Salzburg Hauptbahnhof

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Salzburg Hauptbahnhof
Ansicht vom Südtiroler Platz auf den Haupteingang im Jahr 2008
Ansicht vom Südtiroler Platz auf den Haupteingang im Jahr 2008
Daten
Betriebsart Durchgangsbahnhof, Kopfbahnhof
Bahnsteiggleise 4 Durchgangsbahnsteige
4 Kopfbahnsteige
2 Lokalbahnhof
Reisende ca. 25 000[1]
Abkürzung Sb
Architektonische Daten
Architekt Rudolf Bayer[2]
Lage
Stadt Salzburg
Bundesland Salzburg
Staat Österreich
Koordinaten 47° 48′ 47,3″ N, 13° 2′ 44,8″ O47.81313888888913.045769444444Koordinaten: 47° 48′ 47,3″ N, 13° 2′ 44,8″ O
Höhe 423 m
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in Österreich

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Der Salzburger Hauptbahnhof ist der wichtigste Bahnhof des Ballungsraumes Salzburg und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Westen Österreichs. Er wird von ungefähr 25 000[1] Reisenden täglich frequentiert und hatte lange Zeit die Funktion eines Grenzbahnhofs in Richtung Deutschland. Der Salzburger Hauptbahnhof ist ein Bahnhof sowohl der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) als auch der Deutschen Bahn AG (DB). In ihm werden mehrere Fern- und Nahverkehrsstrecken der ÖBB miteinander verknüpft. Dazu gehören die Westbahn von Wien und Linz, die Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg, über die neben internationalen Zügen auch im Korridorverkehr über Rosenheim (dem Deutschen Eck) Schnellverbindungen mit Tirol und Vorarlberg gefahren werden. Nach Süden führt als weitere Hauptstrecke die Salzburg-Tiroler-Bahn über Bischofshofen und Zell am See nach Wörgl, von welcher in Schwarzach-St. Veit die Tauernbahn abzweigt. Der Hauptbahnhof verfügt außerdem über eine Verladestelle[3] für Autoreisezüge.

Für den Regionalverkehr bedeutsam ist der Hauptbahnhof als Ausgangspunkt der Salzburger Lokalbahn sowie als zentraler Knotenpunkt der S-Bahn Salzburg und zahlreicher Regionalbuslinien für den Großraum Salzburg. Auch befindet sich hier einer der zentralen Knotenpunkte im Streckennetz der innerstädtischen Buslinien. Bis 1957 befand sich am alten Lokalbahnhof am Bahnhofsvorplatz auch noch die Abfahrtsstelle der schmalspurigen, im Volksmund auch „Ischlerbahn“ genannten Salzkammergut-Lokalbahn nach Mondsee und Bad Ischl.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lage

Luftbild des Hauptbahnhofes

Der Salzburger Hauptbahnhof liegt in der Elisabeth-Vorstadt, die Altstadt ist nur durch den Stadtteil Neustadt abgegrenzt.

Der Vorplatz des Bahnhofes besitzt den Namen Südtiroler Platz, auf diesem Platz befindet seitlich auch der Busbahnhof, der als zentrale Umsteigpunkte zwischen den Bussen und den Oberleitungsbussen der Stadt Salzburg dient. Außerdem befinden sich auf dem Südtiroler Platz Einkaufsmöglichkeiten, Cafes, Restaurants und ein Einkaufszentrum.

Nördlich wird der Personenbahnhof durch die Saint-Julien-Straße begrenzt, über die Gleisanlagen verläuft diese mit einer Brücke. Östlich an den Gütergleisen befindet sich die Lastenstraße, westlich begrenzt die Rainerstraße, der Südtiroler Platz und der Engelbert-Weiß-Weg die Bahnanlagen. Die Gleisanlagen besitzen aber noch ein viel größeren Umfang in Richtung Norden und Süden.

[Bearbeiten] Aufbau

Vor dem Empfangsgebäude befindet sich der Südtiroler Platz. Auf diesem befindet sich der Busbahnhof, dieser dient als zentraler Umsteigepunkt zwischen den Bus- und O-Buslinien. Außerdem befindet sich auf dem Vorplatz ein Einkaufszentrum und viele Einkaufsmöglichkeiten. Im Moment befindet sich wegen des Umbaus des Bahnhofes Reisezentrum, Info-Zentrum und Einkaufsmöglichkeiten, die sich davor im Bahnhofsgebäude befanden, in Containern auf dem Vorplatz.

[Bearbeiten] Empfangsgebäude

Bahnhofsgebäude

Die Bahnhofsgebäude an der Westbahn wurden alle mehrmals in mehreren Bahnhöfen erbaut. Nur das Salzburger Empfangsgebäude blieb ein Unikat. Das Gebäude ist mit zahlreichen Ornamenten verziert. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz.

Das Bahnhofsgebäude bestand nach der Betriebseröffnung aus einem Mitteltrakt, aus jeweils einem nach hinten versetzten Flügelbauten auf beiden Seiten und an die Flügelbauten schloss noch mal ein ein wenig vorgesetzter Gebäudetrakt an. Die Diensträume, Warteräume und Abfertigungschalter waren im linken Teil des Gebäudes vorhanden. Mit dem Bahnhofsumbau um 1900 wurde auch das Bahnhofsgebäude renoviert und umgebaut. Seitdem wurde das Empfangsgebäude nicht mehr umgebaut. Das Gebäude besitzt heute ein Satteldach und hat eine weiß, grau Farbgebung. Der Mitteltrakt ist mit roten Stilelementen verziert.

Im Zuge des Bahnhofsumbaus wird das Gebäude modernisiert, die UNESCO, die Stadt Salzburg und die ÖBB einigten sich darauf, dass die Fassade erhalten bleiben muss.

Der Salzburger Hauptbahnhof wurde beim VCÖ-Bahntest 2003 zum zweit schönsten Bahnhof Österreichs. Durch die Baustellenbedingten Einschränkungen verschlechterte sich die Einschätzung deutlich. 2010 und 2011 wurde der Bahnhof schließlich zum hässlichsten Bahnhof Österreichs gewählt.[4][5]

[Bearbeiten] Zentralparron

Der Zentralparron wurde mit dem Bahnhofsumbau um 1900 errichtet. Am 19. Februar 1907 wurden mit den Bauarbeiten für den Zentralparron begonnen. Am 5. Juli 1909 wurde der neue Parron fertiggestellt und eröffnet. Der Zentralparron hatte folgende Außmasse: 164,5 Meter mal 52 Meter. Dies entspricht 6 350 Quadratmeter. Der Zentralparron ist von einer heute denkmalgeschützten Bahnsteighalle überdacht. Außerdem befindet sich auf dem Zentralparron ein sogenannter Verkehrspavillion. Beidseitig kann der Zentralparron von Zügen durch Kopfgleise angefahren werden. So konnte der österreichische Teil von dem bayerischen Teil getrennt werden, da die österreichischen Züge im Teil des Bahnhofs, der in Richtung Österreich zeigt, halten konnten und die bayerischen Züge im gegenüberliegenden Teil.

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Planung

Erste Planungen zum Bau einer Bahnlinie von Salzburg nach Wien gab es in den Jahren 1838 bis 1842 . Im Juni des Jahres 1951 wurde ein Staatsvertrag zwischen Bayern und Österreich geschlossen, dieser beschloss den Bau einer Bahnverbindung von München nach Salzburg und von Salzburg nach Wien. Der Bahnhof sollte als Gemeinschaftsbahnhof dienen und gemeinsam geplant werden. Im Staatsvertrag wurde festgelegt, dass in Zukunft Entscheidungen, die den Bahnhof betreffen, gemeinsam entschlossen werden müssen, dass von der Österreichische Regierung der Bayerischen Regierung die Benutzung der Gleise im Bahnhof und bis zum Bahnhof erlaubt wurde und dass ein Teil des Bahnhofes zur Nutzung der Königlich Bayerischen Staatsbahn, ein weiterer Teil zur einer gemeinsamer Benutzung und ein dritter Teil der Nutzung der Nutzung der Österreichischen Bahnen bestimmt wurde. Beim Standort des Bahnhofes einigte man sich auf das linke Salzachufer. Der Salzburger Gemeinderat gab sich aber mit dem Bau des Bahnhofes auf dem linken Salzachufer nicht zufrieden, deswegen plante dieser im Jahre 1853 den Bau eines Bahnhofes auf dem rechten Salzachufer in der Elisabeth Vorstadt. Vorteile dieses Standortes waren die Nähe zur Salzach und die direkte Verbindung zur Salzburger Innenstadt. Außerdem könnten die Frachten wegen der Nähe zur Salzach auf Schiffe umgeladen werden.[6] Da das im Staatsvertrag vereinbarte Eröffnungsdaten wegen schwierigen Terrainarbeiten in Österreich nicht eingehalten konnte, wurde am 21. April 1856 ein neuer Staatsvertrag geschlossen, dieser verpflichtete Österreich, die Westbahn in den nächsten fünf Jahren fertigzustellen.[7] Nach einigen Verhandlungen mit Militär, Polizei, Landesregierung, Gemeinderegierung und Vertretern des Stadtministeriums einigte man sich am 21. Juni 1856 auf einen Standort rechts der Salzach bei den nördlichen Wällen. Der Bahnhofsbau links der Salzach wäre billiger und topografisch einfacher gewesen, es hätte aber ein zweites Stadtzentrum entstehen können. Die Stadt hatte aber eher das Interesse teuere Altstadtimmobilien zu verkaufen zu können.[8][9][10][11]

Die Kaiserin-Elisabeth-Westbahn-Gesellschaft und der Bayerische Staat waren aber weiterhin für den Bahnhofsbau links der Salzach, weil sie Mehrkosten befürchteten. Aber auch das Handelsministerium entschied sich am 18. April 1859 für den heutigen Standort.[12] Die Kaiserin-Elisabeth-Westbahn-Gesellschaft konnte noch im Jahr 1959 von den Vorteilen überzeugt werden, der Staat Bayern erst im Jahr 1960.[9][10][11]

[Bearbeiten] Betrieb nach der Eröffnung

Gemälde des Empfangsgebäudes um 1870

Am 12. August 1860 wurde der Bahnhof offiziell eröffnet, Salzburg wurde mit der Eröffnung der bayerischen Maximiliansbahn von München über Rosenheim nach Salzburg und innerhalb Österreich-Ungarns mit der Kaiserin-Elisabeth-Bahn nach Wien (welcher der heutigen Westbahn entspricht) an das internationale Eisenbahnnetz angebunden. Der Bahnhof wurde damals als Durchgangsbahnhof angelegt, er besaß damals ein Empfangsgebäude und zwei Bahnsteiggleise, sowie einige Anlagen für den Betrieb und den Güterverkehr. Die Betriebsanlagen bestanden aus einer Werkstatt und einem Heizhaus für bayerischen Züge, einer Wagenremise, die auch für die bayerischen Züge vorgesehen war, einem Heizhaus und einer Werkstatt der Österreichischen Bahn. Außerdem waren Betriebsanlagen wie Wassertürme gemeinsam zu nutzen.[13] Die Güteranlagen bestanden aus jeweils einem österreichischen und bayerischen Güterschuppen und aus österreichischen und bayerischen Verladerampen.

Im Jahr 1873 wurde die Bahnhofsstraße, die aus der Innenstadt mittig in den Vorplatz einmündete, in die Westbahnstraße umbenannt. Im Jahr 1866 wurde für die Salzburger Eisenbahn- und Tramwaygesellschaft ein eigener Lokalbahnhof auf dem Bahnhofsvorplatz erbaut. An diesem Bahnhof hatten die Salzburger Straßenbahnlinien ihren Ausgangspunkt.[11][14]

In den folgenden Jahren zeigte sich aber bald, dass der Bahnhof neuen Streckenzugängen nicht mehr gewachsen sei. In Planung war zum Beispiel die Tauernbahn, diese Strecke bedeutete einen Verkehrszuwachs für den Bahnhof. Deswegen musste dieser erweitert und vergrößert werden. Die Österreichischen Eisenbahnen entschlossen sich gemeinsam mit der Königlich Bayerischen Staatsbahn für einen Bahnhofsumbau mit einer Trennung von Güter- und Personenverkehr.

Der Güterverkehr sollte nach Salzburg-Gnigl, dem heutigen Standpunkt des Rangierbahnhofes verlegt werden. Für den Personenverkehr plante man eine Mischung aus Kopf- und Durchgangsbahnhof. Es waren zuerst zwei Durchgangsgeleise neben dem Empfangsbahnhof vorgesehen, an diesen sollten wichtige, internationale Züge wie zum Beispiel der Orient-Express halten. Für die bayerischen und österreichischen Regionalzüge plante man den sogenannten Zentralparron. Auf beiden Seiten dieses Bahnsteiges endedeten fünf Kopfgleise. Es sollten nochmal Durchgangsgleise folgen. Außerdem sollte der Bahnhofssteg verlegt werden, da auf seinem alten Startpunkt das Postamt gebaut werden sollte.[9][10][11][15][16][17]

Das bayerische Bahnbetriebswerk wurde nach Freilassing verlegt, deshalb war in Salzburg nur noch ein sechsständiger Lokschuppen vorgesehen. Im Norden der Bahnanlagen war ein Rundlokschuppen für die österreichischen Bahnen vorgesehen.

[Bearbeiten] Umbau des Bahnhofes um 1900

Der Salzburger Hauptbahnhof um 1900; Zu sehen ist auch die längst eingestellte Ischlerbahn

Im Jahr 1989 wurden die ersten Planungen öffentlich gemacht.

Das Postamt konnte am 1902 eröffnet werden, gleichzeitig wurde der Steg auf der Nordseite neu aufgebaut. Im Jahr 1909 konnte der teilweis als Inselbahnhof umgestaltete Bahnhof eröffnet werden. Parallel zum Empfangsgebäude, welches an einem Durchgangsgleis liegt, wurde ein weiteres Gebäude auf einem breiten, mit einer Halle überdachten Bahnsteig errichtet. An der Längsseite der Halle befinden sich weitere Durchgangsgleise, an den beiden Schmalseiten wurden die Gleisanlagen als Kopfbahnhöfe angelegt: auf der nordöstlichen Seite für den innerösterreichischen Verkehr und auf der südwestlichen für die Züge nach Bayern. Während des Umbaus wurde die österreichische Dienststelle von der bayerischen abgetrennt, die bayerische Dienststelle bekam einen eigenen Bereich mit einer eigener Fahrdienstleitung. Zudem war der Bahnhof nun durch den Zoll abgetrennt.[11][18][19]

Mit dem Ausbau weiterer Strecken, zuletzt mit der Fertigstellung der Tauernbahn nach Villach und weiter nach Triest im Jahr 1909, stieg die Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt. Von dem am Bahnhofsvorplatz angelegten, heute nicht mehr existenten Lokalbahnhof fuhren ab 1886 die Salzburger Lokalbahn und ab 1893 die Salzkammergut-Lokalbahn ab.

[Bearbeiten] Im und nach dem Zweiten Weltkrieg

In den Jahren 1944 und 1945 waren der Bahnhof und die Gleisanlagen Ziel zahlreicher Bombenangriffe der amerikanischen Flottenverbände im Zweiten Weltkrieg. Der Bahnhof wurde dadurch teilweise zerstört. Einige Blindgänger werden auch noch heute im Bereich der Bahnanlagen im Erdreich vermutet, was bei Tiefbauarbeiten immer wieder zu Problemen führt. (Im Juli 2003 kostete die missglückte Entschärfung einer 250 kg schweren Fliegerbombe zwei Sprengstoffexperten das Leben. Im Juli und August 2007 suchten die ÖBB das Gelände des Bahnhofs auf weitere verborgene Bomben ab.)

Im Jahr 1988 wurde der Vorplatz neu gestaltet, es entstand ein Kaufhaus, die Post wurde neu gebaut und es wurde eine Tiefgarage errichtet.[20]

Seit dem Jahr 1996 nimmt die Salzburger Lokalbahn ihren Ausgangspunkt in einer unterirdischen Station unter dem Südtiroler Platz. Eine unterirdische Verlängerung der Bahn als U-Bahn bzw. Stadtbahn in oder durch das Stadtzentrum war geplant und wird auch weiterhin als Option gehandelt. Mit der Errichtung und dem Ausbau des S-Bahnsystems im Großraum Salzburg wird der Bahnhof in seiner Bedeutung erneut aufgewertet, wobei er aufgrund der wenigen Durchgangsgleise immer mehr an seine Kapazitätsgrenzen stößt.

Gleisplan des Bahnhofes mit den Bahnsteigen und den Gleisen bis zum Jahr 2009

[Bearbeiten] Umbau

Die Struktur des Bahnhofs mit seinen Kopfbahnsteigen und fünf durchgehenden Bahnsteigen wird für den Bahnverkehr innerhalb der offenen Grenzen nach dem Schengener Abkommen für eher hinderlich als sinnvoll gehalten. Deshalb ist im Rahmen der sogenannten ÖBB-Bahnhofsoffensive ein völliger Neubau der Gleisanlagen und Bahnsteige im Gange, wobei die Kopfbahnsteige von durchgehenden Bahnsteigen ersetzt und die drei finsteren unterirdischen Gleiszugänge durch eine breite Einkaufspassage unter sämtlichen Gleisen vom Südtiroler Platz bis zur rückwärtig des Bahnhofs befindlichen Lastenstraße auf der südlichen Seite der Gleisanlagen ersetzt werden.

Den Architektenwettbewerb gewann Klaus Kada, welcher schon den neuen Hauptbahnhof in Klagenfurt konzipierte. Sein Siegerprojekt wurde bereits im Mai 1999 präsentiert. Diese für die zukünftige Funktionalität als Taktknoten im Fern- und Nahverkehr erforderliche Baumaßnahme wurde jedoch immer wieder hinausgezögert, unter anderem wegen einer Kontroverse um den Marmorsaal, der sich in dem Gebäude auf dem breiten Inselbahnsteig befand und für den Umbau abgerissen werden musste. Beim Marmorsaal handelte es sich um einen nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Saal des Bahnhofsrestaurants. Eine Bürgerinitiative[21] postulierte, er sei historisch wertvoll und solle deshalb erhalten werden. Von Seiten der Stadt Salzburg wurde als Kompromiss vorgeschlagen, den Saal abzutragen und an anderer Stelle im neuen Gebäude wieder aufzubauen. Später hat die zuständige Behörde den Streit beendet, indem der Abriss unter diesen Bedingungen genehmigt wurde. Der Marmor aus dem Marmorsaal wurde unter Aufsicht des Denkmalschutzamtes fachgerecht abgetragen und wird von den ÖBB gelagert. Durch die Entfernung von Panelen in der Eingangshalle des Bahnhofs sind alte, gut erhaltene Fliesenbilder wieder zum Vorschein gekommen.

Die stählerne Dachkonstruktion der Halle auf dem Inselbahnsteig stand schon zuvor unter Denkmalschutz. Deshalb wurde die Dachkonstruktion Anfang November 2009 vorsichtig abgetragen, um in Linz restauriert und in den neuen Bahnhof integriert zu werden. Im Februar 2011 wurde der erste der sieben Spannbögen der Konstruktion wieder aufgestellt.[22]

Das Gesamtbudget für den Bahnhofsneubau beträgt 270 Millionen Euro, wovon knapp über 10% vom Land Salzburg eingebracht werden.[23] Der Spatenstich erfolgte am 7. November 2008. Aktuell ist der Umbau des Salzburger Hauptbahnhofs in vollem Gang, laut Projektleiter der ÖBB liegen die Arbeiten exakt im Zeitplan. Der Bahnhof soll 2014 fertiggestellt sein.[23]

Der Umbau bei fortlaufendem Betrieb erfordert von den Planern besondere Maßnahmen:

  • Seit 2009 sind die Serviceeinrichtungen der ÖBB in Container am Bahnhofsvorplatz übersiedelt. Dort befinden sich nun bis zum Ende der Bauarbeiten die Schalterhalle, Fahrkartenautomaten, Reisecenter, Bahnhofsrestaurant, Buch-, Zeitschriften und Tabakwarenhandel sowie eine Infobox inklusive einer Ausstellung zum Bahnhofsumbau.
  • Die verringerte Anzahl an zur Verfügung stehenden Gleisen stellt eine logistische Herausforderung für die Aufrechterhaltung eines Betriebes nach Fahrplan dar. In Einzelfällen kommt es daher zu Verzögerungen im Zugverkehr.
  • Seit 27. Oktober 2009 steht der Bahnhofsvorplatz für den Individualverkehr nur noch eingeschränkt zur Verfügung, der öffentliche Verkehr ist davon nicht betroffen.
  • Die Zugänge zu den Bahnsteigen waren ein Zeitlang anders geregelt; die alte Schalterhalle war geschlossen und provisorische Zugänge zu den Bahnsteigen befanden sich links und rechts vom Bahnhofsgebäude.

[Bearbeiten] Verkehr

Ein ICE T der DB AG verläßt den Salzburger Hauptbahnhof in westlicher Richtung
Zug der Rollenden Landstraße bei Itzling
Gemeinsamer Mittelbahnsteig für Durchgangsgleis 2 und Kopfgleis 11
Triebzug der S-Bahn vor dem Zentralstellwerk

[Bearbeiten] Fernverkehr

Der Bahnhof ist auch ein Knotenpunkt im Fernverkehr, zur Zeit sind aber nur drei Bahnsteige für den Fernverkehr verfügbar, dies soll mit den Umbaumaßnahmen geändert werden. Der Bahnhof wird im Zweistundentakt von Railjets der Relation MünchenBudapest bedient. Außerdem hält im Bahnhof ein ICE-Zugpaar, dieses verkehrt von Innsbruck nach Wien. Der Bahnhof wird von den Eurocitylinien EC 62 und EC 32 bedient, die zusammen einen Zweistundentakt herstellen. Auf der Linie EC 62 verkehrt ein Zugpaar von München nach Klagenfurt, zwei Zugpaare fahren von Frankfurt am Main nach Klagenfurt, ein weiteres von Frankfurt nach Graz, eines von Frankfurt nach Linz und ein Zugpaar von Saarbrücken nach Graz. Das eine Zugpaar des EC 32 verkehrt von Münster (Westfalen) oder Dortmund nach Klagenfurt und trägt den Namen Wörthersee. Mit einzelnen Zugpaaren endet außerdem die IC-Linie 60 Karlsruhe–München–Salzburg und die Intercity-Linie Salzburg–Wien im Salzburger Hauptbahnhof. Zudem verkehrt im Stundentakt die EC beziehungsweise RJ-Linie Wien–Zürich.

Linie Strecke Taktfrequenz
WB FreilassingSalzburgLinzWien Stundentakt
RJ 90 MünchenSalzburgLinzWien (– Budapest) 2-Stunden-Takt
ICE InnsbruckSalzburg – Linz – Wien ein Zugpaar
EC 32 Wörthersee:
(Münster (Westf) –) DortmundEssenDüsseldorfKölnKoblenzFrankfurtMannheimHeidelbergStuttgartAugsburgMünchenSalzburgKlagenfurt
ein Zugpaar
IC 60 KarlsruheStuttgartAugsburgMünchenSalzburg einzelne Züge
EC/IC 62 (FrankfurtHeidelberg) / (SaarbrückenMannheim) – StuttgartAugsburgMünchenSalzburg (– Klagenfurt / Graz / Linz) 2-Stundentakt
IC Salzburg – Wien
EC/RJ Wien – Salzburg – Innsbruck – Bregenz / Zürich Stundentakt

[Bearbeiten] Regionalverkehr

Vom Salzburger Hauptbahnhof bestehen Direktverbindungen in Richtung München, Landshut, Mühldorf am Inn, Linz, Wörgl und Braunau. Die Regionalzüge enden meist am Salzburger Hauptbahnhof, deswegen halten sie meist an den Kopfgleisen.

Linie Strecke Taktfrequenz
RE München-Salzburg-Express:
MünchenRosenheimTraunsteinFreilassingSalzburg
Stundentakt
REX Linz / Braunau – Salzburg (– Freilassing)
REX SalzburgWörgl
REX/R/RB Attnang-Puchheim – Salzburg (– Salzburg Taxham-Europark)
RB Salzburg – Freilassing – MühldorfLandshut 2-Stundentakt

[Bearbeiten] S-Bahn-Verkehr

Der Salzburger Hauptbahnhof wird von vier S-Bahn-Linien der S-Bahn Salzburg bedient, gleichzeitig dient er als zentraler Umsteigepunkt zwischen den Linien. Die S-Bahn-Linien S1 und S11 fahren im Tiefgeschoss des Lokalbahnhofes ab.

Linie Linienverlauf Taktfrequenz
 S1  Salzburg (Tiefgeschoss) – Bürmoos – Lamprechtshausen Halbstundentakt
 S11  Salzburg (Tiefgeschoss) – Bürmoos – Trimmelkam Stundentakt
 S2  Salzburg – Straßwalchen Stundentakt
 S3  Bad Reichenhall – FreilassingSalzburg – Golling - Abtenau (einzelne Züge bis Schwarzach Sankt Veit und Saalfelden) Halbstundentakt

[Bearbeiten] Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr

Der Bahnhof besitzt auf dem Bahnhofsvorplatz, dem Südtiroler Platz, einen Busbahnhof, von dort aus verkehren Buslinien und Oberleitungsbuslinien in alle Stadtteile Salzburgs. Der Busbahnhof ist zudem der zentrale Umsteigepunkt zwischen den einzelnen Bus- und O-Bus-Linien.

Außerdem befindet sich unter dem Südtiroler Platz der Salzburger Lokalbahnhof, in diesem unterirdischen Bahnhof beginnt der Streckenverlauf der Salzburger Lokalbahn.

[Bearbeiten] Salzburg Lokalbahnhof

Der Salzburger Lokalbahnhof vor der Tieferlegung im Jahr 1992
Der unterirdische Bahnhof im Jahr 2008

Im Jahr 1886 wurde auf dem Bahnhofsvorplatz für die Salzburger Eisenbahn- und Tramwaygesellschaft ein eigener Lokalbahnhof erbaut, an diesem begann die Straßenbahnlinien vom Salzburger Hauptbahnhof nach Drachenloch. Ab 1891 hielten auch die Züge der sogenannten Salzgammergutlokalbahn, die von Salzburg nach Mondsee oder Bad Ischl führte, im Lokalbahnhof. Im Jahr 1896 wurde von der Salzburger Eisenbahn- und Tramwaygesellschaft eine weitere Straßenbahnlinie von Salzburg nach Lamprechtshausen, diese Linie begann ebenfalls in einem neuen Nordbahnhof des Lokalbahnhofes. Im Jahr 1909 kam eine weitere Linie, die sogenannte Gelbe Elektrische, hinzu, diese existierte schon zuvor als Pferdestraßenbahn. Im Jahr 1909 wurde auch mit dem Bahnhofsumbau der Lokalbahnhof umgebaut, im Jahr 1926 wurde der Bahnhofspvorplatz umbenannt, zum Andenken an den Verlust Südtirols wurde er Südtiroler Platz genannt.

In den 1950er Jahren begann der Rückgang der Straßenbahnlinien, die Straßenbahnlinien wurden durch Oberleitungsbuslinien ersetzt. Als Erstes wurde die Gelbe Elektrische im Jahr 1953 stillgelegt. Am 30. September 1957 folgte die Stilllegung der Straßenbahnlinie von Salzburg nach Bad Ischl, in den nächsten Jahren wurden dann fast alle Linien die über den Salzburger Hauptbahnhof führten stillgelegt, nur die Salzburger Lokalbahn blieb erhalten. Der Lokalbahnhof war durch die Streckenstilllegungen unnötig geworden, der nördlich Teil wurde im Jahr 1973, der südliche im Jahr 1978 abgerissen. Für die Lokalbahnbetrieb blieb ein kleines Haltestellengebäude und ein Mittelbahnsteig vorhanden.

1992 wurde der Lokalbahnhof in Tieflage neu erbaut, um den Bahnhofsvorplatz zu erweitern und neu gestalten zu können.[9][10][24]

[Bearbeiten] Literatur

  • Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Salzburger Hauptbahnhof Ende der Umwege auf diepresse.com
  2. Kubinsky, S. 38/39.
  3. Terminalbeschreibung ÖBB Autoreisezug Autoverladestelle Salzburg Hauptbahnhof (Pdf-Datei)
  4. VCÖ: Bahntest 2010
  5. VCÖ: Bahntest 2011
  6. Geschichte der Maximiliansbahn
  7. Eisenbahn-Jahrbuch, 1. Jahrgang, S. 121.
  8. Krejs, Salzburgs Stadterweiterung, S. 105- 108 Vgl. T. N.: Ein Beitrag zu Salzburger Bahnhof-Frage. In: NSZ Nr. 109, 17. Mai 1853.
  9. a b c d Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3.
  10. a b c d Buchdetails zum Buch: Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3.
  11. a b c d e Geschichte des Bahnhofes auf rettetdenbahnhof.at
  12. SLA Landesregierung, 1859 XIII E 13, Erlaß des Handelsministeriums, 18. April 1859.
  13. Hykysch, Rudolf: Die Bahnhöfe im Lande Salzburg. Diss. Salzburg 1989. S. 189, Nr.3.
  14. AStS, Gemeinderatsprotokoll, Sitzung vom 17. Februar 1873, S.224. „18. Westbahnstraße für die Straße vom Ende des Mirabellplatzes bis zum Bahnhofs Rayon.“
  15. Projekt zum Bau eines Mittelbahnsteiges (Projekt für die Adaptierung des Aufnahmegebäudes und die Errichtung eines Zentralperrons in Salzburg), Hykysch, S. 194.
  16. Commisions- Protokoll über die Verhandlung wegen Umbau und Erweiterung der Stationsanlage in Salzburg.
  17. Umgestaltung des Personen- Bahnhofes der Strecke Linz- Salzburg, Nr. 13.291 am 7.,8.,9. und 10. Oktober 1901. S. 11, 18.
  18. Fischer, Michael W.: Salzburger Photographien. Stadt und Land nach 1920.- Salzburg, Wien: Residenzverlag 1986. S. 258.
  19. „Friedrich Archleitner sieht den Hauptbahnhof ein Beispiel dafür, wie bereits die beamten Architekten den Jugendstil rezipierten.“ Achleitner I, S. 280.
  20. Schivelbusch, S. 171
  21. Webseite der Bürgerinitiative "Rettet den Bahnhof" (abgerufen am 28. November 2011)
  22. Salzburger Nachrichten Salzburger Bahnhof neu im Retrolook (mit Video) (abgerufen am 16. Februar 2011)
  23. a b Umbau des Hauptbahnhofes beginnt auf salzburg.orf.at
  24. Webseite der Salzburger Lokalbahn

[Bearbeiten] Weblinks

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