Grafschaft Moers

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Territorium im Heiligen Römischen Reich

Grafschaft Moers
Wappen
Wappen Moers
Karte
Karte Grafschaft Moers
Karte der Grafschaft Moers
Alternativnamen Mörß, Mors, Murs
Entstanden aus Duisburggau
Herrschaftsform Grafschaft,
ab 1702 Fürstentum
Herrscher/Regierung Graf, Fürst
Heutige Region/en DE-NW
Reichstag Reichsfürstenrat, Weltliche Bank: Teil einer 1 Kuriatstimme des niederrheinisch-westfälischen Grafenkollegiums; ab 1702: 1 Virilstimme
Reichsmatrikel 3 Reiter, 12 Fußsoldaten, 45 Gulden (1522)
Reichskreis niederrheinisch-westfälisch
Hauptstädte/Residenzen Moers
Dynastien Haus Moers,
ab 1493 Wied,
ab 1519 Neuenahr,
ab 1600 Nassau-Oranien,
ab 1702 Brandenburg-Preußen
Konfession/Religionen römisch-katholisch, ab 1560 protestantisch
Sprache/n Deutsch
Fläche 180 km² (um 1800)[1]
Einwohner 38.000 (um 1800)[1]
Aufgegangen in Frankreich, Département de la Roer (1798–1813)

Die Grafschaft Moers war ein am linken Niederrhein gelegenes historisches Territorium, das die Städte Moers und Krefeld sowie umliegende Ortschaften und Gebiete umfasste. Obwohl die Grafschaft rechtlich bereits 1797/1801 aufgelöst wurde, bezieht man sich auch aktuell als Zusatzbezeichnung in Namen für kommunale Einrichtungen und Firmen als „Grafschafter“ noch häufig auf sie.

Geschichte[Bearbeiten]

Zeit vor den Grafen von Moers[Bearbeiten]

Nach Rückzug der Römer vom Niederrhein sind für die nächsten Jahrhunderte keine Urkunden für das Gebiet der späteren Grafschaft bekannt. Für das 4. bis 6. Jahrhundert wurden nur sehr wenige fränkische Einzelfunde im Bereich von Asberg ausgegraben. 1932 wurde in Eick-West ein fränkisches Grab gefunden. Aber erst ab 1957 wurde dieser Bereich intensiver untersucht. Bis 1959 wurden 163 Gräber mit teilweise ergiebigen Grabbeilagen ausgegraben. Die Hauptnutzungszeit dieses Grabfeldes lag zwischen 570 bis etwa 650 n. Chr.. Der älteste Siedlungsfund im Stadtkern von Moers, ein blaugrauer Kugeltopf, stammt aus dem 9. Jahrhundert und deutet auf eine Besiedlung vor der Errichtung der ersten Gebäude im Burgbereich hin.[2]

Die nächsten gesicherten urkundlichen Nachrichten für das Gebiet gibt es erst ab dem 9. Jahrhunderts. Dass Karl der Große in Friemersheim 799 einen Reichstag abgehalten soll, bezieht sich auf eine vermutlich gefälschte Urkunde.[3]

In einer Urkunde von 855 schenkt ein Edelmann „Hattho“ dem Kloster Echternach einen großen Herrenhof mit Wald, Wiesen, Gewässer, Mühle und 42 Hörigen im Gebiet von „Reple“, dem heutigen Repelen. Die dortige Dorfkirche gehört zu den ältesten Kirchen am linken Niederrhein, da sie ursprünglich als kleine Kapelle vermutlich bereits im 7. Jahrhunderts vom damaligen Abt des Klosters Echternach, Willibrord, auf den Namen des Heiligen Martin geweiht worden sein soll.[4][Anm. 1] Das Kloster Werden, das um Ende des 8. Jahrhunderts gegründet wurde, erhielt nachweisbar im 9. Jahrhundert und später einige Höfe und Gebiete im Bereich der späteren Grafschaft als Pfründe geschenkt. In den Registern dieses Klosters wurde für 1160 eine aus dem Gebiet von Moers stammende adelige Person angeführt. Im Codex Ulphilas aus dem Archiv der Abtei wird angegeben: „Wilhelmus .. Comes de Moers .. annis 8. obiit 1160 20 Junii“. Dieser Graf Wilhelm war von 1152–1160 Abt der Abtei und damit der erste Hinweis auf die Herren „von Moers“.[5]

Die nächsten urkundlich nachweisbaren Edelherren waren Elgerus und Theoderich de Murse. Diese hatten als Zeugen eine Schlichtung des Erzbischofs von Köln für einen Streit der Ortschaften Ossum und Kerpen 1186 mit beurkundet.[6] Diese „Bezeugung“ durch die Edelherren de Murse zeigt, dass die späteren „Grafen von Moers“ ursprünglich zum Vasallenbereich der Erzbischöfe von Köln gehörten. Ein weiterer Hinweis hierzu ist das älteste bekannte Moerser Schöffensiegel. Dieses wird in einer Urkunde von 1306 verwendet. In dieser Urkunde entschied der Ritter Dietrich von Moers einen Rechtsstreit von Moerser Schöffen. Da das Neusser Schöffengericht bis Mitte des 15. Jahrhunderts die nächst höhere Instanz (Oberhof) für die Schöffengerichte von Moers und Krefeld war, ist auch hierdurch die anfängliche Zugehörigkeit der Edelherren de Murse zum Einflussbereich der Kölner Erzbischöfe erkennbar.[7]

Lage und Gebiete der Grafschaft[Bearbeiten]

Die Grafschaft Moers war im 12. und 13. Jahrhundert von Gebieten des Erzbistum Köln im Norden und Süden, der Grafschaft Kleve im Osten, der Grafschaft Berg im Süd-Osten und der Grafschaft Geldern im Westen umgeben. Während es der nördlich gelegenen vom Erzbistum Köln lehensabhängigen Grafschaft Kleve gelang, diese Abhängigkeit 1417 durch Kaiser Sigismund endgültig zu beenden und wie bereits Geldern und Berg auch zu einem Herzogtum zu werden, war dies Moers nicht möglich. Da die relativ kleine Grafschaft von größeren Grafschaften und kurkölnern Gebieten umgeben war, führte dies für Moers zu wechselnden Abhängigkeiten und der jeweiligen Anerkennung der Oberhoheit durch Kurköln und/oder diesen Grafschaften oder den späteren Herzogtümern. Diese endeten erst 1600 mit der Oberhoheit der Oranier, die 1702 bis 1918 durch die von Brandenburg-Preußen, nur 1796 bis 1813 unterbrochen von Frankreich, abgelöst wurde.

Neben der Stadt Moers umfasste das Herrschaftsgebiet der Grafschaft u. a. die heute zu Duisburg gehörenden Stadtteile und Gebiete Baerl, Friemersheim, Hochemmerich, Rumeln mit Teilen von Kaldenhausen, Oestrum und Homberg, das Gebiet der heutigen Stadt Neukirchen-Vluyn, Kapellen, Repelen, sowie, als Exklave innerhalb kurkölnischer Gebiete, das südwestlich von Moers gelegene Krefeld und einen kleinen Straßenabschnitt in der Ortschaft Hüls, die moersische Straße. Auch einige kleinere Gebiete auf der heute rechten Rheinseite, wie zum Beispiel das bis zur Rheinverlagerung im 12. Jahrhundert ursprüngliche linksrheinische Kasselerfeld in Duisburg, gehörten bis 1795/1801 zur Grafschaft Moers.[8] Neben diesen Gebieten waren, allerdings nur kurzzeitig im Mittelalter, Brüggen, Dülken, Dahlen, Süchteln und Wassenberg für einige Jahre Bestandteil der Grafschaft.[9][Anm. 2] Durch Heirat kam 1376 die reichsunmittelbare Grafschaft Saarwerden hinzu; doch bereits 1417 wurde sie durch Erbteilung als Grafschaft Moers-Saarwerden wieder abgespalten. Nachfolger war Friedrich IV. von Moers († 11. Juli 1448), der ab 1399 amtierender Graf der Grafschaft war.

Zeit der Grafen von Moers[Bearbeiten]

Wo das ursprüngliche erste Allodialgebiet der ersten Edelherren von Moers lag, ist bisher nicht bekannt. Der erste urkundlich belegbare Kauf eines Grundstückes im Bereich der Burganlage in Moers stammt von 1288. Zu diesem Zeitpunkt kaufen die Edelherren Dietrich und Friedrich von Moers hier Grundbesitz von der Abtei Werden.[10]

Dietrich I. von Moers (1226–1262) (Dietrich auch Theoderich geschrieben) ist der erste urkundlich nachweisbare regierende Graf. Es folgte sein Sohn und Erbe Dietrich II. (1262–1294)und die weiteren Mitglieder dieser Adelsfamilie, die im Kapitel „Amtierende Grafen von Moers“ angegeben sind.[11] Dietrich II. war mit dem Grafen von Geldern auf der Seite von Kurköln Teilnehmer der Schlacht von Worringen, die 1288 den Limburger Erbfolgestreit entschied und die Machtverhältnisse besonders im Gebiet von Maas und Niederrhein veränderte. Zu seiner Absicherung, falls die Partei die er angehörte verlieren sollte, hatte er vorher die Lehensoberhoheit der Grafen von Kleve für das Gebiet Moers anerkannt. Kleve war bei dieser Auseinandersetzung neutral und konnte deshalb nach Ende des Krieges dem in Gefangenschaft geratenen Grafen von Moers das Lehen und damit den Besitz der Grafschaft erhalten.[12] Diese Lehensabhängigkeit von Kleve war später häufig umstritten. Friedrich II., amtierender Graf von Moers von 1346 bis 1356, erkannte diese nicht an. Sein Nachfolger Dietrich IV. bestätigte sie zwar bei seinem Amtsantritt zuerst, erreichte dann jedoch, dass Kleve 1361 deren Aufhebung anerkannte.[13] Allerdings wurde von den späteren Rechtsnachfolgern für das Herzogtum Kleve trotzdem immer wieder die Lehenszuständigkeit geltend gemacht.

Die Grafschaft Moers entwickelte sich schrittweise aus einem ursprünglich nur kleinem Gebiet, dass den Edlen von Moers gehört hatte. Wie zu dieser Zeit üblich wurden entweder mit Gewalt oder durch Kauf neue Gebiete erworben. Bei dem Bestreben ihr Territorium zu vergrößern waren aber Widerstände der alten Besitzer zu überwinden. Ein Beispiel hierfür ist der Erwerb des Gebietes Friemersheim durch die Grafen. In diesem Gebiet war die Abtei Werden Eigentümer vieler Höfe und Güter. Um diese abzusichern verpflichtete der Abt 1297 schriftlich den Vogt der Abtei, die Vogtei Friemersheim mit Borch und Vluyn nicht an die Grafen von Moers zu übertragen und einen Lehensnehmer der Abtei in diesem Gebiet, den Ritter Wilhelm von Friemersheim, gegen die Herren von Moers zu unterstützen. 1366 geriet jedoch Bodo von Friemersheim in Geldnot und verpfändete für 11800 goldene Schillinge seine Rechte an den Ritter Johann von Moers. Da das Pfand nicht eingelöst wurde, musste der Werdener Abt Johann von Spielberg 1385 die Herrschaft Friemersheim den Grafen von Moers als Lehen übertragen. 1392 wurde die Herrschaft Friemersheim mit den Besitzungen in Vluyn durch zusätzlichen Kauf rechtmäßig ein Gebiet der Grafschaft.[9]

Mit Graf Dietrich IV. der von 1356–1372 regierte, begann ein deutliche Stärkung der lokalen Bedeutung für die Grafschaft. Durch die Unterstützung der Moerser für Eduard von Geldern begann eine Annäherung an dieses Herzogtum. Diese führte zur Lockerung der alten Abhängigkeiten, die sowohl zu Kurköln wie auch zu der Grafschaft Kleve bestanden hatten. Vorteilhaft war weiterhin, dass Ritter Johann von Moers 1364 Eduard von Geldern mit 30.000 Goldschilde unterstützt hatte. Dafür erhielt er die Pfandschaft der Gebiete Millen und Waldfeucht mit der Stadt Gangelt in Geldern. Da Gangelt ein Münzrecht besaß, konnte Moers nun Münzen schlagen.[14] Auch durch gute Beziehungen, die sowohl Dietrich IV. wie auch dessen Bruder Ritter Johann zu Kaiser Karl IV. hatten, gelangten die Moerser zu zusätzlichen Einkünften. 1371 erhielten sie vom Kaiser die Erlaubnis im Bereich von Friemersheim/Homberg einen Zoll auf Waren „zu Lande und zu Wasser“ zu erheben. Diese Genehmigung wurde 1398 von König Wenzel bestätigt.[14] Wie bereits im Beispiel für Friemersheim angeführt, konnten durch die vergrößerten finanziellen Möglichkeiten viele Gebiete zusätzlich erworben und durch Pfandvergaben und Geldeinsatz Einfluss auf machtpolitische Entscheidungen im Bereich des Niederrheines erlangt werden.

Die größte lokale Macht erlangte die Grafschaft unter Friedrich III., als dieser auch Graf von Saarwerden wurde. Damit waren zwei zwar räumlich getrennte aber unter einem Grafen von Moers vereinte Grafschaften entstanden. Da sowohl Friedrich III. von Saarwerden von 1370 bis 1414 und ein Sohn von Friedrich III. als Dietrich II. von Moers von 1414 bis 1463 Erzbischöfe von Köln waren, erhöhte dies die lokale Bedeutung am Niederrhein zusätzlich. Bereits nach dem Tode von Friedrich III. wurde über eine Teilung der Verbund der zwei Grafschaften wieder aufgelöst. In allen späteren Verbünden mit Moers waren Adelshäuser aus anderen Territorien federführend.

Friedrich III. von Moers im Wappen- und Statutenbuch des Ordens vom Goldenen Vlies

Nach Friedrich IV. von Moers war Vincens von Moers der letzte Graf aus dieser Familie, der von 1448 bis 1493 die Grafschaft regierte. Seine Herrschaft fiel in eine Periode, in der am Niederrhein und dem Gebiet der heutigen Niederlande mit Belgien einige lokalen Kriege um die Zugehörigkeit und dem Gebietsumfang einiger Grafschaften und Herzogtümer geführt wurden. Als Verbündeter der Herzöge Adolf und dessen Sohn und Nachfolger Karl von Geldern war er an den Kriegen von Herzog Karl von Burgund um das Herzogtum Geldern und mit Kurköln als dessen Gegner beteiligt. Obwohl Vincenz 1471 von den Ständen in Geldern zum Schirmherren des Herzogtums ernannt worden war, musste er vor den überlegenden finanziellen und militärischen Möglichkeiten des Burgunders zurückweichen. 1473 eroberte Karl von Burgund weitgehend das Herzogtum Geldern und zog danach weiter nach Neuss. Hierbei wurde auch die Grafschaft Moers von den Truppen des Burgunders besetzt und Vincenz musste fliehen. Die Belagerung von Neuss ab Juli 1474 wurde im Mai 1475 durch Eingreifen eines Reichsheeres mit einem Waffenstillstand beendet. Karl der Kühne zog sich mit seinen Truppen Richtung Schweiz und Nordfrankreich zurück und die Grafschaft Moers wurde ebenfalls wieder frei.[15]

Graf Vincenz kehrte nach Moers zurück und in der Grafschaft traten wieder normale Verhältnisse ein. Allerdings war er durch seine militärischen Unterstützungen von Geldern und später Kurköln stark verschuldet. Die ihm zugesagten Rückzahlungen für seinen Aufwand wurden zwar weiterhin anerkannt aber nur zu einem geringen Umfang auch tatsächlich bezahlt. Trotzdem reiste er 1493 nach Paris um den als Geisel festgehaltenen Karl von Geldern freizukaufen. Da seine zu Verfügung stehenden Gelder dafür nicht ausreichten, tauschte er zusätzlich seinen Enkel Bernhard gegen Karl von Geldern als Geisel aus.[16]

Diese Aktion von Graf Vincenz und seinem Enkel verärgerte den Deutschen König Maximilian I., da dieser das Herzogtum Geldern für sein Herrscherhaus der Habsburger einforderte. Die Grafschaft Moers wurde deshalb von Truppen des Kaisers besetzt und Graf Vincens musste erneut fliehen. Um die Grafschaft für seine Familie nicht endgültig zu verlieren, trat Graf Vincens Ende 1493 diese an seinen Schwiegersohn Graf Wilhelm von Neuwied ab und zog sich nach Köln zurück, wo er 1499 starb. Der Schwiegersohn hatte die Enkelin Margarete, die Schwester von Bernhard von Moers, geheiratet. Da der Zorn des Kaisers auch den in Geiselhaft gehaltenen Bernhard wegen des Geiseltausches betraf, konnte Bernhard zu diesem Zeitpunkt nicht als Erbe eingesetzt werden. Die Grafschaft Moers war damit für die männlichen Erben dieser Herrscherfamilie verloren, da Bernhard nach seiner Freilassung 1500 bereits vor einer möglicherweise erfolgreichen Wiedereinsetzung in sein Erbe 1501 starb.[17]

Der in der Liste der amtierenden Grafen angeführte Graf Vincenz von Moers war wie bereits angeführt nicht das letzte männliche Mitglied der Grafenfamilie. Der erbberechtige Sohn von Vincens, mit Namen Friedrich, starb jedoch vor dem Vater und dessen Verzicht auf das Grafenamt 1493. Dieser Friedrich hatte aber bereits seinerseits einen Sohn Bernhard. Dieser war von 1493 bis 1500 in Paris als Vertreter für den Herzog von Geldern als Geisel in Gefangenschaft. Bevor er nach der Entlassung aus der Geiselhaft seine Nachfolge als Graf von Moers durchsetzen konnte, wurde er in Geldern 1501 vergiftet. Damit war das letzte männliche Mitglied des Grafengeschlechts von Moers, das begründete Erbansprüche geltend machen konnte, gestorben.[18][Anm. 3]

Wappen der Grafen von Moers[Bearbeiten]

Das Stammwappen der Grafen von Moers zeigt in Gold einen schwarzen Balken. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein wie der Schild bezeichneter Rüdenrumpf.[19]

Zeit nach den Grafen von Moers bis 1600[Bearbeiten]

Ab 1493 fiel die Grafschaft Moers, wie angeführt an die Grafschaft Wied, da der Deutsche König gegen die Übernahme durch Wilhelm II. von Wied als Ehemann von Anna von Moers keine Einwände erhob. Als Wilhelm II. 1500 starb, folgte allerdings mit Johann von Saarwerden ein Enkel 2. Grades von Friedrich IV. als nächster Graf von Moers. Dieser hatte die Unterstützung des Erzbischofes von Köln, Hermann von Hessen, der ein Gegner des Deutschen Königs war.[Anm. 4] Durch diese Unterstützung wurde eine erneute Änderung des amtierenden Adelshauses für die Nachfolge erreicht und das Haus von Wied in der Erbfolge übergangen.[20]

Johann von Saarwerden starb 1507 kinderlos und sein Bruder Jacob von Saarwerden trat kurzfristig das Erbe an. Allerdings konnte er die Grafschaft nicht lange behalten, da bereits 1510 auf Druck des Deutschen Kaisers Wilhelm III. von Wied amtierender Graf von Moers wurde und das Haus Saarwerden wieder verdrängte. Es folgte 1519 Wilhelm II. von Neuenahr, der die Tochter Anna von Moers und Saarwerden geheiratet hatte.[Anm. 5] Moers fiel damit nun an das Adelshaus Neuenahr. Wilhelm II. von Neuenahr musste aber 1541 die Lehensabhängigkeit von Kleve wieder anerkennen, da zu dieser Zeitperiode die Herzöge von Jülich-Kleve-Berg am linken Niederrhein über erhebliche Einfluss verfügten und die Grafschaft Moers sich diesem nicht entziehen konnte.[21]

Als Wilhelm II. 1557 starb wurde sein Sohn, Hermann von Neuenahr der Jüngere, Nachfolger. Allerdings hatte das Adelshaus Nassau-Zweibrücken bereits unter dem Vater von Hermann von Neuenahr auch Erbansprüche auf die Grafschaft Moers gestellt. Diese Ansprüche wurden auf die Heirat von Catharine von Moers und von Wied mit dem Grafen Johann Ludwig von Nassau-Saarbrücken begründet. Diese Catharine war eine Tochter von Wilhelm II. von Wied. Eine einvernehmliche Lösung dieses Streites war nicht zu erreichen und es wurden ab 1555 sowohl der Kaiser wie auch das Reichskammergericht mehrfach für eine Entscheidung angerufen. Alle zwischenzeitliche Urteile wurden jeweils von einem der zwei Kontrahenten nicht anerkannt, so dass über Jahrzehnte der Streit ohne Lösung weiter bestand und erst mit der Machtübernahme durch die Oranier gegenstandslos wurde. Erschwerend kam hinzu, dass durch die beginnenden Religionsstreitigkeiten in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts und besonders durch den Achtzigjährigen Krieg sich die allgemeine Situation für die Grafschaft Moers verschlechterte.[22]

Adolf von Neuenahr

Unter Graf Hermann von Neuenahr-Moers (1553–1578) wurde 1560 die Reformation eingeführt. Als Hermann von Neuenahr 1578 starb wurde sein Neffe Graf Adolf von Neuenahr, der 1546 Hermanns Schwester Anna Walburga geheiratet hatte, Nachfolger als Graf von Neuenahr-Moers. Dieser letzte männliche Nachfolger aus dem Adelshaus Neuenahr-Moers war Anhänger vom konvertierten Kölner Erzbischof Gebhard I. von Waldburg und verwickelte die Grafschaft in den Truchsessischen Krieg. Nachdem Graf Adolf als Feldherr truchsessischer Truppen u. a. das zu Kurköln gehörende Kloster Kamp 1586 zerstört hatte, wurde Moers und die Grafschaft zwischen 1586 und 1597 von spanischen Truppen als den Gegnern der von Spanien abtrünnigen Niederländer besetzt, da Graf Adolf seit 1584 Statthalter von Geldern und Overijssel sowie ab 1585 auch von Utrecht war.[23] Ab 1586 war die Grafschaft Moers während der spanischen Besatzung der Stadt Moers Bestandteil des Herzogtums Jülich.[24] Lediglich Rheinberg, das zwar eine kurkölner Stadt war, aber im Bereich von Gebieten der Grafschaft lag, wurde erst später im Februar 1590 von kurkölner und spanischen Truppen erobert.[25]

Nach dem Tode von Graf Adolf am 7. Oktober 1589, der bei einer Pulverexplosion tödlich verletzt verletzt worden war, konnte seine Witwe Anna Walburga das Erbe für die Grafschaft wegen der spanischen Besetzung von Moers nicht antreten.[25] Sie sah hierfür auch keine Möglichkeit ihren Anspruch erfolgreich durchzusetzen. Im Vertrag vom 20. November 1594 übereignete deshalb die Witwe, die zu dieser Zeit im Exil lebte, als rechtmäßige Erbin und Gräfin von Moers die Grafschaft an ihren Verwandten, den Oranier Moritz.[26] Dieser belagerte die Stadt 1597 und konnte sie gewaltlos einnehmen und die Spanier zum Abzug veranlassen. Anna Walburga konnte dann bis zu ihrem Tode in Moers leben und bestätigte am 3. Februar 1598 nochmals die Schenkung der Grafschaft an die Oranier.[27]

Periode der Oranier[Bearbeiten]

Bereits 3 Tage nach dem Tode von Anna Walburga am 15. Mai 1600 nahm Moritz von Oranien die Schenkung an und beanspruchte die Grafschaft Moers. Moritz ernannte deshalb am 8. Juni Jost Wirich von Pelden genannt Cloudt zu seinen Stellvertreter und zum Droste der Grafschaft.[28] Allerdings erhob auch wieder Herzog Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg Besitzansprüche. Klevische Abgesandte des Herzogs schlugen deshalb das Patent einer Besitzübernahme am 3. Juni 1600 an der Burg an und besetzten Moers einschließlich der Burg.[29] Im August 1601 griff der Oranier die Burg an und vertrieb die klevische Besatzung. Darauf wurde vom Adel und den Ständen in Moers am 12. August 1601 Moritz von Oranien als ihr Landesherr anerkannt. Nach dieser Zustimmung übernahm Moritz am 16. August 1601 die Grafschaft und es begann trotz des Protestes der klevischen Räte die 100-jährige Oranierherrschaft.[30] Allerdings verzichteten die Rechtsnachfolger vom Herzogtum Jülich-Kleve-Berg nicht auf Ihre Rechtsansprüche auf die Grafschaft. Herzog Wolfgang Wilhelm beispielsweise führte neben den Titeln der Herzöge von Pfalz-Neuburg und Jülich-Berg auch noch den Titel Graf von Moers.[31] Die jeweiligen herrschenden Oranier hatten nie ihren Sitz in Moers sondern ernannten jeweils Droste als ihre Statthalter vor Ort.

Grafschaft Moers um 1635

Am 14. April 1607 schloss Prinz Moritz mit Erzherzog Albrecht von Österreich für die Grafschaft Moers einen Neutralisationsvertrag. Für den Vertrag mussten 3000 Karolusgulden gezahlt werden. Diese Summe hatten weitgehend die Bürgern der Grafschaft aufzubringen. Der Erzherzog war Generalgouverneur der südlichen Niederlande und vertrat die spanischen Interessen. Da der Erzherzog zusätzlich mit Prinz Moritz 1609 einen 12-jährigen Neutralisationsvertrag abschloss, wurden die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Spaniern und den Niederländern für diese Zeit unterbrochen.[29]

Der Vertrag für die Grafschaft galt aber auch für den ab 1618 ausbrechenden Dreißigjährigen Krieg. Hierdurch erreichten die Oranier, dass die Grafschaft Moers von den Kriegsparteien als „Neutral“ anerkannt wurden. Die Grafschaft mit der Stadt Moers wurde deshalb von den Kriegshandlungen und den dadurch verursachten Kriegsgräuel bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges weitgehend verschont. Lediglich 1633 und 1639 durchquerten unter Bruch der Neutralität kaiserliche Truppen die Grafschaft. Weiterhin besetzten bei einem Rückzug vor den Franzosen kaiserliche Truppen kurzzeitig 1642 die zur Grafschaft gehörende Ortschaft Homburg und es kam zu Plünderungen und Brandschatzungen in diesem Bereich der Grafschaft.[32][33]

Moritz von Oranien starb 1625. Nachfolger wurde sein Bruder Friedrich Heinrich von Oranien. In der Zeit seiner Herrschaft erfolgten die bereits angeführten Einfälle von Truppen der kriegsführenden Mächte in die Grafschaft, die zwar die Stadt Moers nicht direkt betrafen, aber bis zum Tode Friedrich Heinrichs auch die ökonomischen Verhältnisse in der Grafschaft deutlich verschlechterten. Als er 1647 starb folgte sein Sohn Wilhelm II. von Oranien als Nachfolger, der aber bereits 1650 starb.[34]

Letzter Oranier als Graf von Moers war Wilhelm III. von Oranien, der erst 3 Tage nach dem Tode seines Vaters, Wilhelm II. geboren wurde. Diese späte Geburt versuchte der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg auszunutzen. Sofort nach dem Tode seines Schwiegervaters, er war mit der Tochter Louise Henriette verheiratet, nahm er notariell Besitz von der Grafschaft. Die Geburt von Wilhelm III. beendete aber diesen Versuch und die Grafschaft verblieb bei den Oraniern.[35]

Obwohl die Oranier die Landesherren der Grafschaft waren, versuchten die Erben der ehemaligen vereinten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg ihren alten Besitzanspruch weiterhin aufrechtzuerhalten. Im Vertrag von Kleve, der 1666 die Erbstreitigkeiten für die vereinigten Herzogtümer beendete, wurde dem Kurfürst von Brandenburg die Zuständigkeit für das Herzogtums Kleve und der Grafschaft Moers bestätigt.[36]

Als Wilhelm III. am 19. März 1702 kinderlos starb ging die Grafschaft Moers kraft eines älteren Erb- und Lehnsanspruches als Fürstentum an Preußen über. Grundlage dieses Besitzanspruches war die bereits angeführte Heirat von Luise Henriette von Oranien mit dem Großen Kurfürsten von Brandenburg.[37] Hierdurch erwarben die Brandenburger ein weiteres Anrecht auf die Grafschaft Moers über ein vererbbares Kunkellehen. Erst der Sohn des Großen Kurfürsten Friedrich III. von Brandenburg hatte zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Möglichkeit dieses Lehen mit Aussicht auf Erfolg von den Oranier einzufordern. Da Friedrich III. im Spanischen Erbfolgekrieg ab 1701 die Habsburger Ansprüche mit vertrat, realisierte er diesen Erbanspruch zusammen mit der Königswürde, er ernannte sich zum König „in“ Preußen, und erhielt für beides die Unterstützung durch den damaligen Deutschen Kaiser.

Besitzübernahme der Grafschaft durch die Preußen[Bearbeiten]

Nach dem Tode des Oraniers Wilhelm III. am 19. März 1702, der keine Kinder hatte, wurde von den Preußen der Geheime Regierungsrat Hymmen mit 2 Notare von Kleve aus in die Grafschaft Moers gesandt. Sie schlugen in Moers am Rathaus und Schloss jeweils das Preußische Wappen als Symbol der Machtübernahme an. Gleiches erfolgte in allen wichtigen Ortschaften der Grafschaft. Diese Machtübernahme wurde vom Droste der Grafschaft, dem Baron von Kinsky, anerkannt. Im Gegensatz dazu waren der Stadtrat und die Bürgerschaft der Stadt Moers einschließlich vieler Pfarrer in der Grafschaft hierzu nicht bereit. Sie betrachteten den von Wilhelm III. als seinen Universalerben eingesetzten Johann Wilhelm Friso als rechtmäßigen Nachfolger. Wegen seines jungen Alters übernahm aber seine Mutter Fürstin Amalie zu dieser Zeit die Regentschaft.[38]

Auch die Holländer waren nicht gewillt die Amtsübernahme durch die Preußen anzuerkennen. Sie zogen deshalb ihre holländischen Truppen aus der Grafschaft nicht ab und beharrten auf ihre Zuständigkeit. Allerdings begann mit dem Tode Wilhelms III. die 2. Statthalterlose Zeit in Holland wodurch der Übergang von den Oraniern zu den Preußen erleichtert wurde. Trotzdem verzögerte sich die vollständige Machtübernahme durch die Preußen um über 10 Jahre.[39]

Kartenausschnitt mit den Preußischen Gebieten von Geldern und dem Fürstentum Moers bis 1795

Da preußische Truppen zur gleichen Zeit zusammen mit den Holländern im Spanischen Erbfolgekrieg gegen die Franzosen kämpften, wollten die Preußen zunächst nicht mit Gewalt ihren Besitzanspruch durchsetzen und versuchten es deshalb zuerst mit Diplomatie. Diese führte wegen des hartnäckigen Widerstandes der Holländer aber zu keinem Ergebnis. Lediglich Krefeld konnte durch eine List am 3. Februar 1703 besetzt werden und erkannte den Droste Baron von Kinsky und damit die Preußen als ihr Oberhaupt an. Bis zur endgültigen Klärung der Zuständigkeiten in der Grafschaft war deshalb Krefeld der Verwaltungssitz des Droste von Kinsky und der Sitz des Hauptgerichtes.[40] Nachteilig für die Preußen war zudem, dass in den ersten Jahren ab 1702 preußische Soldaten in den Außenbezirken der Grafschaft durch Überfälle mit Gewalt Lebensmittel und Geld beschlagnahmten und die Bewohner drangsalierten. Dies führte zwangsläufig zu keinem besseren Ansehen und unterstützte die Neigung in der Grafschaft einen Obrigkeitswechsel abzulehnen.[41]

Die Anrufung des Reichskammergerichtes für eine Entscheidung des Erbanspruches durch die Preußen führte auch zu keiner Lösung.[41] Da Preußen keine eindeutigen Erfolge für die Klärung der Zuständigkeit erreichen konnte, wurde versucht durch eine Umwandlung der Grafschaft in ein Fürstentum die Angelegenheit zu beschleunigen. Trotz Widerstand des Landtages von Moers wurde 1706 dieser Antrag vom Deutschen Kaiser genehmigt und es entstand das Fürstentum Moers. Zunächst änderte sich auch jetzt noch nichts. Neben der Stadt Moers waren besonders viele evangelische Prediger in den Kirchgemeinden der Grafschaft weiterhin hartnäckige Gegner der Preußen. Am 28. Oktober 1706 wurde deshalb sowohl der Prediger Gerhard Pauw von der Kirchgemeinde Repelen wie auch einige weitere Prediger aus anderen Gemeinden vom Droste von Kinsky aus der Grafschaft ausgewiesen.[42]

Erst nach 1710 begann langsam der verbreitete Widerstand in der Bürgerschaft zu bröckeln. Am 9. April 1711 erkannten Neukirchen und Vluyn die Oberhoheit der Preußen an. Bei einem Versuch am 10. Oktober 1712 durch den preußischen General von Horn die Stadt Moers ebenfalls zu einer Anerkennung zu bringen, führte dies nur zu Hohn und Spott durch die Bevölkerung und den holländischen Truppen. Der Versuch musste deshalb ohne das gewünschte Ergebnis abgebrochen werden.[43]

Um die Angelegenheit endlich zu einem Ende zu bringen, wurde die preußische Armee unter General Fürst von Anhalt-Dessau danach angewiesen, die Festung Moers möglichst ohne Kampf zu besetzen und die Anerkennung der Preußen als Landesherr zu erzwingen. Die Preußen überrumpelten am 7. November 1712 die holländische Besatzung in der Stadt und konnten in der Nacht heimlich die Wassergräben durchqueren und die daran anschließenden Wälle der Festung besetzen. Im Hinblick auf die Lage, die einen erfolgversprechenden Widerstand kaum zuließ, erlaubten die Holländer den Preußen am 8. November in die Stadt einzuziehen und übergaben das Schloss am nächsten Tag. Am 10. November huldigten Stadtrat und Bürger den Preußen, wodurch formal die Anerkennung des Machtwechsels erfolgt war. Allerdings waren die holländischen Truppen noch in der Stadt. Diese waren nicht bereit diese zu verlassen. Beendet wurde die Pattsituation Sylvester 1712. Am späten Abend wurden heimlich alle holländischen Offiziere gefangen genommen und der Stadt verwiesen. Daraufhin verließen auch die Soldaten die Stadt Moers. Ab 1. Januar 1713 war damit das Fürstentum Moers ohne Einschränkung ein Bestandteil von Preußen.[44]

Geschichte von 1713 bis 1815[Bearbeiten]

Nachdem der Übergang von den Oraniern zu den Preußen abgeschlossen war, wurden Verwaltung, Justiz und Schulwesen den Berliner Vorgaben entsprechend angepasst und zentralisiert. Die bisherige lokale Verwaltung wurde weitgehend aufgehoben, Bürgermeister wurden nicht mehr jährlich gewählt und die örtlichen Gemeindevertreter wurden abgeschafft. Die Rechtspflege wurde von der moersischen Regierung wie auch die Verwaltung durch Staatsbeamte durchgeführt und die nachgeordneten Landgerichte in den größeren Gemeinden geschlossen. Auch die Verwendung der gesamten Steuergelder wurde zentral gesteuert und musste vom König genehmigt werden.[45]

Bemerkenswerte Ereignisse während der ersten Jahrzehnte unter den Preußen war das Rheinhochwasser von Februar und März 1740 mit großen Flutschäden besonders in den rheinnahen Gebieten. Selbst im Bereich der Stadt Moers stand das Wasser meterhoch. Es folgte 1749 eine Missernte am Niederrhein, die mit den hohen Preisen für die Nahrungsmittel besonders für die einfachen Bewohner problematisch war.[46]

Feldzug von 1760 mit Gefecht bei Kloster Camp

Der ab 1756 ausbrechende Siebenjährige Krieg führte überwiegend außerhalb des Rheinlandes zu größeren militärischen Auseinandersetzungen. Trotzdem war auch das Fürstentum Moers betroffen, da die Franzosen einer der Hauptgegner der Preußen mit seinen Verbündeten war. Bereits im Frühjahr 1757 besetzten die Franzosen preußische Gebiete bis westlich des Rheines und damit auch das gesamte Fürstentum einschließlich der Festung Moers. Preußische Truppen unter Ferdinand von Braunschweig konnten Mitte Juni die Franzosen aus dem Fürstentum vertreiben und schlugen diese am 23. Juni 1757 in der Schlacht bei Krefeld. Die Rückeroberung war jedoch nur von kurzer Dauer, da bereits im Juli 1758 die Preußischen Truppen den gesamten linken Niederrhein räumten und sich auf rechtsrheinisches Gebiet zurückziehen mussten. Bei dem Feldzug von 1760 konnten die Preußen kurzzeitig bis in das Gebiet um Moers gelangen. Bei einem militärischen Gefecht im Gebiet von Kloster Kamp kam es zwar zu Beginn zu stärkeren Verlusten der Franzosen, aber die Preußen mussten sich trotzdem danach wegen der Übermacht der Gegner wieder auf das rechte Rheinufer zurückziehen. Das Fürstentum blieb bis Ende des Krieges 1763 besetzt und musste hohe Geldzahlungen und Kontributionen an die Franzosen leisten.[47]

Nach dem Friedensschluss am 15. Februar 1763 wurde bereits am 24. Februar im noch besetzten Moers feierlich das Schild mit dem preußischen Adler am Postgebäude wieder angebracht. Der Abzug der Franzosen erfolgte am 6. März und der Wiedereinzug der Preußen am 10. März. Bei einem Besuch des Königs Friedrich II. im Fürstentum wurde im gleichen Jahr entschieden, dass die Festungswerke von Moers weitgehend rückgebaut werden sollten, da sie militärisch nicht mehr benötigt wurden. Das dabei freiwerdende Gelände konnte von zahlungsfähigen Bürgern erworben werden.[48]

In der nun folgenden Friedenszeit bis Ende des 18. Jahrhunderts kam es zu einer positiven Entwickelung im Fürstentum wie auch in der Stadt Moers. Letztere wies 1788 neben 15 öffentlichen Gebäuden und Kirchen 316 Bürgerhäuser auf. Dies war im Vergleich zur Zeit der Oranier ein Zuwachs von über 50%. Die Anzahl der Bewohner im Fürstentum lag bei etwa 20.000 und der Schwerpunkt der Erwerbstätigkeit war neben einer sich ständig größer werdenden Textilindustrie weitgehend in der Landwirtschaft. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass im Amtsbezirk Kleve, zu dem auch das Fürstentum gehörte, in der Ständeversammlung auch Bauern vertreten waren. Im gesamten Preußen gab es dies nur noch in Ostfriesland.[49]

Gegen Ende des Jahrhunderts erreichte die Französische Revolution den linken Niederrhein. Preußen beteiligte sich am Ersten Koalitionskrieg gegen Frankreich ab April 1792. Bereits im Dezember 1792 kam es zu einem ersten kurzen Einfall der Franzosen in das Fürstentum und 18. Dezember wurde die Stadt Moers besetzt. Nach Beschlagnahme hoher Geldbeträge und Sachleistungen zogen die Besatzer Anfang 1793 ab, da die Truppen der Franzosen bis nach Frankreich wieder zurückgedrängt wurden. Von den ab Frühjahr 1794 wieder im Vormarsch befindlichen Franzosen wurde am 17. Oktober 1794 Moers erneut besetzt und zwar diesmal für 20 Jahre. 1795 verzichtete Preußen im Friede von Basel auf seine linksrheinischen Gebiete einschließlich dem Fürstentum Moers und trat diese an Frankreich ab. Eine interne Aufrechnung der Kosten durch die preußische Verwaltung ergab, dass bis zum Abtritt der Gebiete insgesamt 1,2 Millionen Taler an Kontributionen und Requisitionen von die Franzosen eingezogen worden waren.[50]

Am 4. November 1797 wurde das französische Departement de la Roer gebildet. Hauptstadt des Departements war Aachen und Moers als Canton gehörte zum Arrondissement Krefeld. Das über 5 Jahrhunderte bestehende Herrschaftsgebiet Grafschaft Moers, seit 1706 als Fürstentum Moers bezeichnet, war somit aufgelöst und nun Vergangenheit. Nach Ende der Franzosenzeit lebte es nicht wieder auf und blieb Bestandteil anderer und größerer Verwaltungseinheiten.[51]

Die gesamte Verwaltung wurde nach modernen französischen Vorgaben neu strukturiert, das veraltete Lehenswesen und die Zünfte aufgehoben und der Code civil für die Justiz eingeführt. Die Säkularisation vom 9. Juni 1802 führte zur weitgehenden Beschlagnahme des Kirchenbesitzes und viele Klöster und Kirchen wurden enteignet.[52] Da auch der Adel weitgehend seine Vorrechte verlor waren die Franzosen im Anfang bei der einfachen Bevölkerung nicht unbeliebt. Allerdings wurden die zu zahlenden Steuern und Abgaben immer höher und drückender, da hiermit die Unterhaltung der französischen Armee und die vielen Kriege finanziert wurden. Durch die Einführung von Kataster wurde der Landbesitz vermessen und eine genaue Festsetzung der Landsteuern ermöglicht. Weiterhin wurden durch die eingeführte Wehrpflicht die jungen Männer zum Dienst in die französische Armee gezwungen. Bei den napoleonischen Kriegen stieg der Anteil, der in den französischen Armeen getöteten Deutschen Soldaten, immer höher. Mit zunehmender Dauer der Besatzungszeit wurden die Franzosen deshalb immer unbeliebter.

Durch die Niederlage im Russlandkrieg 1812 mit einer extrem hohen Todesrate für die Teilnehmer in der französische Armee, begann das Ende des von Napoleon gegründeten französische Kaiserreiches. Nach der verlorenen Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 brach das Napoleonische Reich in Europa zusammen und die Franzosen mussten die eroberten und annektierten Gebiete wieder verlassen. Ab Januar 1814 zogen sich die Reste der französischen Armee auch aus den Gebieten des linken Niederrheines zurück und die höheren Verwaltungsbeamten folgten. Am 10. März 1814 wurde unter der Leitung von Freiherr vom Stein das befreite Generalgouvernement Niederrhein gebildet, zu dem auch die Gebiete des ehemaligen Fürstentums Moers gehörten. Damit war die Franzosenzeit beendet und die Preußen übernahmen ab 15. Juni 1814 zuerst provisorisch und ab 8. Juni 1815, nach Ende des Wiener Kongresses, endgültig die Regierungsgewalt am linken Niederrhein wieder. Die Stadt Moers wurde Bestandteil vom Regierungsbezirk Kleve und war ab 30. April 1815 eine Gemeinde im Kreis Rheinberg. Die Grafschaft als Verwaltungsgebiet wurde somit nicht mehr neu eingerichtet.[53]

Amtierende Grafen von Moers bis 1702[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Peter von der Leyen (1697–1742)

Bis Mitte des 17. Jahrhunderts waren die Bewohner der Grafschaft überwiegend in der Landwirtschaft tätig. Zusätzlich arbeitete ein geringerer Anteil der Bewohner als Handwerker in den zu dieser Zeit benötigten Dienstleitungsbereichen. In den beiden Städten Moers und Krefeld waren Handwerker in größerer Anzahl vorhanden. Aber auch diese produzierten fast nur für den lokalen Bedarf. Die Handwerker waren in Zünften organisiert. Der älteste in Moers nachweisbare „Amts- oder Gildebrief“ stammt von 1453 und betrifft die Schuhmacher.[66] Nachweisbare Zünfte um 1750 waren: Bäcker, Schreiner, Zimmerleute zusammen mit Drechsler und Glaser, Garn- und Leineweber und Schmiede. Auch der Vertrieb der Waren von Töpfern und Webern, die Waren über den eigenen Bedarf hinaus herstellten, war lediglich auf das nähere Umland beschränkt. Neben den organisierten Handwerkern, gab es Meister die ihr Gewerbe zunftfrei betrieben. Hierzu gehörten auch Bierbrauer, Korn- und Branntweinbrenner und Goldschmiede.[67]

Der Vertrieb der Produkte erfolgte überwiegend auf den von der Obrigkeit genehmigten Stadtmärkten in Krefeld und Moers. Diese Wochenmärkte durften an 1 Tag in der Woche durchgeführt werden. Neben diesen Markttagen gab es noch einige wenige Tage im Jahr an denen Jahrmärkte genehmigt waren.[68] Mit einem zusätzlichen Fernhandel von Textilien begannen ab etwa Mitte des 18. Jahrhunderts die ersten kleinen Webereien in Krefeld.[69]

In einem breiten Streifen von Hüls im Süden bis Moyland im Norden war am linken Niederrhein nahe der Oberfläche Ton in guter Qualität vorhanden, der für die Töpferei geeignet war und abgebaut wurde. Bereits um 500 v. Chr. ist die Töpferei im Bereich Hülserberg nachweisbar. In der Grafschaft lag das Zentrum für die Erzeugung von Töpferprodukten wie Dachziegel, Wandtafeln und Töpferwaren zwischen Hülserberg mit Vluyn und Rayen mit Schaephysen. Blütezeit für das Töpferhandwerk in diesem Gebiet war das 17. bis 19. Jahrhundert.[70]

Friedrich von der Leyen (1701–1778)
Heinrich von der Leyen (1708–1782)

Neben der Töpferei war der Anbau von Flachs und die Erzeugung von Leinen ein altes und vielfach verbreitetes Handwerk. Die Herstellung von Leinen war überwiegend auf den eigenen und den lokalen Bedarf begrenzt. Dies änderte sich mit den Oraniern. Nach Mitte des 16. Jahrhunderts wurden in den katholischen Gebieten des Reiches die Mennoniten verfolgt und vertrieben. Da gegen Ende dieses Jahrhunderts die Grafschaft ein evangelisches Gebiet wurde, kamen zu dieser Zeit die ersten Religionsflüchtlinge. Auch die reformierten Niederländer erlaubten als Protestanten diesen Verfolgten die Ansiedlung in den von ihnen kontrollierten Gebieten.

Mit dem Beginn der Herrschaft der Oranier siedelten sich in Krefeld weitere Mennoniten an. Unter diesen war Adolf von der Leyen mit seiner Familie, die als Mennoniten das Herzogtum Berg verlassen mussten und 1679 die Bürgerrechte in Krefeld erhielten.[71] Durch die Mennoniten, von denen viele Weber waren, entwickelte sich Krefeld zu einem Zentrum der Leinenweber am Niederrhein. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war bereits mehr als ein Drittel der Krefelder in der Textilindustrie beschäftigt. Neben den Waren aus Leinen wurde auch damit begonnen Baumwollprodukte herzustellen, da man inzwischen mit preisgünstigen Irischen Baumwollwaren konkurrieren musste.[72]

Neben Leinenwebern war unter diesen Neubürgern die bereits erwähnte Familie von der Leyen, die Posamentwirker und Händler waren und diese Produkte alsbald von Krefeld aus vertrieben.[72] Mit der Übernahme der Regierungsgewalt durch die Preußen im Fürstentum begann neben der bereits vorhandenen Produktion von Leinen- und Baumwollwaren auch die Herstellung von Seidenwaren durch Mitglieder der „Familie von der Leyen“.[71] 1720 wurde von Peter von der Leyen die erste Nähseidenfirma in Krefeld gegründet. Es folgte 1721 die Produktion von Seidenband und Samtwaren durch Friedrich und seinem Halbbruder Johann von der Leyen, die 1724 mit dem Färben von Seidenwaren erweitert wurde.[71]

Nach dem Tode von Johann gründeten 1730 die „Enkel Friedrich und Heinrich“ von Adolf von der Leyen eine neue gemeinsame Seidenfirma. Diese erhielt vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. Zollfreiheit für die Einfuhr der erforderlichen Rohstoffe und Fortfall einer Akzise auf die Fertigwaren. Allerdings galten diese Befreiungen nur für Gebiete westlich der Weser, da die Berliner Textilindustrie ebenfalls unterstützt wurde. Der Nachfolger König Friedrich II. erteilte zusätzlich das Monopol für die Herstellung von Seidenstoffen.[71]

Die Produktion von Waren aus Seide entwickelte sich in Krefeld Dank des Monopoles für die von der Leyens sehr günstig. Der Anteil, der in der aufstrebenden Textilindustrie beschäftigten Krefelder, stieg um Mitte des 18. Jahrhunderts auf über 50 % an. Beispielsweise wurden 1765 von den „von der Leyens“ 15 Zwirnmühlen mit 300 Arbeitern, 100 Bandmühlen mit 1000 Arbeitern und 500 Webstühlen betrieben.[72] Die Stoffherstellung wurde überwiegend in Heimarbeit von ehemaligen Leinenwebern im gesamten Gebiet des Fürstentums durchgeführt. Die erforderliche Webstühle wurden von den Firmen den Heimwerkern beigestellt. Der Lohn für die Heimarbeit zur Erzeugung der Seidenstoffe war niedrig. Ein Geselle verdiente nur 30–50 Silbergroschen pro Woche.[73] Die deshalb durch die Heimweberei sehr kostengünstige Herstellung der Seidenstoffe führte innerhalb weniger Jahrzehnten zur Marktführerschaft über den Niederrhein hinaus.

Die Familie Leyen gehörte bald zu den Reichsten im Rheinland. Die Stadt Krefeld entwickelte sich entsprechend der aufblühenden Textilindustrie und bekam den Ruf einer „Samt- und Seidenstadt“. Neben den Leyen's gab es 1787 noch weitere 12 Fabrikanten, beispielsweise die Familien Floh und de Greif mit ihren Firmen, die Produkte aus Seide herstellten. Zu diesem Zeitpunkt wurden in Krefeld 703 Webstühle betrieben, zu denen noch viele im Umland hinzu kamen. Allein in der Stadt Moers waren zusätzlich 76 Stühle in Gebrauch. Der Gesamtwert der Seidenwaren betrug pro Jahr 750.000 Klever Reichsthaler. Waren im Wert von über 600.000 Reichsthaler davon gingen in den überregionalen Export und davon über 2/3 nach Übersee und Amerika.[74]

Obwohl in der Franzosenzeit die Kontakte der Familie Leyen zur französischen Obrigkeit wie vorher zum preußischen Königshaus auch gut waren, wurde ihr Monopol für die Herstellung von Seidenprodukte aufgehoben und es entstanden viele Konkurrenzfirmen sowohl im ehemaligen Fürstentum wie auch darüber hinaus in anderen preußischen Gebieten.[72] Zum Zeitpunkt des rechtlichen Endes von Grafschaft/Fürstentum 1801 war neben der Landwirtschaft eine florierende Textilwirtschaft vorhanden, die Waren aus Leinen, Baumwolle und Seide herstellte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grafschaft Moers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. München 1995, S. 390.
  2. Margret Wensky, in: Moers Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart. Band 1, Verlag Böhlau, Köln 2000, ISBN 3-412-04600-0, S. 63–68.
  3. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers. 2. Auflage. 1904, S. [20]14. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  4. Günther Eckhard, in: Die Dorfkirche von Repelen, in einem gedruckten öffentlich in der Kirche ausliegendem Informationsblatt.
  5. Hermann Altgelt; In: Geschichte der Grafen und Herren von Moers, 1845, S. [19]5.
  6. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [28]22. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  7. Margret Wensky, in: Moers Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart. Band 1, Verlag Böhlau, Köln 2000, ISBN 3-412-04600-0, S. 9 + 98.
  8. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 1904, S. [11]. (Onlinefassung)
  9. a b Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn: seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Verlag Michael Schiffer, 1968, S. 28.
  10. Margret Wensky, in: Moers Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart. Band 1, Verlag Böhlau, Köln 2000, ISBN 3-412-04600-0, S. 73.
  11. Hermann Altgelt; In: Geschichte der Grafen und Herren von Moers, 1845, S. [20]6+[23]9.
  12. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [28]22. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  13. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [40]34 und [48]42. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  14. a b Margret Wensky, in: Moers Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart. Band 1, Verlag Böhlau, Köln 2000, ISBN 3-412-04600-0, S. 80.
  15. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [59]53–[65]59. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  16. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [65]59. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  17. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [66]60. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  18. Herrmann Altgelt, in: Familie und Geschichte, Grafschaft Moers 1160–1600 Moers, 1845, Digitalisierte Fassung der Uni Düsseldorf, S. [97]83.
  19. Bernhard Peter: Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 12, Wappen an Schloß Weilburg, 1. Teil
  20. Herrmann Altgelt, in: Geschichte der Grafen und Herren von Moers. 1845, Digitalisierte Fassung der Uni Düsseldorf, S. [96]82.
  21. Herrmann Altgelt, in: Geschichte der Grafen und Herren von Moers. 1845, Digitalisierte Fassung der Uni Düsseldorf, S. [97]83 bis [99]85.
  22. Herrmann Altgelt, in: Geschichte der Grafen und Herren von Moers. 1845, Digitalisierte Fassung der Uni Düsseldorf, S. [108]94.
  23. Max Cossen, in: Der kölnische Krieg, 1897, S. [625]599. (Online Fassung)
  24. Max Cossen, in: Der kölnische Krieg, 1897, S. [649]629. (Online Fassung)
  25. a b Max Lossen, in: Der kölnische Krieg, 1897, S. [654]634. (Online Fassung)
  26. Herrmann Altgelt, in: Familie und Geschichte, Grafschaft Moers 1160–1600 Moers, 1845, Digitalisierte Fassung der Uni Düsseldorf, S. [207]193.
  27. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [40]34 und [112]106. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  28. Margret Wensky, in: Moers, Geschichte von Frühzeit bis Gegenwart. Band 1, Böhlau Verlag, Köln 2000, S. 271.
  29. a b Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn: seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Verlag Michael Schiffer, 1968, S. 45.
  30. Margret Wensky, in: Moers, Geschichte von Frühzeit bis Gegenwart. Band 1, Böhlau Verlag, Köln 2000, S. 272.
  31. Stadtarchiv Landeshauptstadt Düsseldorf, in: Urkunde 0-2-1-132.0000.
  32. Carl Hirschberg In: Geschichte der Grafschaft Moers. 2. Auflage. 1904, S. [116]110. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  33. Margret Wensky, in: Moers, Geschichte von Frühzeit bis Gegenwart. Band 1, Böhlau Verlag, Köln 2000, S. 276.
  34. Margret Wensky, in: Moers, Geschichte von Frühzeit bis Gegenwart. Band 1, Böhlau Verlag, Köln 2000, S. 275–277.
  35. Margret Wensky, in: Moers, Geschichte von Frühzeit bis Gegenwart. Band 1, Böhlau Verlag, Köln 2000, S. 277.
  36. Adalbert Natorp, in: Vortrag: Geschichte der evangelischen Gemeinde zu Düsseldorf, Voß, 1881, S. [44]40. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  37. Rheinische Post, in: Artikel über: Luise Henriette von Oranien, 11. Oktober 2011.
  38. Ernst von Schaumburg, in: König Friederich I. und der Niederrhein, 1879, S. [135]185.
  39. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [144]138. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  40. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [145]139. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  41. a b Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn: seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Verlag Michael Schiffer, 1968, S. 58–59.
  42. Ernst von Schaumburg, in: König Friederich I. und der Niederrhein, 1879, S. [150]200.
  43. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [148]142 und [149]143. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  44. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [150]144. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  45. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn: seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Verlag Michael Schiffer, 1968, S. 59.
  46. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [155]149. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  47. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [155]149–[158]152. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  48. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [159]153–[163]157. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  49. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [165]159–[167]161. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  50. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [171]165–[175]-169. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  51. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [175]169. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  52. Wolfgang Schieder (Hg.), Säkularisation und Mediatisierung in den vier rheinischen Departements 1803–1813. Teil V/1 und V/II Roerdepartement
  53. F. W. A. Schlickeysen, in: Repertorium der Gesetze und Verordnungen für die königl. preußischen Rheinprovinzen, Trier : Leistenschneider, 1830, S.[13] und [14]X. (Online-Ausgabe bei dilibri)
  54. Herrmann Altgelt, in: Familie und Geschichte, Grafschaft Moers 1160–1600 Moers, 1845, Digitalisierte Fassung der Uni Düsseldorf, S. [29]15.
  55. Herrmann Altgelt, in: Familie und Geschichte, Grafschaft Moers 1160–1600 Moers, 1845, Digitalisierte Fassung der Uni Düsseldorf, S. [30]16.
  56. Herrmann Altgelt, in: Familie und Geschichte, Grafschaft Moers 1160–1600 Moers, 1845, Digitalisierte Fassung der Uni Düsseldorf, S. [41]27.
  57. Carl Hirschberg, in: Geschichte der Grafschaft Moers, 2. Auflage. 1904, S. [65]59. Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  58. Herrmann Altgelt, in: Familie und Geschichte, Grafschaft Moers 1160–1600 Moers, 1845, Digitalisierte Fassung der Uni Düsseldorf, S. [88]74.
  59. Herrmann Altgelt, in: Familie und Geschichte, Grafschaft Moers 1160–1600 Moers, 1845, Digitalisierte Fassung der Uni Düsseldorf, S. [96]82.
  60. Herrmann Altgelt, in: Familie und Geschichte, Grafschaft Moers 1160–1600 Moers, 1845, Digitalisierte Fassung der Uni Düsseldorf, S. [96]82.
  61. Herrmann Altgelt, in: Familie und Geschichte, Grafschaft Moers 1160–1600 Moers, 1845, Digitalisierte Fassung der Uni Düsseldorf, S. [98]84.
  62. Herrmann Altgelt, in: Familie und Geschichte, Grafschaft Moers 1160–1600 Moers, 1845, Digitalisierte Fassung der Uni Düsseldorf, S. [99]85.
  63. Herrmann Altgelt, in: Familie und Geschichte, Grafschaft Moers 1160–1600 Moers, 1845, Digitalisierte Fassung der Uni Düsseldorf, S. [196]92.
  64. Herrmann Altgelt, in: Familie und Geschichte, Grafschaft Moers 1160–1600 Moers, 1845, Digitalisierte Fassung der Uni Düsseldorf, S. [159]145.
  65. Herrmann Altgelt, in: Familie und Geschichte, Grafschaft Moers 1160–1600 Moers, 1845, Digitalisierte Fassung der Uni Düsseldorf, S. [199]185.
  66. Margret Wensky, in: Moers Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart. Band 1, Verlag Böhlau, Köln 2000, ISBN 3-412-04600-0, S. 247.
  67. Margret Wensky, in: Moers Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart. Band 2, Verlag Böhlau, Köln 2000, ISBN 3-412-04600-0, S. 94–101.
  68. Margret Wensky, in: Moers Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart. Band 1, Verlag Böhlau, Köln 2000, ISBN 3-412-04600-0, S. 241.
  69. Margret Wensky, in: Moers Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart. Band 2, Verlag Böhlau, Köln 2000, ISBN 3-412-04600-0, S. 101.
  70. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Verlag Michael Schiffer, Rheinberg 1968, S. 51.
  71. a b c d Helmuth Croon: von der Leyen, Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie. 14 (1985), S. 432 f. [1]
  72. a b c d Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Verlag Michael Schiffer, Rheinberg 1968, S. 78.
  73. Johann Georg von Viebahn (Hrsg.): Statistik und Topographie des Regierungs-Bezirks Düsseldorf. zweiter Theil, Düsseldorf 1836, S. 170.
  74. Johann Georg von Viebahn (Hrsg.): Statistik und Topographie des Regierungs-Bezirks Düsseldorf. zweiter Theil, Düsseldorf 1836, S. 169+170

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Dass Repelen mit „Reple“ (oder auch „Replo(e)“ geschrieben) identisch sei, ist umstritten. Einige Historiker sind der Meinung, dass „Reppel“ in Nordbrabant gemeint sei.
  2. Friedrich III. erhielt diese jülische Gebiete als „Pfandschaften“ 1421 von Rainald von Jülich-Geldern. 1423 wurden diese Pfandschaften von Adolf VII. von Berg und dessen Miterben nach einer erneuten Zahlung bestätigt.
  3. Graf Vincens hatte neben Friederich noch einen zweiten ebenfalls früh verstorbene Sohn Dietrich. Dieser hatte seinerseits auch 2 Söhne Christoph und Dietrich. Diese hatte jedoch Vincens von einem Erbe ausgeschlossen.
  4. Maximilian I. wurde erst einige Jahre später zum Kaiser gekrönt und konnte deshalb zu diesem Zeitpunkt den Übergang der Grafschaft an Saarwerden nicht blockieren.
  5. Wilhelm III. von Wied hatte bei der Hochzeit auf ein Erbe von Wied verzichtet und Anna war für Saarwerden nicht erbberechtigt.