Alpen (Gemeinde)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Alpen
Alpen (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Alpen hervorgehoben
51.5756.512525Koordinaten: 51° 35′ N, 6° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Wesel
Höhe: 25 m ü. NHN
Fläche: 59,6 km²
Einwohner: 12.629 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 212 Einwohner je km²
Postleitzahl: 46519
Vorwahl: 02802
Kfz-Kennzeichen: WES, DIN, MO
Gemeindeschlüssel: 05 1 70 004
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 3–5
46519 Alpen
Webpräsenz: www.alpen.de
Bürgermeister: Thomas Ahls (CDU)
Lage der Gemeinde Alpen im Kreis Wesel
Bottrop Duisburg Essen Krefeld Kreis Borken Kreis Kleve Kreis Recklinghausen Kreis Viersen Mülheim an der Ruhr Oberhausen Alpen (Gemeinde) Dinslaken Hamminkeln Hünxe Kamp-Lintfort Moers Neukirchen-Vluyn Rheinberg Schermbeck Sonsbeck Voerde (Niederrhein) Wesel XantenKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Alpen liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten des Bundeslands Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Wesel im Regierungsbezirk Düsseldorf. Sie ist Mitglied der Euregio Rhein-Waal.

Geografie[Bearbeiten]

Räumliche Lage[Bearbeiten]

Alpen-Ort Bönning Bönninghardt Drüpt Huck Menzelen VeenVerwaltungsgliederung Alpen.svg
Über dieses Bild

Die Gemeinde Alpen liegt in der niederrheinischen Tiefebene, zwischen Xanten (10 km) und Rheinberg (7 km) sowie 11 km südwestlich der Kreisstadt Wesel. Im nordwestlichen Gemeindegebiet liegen Teile des Naturschutzgebiets Grenzdyck.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Alpen gliedert sich in die vier Ortsteile: Alpen, Bönninghardt, Menzelen und Veen.

Nachbargemeinden/-städte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Alpen grenzt im Norden an die Stadt Xanten, im Osten an die Städte Wesel und Rheinberg, im Süden an die Stadt Kamp-Lintfort und die Gemeinde Issum im Kreis Kleve sowie im Westen an die Gemeinde Sonsbeck.

Geschichte[Bearbeiten]

Die bedeutendste Fundstelle für das frühe Mittelalter im Raum Alpen ist das Gräberfeld von Rill. Doch auch in Alpen selbst, wenig nördlich des Ortskerns, wurden frühmittelalterliche Gräber aus der 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts n. Chr. geborgen.[2]

Alpen wurde 1074 zum ersten Mal urkundlich erwähnt,[3] gehörte jedoch möglicherweise bereits im 7. Jahrhundert n. Chr. zum Besitz des Kölner Erzbischof.[4] Bis etwa 1330 war es von dem 1084 erstmals erwähnten Geschlecht „von Alpen“ beherrscht. Von 1330 bis 1422 besaßen die kurkölnischen Vögte den Ort, die sich dann ebenfalls von Alpen nannten. Der Ort erhielt ab 1330 städtische Rechte und wurde ummauert;[5] später bekam Alpen das Münzrecht. Bis 1602 blieb die Herrschaft Alpen im Besitz der Grafen von Neuenahr und fiel dann bis zur französischen Besetzung (1794–1814) in den Besitz der Grafen von Bentheim.

Die seit Beginn der Franzosenzeit bestehende jüdische Gemeinde nutzte eine ab 1801 erwähnte Synagoge bis zu deren Zerstörung 1938. Auf dem jüdischen Friedhof sind 56 Grabsteine (Mazewot) aus der Zeit von 1792 bis 1936 erhalten.

Die Evangelische Kirche ist die älteste reformierte Pfarrkirche Deutschlands.[6]

Burg Alpen[Bearbeiten]

Der Mottenhügel an der Burgstraße/Alpen

Die Burg von Alpen, eine Motte mit möglicherweise zwei Vorburgen,[7] wurde erstmals um 1200 urkundlich erwähnt.[8] Bewohnt war die Burg noch bis in das 18. Jahrhundert. Durch ein Erdbeben im Jahre 1758 unbewohnbar geworden, zerfielen die Gebäude schließlich. 1809 wurde die Motte abgetragen und das Material zum Bau einer, unter französischer Besatzung angelegten, Chausseestraße (Burgstraße) verwendet. Diese Straße schneidet den westlichen Teil des Mottenhügels.

Die ursprüngliche Kirche St. Ulrich wird um 1300 im Liber valoris erstmals erwähnt,[9] kann aber wegen des Patroziniums aus dem 11. Jahrhundert stammen. Sie lag im Mittelalter westlich außerhalb der Stadt vor dem „Kirchtor“. In einem Krieg wurde sie 1602 zerstört, die neue Pfarrkirche wurde dann 1650 innerhalb der Stadt errichtet.[10]

Gebietsreform[Bearbeiten]

Alpen gehörte in vorrevolutionärer Zeit zum kurkölnischen Amt Rheinberg, das unter anderem 1815 auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeschlagen wurde. Daraufhin kam Alpen im Zuge der Preußischen Verwaltungsorganisation am 23. April 1816 zum Kreis Rheinberg als einem von 29 Kreisen der Provinz Jülich-Kleve-Berg, der späteren Rheinprovinz, der aber schon 1823 mit dem Landkreis Geldern vereinigt wurde. Diese Vereinigung wurde bereits 1857 rückgängig gemacht. Von da ab gehörte Alpen zum Landkreis Moers.

Am 1. Juli 1969 wurden in der ersten Phase der Neugliederung in Nordrhein-Westfalen die bis dahin selbstständigen Gemeinden Alpen, Menzelen und Veen des ehemaligen Amtes Alpen-Veen zur neuen Gemeinde Alpen zusammengeschlossen.[11]

Seit dem 1. Januar 1975 gehört Alpen zum Kreis Wesel, in dem der frühere Kreis Moers aufging.[12]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[13]
Wahlbeteiligung: 61,8 % (2004: 65,1 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
56,8 %
20,3 %
11,8 %
11,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   2
   0
  -2
  -4
± 0,0 %p
-2,6 %p
+1,6 %p
+1,0 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde Alpen ist Thomas Ahls (CDU).

Die 32 Sitze im Gemeinderat verteilen sich nach dem Ergebnis der Kommunalwahl am 30. August 2009 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:

Partei
Sitze
CDU
18 (±0)
SPD
6 (–2)
GRÜNE
4 (+1)
FDP
4 (+1)

Wappen, Banner und Siegel[Bearbeiten]

Der Gemeinde Alpen ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten von Düsseldorf vom 14. Januar 1971 das Recht zur Führung eines Wappens, eines Banners und eines Siegels verliehen worden.

Blasonierung:„Elfmal geteilt von Gold (Gelb) und Rot, belegt mit einem rot bewehrten schwarzen Adler.“ Das Wappen ist das der ehemaligen kurkölnischen Erbvögte und Herren von Alpen, der Grafen von Neuenahr. Die Symbole kamen schon im ältesten Siegel, zu Füßen eines Bischofs (St. Ulrich) innerhalb eines prächtigen gotischen Gestühls aus dem 14. Jahrhundert vor.[14]

Beschreibung des Banners: „Elfmal von Gelb nach Rot quergestreift, belegt mit einem etwas über die Mitte nach oben geschobenen rotbewehrten schwarzen Adler.“

Beschreibung des Siegels:„Die Gemeinde führt ein Dienstsiegel mit der Umschrift: +GEMEINDE.ALPEN.KREIS WESEL+ (in Form einer Münzlegende). Siegelbild: Im schwarzen Kreis elfmal von Weiß nach Schwarz geteilt, belegt mit einem schwarzen Adler.“[15][16]

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehrsinfrastruktur[Bearbeiten]

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Bahnhofsgebäude

Der Bahnhof Alpen liegt ungefähr 500 m östlich des Ortszentrums an der Niederrheinstrecke (KBS 498), auf der im Schienenpersonennahverkehr die Regionalbahn „Der Niederrheiner“ (RB 31) XantenMoersDuisburg verkehrt.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der NordWestBahn (NWB), welche Dieseltriebwagen vom Typ LINT 41 in Einzel- und Doppeltraktion einsetzt.

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif. Ausgenommen ist der Tarif des Bürgerbus Alpen. Das Ticket ist nur für die Fahrt von Alpen nach Veen über die Bönninghardt oder zurück gültig.

Straßen[Bearbeiten]

Alpen ist an die Bundesautobahn 57 (E 31) sowie an die Bundesstraße 58 und die Bundesstraße 57 angebunden. Gleichzeitig wird das Gemeindegebiet durch die Landstraße 460 (nördlich) sowie die Landstraße 491 (im südwestlichen Bereich) durchschnitten.

Unternehmen[Bearbeiten]

Größere Firmen in Alpen sind der Landmaschinenhersteller Lemken, die Firma Norgren GmbH, die dort pneumatische Steuerungen herstellt, sowie der Verleih von Arbeitsbühnen Gardemann. Die Volksbank Niederrhein hat ihren Sitz in Alpen.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die Gemeinde Alpen verfügt über eine Freiwillige Feuerwehr mit etwa 100 Mitgliedern und 14 Einsatzfahrzeugen, die an den Standorten Alpen, Menzelen und Veen untergebracht sind. Zu ihrem Einsatzgebiet gehört ebenfalls die Bundesautobahn 57 in Fahrtrichtung Rheinberg und Sonsbeck. Die Kreispolizeibehörde Wesel unterhält einen Bezirksbeamten, der seit 2010 im Neubau des Rathauses zu finden ist. Die Kriminalitätsbekämpfung wird durch die Polizeiwachen Xanten, Rheinberg und Kamp-Lintfort sichergestellt. Im Jahre 2010 wurden die Zivilschutzsirenen vom Typ E57, die sich seit vielen Jahrzehnten an verschiedenen Standorten im Gemeindegebiet befinden, durch neue Hochleistungssirenen ersetzt, um die Warnung der Bevölkerung sicherzustellen.

Bildung[Bearbeiten]

In Veen, Menzelen und Alpen gibt es je eine Grundschule, in Alpen eine Gemeinschaftshauptschule und Realschule in einem Schulzentrum, in der Nähe der historischen Motte gelegen. Ab dem Schuljahr 2012/2013 wird dort eine Sekundarschule nach dem Modell der nordrhein-westfälischen Landesregierung eingeführt, wie es 2011 beschlossen wurde.

Sport[Bearbeiten]

In Alpen befinden sich im Bereich des Schulzentrums eine Mehrzweckturnhalle, ein Schwimmbad, mehrere Fußballplätze sowie Tennisanlagen. In allen Ortsteilen existieren Sportanlagen, die von den ansässigen Vereinen wie auch den Schulen genutzt werden.

Sportvereine in der Gemeinde:

  • Laufgemeinschaft Alpen e. V.
  • FC Viktoria Alpen 1911 e. V.
  • BSV „Rot-Weiß“ Bönninghardt
  • SV Menzelen 1925 e. V.
  • SV Borussia Veen 1920 e. V.
  • BSV Drüpt 1683 e. V.
  • DLRG OG Alpen
  • Reit- und Fahrverein „St. Georg“ Alpen e. V.
  • ASV "Rotfeder" Alpen
  • Pokerteam-am-Niederrhein
  • Aikido Dojo Alpen e. V.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. W. Bösker: Altertumsfunde bei Alpen. Bonner Jahrbücher 104, 1899, S. 119. - Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1998, ISBN 3-7927-1247-4, S. 271.
  3. Theodor Josef Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins Band I. Düsseldorf 1840, S. 141 f. Nr. 218.
  4. Alpen hatte wie Bonn, Pingsdorf, Lechenich, Jülich, Kempen, Neuss und Zons eine Almosenpfründe zu unterhalten nach einer Bestimmung, die der Tradition nach auf Erzbischof Kunibert (600-663 n. Chr.) zurückgeführt wird. Dazu: Friedrich Wilhelm Oediger: Die Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter Band I. Bonn 1954, Nr. 46. - Friedrich Wilhelm Oediger: Die ältesten niederrheinischen Kirchen. In: Das Gold-Blaue Buch geldrischer Geschichte. Festschrift zur Hundertjahrfeier des Historischen Vereins von Geldern und Umgebung e.V. Kevelaer 1951, S. 37f.
  5. Georg Dehio, Bearbeitet von Claudia Euskirchen, Olaf Gisbertz, Ulrich Schäfer: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen I Rheinland. Deutscher Kunstverlag, 2005, ISBN 3-422-03093-X, S. 77.
  6. Geschichte
  7. Michael Müller-Wille: Mittelalterliche Burghügel ("Motten") im nördlichen Rheinland. Beihefte Bonner Jahrbücher Band 16, Köln / Graz 1966, S. 28 Nr. 21.
  8. Lacomblet a.a.O. S. 567. Die Urkunde erwähnt einen castellanus de Alpheim, die Motte also nur implizit.
  9. Friedrich Wilhelm Oediger (Hrsg.): Die Erzdiözese Köln um 1300 Heft 1: Der Liber Valoris. Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde XII. Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinlande Band 9,1. Bonn 1967, S. 73, Nr. XII,2.
  10. Friedrich Wilhelm Oediger: Die Kirchen des Archidiakonats Xanten. Bonn 1969, S. 108f. mit Anm. 3.
  11.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 103.
  12.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  13. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c170004kw0900.html
  14. Coopmann, Jansen, Kunst: Alpener Ortschaften in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1999, ISBN 3-89570-514-4, S. 2.
  15. Hauptsatzung der Gemeinde Alpen. alpen.de. Abgerufen am 6. Oktober 2013.
  16. Habben, Hermann: „Wappen, Siegel und Flaggen im Kreis Moers“, Rheinberg 1962, S 48

Literatur[Bearbeiten]

  • Arbeitsgemeinschaft Alpen-Lexikon (Hrsg.): Alpen-Lexikon. Von A..., wie Abenteuerspielplatz bis Z..., wie Ziehbrunnen. Alte und neue Besonderheiten aus unsrer Gemeinde in Kurzbeschreibungen. 2005.
  • Walter Bösken: Geschichte der evangelischen Gemeinde Alpen. 1929.
  • Joachim Daebel: Kurfürstin Amalia von der Pfalz und ihre Kirche zu Alpen 1604–2004. 2004, ISBN 3-7954-1716-3.
  • Friedhelm Okken: Das Alpener Grafenhaus in der Reformationszeit. 1993.
  • Scheren, Funke (Hrsg.): 325 Jahre Junggesellenschützenverein Alpen 325 Jahre Dorfgemeinschaft. 2007.
  • Hans-Georg Schmitz (Hrsg.): Alpen (Festbuch zur 900-Jahr-Feier). 1974.
  • Peter Schmitter: Geschichte der Alpener Juden. Alpen 1986, S. 147 (Dokumente vom Alpener Beginn bis zum Leidensweg in der NS-Zeit), ISBN 3-9801378-0-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alpen (Niederrhein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien