Zschorlau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Zschorlau
Zschorlau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Zschorlau hervorgehoben
50.56666666666712.65548Koordinaten: 50° 34′ N, 12° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Zschorlau
Höhe: 548 m ü. NHN
Fläche: 21,99 km²
Einwohner: 5446 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 248 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08321
Vorwahl: 03771
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 700
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: August-Bebel-Str. 78
Webpräsenz: www.zschorlau.de
Bürgermeister: Wolfgang Leonhardt (CDU)
Lage der Gemeinde Zschorlau im Erzgebirgskreis
Sachsen Amtsberg Annaberg-Buchholz Aue Auerbach (Erzgebirge) Bad Schlema Bärenstein (Erzgebirge) Lauter-Bernsbach Bockau Börnichen/Erzgeb. Borstendorf Breitenbrunn/Erzgeb. Burkhardtsdorf Crottendorf Deutschneudorf Drebach Ehrenfriedersdorf Eibenstock Elterlein Lugau/Erzgeb. Gelenau/Erzgeb. Geyer Gornau/Erzgeb. Gornsdorf Großolbersdorf Großrückerswalde Grünhain-Beierfeld Grünhainichen Heidersdorf Hohndorf Zwönitz Jahnsdorf/Erzgeb. Johanngeorgenstadt Jöhstadt Königswalde Lauter-Bernsbach Pockau-Lengefeld Lößnitz (Erzgebirge) Lugau/Erzgeb. Marienberg Mildenau Neukirchen/Erzgeb. Niederdorf (Sachsen) Niederwürschnitz Oberwiesenthal Oelsnitz/Erzgeb. Olbernhau Pfaffroda Pockau-Lengefeld Raschau-Markersbach Scheibenberg Schlettau Schneeberg (Erzgebirge) Schönheide Schwarzenberg/Erzgeb. Sehmatal Seiffen/Erzgeb. Stollberg/Erzgeb. Stützengrün Tannenberg Thalheim/Erzgeb. Thermalbad Wiesenbad Thum Wolkenstein (Erzgebirge) Marienberg Zschopau Zschorlau ZwönitzKarte
Über dieses Bild

Zschorlau ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis in Sachsen. Zschorlau und die Nachbargemeinde Bockau bilden eine Verwaltungsgemeinschaft.

Geografie[Bearbeiten]

Zschorlau liegt eingebettet in die sanften Hügel des Westerzgebirges etwa 5 km südlich von Aue und wird im Süden vom Steinberg (732,8m) überragt. Der Ort ist, wie viele ehemalige Waldhufendörfer im Erzgebirge, an einem Bachlauf, dem Zschorlaubach, entstanden. Dieser entspringt südwestlich der Gemeinde auf einer weitgestreckten moorigen Hochebene, die im Volksmund "Dr Forst" oder Hoher Forst genannt wird. Bevor der Bach die Ortslage erreicht, speist er mit seinem Wasser den Filzteich, der ein beliebtes Naherholungsgebiet ist. Am Ende der Ortslage folgt mit dem Gößnitzgrund ein Engtal, durch das erst 1907 die Zschorlauer Talstraße gebaut wurde.

Geologie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Süd-Ost Flanke der "Schneeberger Lagerstätte", die bis an den Rand des Ortes reicht. Äußerlich macht sich dies durch den Förderturm des Türkschachtes bemerkbar, der nur wenige Meter hinter den Häusern auf einer Anhöhe zwischen Zschorlau und Neustädtel steht. Dieser Turm ist das einzige erhaltene Stahlfördergerüst des westerzgebirgischen Altbergbaus und steht unter Denkmalschutz.

Eine Besonderheit bildet das Gebiet des Schaubergwerks St. Anna am Freudenstein. Es gehört geologisch zur Schneeberger Lagerstätte, ist aber als eine gesonderte Teillagerstätte zu betrachten.

Außerdem sind die auf der Gemeindeflur entdeckten und abgebauten Wolframitvorkommen eine interessante geologische Erscheinung.

Türkschacht

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Zschorlau gehören die Ortsteile Albernau (mit Schindlerswerk) und Burkhardtsgrün.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Zschorlau wurde wie die Nachbarorte Neustädtel, Griesbach und Lindenau um 1200 gegründet. Er gehörte, anders als seine Ortsteile, nicht zur Herrschaft Schwarzenberg, sondern zur Herrschaft Wiesenburg und zu dessem Nachfolger, dem Amt Wiesenburg. Im Zschorlauer Ortsteil Albernau gibt es seit dem 17. Jahrhundert ein Blaufarbenwerk, das nach seinem ersten Besitzer Schindler und der erzeugten blauen Farbe ultramarin auch US Sächsisches Blaufarbenwerk GmbH (Schindlerswerk Nr. 9) genannt wird. In der kurzen Selbstdarstellung des Werkes heißt es, dass die Hütte das "wahrscheinlich älteste Farbenwerk der Welt" sei. Nach der NS-Machtübernahme wurde zwischen April und Juli 1933 ein altes Fabrikgebäude in der Albernauer Straße 2 von den örtlichen Nazis zum „Schutzhaftlager“ umfunktioniert. Dort wurden 207 politische Gegner, darunter ein Jude, inhaftiert und gefoltert. Zu den namentlich bekannten Häftlingen zählte Paul Korb. Zahlreiche Misshandelte starben kurz darauf an der erlittenen Folter. Nach Auflösung des Lagers wurden die Häftlinge in das Zuchthaus Zwickau-Osterstein und in das KZ Sachsenburg verlegt. Eine Gedenktafel erinnert an die Opfer.

Am 1. Januar 1996 wurde Burkhardtsgrün, am 1. Januar 1998 Albernau nach Zschorlau eingemeindet.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Zschorlauer Gemeinderat umfasst 16 Sitze. Dabei entfallen 13 Sitze auf die CDU-Fraktion, ein Sitz auf die SPD, ein Sitz auf die FDP und ein Sitz auf die Albernauer Alternative. Die letzte Kommunalwahl in Sachsen fand am 7. Juni 2009 statt.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Es besteht eine Gemeindepartnerschaft mit der Gemeinde Dietenhofen im Landkreis Ansbach.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Schaubergwerk St. Anna am Freudenstein befindet sich am unteren Ende der Gemeinde Zschorlau auf der Verbindungsstraße nach Aue. In der dortigen Quarzhöhle zeigt im Sommer ein Wandermarionettentheater Aufführungen und in der Weihnachtszeit werden öffentliche Mettenschichten veranstaltet.

Seit 2000 findet in Zschorlau alle fünf Jahre ein Passionsspiel statt: mit dieser besonderen Form der Verkündigung christlicher Botschaft wollen ca. 140 Mitwirkende aus der Ev.-Luth. und Ev.-Meth. Kirche sowie der Landeskirchlichen Gemeinschaft die biblischen Berichte vom Passionsgeschehen den Besuchern durch spielerische Darstellung nahebringen.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Zschorlau verfügt über die Oberschule Zschorlau und die Grundschule Zschorlau.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Steche: Zschorlau. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 8. Heft: Amtshauptmannschaft Schwarzenberg. C. C. Meinhold, Dresden 1887, S. 66.
  • Die Bergbaulandschaft von Schneeberg und Eibenstock (= Werte der deutschen Heimat. Band 11). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1967, S. 84–89.
  • Gemeindeverwaltung Zschorlau (Hrsg.): Festschrift 800 Jahre Zschorlau, Zschorlau 2012. ISBN 978-3-9811372-9-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1996 und 1998
  3. http://www.passionsspiel-zschorlau.de/1280/pshome.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zschorlau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien