Günter Rohrbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Günter Rohrbach (* 23. Oktober 1928 in Neunkirchen (Saar)) ist ein deutscher Kinofilm- und Fernsehproduzent.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Stern von Günter Rohrbach auf dem Boulevard der Stars in Berlin

Günter Rohrbach machte 1949 in Neunkirchen das Abitur und studierte Germanistik, Philosophie, Psychologie und Theaterwissenschaften in Bonn, München und Paris, wo er vor allem die Filmgeschichte kennenlernte. Großen Einfluss nahmen der Mitbegründer der Filmkritik Wilfried Berghahn und Jürgen Habermas, die den Bonner Filmclub betrieben. Sie überredeten Rohrbach, beim Filmclub mitzumachen, als er 1953 zum zweiten Mal an die Universität Bonn ging. Mit Habermas war es dabei undenkbar, einen Film zu sehen, ohne nicht anschließend wenigstens zwei Stunden darüber zu diskutieren. Berghahn ging dann zum Südwestfunk, woraufhin Rohrbach lange Zeit eine wöchentliche Radiokolumne hatte, in der er einen gerade angelaufenen Film besprach. Hinzu kamen zahlreiche Filmkritiken in der Filmkritik. Wenngleich Rohrbach den Dokumentarfilm für den Südwestfunk machte Der Krieg findet im Kino statt, der deutsche Kriegsfilme betrachtete, blieb es bei einer theoretischen Beschäftigung mit dem Thema, ein Filmproduzent zu sein, konnte er sich zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen. Mit dem damaligen Deutschen Film wollte er nichts zu tun haben und Hollywood oder auch nur Rom schien ihm weit weg zu sein - der italienische Film des Neorealismus begeisterten ihn besonders. [1]

Rohrbach wurde mit einer Arbeit über Grimmelshausens "Simplicissimus" an der Universität Bonn zum Dr. phil. promoviert und war danach im Bonner General-Anzeiger tätig. Als er Wilfried Berghahn davon erzählte, er würde gerne zum Fernsehen gehen, schlug dieser vor, sich beim Programmdirektor des WDR Dr. Hans-Joachim Lange zu bewerben. Der WDR war erst vor kurzem eigenständig geworden und brauchte noch Mitarbeiter, zudem hatte er als größter Sender in Deutschland das meiste Geld. Rohrbach bewarb sich 1961 mit dem Konzept Thema der Woche zu einem Fernsehmagazin, welches in etwa dem kurz darauf herausgekommenen Panorama ähnelte, beim Programmdirektor des WDR Lange. Lange gefiel das Konzept und er stellte den Bewerber als seinen Assistenten ein.

Nach zwei Jahren wollte Rohrbach selber Programm machen und bekam daraufhin vom Intendanten Klaus von Bismarck die Leitung eines Planungsstabs für das neu zu schaffende Dritte Fernsehprogramm übertragen. 1965, kurz vor Sendebeginn, bot ihm Lange dann an, die Leitung der Abteilung Fernsehspiel zu übernehmen. 1972 kam noch die Unterhaltung hinzu, welche Rohrbach ebenfalls viel Freude bereitete, später auch noch das Nachmittagsprogramm.[1] Damit war er beispielsweise für so bedeutende Serien der Fernsehgeschichte verantwortlich, wie Klimbim, Am laufenden Band oder Plattenküche.

Rohrbach war von 1979 bis 1994 Geschäftsführer der Bavaria Film in München. Ab 1994 wurde er freier Filmproduzent. Von 2003 bis 2010 war er gemeinsam mit Senta Berger der erste Präsident der Deutschen Filmakademie. Er ist Aufsichtsratmitglied der Constantin Film AG.

Rohrbach hat viele Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Bayerischen Filmpreis, den Bayerischen Fernsehpreis, den Filmpreis der Stadt München und das Silberne Blatt der Dramatiker Union (1972). 2009 wurde er während der Berlinale mit der Berlinale Kamera ausgezeichnet. Im September 2010 wurde er mit einem Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin geehrt. 2011 initiierte seine Geburtsstadt Neunkirchen mit ihm den Günter-Rohrbach-Filmpreis.

Filmografie (Auswahl) [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b Radiointerview HR2 Doppelkopf vom 6. Januar 2012