Zschorlau
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Chemnitz | |
| Landkreis: | Erzgebirgskreis | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Zschorlau | |
| Höhe: | 548 m ü. NN | |
| Fläche: | 21,99 km² | |
| Einwohner: |
5.549 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 252 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 08321 | |
| Vorwahl: | 03771 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ERZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 5 21 700 | |
| Gemeindegliederung: | 3 Ortsteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | August-Bebel-Str. 78 | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Wolfgang Leonhardt (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Zschorlau im Erzgebirgskreis | ||
Zschorlau ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis in Sachsen. Zschorlau und die Nachbargemeinde Bockau bilden eine Verwaltungsgemeinschaft.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Zschorlau liegt eingebettet in die sanften Hügel des Westerzgebirges etwa 5 km südlich von Aue und wird im Süden vom Steinberg (732,8m) überragt. Der Ort ist, wie viele ehemalige Waldhufendörfer im Erzgebirge, an einem Bachlauf, dem Zschorlaubach, entstanden. Dieser entspringt südwestlich der Gemeinde auf einer weitgestreckten moorigen Hochebene, die im Volksmund "Dr Forst" oder Hoher Forst genannt wird. Bevor der Bach die Ortslage erreicht, speist er mit seinem Wasser den Filzteich, der ein beliebtes Naherholungsgebiet ist. Am Ende der Ortslage folgt mit dem Gößnitzgrund ein Engtal, durch das erst 1907 die Zschorlauer Talstraße gebaut wurde.
[Bearbeiten] Geologie
Die Gemeinde liegt an der Süd-Ost Flanke der "Schneeberger Lagerstätte", die bis an den Rand des Ortes reicht. Äußerlich macht sich dies durch den Förderturm des Türkschachtes bemerkbar, der nur wenige Meter hinter den Häusern auf einer Anhöhe zwischen Zschorlau und Neustädtel steht. Dieser Turm ist das einzige erhaltene Stahlfördergerüst des westerzgebirgischen Altbergbaus und steht unter Denkmalschutz.
Eine Besonderheit bildet des Gebiet des Schaubergwerks St. Anna am Freudenstein. Es gehört geologisch zur Schneeberger Lagerstätte, ist aber als eine gesonderte Teillagerstätte zu betrachten.
Außerdem sind die auf der Gemeindeflur entdeckten und abgebauten Wolframitvorkommen eine interessante geologische Erscheinung.
[Bearbeiten] Ortsgliederung
Zur Gemeinde Zschorlau gehören die Ortsteile Albernau (mit Schindlerswerk) und Burkhardtsgrün.
[Bearbeiten] Geschichte
Der Ort Zschorlau wurde wie die Nachbarorte Neustädtel, Griesbach und Lindenau um 1200 gegründet. Er gehörte, anders als seine Ortsteile, nicht zur Herrschaft Schwarzenberg, sondern zur Herrschaft Wiesenburg. Im Zschorlauer Ortsteil Albernau gibt es seit dem 17. Jahrhundert ein Blaufarbenwerk, das nach seinem ersten Besitzer Schindler und der erzeugten blauen Farbe ultramarin auch US Sächsisches Blaufarbenwerk GmbH (Schindlerswerk Nr. 9) genannt wird. In der kurzen Selbstdarstellung des Werkes heißt es, dass die Hütte das "wahrscheinlich älteste Farbenwerk der Welt" sei. Nach der NS-Machtübernahme wurde zwischen April und Juli 1933 ein altes Fabrikgebäude in der Albernauer Straße 2 von den örtlichen Nazis zum „Schutzhaftlager“ umfunktioniert. Dort wurden 207 politische Gegner, darunter ein Jude, inhaftiert und gefoltert. Zahlreiche Misshandelte starben kurz darauf an der erlittenen Folter. Nach Auflösung des Lagers wurden die Häftlinge in das Zuchthaus Zwickau-Osterstein und in das KZ Sachsenburg verlegt. Eine Gedenktafel am Gebäude erinnert an die Opfer.
Am 1. Januar 1996 wurde Burkhardtsgrün, am 1. Januar 1998 Albernau nach Zschorlau eingemeindet.[2]
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
Der Zschorlauer Gemeinderat umfasst 16 Sitze. Dabei entfallen 13 Sitze auf die CDU-Fraktion, ein Sitz auf die SPD, ein Sitz auf die FDP und ein Sitz Albernauer Alternative. Die letzte Kommunalwahl in Sachsen fand im Juni 2009 statt.
[Bearbeiten] Ortspartnerschaften
Es besteht eine Ortspartnerschaft mit der Gemeinde Dietenhofen im Landkreis Ansbach.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
Das Schaubergwerk St. Anna am Freudenstein befindet sich am unteren Ende der Gemeinde Zschorlau auf der Verbindungsstraße nach Aue. In der dortigen Quarzhöhle zeigt im Sommer ein Wandermarionettentheater Aufführungen und in der Weihnachtszeit werden öffentliche Mettenschichten veranstaltet.
Seit 2000 findet in Zschorlau aller fünf Jahre ein Passionsspiel statt: mit dieser besonderer Form der Verkündigung christlicher Botschaft wollen ca. 140 Mitwirkende aus der Ev.-Luth. und Ev.-Meth. Kirche sowie der Landeskirchlichen Gemeinschaft die biblischen Berichte vom Passionsgeschehen den Besuchern durch spielerische Darstellung nahe bringen. [3]
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Bildung
Zschorlau verfügt über die Mittelschule Zschorlau und die Grundschule Zschorlau.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Julius Bochmann (1832–1918), Baumeister und konservativer Politiker, MdL (Königreich Sachsen)
- Lothar Kolditz (* 1929), Chemiker
- Carl Eduard Mannsfeld (1822–1874), Jurist und Politiker, MdL (Königreich Sachsen)
- Martin Päßler († 1651), Unternehmer
- Siegfried Pausch (* 1941), Politiker (CDU), MdL
- Stefanie Rehm (* 1950), Politikerin (CDU), Landesministerin in Sachsen
- Erasmus Schindler (1608–1673), Handelsmann und Unternehmer, Gründer des Schindlerschen Blaufarbenwerks
- Andreas Schramm (* 1951), Politiker (CDU) und Landrat
- Christine Weber (* 1948), Politikerin (CDU), Landesministerin in Sachsen
[Bearbeiten] Literatur
- Richard Steche: Zschorlau. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 8. Heft: Amtshauptmannschaft Schwarzenberg. C. C. Meinhold, Dresden 1887, S. 66.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1996 und 1998
- ↑ http://www.passionsspiel-zschorlau.de/1280/pshome.html
[Bearbeiten] Weblinks
- offizielle Internetpräsenz der Gemeinde Zschorlau
- Zschorlau im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Kurze Chronik des Ortes von 1900 bis zum Zweiten Weltkrieg
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