Butjadingen
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Wesermarsch | |
| Höhe: | 2 m ü. NN | |
| Fläche: | 129,02 km² | |
| Einwohner: | 6469 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 50 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 26969 | |
| Vorwahlen: | 04733, 04735, 04736 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BRA | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 4 61 003 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Butjadinger Straße 59 -Burhave 26969 Butjadingen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Rolf Blumenberg | |
| Lage der Gemeinde Butjadingen im Landkreis Wesermarsch | ||
Butjadingen ist eine Halbinsel und Gemeinde an der deutschen Nordseeküste, die im Westen an den Jadebusen, im Norden an die Nordsee und im Osten und Nordosten an die Weser und deren Mündung grenzt. Ein konkreter Ort dieses Namens existiert nicht, sondern Butjadingen ist nach der Verwaltungs- und Gebietsreform 1974, aus den Gemeinden Langwarden, Burhave und Stollhamm, als neue Gemeinde mit Sitz in Burhave, hervor gegangen. Sie bildet den nördlichen Teil des Landkreises Wesermarsch und ist recht dünn besiedelt. Auch die Inseln Mellum und Minsener Oog gehören zur Gemeinde Butjadingen. An die Gemeinde Butjadingen schließt sich im Südosten die Stadt Nordenham an. Sie kann ebenfalls noch zur Halbinsel Butjadingen gezählt werden.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Zur Gemeinde Butjadingen gehören die folgenden Ortsteile:
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[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
Bei den Gemeinderatswahlen am 10. September 2006 wurden folgende Ergebnisse erzielt:
- SPD, 23,87%, 4 Sitze
- CDU, 34,54%, 6 Sitze
- FDP, 25,02%, 5 Sitze
- Grüne, 3,26%, 1 Sitz
- Die Unabhängigen, 11,44%, 2 Sitze
Die Wahlbeteiligung betrug 63,54%
[Bearbeiten] Geschichte
Die Halbinsel hat sich im Mittelalter gebildet, als große Sturmfluten den Verlauf der heutigen Nordseeküste gestalteten. Nach der Zweiten Marcellusflut 1362 war Butjadingen zeitweise eine Insel. Der Name leitet sich von niederdeutsch „buten“ (= außen, außerhalb, jenseits) und „Jade“ ab. Es ist also das Land jenseits der Jade oder des Jadebusens.
Bis ins Mittelalter war das friesische Butjadingen praktisch eine freie „Bauernrepublik“, und als Teil des Gaus Rüstringen Mitglied der Friesischen Seelande, bevor es nach verlustreichen Schlachten („Lewer dod as sklav“) zeitweise von der Freien Reichsstadt Bremen und schlussendlich von den Grafen von Oldenburg unterworfen wurde.
In der Vergangenheit wurde Butjadingen mehrfach von schweren Sturmfluten getroffen, bei denen zahlreiche Orte für immer in den Fluten versanken (Tedlens, Langemehne, Bär, Alt-Waddens, Aldessen bzw. Oldersum um nur einige zu nennen). Als eine der folgenreichsten Sturmfluten kann die Weihnachtsflut 1717 angesehen werden, der nahezu ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer fiel und von der sich Butjadingen wirtschaftlich lange nicht erholte. Nach dieser Flut wurden jedoch unter der Leitung des oldenburgischen Oberlanddrosten Sehestedt die Deiche zum Festland endgültig wiederhergestellt, so dass Butjadingen wieder eine mit dem Festland verbundene Halbinsel wurde.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaftlich sind Landwirtschaft und Tourismus, sowie in geringem Maße die Fischerei (hauptsächlich Krabben -von Einheimischen „Granat“ genannt-), von Bedeutung.
Wichtige Fremdenverkehrsorte sind die Nordseebäder Tossens, Burhave, Eckwarderhörne, Ruhwarden, sowie als touristisches Kleinod, der Hafen von Fedderwardersiel. Zur touristischen Erschließung wurden in der Gemeinde über 250 Kilometer ausgeschilderter Radwanderwege angelegt.
[Bearbeiten] Umwelt
Der Halbinsel vorgelagert erstreckt sich das Wattenmeer zwischen den Mündungen von Jade und Weser etwa 23 km nach Nordwesten bis über die Insel Mellum hinaus. Es ist Teil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. In Fedderwardersiel unterhält der Nationalpark ein Informationszentrum. In Iffens, in der Nähe des Ortes Stollhamm, besteht seit 1978 die eigenständige Umweltstation Iffens. Ihre Arbeitsbereiche sind Umwelterziehung, Wattenmeer, Chemie und Umwelt, sowie die friesische Region. Eines der regionalen Butjadinger Projekte beschäftigt sich zum Beispiel mit der Obstkultur.[1].
[Bearbeiten] Verkehrsanbindung
Fährverbindungen bestehen, über die Weser von Nordenham nach Bremerhaven und in den Sommermonaten, über den Jadebusen von Eckwarderhörne nach Wilhelmshaven. Von Nordenham gibt es eine Bahnverbindung nach Bremen. Die Gemeinde ist über den Wesertunnel südlich von Nordenham an die A 27 angeschlossen. Über Varel bzw. Jaderberg gelangt man zur A 29.
[Bearbeiten] Kultur
Im Dorf Langwarden beherbergt die St. Laurentius-Kirche die älteste Orgel Butjadingens. Sie wurde 1650 wahrscheinlich von Herrmann Kröger aus Berne in Zusammenarbeit mit Berendt Hus auf höchstem Niveau gebaut. Wenige Jahre später wurden die Pedaltürme ergänzt. Arp Schnitger baute 1704/05 die Orgel um, indem er die Mixturen und Zungenstimmen austauschte. Während Schnitgers Register später alle ersetzt wurden, ist das Werk von Kröger/Hus weitgehend original erhalten. Eine Besonderheit der bedeutenden Orgel ist die Konstruktion mit Springladen. Der Kirchturm diente dem Mathematiker Carl Friedrich Gauß als Vermessungspunkt, und Langwarden war seit 1989 als Teil eines Vermessungsnetzes auf den 10-DM–Scheinen abgebildet.
Die Kunst Promenade erstreckt sich auf dem Weg von Burhave nach Fedderwardersiel. Bei einem vierwöchigen Bildhauersymposium unter der Leitung von Prof. Bernd Altenstein schufen sieben renommierte Künstler aus der Bundesrepublik Kunstwerke aus verschiedensten Materialien wie Holz, Stein, Metall und Marmor. Die Kunstwerke sind an der Kunst Promenade zu sehen.
Das Museum Nationalparkhaus Fedderwardersiel ist in einem denkmalgeschützten Gebäude aus dem Jahre 1846 untergebracht, das sich direkt am Fischereihafen von Fedderwardersiel befindet. Ursprünglich diente das Gebäude einmal als Steueramt des Großherzogtums Oldenburg. Seit 1994 zeigt das Museum eine abwechslungsreiche Ausstellung zu den natürlichen und kulturellen Seiten der „Butjenter Küste“. Schwerpunkte der Ausstellung bilden die Zugehörigkeit der Küste zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, das Leben im niedersächsischen Wattenmeer sowie die Entwicklung des Naturschutzgedankens.
Die Galerie am Wehlhamm in Ruhwarden zeigt zum größten Teil Malereien, Grafiken und Kunsthandwerksarbeiten norddeutscher Künstler. Die Art der Werke variiert von Originalen zu limitierten Drucken, über Unikate aus Glas, Keramik und Holz, ebenso wie Skulpturen. Neben den Ausstellungen bietet die Galerie regelmäßig Vernissagen, Lesungen, Lichtbildervorträge und Seminare an. Die Galerie gehört zu den Mitbegründern der GEZEITEN Kunst- und Kulturwochen Butjadingen, eine bereits seit 1986 stattfindende jährliche Veranstaltungsreihe für Urlaubsgäste und Tagesbesucher sowie für die einheimischen Bewohner in Butjadingen.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Hinrich Janssen (* 1697; † 1737), Bauer und Dichter
- Eilert Köhler (* um 1710), Orgelbauer
- Georg Lammers (* 1905; † 1987), Leichtathlet
- Sibrand Lubbert (* 1555/56 Langwarden; † 1625) reformierter Theologe
- Holger Ortel (* 1951), Politiker
[Bearbeiten] Literatur
- Klaus Dede: Butjadingen. Landschaft, Kulturgeschichte, Informationen. Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 1998, ISBN 3-88132-101-2.
- Hans H. Francksen: Butjadingen. Wintermann Verlag, Oldenburg 1985.
- Franz Kurowski: Die Friesen. Türmer Verlag, Berg am Starnberger See 1987, ISBN 3-88199-356-8.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
- Tourismusseite über die Halbinsel Butjadingen
- Wattführungen in den Nationalpark Wattenmeer in Butjadingen
- Alles über Burhave in Butjadingen
- Alles über Tossens in Butjadingen
[Bearbeiten] Einzelnachweise
Berne | Brake (Unterweser) | Butjadingen | Elsfleth | Jade | Lemwerder | Nordenham | Ovelgönne | Stadland

