Felix Gottwald

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Felix Gottwald Nordische Kombination
Felix Gottwald (2010)
Nation OsterreichÖsterreich Österreich
Geburtstag 13. Jänner 1976
Geburtsort Zell am See
Größe 179 cm
Gewicht 69 kg
Beruf Unternehmer
Karriere
Verein SC Saalfelden
Status zurückgetreten
Karriereende 12. März 2011
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 3 × Gold 1 × Silber 3 × Bronze
WM-Medaillen 3 × Gold 2 × Silber 6 × Bronze
Junioren-WM 1 × Gold 1 × Silber 3 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Bronze 2002 Salt Lake City Team
Bronze 2002 Salt Lake City Sprint
Bronze 2002 Salt Lake City Gundersen
Gold 2006 Turin Team
Gold 2006 Turin Sprint
Silber 2006 Turin Gundersen
Gold 2010 Vancouver Team
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
Bronze 1997 Trondheim Team
Silber 2001 Lahti Team
Bronze 2001 Lahti Gundersen
Gold 2003 Val di Fiemme Team
Silber 2003 Val di Fiemme Gundersen
Bronze 2003 Val di Fiemme Sprint
Bronze 2005 Oberstdorf Team
Bronze 2005 Oberstdorf Gundersen
Gold 2011 Oslo Team Normalschanze
Gold 2011 Oslo Team Großschanze
Bronze 2011 Oslo Normalschanze
Platzierungen im Weltcup
 Debüt im Weltcup 23. Jänner 1993
 Weltcupsiege 24 (davon 1 im Team)
 Gesamtweltcup 1. (2000/01)
 Sprintweltcup 1. (2000/01)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 9 14 13
 Sprint 11 7 7
 Massenstart 3 3 0
 Team 1 4 0
 

Felix Gottwald (* 13. Jänner 1976 in Zell am See) ist ein ehemaliger österreichischer Nordischer Kombinierer. Er ist mit drei Gold-, einer Silber- und drei Bronzemedaillen der erfolgreichste Sportler der österreichischen Olympia-Geschichte. Insgesamt gewann er 18 Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften, so viele wie kein Zweiter seiner Sportart.

Karriere[Bearbeiten]

Felix Gottwald startet für den SC Saalfelden und gilt als einer der stärksten Langläufer unter den Kombinierern. Bisher konnte er 23 Weltcupsiege erringen. 2001 wurde er Weltcup-Gesamtsieger, in den Jahren 2002, 2003 und 2010 belegte er jeweils den zweiten Platz. Bei sportlichen Großereignissen hat er 18 Medaillen gewonnen. 2003 wurde er mit der Holmenkollen-Medaille geehrt.

Mit sieben Medaillen bei Olympischen Spielen ist er der erfolgreichste Olympiateilnehmer Österreichs. Bei den Olympischen Spielen von Turin 2006 hatte Gottwald die große Chance auf seine erste Einzel-Goldmedaille bei einem Großereignis, die er später im Sprintbewerb auch noch erreichen konnte. Nach dem Springen auf Rang elf liegend kämpfte er sich im Langlauf an die Spitzengruppe heran und startete am letzten Anstieg gemeinsam mit dem deutschen Georg Hettich einen erfolgreichen Ausreißversuch. Durch seine Aufholjagd konnte der Zeller jedoch nicht mehr zulegen und musste sich Hettich schließlich knapp geschlagen geben. Im Mannschaftsbewerb gewann er mit Mario Stecher, Christoph Bieler und Michael Gruber die Goldmedaille. Nach dem Springen war Österreich noch an zweiter Stelle; Gottwald lief als dritter Mann und leistete einen großen Beitrag zum österreichischen Sieg. Er konnte auf Ronny Ackermann – den dritten Läufer der Deutschen – viel Zeit gutmachen und dem Schlussmann Mario Stecher eine gute Ausgangsposition verschaffen. Im abschließenden Sprintwettbewerb holte Felix Gottwald nach Platz zwölf nach dem Springen noch Gold vor dem Norweger Magnus Moan und dem Deutschen Georg Hettich, der nach dem Springen in Führung lag.

Felix Gottwald beendete mit einem zweiten Platz im Sprint am Holmenkollen in Oslo am 18. März 2007 seine aktive Karriere. Sein Heimatverein benannte nach ihm das Felix-Gottwald-Schisprungstadion in Uttenhofen. Ende 2008 veröffentlichte er seine Autobiografie Ein Tag in meinem Leben.

Am 17. Mai 2009 gab Gottwald seinen Neustart in der Nordischen Kombination bekannt.[1] Bei seinen ersten beiden Wettkämpfen, den österreichischen Meisterschaften am 17. und 18. Oktober 2009 belegte er jeweils Platz zwei von der Normal- und Großschanze. Nachdem er das geplante Comeback im Weltcup nach fast drei Jahren Pause am 28. November 2009 in Kuusamo wegen Krankheit absagen musste, startete er in Lillehammer noch etwas geschwächt und erreichte die Ränge 15. und 12. Die für Harrachov vorgesehenen Rennen wurden abgesagt und es folgten drei Rennen in seiner Wahlheimat, der Ramsau. Er belegte die Plätze zwei, fünf und drei.

Felix Gottwald (Vancouver 2010)

In Oberhof, Deutschland, wurde er dann zweimal Zweiter. Er hat bei beiden Rennen absolute Laufbestzeit erreicht, holte über eine Minute im Laufen auf. Am 9. Jänner 2010 gewann er schließlich im Val di Fiemme sein erstes Weltcuprennen nach dem Comeback. Bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver 2010 belegte er im Bewerb von der Normalschanze Rang 14. Am 23. Februar 2010 holte er schließlich zusammen mit Mario Stecher, David Kreiner und Bernhard Gruber im Teambewerb erneut Olympia-Gold.[2] Nach einem Sprung auf 125 m im Sprungbewerb lieferte sich Gottwald im Langlaufbewerb einen Zweikampf mit dem US-Amerikaner Johnny Spillane. Beim letzten Anstieg vor der Übergabe hängte er Spillane ab und übergab mit circa 14 Sekunden Vorsprung an Schlussläufer Mario Stecher.[2] Mit dieser Goldmedaille löste Gottwald auch Toni Sailer und Thomas Morgenstern als Österreichs erfolgreichste Olympiasportler ab.

Im zweiten Comeback-Jahr gewann er am 27. November 2010 den Einzelbewerb in Kuusamo mit einer spektakulären Aufholjagd: nach dem Springen nur 26., gelang es ihm, im 10 km Langlauf ganze zwei Minuten Rückstand aufzuholen und damit für eine neue Rekordmarke in diesem Bewerb zu sorgen.[3]

Nachdem er sich am 14. Dezember 2010 bei einem Trainingssturz von der 60m - Schanze in Villach einen Bruch des rechten Schulterblattes zugezogen hatte, gewann er lediglich 25 Tage später den 10km Weltcupbewerb im deutschen Schonach vor seinen Teamkollegen Mario Stecher und Bernhard Gruber und sorgte aufgrund des extrem kurzen Genesungszustandes für Aufsehen.

Am 13. Jänner 2011, genau an seinem 35. Geburtstag, gab Felix Gottwald seine Pläne für die Zeit nach dem Karriereende bekannt. Er wird in Zukunft als Mentor mit der Therme Loipersdorf zusammenarbeiten, Management Seminare abhalten und für die SalzburgerLand Tourismus Gesellschaft als Botschafter aktiv sein.[4] [5]

Bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft 2011 in Oslo eroberte Gottwald am 26. Februar 2011 seine mittlerweile 6. Bronzemedaille bei Weltmeisterschaften. Zwei Tage später wurde er mit David Kreiner, Bernhard Gruber und Mario Stecher Teamweltmeister von der Normalschanze. Gottwald ging dabei als dritter Österreicher in die Loipe, konnte über 19 Sekunden bzw. zwei Plätze gutmachen und als Führender an Mario Stecher übergeben. Am 4. März 2011 gewann Gottwald mit der unveränderten Staffel bei seinem letzten Antreten bei Großereignissen auch die Goldmedaille im Teambewerb von der Großschanze.

Eine Woche nach dem Ende der WM in Oslo beendete Gottwald beim Weltcupfinale in Lahti seine Karriere. In seinem letzten Rennen lief er vom 23. Platz nach dem Springen noch auf Rang drei. In der Gesamtwertung belegte er ebenfalls den dritten Rang.

Mit dem Thema Doping geht Gottwald sehr offensiv um. In einem Interview kurz vor dem Saisonstart 2009 sagte er: „Entscheidend ist, dass du im Leben mit dir selber zufrieden bist. Wenn du dopst, manipulierst, betrügst, dann geht das nicht.“[6]

Sportliche Erfolge[Bearbeiten]

Weltcupsiege[Bearbeiten]

Datum Ort Land Disziplin
2. Dezember 2000 Kuopio Finnland Sprint
3. Dezember 2000 Kuopio Finnland Gundersen
19. Jänner 2001 Park City USA Sprint
1. März 2001 Nayoro Japan Massenstart
9. März 2001 Oslo Norwegen Gundersen
10. März 2001 Oslo Norwegen Sprint
7. Dezember 2001 Zakopane Polen Massenstart
16. Dezember 2001 Steamboat Springs USA Gundersen
29. Dezember 2001 Oberwiesenthal Deutschland Sprint
5. Jänner 2002 Schonach Deutschland Gundersen
11. Jänner 2002 Val di Fiemme Italien Sprint
13. Jänner 2002 Ramsau am Dachstein Österreich Massenstart
1. Jänner 2003 Oberhof Deutschland Sprint
12. Jänner 2003 Chaux-Neuve Frankreich Gundersen
8. März 2003 Oslo Norwegen Sprint
15. März 2003 Lahti Finnland Sprint
12. Februar 2005 Pragelato Italien Sprint
3. Jänner 2006 Ruhpolding Deutschland Sprint
6. Jänner 2007 Oberstdorf Deutschland Gundersen
20. Jänner 2007 Seefeld Österreich Sprint
9. Jänner 2010 Val di Fiemme Italien Gundersen
27. November 2010 Kuusamo Finnland Gundersen
8. Jänner 2011 Schonach Deutschland Gundersen

Weltcup-Statistik[Bearbeiten]

Die Tabelle zeigt die erreichten Platzierungen im Einzelnen.

  • Platz 1.–3.: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
Platzierung Gundersen
Einzel
Sprint Massenstart Teamsprint Team
Staffel
Gesamt
1. Platz 9 11 3 1 24
2. Platz 14 7 3 4 28
3. Platz 13 7 0 20
Top 10 84 53 10 8 155
Punkteränge 109 74 13 9 205
Starts 111 74 13   9 207
Stand: Karriereende

Auszeichnungen (Auszug)[Bearbeiten]

LOTTERIEN-GALA „Nacht des Sports“:

  • Mannschaft des Jahres: 2002, 2003, 2006, 2010
  • Special Award (Einzigartige Karriere): 2007

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rückkehr des Vorzeigesportlers sport.orf.at, 17. Mai 2009
  2. a b ÖSV-Kombinierer erobern Gold sport.orf.at, 24. Februar 2010
  3. Gottwald - die längste Aufholjagd diepresse.com, 28. November 2010
  4. Felix Gottwald wird Botschafter Salzburger Nachrichten, 14. Jänner 2011
  5. Felix Gottwald für das SalzburgerLand SalzburgerLand Tourismus GmbH, abgerufen am 2. Februar 2011
  6. Gottwald: "Der Sport ist mir zu schade" sportnet.at, 26. November 2009
  7. Holmenkollmedaljen (PDF) skiforeningen.no. Abgerufen am 19. März 2014.
  8. EhrenbotschafterInnen des Jane Goodall Instituts-Austria abgerufen am 20. Februar 2012