Charles de Ganahl Koch

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Charles de Ganahl Koch (* 1. November 1935 in Wichita, Kansas) leitet das Öl- und Chemiekonsortium Koch Industries, das zweitgrößte Unternehmenskonglomerate in den USA in Privatbesitz. Er besaß 2013 - wie sein Bruder David Hamilton Koch - ein geschätztes Vermögen von 34 Milliarden US-Dollar[1] und ist damit der viertreichste Mensch in den USA und auf Platz 6 der reichsten Personen überhaupt (Liste der reichsten Menschen der Welt).

Leben [Bearbeiten]

Charles Kochs Eltern waren Fred C. Koch und Mary Robinson Koch, die vier Söhne hatten. Er studierte in den 1950er-Jahren am Massachusetts Institute of Technology. Koch ist mit Liz Koch verheiratet, mit der er zwei Kinder hat. 1961 übernahm er von seinem Vater die Leitung des Unternehmens Koch Industries, dessen Präsident er in den folgenden Jahrzehnten war. Das Mischunternehmen ist unter anderem in den Sektoren Erdöl, Chemie, Energie, Asphalt, Erdgas, Kunstdünger, Nahrungsmittel und Kunststoff tätig.

Koch ist Anhänger der Libertarian Party, sein Bruder David war in den 1980er Jahren Kandidat der Libertarian Party für das Vizepräsidentenamt der Vereinigten Staaten.

Die Brüder Charles und David Koch unterstützen die rechtspopulistische konservative Tea-Party-Bewegung finanziell und organisatorisch.[2][3][4] Mit der Gründung des radikallibertären Cato Institute 1977 finanzierten sie die erste Denkfabrik für die Freie Marktwirtschaft in den USA. Sie finanzierten auch die Gründung des Mercatus Center an der George Mason University, einen Nachfolger für das wirtschaftswissenschaftliche Seminar der Chicago University, das zuvor federführend bei der Verbreitung extrem neoliberaler Ideen war; 14 der 23 Regulierungen, die George W. Bush auf seine Liste setzte, wurden zuerst von Mitarbeitern des Mercatus Center vorgeschlagen.

Über Jahre spannten sie ein Netz von Stiftungen und politischen Organisationen, die marktradikale Kandidaten unterstützten. Sie knüpften Kontakte zu konservativen Leitfiguren wie Rupert Murdoch, der mit seinem Kampagnen-Kanal Fox News ebenfalls großen Anteil am Aufstieg der Tea Party hat. Sie haben mehr als 30 Lobbyisten-Gruppen finanziell unterstützt, unter ihnen die Heritage Foundation, das Manhattan Institute, das George C. Marshall Institute, die Reason Foundation und das American Enterprise Institute. Weitere Denkfabriken die sie finanzieren sind das Americans for Prosperity Foundation, das Institute for Humane Studies, das Citizens for a Sound Economy, das Institute for Justice, die Alexis de Tocqueville Institution, das Institute for Energy Research und die Foundation for Research on Economics and the Environment.[5][6]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. [1], Forbes: The World's Billionaires
  2. Libertäre als Tea-Party-Großsponsoren. In: Telepolis, 1. September 2010.
  3. Heike Buchter: Big Brothers. In: Die Zeit, 28. Oktober 2010
  4. Koch, Moritz: Die großen Erbfälle: Geld – Macht – Hass – Zwei Brüder auf Kreuzzug. In Süddeutsche Zeitung, 25. September 2010
  5. The Tea Party movement: deluded and inspired by billionaires, George Monbiot, The Guardian, 25 Oktober 2010.
  6. Koch Industries, Center for Responsive Politics, (OpenSecrets.org)

Weblinks [Bearbeiten]