommen. Dann lagerte Ludwig Heinrich Graf von Nassau-Dillenburg in Nassau und Freusburg und verlangte Versorgung. Er hatte mit seinen Truppen die Seiten gewechselt und war jetzt kaiserlich. Am 24. Oktober 1635 zogen die Schweden ab. Sie zogen sich von der ganzen Sieg zurück.

Pfalz-Neuburg[Bearbeiten]

1635 lagerte ein Regiment Kurkölner im Amt. Die Truppen des neutralen Pfalzgrafen wurden 1636 zu einem Drittel der kaiserlichen Armee eingegliedert. Die Burg wurde daher vermutlich nur mit Landschützen besetzt.

Im ersten Halbjahr 1636 lagerte hier Marquis du S. Martin mit einem Regiment Kürassiere und zehn Kompanien. Darauf kam Obrist Westphalen mit zwei Regimentern zu Pferd, das münsterische Regiment und Oberstleutnant Dinas Lurig genannt auf den Wiedenhoff, danach noch Rittmeister Schonfeld. Ende des Jahres kamen die Leibkompanie des Oberstleutnant Hanß Georg von Magdalo des vlefeldischen Regiments, eine Kompanie des württembergischen Regiments und Rittmeister Saur zu Waldbröl. Dann zogen die Hessen gegen ein Zahlung von 6.000 Rt. aus dem Herzogtum ab.

1637 verlangte der bayrisch-ligistische Reiterführer Johann de Werth Proviant für Ehrenbreitstein. Dann logierte eine Kompanie Reiter unter Rittmeister Stockhausen. Als Nächstes machte der venezianische Hauptmann Antonio Drohin mit drei Regimentern Dragonern Station. Ende des Jahres kam noch eine Stabseinheit von hundert Leuten unter Oberstleutnant Schwarzenholtz.

Bertram von Nesselrode[Bearbeiten]

Bertram zu Nesselrode war Amtmann (1637 bis 1663) während des Dreißigjährigen Krieges und der letzte aus dem Geschlecht der von Nesselrode, die aber immer noch in der Nachbargemeinde Ruppichteroth beheimatet sind.

1638 logierte ein Tross des General-Graf-Götzischen-Leibregiments, der lothringische Rittmeister Lory und der Oberstleutnant Heinrich von Kaderberg vom Horwich Regiment. 1639 war die kaiserlichen Regimenter Meutter und Sparr im Herzogtum Berg. Alle verlangten kostenlose Logis und Reiseverpflegung.

Hessen-Kassel[Bearbeiten]

Wilhelm der Fünfte von Hessen-Kassel

Seit Beginn des Hessenkrieg 1640 kam es in Windeck zu Truppendurchmärschen. Der Landgraf Wilhelm V. von Hessen-Kassel war mit Schweden verbündet.

1640 Nach zahlreichen Verhandlungen wurde eine hessische Schutzkompanie zu Pferd auf Windeck und auch Blankenberg stationiert. 1641 war Leutnant Hans Dietrich von Eischewitz Kommandant von Windeck. Es wurden etwa 160 Mann reguläre Truppen dort stationiert sein, zusätzlich der Landschützen. 1642 wurden Schutzzahlungen an die Hessen abgelehnt. Diese wiederum befürchten den Abfall ihres Heeres, welches den kaiserlichen Truppen zugeordnet werden sollten. 1643 fielen Hachenburger und Sayner in Windeck ein, können die Feste aber nicht nehmen.

Pfalz-Neuburg[Bearbeiten]

1644 wurden die bergische Festungen durch Truppen der Herren von Pfalz-Neuburg besetzt. 1645 wurden die 300 Mann starke Garnison um 30 Landschützen verstärkt. Marschall von Weschpfennig lieferte fünf Tonnen Pulver, der Kommandant wurde zur Aufmerksamkeit ermahnt.

1646 griffen die Hessen Burg Windeck an und eroberten sie nach fünf Wochen Belagerung. Obrist Sparr, der den Gegenangriff im Bergischen leitete, griff auch Windeck an und gewann die neue Schanze, zog sich aber dann zurück. Bei einem Gefecht in Windeck-Herchen zwischen kaiserlichen Truppen und einer Einheit von Hessen-Kassel, die von einem Angriff auf Bad Honnef zurückkehren, sterben jeweils ein Leutnant und ein Fähnrich und vierzig Soldaten, aber sechzig Hessische wurden gefangen genommen.

1647 Die schwedischen Besatzer blieben bis 1647, ehe sie sich nach längerer Belagerung kaiserlichen Truppen unter General de Lamboy ergeben mussten, der Oberkommandierender des Niederrheinisch-Westfälischen Kreises war. Die Besatzung der Burg wurde vom Regiment zu Fuß des Oberst Heinrich von Plettenberg gestellt. Als die Kaiserlichen 1648 wieder abzogen, zerstörten sie die Burg endgültig, so dass außer der Kapelle und einigen Wirtschaftsgebäuden nur Schutt und Ruinen übrig blieben. 1655 wurde ein Wiederaufbau geprüft, aber verworfen. Einige Nebengebäude wurden noch einmal als Amts- und Gerichtshaus sowie als Gefängnis wiederhergestellt.

1672 wurde Windeck im Laufe des holländischen Krieges von französischen Truppen angegangen, erst verteidigt, aber später doch genommen, verbrannt und zerstört. Das Amt Windeck wurde nach Denklingen verlegt. Anschließend nutzten die Bewohner der umliegenden Dörfer die Ruinen als Steinbruch.

Erhalt[Bearbeiten]

Für die Bevölkerung galt diese Burgruine lange Zeit als Steinbruch.

Als 1815 das Großherzogtum Berg infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses aufgelöst wurde, kam die Burgruine in preußischen Besitz.

Auf ein Schreiben der Bevölkerung 1819 veranlasste der königliche Regierungs-Chef-Präsident Freiherr von Hagen ein Abbruchverbot.

Preußen verkaufte die Burgruine 1852 an den königlich preußischen Landrat von Waldbröl, Oscar Danzier. Der besaß Interesse an historischen Bauwerken und deren Erhalt. Deshalb ließ er Aufräumarbeiten vornehmen und Wege und Treppen bauen. Das Ruinengelände wurde zu einer Parklandschaft umgestaltet.

In den Jahren 1859/60 ließ Danzier auf der Süd-Ost-Spitze des Burgberges auf Fundamenten und Gewölben der alten Burg das so genannte Schloss Windeck errichten. Dieses ging im Erbwege an seine Tochter Arnoldine über, die mit dem Sizilianer Andrea Caminneci verheiratet war. Durch einen Beschuss amerikanischer Artillerie Ostern 1945 wurde es in Brand gesetzt. Die Kanone zum Beschuss der Burg wurde in Saal bei Leuscheid aufgestellt.

Das Eigentümerehepaar war verstorben und deren Erben hatten nach den Wirren der Kriegszeit andere Präferenzen als die Wiederherstellung des Gebäudes. Daher blieb die ausgebrannte Ruine jahrelang ungeschützt stehen. Die Überreste verwahrlosten zusehends, ehe der damalige Siegkreis 1961 von Andrea Caminnecis Enkel, Manfred Caminneci, die Anlage für den symbolischen Preis von einer Deutschen Mark kaufte, um die Ruine vor dem Verfall zu retten. Bereits ein Jahr später begann der Siegkreis damit, diese teilweise zu sichern und ergänzend zu restaurieren. Im Zuge der bis Ende der 1960er Jahre währenden Arbeiten wurden auch die Reste von Schloss Windeck vollständig abgerissen, weil die alte Burgruine als geschichtlich wertvoller und erhaltenswerter galt. Dabei wurden die Steine von Schloss Windeck zur Errichtung der Palasmauer, die übrigens verkehrt herum aufgebaut wurde, verwendet. Ein guter Beobachter wird sofort sehen, dass die Aufnahmen für die Balkendecke in den Mauern fehlen. Es waren nach der Schleifung der Festung nur Stümpfe des Palas übrig. Während der weiteren Ausgrabungen wurde auch die später angebaute Kapelle entdeckt. Sie war mit Fliesen, welche das Wappen der Nesselrode schmückten, versehen. Diese wurden reichlich von Besuchern gesammelt. Ein kleiner Rest befindet sich heute im Heimatmuseum Windeck unterhalb der Burg.

Seit August 1987 wurden vom Rhein-Sieg-Kreis als Rechtsnachfolger des Siegkreises und der Gemeinde Windeck im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen des Arbeitsamtes umfangreiche archäologische Grabungen und Konservierungsmaßnahmen an der Burgruine durchgeführt. Viel sieht der Betrachter heute nicht mehr davon, da die Natur die alten Mauern schon wieder überwuchern und so sich den Blicken entziehen.

Moderne Nutzung[Bearbeiten]

Heute wird die Burg genutzt, um der Bevölkerung verschiedene kulturelle Veranstaltungen zu präsentieren. Neben einigen Theateraufführungen (Der Graf von Windeck), fanden auch Events im Rahmen des Siegtal- Festivals statt. 1997 diente Burg Windeck als Kulisse für die Verfilmung der Geisterjäger-John-Sinclair-Verfilmung Die Dämonenhochzeit.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Heinz Krause: Kanonendonner und Pesthauch. Franz Schmitt, Siegburg 2006, ISBN 3-87710-328-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Burg Windeck (Sieg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien