Neukirchen-Vluyn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neukirchen-Vluyn
Neukirchen-Vluyn
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neukirchen-Vluyn hervorgehoben
51.4416666666676.558333333333315Koordinaten: 51° 27′ N, 6° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Wesel
Höhe: 15 m ü. NHN
Fläche: 43,5 km²
Einwohner: 26.846 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 617 Einwohner je km²
Postleitzahl: 47506
Vorwahl: 02845
Kfz-Kennzeichen: WES, DIN, MO
Gemeindeschlüssel: 05 1 70 028
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hans-Böckler-Straße 26
47506 Neukirchen-Vluyn
Webpräsenz: www.neukirchen-vluyn.de
Bürgermeister: Harald Lenßen (CDU)
Lage der Stadt Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel
Bottrop Duisburg Essen Krefeld Kreis Borken Kreis Kleve Kreis Recklinghausen Kreis Viersen Mülheim an der Ruhr Oberhausen Alpen (Gemeinde) Dinslaken Hamminkeln Hünxe Kamp-Lintfort Moers Neukirchen-Vluyn Rheinberg Schermbeck Sonsbeck Voerde (Niederrhein) Wesel XantenKarte
Über dieses Bild

Die Stadt Neukirchen-Vluyn ([-flyːn]) liegt am unteren Niederrhein im Westen des Ruhrgebiets in Nordrhein-Westfalen und ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Wesel im Regierungsbezirk Düsseldorf.

Geografie[Bearbeiten]

Räumliche Lage[Bearbeiten]

Neukirchen-Vluyn liegt im Süden des Kreises Wesel, fünf Kilometer westlich von Moers. Die Stadt liegt in der niederrheinischen Tiefebene zwischen dem Rhein und dem Niederrheinischen Höhenzug, einer Reihe von Moränenhügeln, die sich nördlich von Hüls nach Norden erstrecken. Durch das westliche Stadtgebiet zieht sich die Nieper Altrheinrinne mit mehreren Naturschutzgebieten.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Neukirchen-Vluyn gliedert sich in die vier Stadtteile Neukirchen, Niep, Vluynbusch und Vluyn.[2] Zu diesen gehören weitere Wohnplätze wie Dong, Luit, Hochkamer und Rayen.

Nachbargemeinden/-städte[Bearbeiten]

Stadt Kamp-Lintfort
Gemeinde Rheurdt
(Kreis Kleve)
Nachbargemeinden Stadt Moers
Stadt Kempen
(Kreis Viersen)
Stadt Krefeld

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter und frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Neukirchen

Im 9. Jahrhundert wurde erstmals urkundlich ein Gebiet mit „Fliunnia“ erwähnt. Dies betraf aber nicht eine Siedlung sondern ein Wald- und Feuchtgebiet, das zwischen Moers und Rheurdt-Schaephuysen lag. Ab 900 wurden diese westlich von Moers liegenden Landschaftsgebiete häufig mit „Fliunnia“ und „In den Flunen“ bezeichnet. In vielen Urkunden von Bauernhöfen aus dieser Zeit wurden im Bereich von Neukirchen diese Gemarkungsbezeichnungen verwendet. Die ältesten nachweisbaren Bauernhöfe sind: „Endesveldes“, „Larfurt“, „Londunk“, „Perbach“ und „Wisvurth“ von denen Urkunden aus dem Jahr 1150 vorliegen. Diese Jahreszahl ist aber nicht identisch mit dem Entstehungsjahr der Höfe, die wesentlich älter sein können aber vor diesem Datum nicht schriftlich nachweisbar sind.[3]

„Neukirchen“ hingegen wird erstmals 1230 als „Nyenkirken in den Flünen“ angeführt. In einer Urkunde der Abtei Kamp wird Arnoldus de Nyenkirken als Zeuge für einen Landhandel benannt, und Neukirchen wird darin als Kirchspiel bezeichnet, dessen Kirche im Hinblick auf die ältere Dorfkirche in Repelen eine „Neue Kirche – nova ecclesia“ war.[4]

Das Siedlungsgebiet Vluyn wurde am 29. April 1297 erstmals erwähnt. In einer Urkunde verpflichtete sich der Werdener Vogt „die Vogtei Friemersheim, Borch und in der Vlune“ nicht an die Herren von Moers zu verkaufen. Zu diesem Zeitpunkt gehörte die Vogtei Friemersheim zum Einflussbereich der „Herren von Friemersheim“. Aus diesem Geschlecht verpfändete „Bodo von Friemersheim“ 1366 für 11800 goldenene Schillinge seine Rechte an die Herren von Moers. Über die Übertragung der Lehensrechte vom Abt der „Abtei Werden“ an die Grafen von Moers 1385 für die Herrschaft Friemersheim und dem nachfolgenden Kauf 1392 gelangten sowohl die Gebiete von Friemersheim wie auch weitere Teilgebiete von Neukirchen-Vluyn zum Herrschaftsbereich der Grafschaft Moers.[5] Im Gebiet von Neukirchen-Vluyn hatten die Grafen von Moers bereits seit Anfang des 14. Jahrhunderts erfolgreich versucht durch den Erwerb diverser Höfe und Güter ihre Herrschaft zu erweitern. In einer Urkunde vom 21. Oktober 1399 wurde ihnen auch die Patronatsrechte für die Kirche in Neukirchen von den Herren von Alpen mit der Zustimmung des Erzbischofs Friedrich von Köln übertragen. Die Zugehörigkeit dieses Gebietes zur Grafschaft Moers wurde dadurch gefestigt, da der Patronatsherr den gesamten örtlichen Kirchensprengel und auch das zuständige Gerichtswesen kontrollierte.[6] Ab 1399 waren die Grafen von Moers für das Gebiet Neukirchen-Vluyn somit die Landesherren.

Die weitere Geschichte entspricht von nun an weitgehend die der → Grafschaft Moers.

Das Hauptgericht für die Grafschaft war in Moers. Am 5. April 1567 wurde von Graf Hermann von Neuenahr eine neue Gerichtsordnung eingeführt. Neben dem Hauptgericht gab es einige nachgeordnete Gerichte in der Grafschaft, die Vergehen bis maximal 200 Gulden Strafe entscheiden konnten. Neukirchen war Standort eines dieser nachgeordneten Gerichte und war auch für die Siedlung „Moersische straß zu Huls (Hüls)“ zuständig. Wie Gerichtsurkunden aus 1447 und 1482 zeigen, bestand das Gericht in Neukirchen bereits zum Zeitpunkt der neuen Gerichtsordnung und war wesentlich älter.[7] Neben dem weltlichen Gericht gab es auch ein geistliches Gericht, die sogenannte „Send“, die dem Ortspfarrer unterstand. Dieses Gericht war im Wesentlichen für sittliche Verfehlungen, Vergehen bei zwischenmenschlicher Beziehungen und für Religionsfrevel zuständig. Während das weltliche Gericht normal alle 14 Tage stattfand, erfolgte die Send nur einmal pro Jahr.[8]

Bereits unter Graf Wilhelm II. von Neuenahr und Moers kamen evangelische Prediger vor Mitte des 16. Jahrhunderts in die Grafschaft und verbreiteten die evangelische Lehre. Unter Graf Hermann von Neuenahr wurde 1560 die Grafschaft Moers, und damit auch Neukirchen und Vluyn, zu einem evangelischen Land erklärt und eine neue Kirchenordnung erlassen.[9] Es folgten nun für fast 100 Jahre Kriegswirren im gesamten Gebiet von Nordwesteuropa, die vordergründig von der Religionsfrage bedingt waren, aber die machtpolitischen Verhältnisse in diesem Bereich auch veränderten. Bis zur Übernahme der Grafschaft Moers durch die Oranier war auch die gesamte Grafschaft von den Kriegsgräueln und dem zeitweisen Ausbruch der Pest stark betroffen.

Oranische Herrschaft

Von 1600 bis 1702 standen die Grafschaft und somit auch die beiden Orte unter oranischer Herrschaft. Gräfin Walpurgis, die Witwe Graf Adolfs, übertrug 1594 die Grafschaft dem Prinzen Moritz von Oranien-Nassau als ihrem Erben, da sie keine direkten Nachkommen hatte. Prinz Moritz war der militärische Führer der Niederlande, die sich gegen die Herrschaft des katholischen Spaniens erhoben hatten. Dadurch geriet die Grafschaft während der Oranierzeit auch noch in diese kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Spaniern und den Niederländern. Da die Oranier jedoch erreichten, dass die Grafschaft ab 1607 und damit auch im Dreißigjährigen Krieg zu einem „Neutralen Gebiet“ erklärt wurde, traten kriegerische Aktionen im Bereich der Grafschaft nur noch dann begrenzt auf, wenn vereinzelte Truppenteile der kriegsführenden Mächte unter Bruch der Neutralität das Gebiet durchquerten. Trotzdem musste zum Beispiel der Neukirchner Pfarrer Johannes Carpius von 1642 bis 1645 nach Moers flüchten und konnte in dieser Periode nur zeitweise seinen Dienst als Pfarrer in Neukirchen erfüllen.[10]

Im Jahre 1614 wurde aus dem Kirchspiel von Neukirchen die Vluyner Kapelle ausgegliedert und zu einer eigenständigen Pfarre. Die Urkunde über die Trennung wurde am 27. Dezember 1613 in Moers unterzeichnet und von Moritz von Oranien-Nassau am 6. Januar 1614 in s'Gravenhage ratifiziert. Damit war die bisherige Gesamtgemeinde aufgelöst und es entstanden die beiden Landgemeinden Neukirchen und Vluyn.[11]

Preußische Herrschaft[Bearbeiten]

Erste preußische Herrschaft

Nach dem Tod des letzten oranischen Landesherrn Wilhelm III. kam die Grafschaft 1702 in preußischen Besitz. In dieser Zeit wurde die Grafschaft zum Fürstentum erhoben. Nach den guten Jahren unter den Oraniern kam die preußische Herrschaft der Bevölkerung gegenüber jedoch fast einer Besatzung gleich. Plünderungen in den ersten Besatzungsjahren waren an der Tagesordnung. Selbst die Religionsausübung und die Befugnisse der Gemeindeverwaltungen wurden stark eingeschränkt. Auch das lokale Landgericht in Neukirchen fiel der Zentralisierung der gesamten Verwaltung im Fürstentum durch die Preußen zum Opfer und wurde aufgehoben.[12] 1787 hatte Landgemeinde Neukirchen mit der Bauernschaft Dong zusammen 150 Häuser und es lebten in der Gemeinde 1045 Personen in 174 Familien. Die Daten für Landgemeinde Vluyn mit Dicksche Heide, Süsselheide und Niep lauteten 168 Häuser, 736 Personen in 172 Familien.[13]

Französische Herrschaft

Mit der Besetzung des linken Niederrheinufers durch die französischen Revolutionsarmeen im Jahre 1794 nahm die erste preußische Herrschaft ihr Ende. In den besetzten Gebieten kamen die gesellschaftspolitischen Errungenschaften der französischen Revolution zur Geltung. Allerdings verging den Bewohnern von Neukirchen und Vluyn die Freude über die Befreiung schnell, da drückende Geldforderungen - 1794 = 557 936 Livres - und Sachleistungen - 1795 = 55 Stück Vieh, 550 Paar Schuhe und täglich 8000 Brote - erhoben und eingezogen wurden.[14] Da die Preußen 1795 das gesamte Gebiet am linken Niederrhein an Frankreich abtraten wurden Neukirchen und Vluyn mit der Bildung des „Departement de la Roer“ 1801 rechtlich französische Gemeinden im Canton Moers.[15]

Zweite Herrschaft Preußens

Mitte Januar 1814 mit dem Einmarsch der ersten Kosaken und den nachfolgenden preußischen Truppen endete die Franzosenzeit am linken Niederrhein. Die Siegesnachricht vom 5. April 1814 aus Paris wurde sowohl in Neukirchen wie auch in Vluyn mit Glockengeläut begrüßt und am 11. April mit feierlichen Dankgottesdiensten in beiden Gemeinden begangen.[16] Es folgte im Jahre 1815 eine Wiedereingliederung von Neukirchen und Vluyn in die preußische Rheinprovinz. Ein Jahr später wurden die Gemeinden zunächst dem Kreis Rheinberg im Regierungsbezirk Kleve und schließlich ab 1823 dem Kreis Geldern im Regierungsbezirk Düsseldorf zugeordnet. In einer Aufstellung von 1836 wurden die Bürgermeistereien Neukirchen und Vluyn von der Bürgermeisterei Repelen mit verwaltet. Zu dieser Zeit umfasste Neukirchen: das Pfarrdorf Neukirchen mit den Weilern Laßforderfeld, Neukircherfeld, Dong, Boschheide und Mühlefeld. Unter Vluyn waren erfasst: das Kirchdorf Vluyn mit den Weilern Dickscheheide, Süsselheide, Niep und Rittergut Bloemerheim.[17]

Neukirchen und Vluyn wurden ab 1857 dem Landkreis Moers zugeordnet. 33 Jahre nach der Gründung des Erziehungsvereins gründete 1878 Ludwig Doll das Waisenhaus und 1882 die Neukirchener Mission.

Wirtschaftliche Entwicklung[Bearbeiten]

Einzug des Kohlebergbaus

Bereits 1854 wurden durch Bohrungen von Franz Haniel abbaufähige Kohleflöze am linken Niederrhein nachgewiesen. Zunächst war deren Nutzung durch die geologischen Verhältnisse stark behindert. Erst mit der Einführung des Gefrierverfahrens für den Schachtbau konnten die Probleme behoben werden. Es folgten deshalb in den 1870er Jahren die Gründung diverser Bergwerksunternehmungen. Die hierzu gehörenden drei Einzelgewerkschaften mit ihren Grubenfelder Großherzog von Baden, Ernst Moritz Arndt und Süddeutschland einigten sich am 16. September 1911, über eine gemeinsamen Tochter, der Niederrheinische Bergwerks-Aktiengesellschaft in Neukirchen, Ihre Grubenfelder zusammen auszubeuten. Dafür wurde 1913 von der Niederrheinische Bergwerks-Aktiengesellschaft mit dem Abteufen der Schächte begonnen. Das Abteufen von Schacht I begann am 1. Oktober 1913 und wurde bis zum 1. Oktober 1917 in 490 m Tiefe beendet. Die Daten für Schacht II lauten: Beginn 10. Juni 1914 und Ende 22. Oktober 1917 bei 433 m. Mit dem ersten geringen Abbau wurde am 1. Oktober 1917 begonnen. Die Nettoförderung betrug 1918 36.521 t und stieg bis 1927 auf 274.165 t.[18] Mit der Abteufung des ersten Zechenschachtes des Bergwerks Niederberg begann für die beiden Gemeinden eine neue Epoche. Mit dem Einzug des Steinkohlenbergbaus veränderte sich der Charakter der örtlichen Wirtschaft, die Bevölkerungszahl, die Beschäftigungs- und Siedlungsstruktur.

Die Reduzierung der Kohleförderung in Deutschland führte schließlich im Jahre 2001 zur Schließung der Zeche Niederberg und zum Abriss des Großteils der oberirdischen Zechengebäude. Die Kohleförderung unter dem Stadtgebiet wurde durch das Bergwerk West vom benachbarten Kamp-Lintfort noch bis zum 21. Dezember 2012 weiter betrieben.

Neuzeit[Bearbeiten]

Vereinigung von Neukirchen und Vluyn

Von großer Bedeutung für die Entwicklung der Stadt war die Zusammenlegung der Gemeinden Neukirchen und Vluyn, zwischen deren Ortskernen in Dickscheheide das Betriebsgelände des Bergwerks lag. Der Antrag auf Zusammenschluss wurde im April 1928 von den beiden Gemeindevertretungen gestellt und im selben Monat durch Beschluss des preußischen Staatsministeriums in Kraft gesetzt.

Seit dem 1. Januar 1975 gehört Neukirchen-Vluyn infolge der kommunalen Neugliederung zum Kreis Wesel, in dem der frühere Kreis Moers aufging.[19] 1981 überschritt Neukirchen-Vluyn die 25.000-Einwohner-Marke und erhielt die Stadtrechte.[20]

Nach der Stilllegung des Bergwerks Niederberg am 31. Dezember 2001, stand die 100 Hektar große Industriefläche zwischen Neukirchen und Vluyn fast zehn Jahre brach. Am 21. Juli 2011 erfolgte dann aber der Spatenstich zur Erschließung und Entwicklung des Geländes.

Den größten Teil der Fläche nimmt ein neues Wohngebiet im nördlichen Abschnitt ein. Das ehemalige Zentrum des Bergwerks soll auch die Mitte des neuen Projektes werden. Hier sollen sich Einkaufsmöglichkeiten, Freizeit- und Kultureinrichtungen und Gastronomie ansiedeln. Des Weiteren sollen die Industriedenkmäler, wie die alten Fördertürme in das Ganze eingebunden werden. Der südliche Abschnitt soll nach den Planungen für den Gewerbesektor entwickelt werden.

Eine wichtige Säule für die Entwicklung der Fläche soll die Bepflanzung werden. Der neue Landschaftsbau wird mit mehr als zwei Millionen Euro geschaffen.

Religionen[Bearbeiten]

Evangelische Dorfkirche, im Vordergrund Gasthaus Alt Derp

Das Gebiet um Moers gehörte anfangs zum Erzbistum Köln und war dem Archidiakonat Xanten unterstellt. Diverse Kirchen und Kapellen südlich des Ortes Moers gehörten ursprünglich zur Herrschaft Friemersheim und gehen auf Stiftungen der Abtei Werden zurück. Beispielsweise wurde das Patronatsrecht für Kapellen vom Abt von Werden dem Grafen Friedrich III. von Moers bei der Belehnung von der Herrschaft Friemersheim 1419 bestätigt.[21]

Das älteste Gotteshaus für die Gegend des heutigen Neukirchen-Vluyns war die vermutlich vor dem 12. erbaute Dorfkirche in Neukirchen und ist dem hl. Quirinus gewidmet und prägt bis heute das Ortsbild. Urkundlich erwähnt wird sie erstmals 1230. Entsprechend diverser Urkunden war diese Kirche zeitweise im Mittelalter Mutterkirche für verschiedenen Kapellen benachbarter Siedlungen. Für die Honschaft Kapellen wird 1301 eine „capella in der Vluen“, die heutige Liudgerus-Kapelle, und für die Siedlung Lauersfort 1419 ebenfalls eine Kapelle angeführt.[22] Die Antoniuskapelle in Vluyn ist erstmals 1482 nachweisbar und war bis zur Bildung eines von Neukirchen getrennten Kirchspieles 1614 ebenfalls eine Nebenkirche.[23]

1560 führte Graf Hermann von Neuenahr-Moers (1520–1578) in der gesamten Grafschaft Moers die Reformation ein, nachdem dies bereits 1556 in Neukirchen und Vluyn erfolgt war. Waren Anfangs die Protestanten überwiegend Lutheraner, so änderte sich dies etwas später als Adolf von Neuenahr amtierender Graf (1579–1589) war. Dieser Adolf hatte sehr enge Beziehungen zu den reformierten Oranier, da er sowohl zeitweise Statthalter einiger Gebiete in den Niederlanden wie auch Oberbefehlshaber der Truppen war. Mit der Einführung des Heidelberger Katechismus durch Graf Adolf 1580 setzte sich die reformierte Richtung der protestantischen Lehre weitgehend in der Grafschaft Moers durch. Danach hatte die Grafschaft eine überwiegend protestantische Bevölkerung mit vorherrschendem reformierten Bekenntnis.[24] Moritz von Oranien konnte 1597 die Spanier, die für viele Jahre die Grafschaft erobert und besetzt hatten, aus der Grafschaft und Moers vertreiben. Bei erneuten Kriegshandlungen wurde Anfang des 17. Jahrhunderts die Dorfkirche in Neukirchen durch Spanier schwer beschädigt.

Mit dem Übergang an Preußen unterstanden die reformierten Gemeindeglieder dem preußischen reformierten Konsistorium in Berlin und gehörten somit zu der Evangelischen Kirche in Preußen (die ab 1817 eine unierte Kirche war) bzw. zu deren rheinischer Provinzialkirche. 1947 die Kirchenprovinz als Evangelische Kirche im Rheinland eine selbständige Landeskirche. Moers wurde Sitz eines Superintendenten, aus dem später der Kirchenkreis Moers innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland hervorging. Heute gehören alle evangelischen / reformierten Kirchengemeinden der Stadt Moers sowie der umliegenden Städte und Gemeinden zum Kirchenkreis Moers.

1845 gründete Andreas Bräm, der Pfarrer der Neukirchener Dorfkirche den Neukirchener Erziehungsverein als „Verein zur Erziehung armer, verlassener und verwahrloster Kinder“. Zusätzlich wurde ab 1878 ein Waisenhaus betrieben, für das im Februar 1881 ein neues Gebäude fertiggestellt wurde. 1880 folgte die Gründung der ‚Anstalt Elim‘ für sittlich gefährtdete Mädchen. Unter dem Nachfolger von A. Bräm, Pastor Ludwig Doll, wurde am 27. August 1882 zusätzlich ein neues Missionshaus eingeweiht, in dem als Lehrer J. Stursberg aus Barmen, Zöglinge für die christliche Mission in Übersee ausbildete. Die diversen Aktivitäten wurden am 16. November 1907 mit der Gründung eines eingetragenen Vereins der ‚Waisen- und Missionsanstalt‘ zusammengefasst.[25]

Im 19. Jahrhundert gründeten Rayener Bürger einen Kirchbauverein und weihten 1894 die evangelische Johanniskirche ein. Durch den Bergbau in Neukirchen-Vluyn in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts siedelten viele Bergleute im südlichen Teil Neukirchens. Ihnen wurde erst eine Notkirche und nach dem Zweiten Weltkrieg die Friedenskirche gebaut, im typischen Stil der Kirchbau-Architektur der 60er Jahre.

Die Niederrheinische Bergwerks-Aktiengesellschaft beschloss 1911 ihre Grubenfelder auszubeuten und die hierfür notwendigen Schächte abzuteufen. Dadurch zogen Arbeitskräfte hinzu, so dass Neukirchen und Vluyn wieder einen katholischen Bevölkerungsanteil erhielten. Die neu angesiedelten Katholiken in Neukirchen gehörten kirchlich zu St. Joseph in Moers, währende die Katholiken im Ortsteil Vluyn zu St. Hubertus in Schaephuysen gehörten. Im Jahr 1920 konnte mit Unterstützung der Niederrheinische Bergwerks-Aktiengesellschaft, die ein altes Gebäude zur Verfügung stellte, in der Notkirche das erste heilige Messopfer gefeiert werden

Heute gehört Neukirchen-Vluyn zum Bistum Münster. Die neueste Kirche des Bistums Münster befindet sich in Vluyn. Während überall Kirchen geschlossen werden, wurde die katholische St. Antonius-Kirche am Vluyner Nordring erst 1997 geweiht. Die Kirche fällt von außen durch einen mächtigen freistehenden runden Turm und ein nach menschlichen Maßen gefertigtes Kreuz auf. Jede Woche werden fünf Messen gefeiert sowie zusätzlich jeden Abend in der Woche die Vesper gebetet.

Mundart[Bearbeiten]

In der Stadt Neukirchen-Vluyn wird in den verschiedenen Ortsteilen „Platt“ in jeweiliger lokaler Ausprägung gesprochen. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war „Platt“ die Umgangssprache einer breiten Bevölkerungsschicht – heute sprechen und verstehen nur noch wenige Menschen die alten Mundarten.

Neukirchen und Vluyn liegen im Niederfränkischen Mundartraum nördlich der sogenannten Benrather Linie ( mit der maache-maake-Unterscheidung) , die das südliche Mittelfränkische (auch Ripuarisch genannt) vom nördlichen Niederfränkischen abgrenzt. Auch liegt die Stadt nördlich der Uerdinger Linie, die sich vom Rhein kommend über Kempen nach Venlo zieht. Diese Uerdinger Linie (auch ek-ech-Grenze genannt) grenzt das Südniederfränkische (das z.B. in Uerdingen und Krefeld gesprochen wird) vom Nordniederfränkischen ab, das u. a. im Krefelder Ortsteil Hüls (siehe Hölsch Plott) und Kempen, in Neukirchen-Vluyn, im Großraum Moers, in den Kreisen Kleve und Wesel sowie Dinslaken, Duisburg und Mülheim-Ruhr bis in die Ausläufer des Bergischen Landes gesprochen wird. Ein wichtiges Merkmal des Nordniederfränkischen ist die Aussprache des Personalpronomenes „ich“ als „ek“ (wie in Neukirchen und Vluyn üblich) , während es im Süden des Niederrheines als „ech“ oder „isch“ gesprochen wird.

Die Bergmanns-Sprache hat ebenfalls ihre Spuren im örtlichen Dialekt hinterlassen. So kennen viele den Spruch: „..da hasse abber Futtsack dran“ - (da ist irgendetwas „schief gelaufen“), eine Redensart aus der Zeit, als noch Grubenpferde unter Tage arbeiteten und bei „schwierigen Verhältnissen“ mit dem Futtersack ruhig gestellt wurden. [26]

Obwohl die Mundart auf dem Rückzug ist, so wird Platt zu Karneval und in Vereinen gepflegt. Auch gibt es eine reichhaltige örtliche Mundart-Literatur. Die beiden Neukirchen-Vluyner Heimatvereine pflegen die Mundart und veranstalten immer wieder Mundartabende und Vorlesungen. Über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt sind die „Klompenweiber“.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Stadt Neukirchen-Vluyn ist seit dem 21. Oktober 2009 Harald Lenßen (CDU).

Bürgermeister seit 1836:[27]

  • 1836-1875 Gustav Haarbeck
  • 1875-1923 Hermann Haarbeck
  • 1923-1928 Dr. Baehr
  • 1928-1945 Erich Neumann (NSDAP)
  • 1945-1946 Wilhelm Schneider (durch Militärregierung eingesetzt)
  • 1946-1950 Tillmann Bongardt (CDU)
  • 1950-1952 Oskar Kühnel (SPD)
  • 1952-1956 Johann Kaiser (SPD)
  • 1956–1963 Oskar Kühnel (SPD)
  • 1963-1975 Gerhard Haastert (CDU)
  • 1975–1989 Oskar Böhm (SPD)
  • 1989-1994 Kornelia Kuhn (CDU)
  • 1994-1999 Peter Wermke (SPD) (letzter ehrenamtlicher Bürgermeister)
  • 1999-2009 Bernd Böing (parteilos) (erster hauptamtlicher Bürgermeister)
  • seit 2009 Harald Lenßen (CDU)
Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 58,01 %
 %
40
30
20
10
0
39,88 %
35,28 %
10,50 %
6,18 %
5,33 %
2,84 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,06 %p
-0,61 %p
+1,27 %p
+0,54 %p
+0,04 %p
+2,84 %p

Stadtrat[Bearbeiten]

Die 38 Sitze im Stadtrat verteilen sich nach dem Ergebnis der Kommunalwahl 2014 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:[28]

Partei Sitze
SPD 15
CDU 14
Grüne 4
NV AUF geht’s 3
FDP* 1
Piraten* 1

* FDP und Piraten haben sich zu einer Fraktion zusammengeschlossen.

[Bearbeiten]

Der ehemaligen Gemeinde (jetzt Stadt) ist mit Urkunde des Innenministers von Nordrhein-Westfalen vom 23. November 1961 das Recht zur Führung eines Wappens und eines Siegels verliehen worden; ferner ist der Gemeinde mit Urkunde des Innenministers vom 9. Mai 1962 das Recht zur Führung eines Banners verliehen worden. Die Stadt führt zudem ein Logo.

Blasonierung: „In Schwarz drei goldene (gelbe) schräglinke Wellenbalken.“

Das Wappen lehnt sich an ein Schultheißsiegel aus dem Jahre 1540 an; die Wellen stehen für drei alte Rheinarme. Die Farben sind die der Grafschaft Moers, zu der die Stadt früher gehörte.[29]

Beschreibung des Siegels: Das Dienstsiegel enthält das Emblem des Wappens. Es wird in 2 Größen geführt und entspricht den nachfolgenden Abdrucken: „Umschrift umlaufend: “STADT NEUKIRCHEN-VLUYN KREIS WESEL” - Siegelbild: An einem Haken hängend eine Reitertartsche (Schildform). In Schwarz drei weiße schräglinke Wellenbalken.“

Beschreibung des Banners: „Das Banner besteht aus drei gleichlangen und gleichbreiten Bahnen in den Farben schwarz gelb-schwarz und zeigt im weißen Bannerhaupt das Wappen der Stadt.“[30]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Neukirchen-Vluyn hat seit 1991 Städtepartnerschaften mit Ustroń (Polen) und Mouvaux (Frankreich). Seit 2012 besteht eine Städtefreundschaft mit der englischen Stadt Buckingham.

Demografie[Bearbeiten]

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

(Stand: 31. Dezember 2005)

Alter   Einwohner
< 6 1.414
6–17 4.010
18–25 2.769
26–45 8.297
45–65 7.976
> 65 5.199
 Einwohner gesamt
Männlich 14.366
Weiblich 15.299
 davon Ausländer
Männlich 1.008
Weiblich 904

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Amtliche Einwohnerzahlen am 31. Dezember[31]

Jahr   Einwohnerzahl
1998 28.300
1999 28.408
2000 28.525
2001 28.566
2002 28.829
Jahr   Einwohnerzahl
2003 28.809
2004 28.835
2005 28.650
2006 28.491
2009 27.627
2010 27.579

Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt Neukirchen-Vluyn hat für eine Mittlere kreisangehörige Stadt ein großes und attraktives Bildungsangebot.

Schulen[Bearbeiten]

Neukirchen-Vluyn gibt vier Grundschulen mit fünf Standorten. Alle Grundschulen halten ein offenes Ganztagsangebot vor und die Friedensreich-Hundertwasser-Grundschule führt zudem eine Montessori-Gruppe.

An weiterführenden Schulen wurden das Julius-Stursberg-Gymnasium, die Theodor-Heuss-Realschule und die Haarbeck-Hauptschule im Schulzentrum angesiedelt.

Des Weiteren gibt es ein Berufskolleg, eine Musikschule, eine Volkshochschule und zwei Förderschulen.

Kindertagesstätten und Familieneinrichtungen[Bearbeiten]

Elf Kindertagesstätten gibt es im Stadtgebiet. Drei davon sind städtische Einrichtungen, die anderen acht werden von der katholischen Kirche, der evangelischen Kirche, der AWO und dem DRK geführt. Für familienweite Zusammenkünfte befinden sich unter den Kindertagesstätten zwei Familienzentren, außerdem existiert eine Familienbildungsstätte im Stadtgebiet.

Stadtbücherei[Bearbeiten]

Die Stadtbücherei ist in den Ortsteilen Neukirchen und Vluyn vertreten.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

  • Schwimmbad
  • Golfplatz
  • Tennisanlage am Planckendicksweg
  • Fußballhalle
  • Skateranlage
  • Inline-Skate-Rundkurs (10 km)
  • Halde Norddeutschland
  • Jugendzentrum Klingerhuf
  • Naturschutzzentrum Neukirchen-Vluyn
  • Sport- und Freizeitpark Klingerhuf

Museen[Bearbeiten]

  • Ortsgeschichtliches Museum in der Kulturhalle, Archiv im Rathaus

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss Bloemersheim
  • Dorfkirche Neukirchen (13. Jahrhundert)
  • Schloss Bloemersheim (16. Jahrhundert)
  • Windmühle Dong (19. Jahrhundert)
  • Dorfkirche Vluyn (19. Jahrhundert)
  • Katholische St. Antonius-Kirche Vluyn (1997)
  • Katholische St. Quirinus-Kirche Neukirchen (1956–1958)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Stadtmarketing-Veranstaltungen:
    • Vluyner Mai
    • Erntedankfest im "Dorf Neukirchen" (jeweils am 3. Wochenende im September)
    • Vluyner Kirmes mit Klompenball (immer am Wochenende nach Pfingsten)
    • Die bunte Achzehn im "Dorf Neukirchen" (jeweils 2 Wochen vor Ostern)
    • Missionshoffete im "Dorf Neukirchen"
  • Ausstellung 'RUND UMS EI' jeweils 2 Wochen vor Ostern.
  • Traditionelles Osterfeuer "Blocke Poschen" der Jungen Union am Schloss Bloemersheim, samstags nach dem Osterwochenende.
  • 30. April, Aufhängen des Maikranzes am Handwerkerbaum in Vluyn vom Heimat und Verkehrsverein Vluyn e. V.
  • 30. April, Aufstellen des Maibaums im "Dorf Neukirchen", anschließend Tanz in den Mai mit dem Heimat- und Verkehrsverein Neukirchen
  • Jeden 1. Mai findet beim Löschzug Vluyn der Brandschutztag statt.
  • Seit 2001 findet jährlich das Metal-Festival „Dong Open Air“ statt. 2005 wurde es von etwa 2.000 Gästen besucht.
  • Jeden 2. Samstag im September Tag der offenen Tür des Löschzuges Neukirchen.
  • Landmarkt an der Littard – immer am 1. Wochenende nach dem 1. November auf den Höfen am Littardweg.

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Der Städteschnellbus SB 10 verbindet Neukirchen-Vluyn auf direktem Weg mit Duisburg. Weitere Linien führen nach Rheurdt, sowie über Moers bis Duisburg-Homberg und Rheinhausen. Die Linie 929 verkehrt von Montags bis Freitags, dreimal täglich, Samstags zwei mal in die Niederlande nach Venlo. Betrieben werden die Linien von der NIAG. Die Linie 6 verbindet die Ortsteile Luit, Niep und Süsselheide mit Vluyn. Die Linie verkehrt als Taxibus mit Ausnahme einzelner Schülerfahrten, welche von/bis Moers-Kapellen verkehren. Mit der RVN-Linie 076 erreicht man Kamp-Lintfort und Krefeld.

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Linienverzeichnis (Stand: Juni 2011)[Bearbeiten]

Linie Linienweg Takt Mo-Fr
(HVZ)
Takt Sa
(HVZ)
Takt So
(HVZ)
Betreiber
6(Taxibus) (Tersteegen Schule – Neukirchen Schulzentrum) – Vluyner Platz – Vluyner Südring – Süsselheide – Niep – Luit (- Moers-Kapellen) 120 120 120 NIAG
7 Moers – Neukirchen Sparkasse – Rathaus – Vluyner Südring – Rheurdt – Kamp-Lintfort 60/120 60/120 NIAG
SB10 Duisburg Hbf – Moers-Hülsdonk – Neukirchen Sparkasse – Rathaus – Vluyner Südring 60 60 NIAG
076 Krefeld Hbf – KR-Inrath – KR-Hüls – Kempen-Tönisberg – Rheurdt-Neufeld – Vluyner Südring – Hochkamer – Rayen – Kamp-Lintfort 120 120 2 Fahrten RVN
912 Vluyner Südring – Trox – Disterwegschule – Rathaus – Beethovenstr. – Sparkasse – MO-Hülsdonk – Moers – DU-Homberg – DU-Rheinhausen 30 30/60 60 NIAG
929 Venlo Station – Straelen-Herongen - Vluyner Südring – Schulzentrum – Gewerbegebiet Nord – Sparkasse – MO-Hülsdonk – Moers – DU-Homberg – DU-Ruhrort – Duisburg Hbf 30 30/60 60 NIAG

Neukirchen-Vluyn verfügt zudem über einen Schienenanschluss, der von der NIAG betrieben wird. Die Strecke Moers – Neukirchen – Dickscheheide – Vluyn – Schaephuysen – Rheurdt – Oermter Berg – Hoerstgen-Sevelen wird seit der Schließung des Steinkohlebergwerkes Niederberg in Neukirchen-Vluyn nicht mehr regelmäßig befahren. Jedoch wurde der Abschnitt zwischen Moers Kreisbahnhof und Vluyn 2008 offiziell für Güterverkehre reaktiviert. 2007 gab es sporadisch Schienenbuspendelfahrten auf der Strecke von Moers bis zum Haltepunkt Neukirchen-Rathaus, welche im Jahr 2008 erstmals seit 2001 wieder den Bahnhof Vluyn erreichten. Zudem gibt es eine Initiative, welche die Bedienung der Bahnstrecke von Vluyn nach Moers im regelmäßigen SPNV durchsetzen möchte. Allerdings fehlt dem Initiatorenkreis der Investor. Die Bahnstrecke ist begehbar, jedoch durch stark bewachsene Abschnitte hinter Vluyn zurzeit nicht mehr befahrbar. Jährlich wird ein Zurückschnitt der Bewachsungen bis Vluyn durchgeführt.

Straßen[Bearbeiten]

Neukirchen-Vluyn ist durch die Bundesautobahnen 40 (auch E 34, von Venlo (NL) nach Dortmund) und 57 (auch E 31, von Nimwegen (NL) nach Köln) an das Autobahnnetz angebunden. Durch Neukirchen und Vluyn verläuft die Landstraße 140, die ehemalige Bundesstraße 60.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft der ehemaligen Zechenstadt ist geprägt durch Handwerk, Groß- und Einzelhandel, Klimatechnik, Hotel- und Gastronomie, Dienstleistungen, Kommunalmaschinenbau, Verfahrenstechnik, Textil- und Druckindustrie, Computer-Hard- und Software.

Mit der TROX GROUP hat ein Technologieführer in der Herstellung, Entwicklung und Vermarktung von Systemen und Komponenten zur Raumbelüftung und -klimatisierung seinen Sitz in der Stadt. Die Gruppe erzielte nach eigenen Angaben im Jahr 2008 einen Umsatz von mehr als 380 Mio. Euro und beschäftigt weltweit circa 3000 Mitarbeiter.[32] Die TROX GROUP ist zudem der zweitgrößte Arbeitgeber nach dem Erziehungsverein von Neukirchen-Vluyn (Stand: Oktober 2007).[33]

Mit der Erschließung des ehemaligen Betriebsgeländes des Bergwerks Niederberg wird ein neues Gewerbegebiet geschaffen. Hier sollen sich neue Gewerbetreibende ansiedeln. Und des Weiteren werden auf dem Gelände Flächen für den Einzelhandel, die Gastronomie und für Freizeit- und Kultureinrichtungen geschaffen.

Medien[Bearbeiten]

In den regionalen Tageszeitungen der Rheinischen Post, der NRZ und der WAZ existieren Lokalbeilagen für die Bereiche Moers, Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn. Außerdem gibt es in der Stadt eine von sechs Radiowerkstätten des Lokalradios Radio K.W. In diesen Studios wird der größte Teil der Sendungen des Bürgerfunks produziert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

in Neukirchen-Vluyn geboren[Bearbeiten]

mit Neukirchen-Vluyn verbunden[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Stadt Neukirchen-Vluyn: Zahlen und Daten, abgerufen am 24. September 2012
  3. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag Michael Schiffer, Rheinberg, 1968, S. 16.
  4. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag Michael Schiffer, Rheinberg, 1968, S. 12.
  5. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag Michael Schiffer, Rheinberg, 1968, S. 29.
  6. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag Michael Schiffer, Rheinberg, 1968, S. 29 und 30.
  7. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag Michael Schiffer, Rheinberg, 1968, S. 47 und 48.
  8. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag Michael Schiffer, Rheinberg, 1968, S. 49.
  9. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag Michael Schiffer, Rheinberg, 1968, S. 33.
  10. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag Michael Schiffer, Rheinberg, 1968, S. 38.
  11. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag Michael Schiffer, Rheinberg, 1968, S. 35.
  12. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn: seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag Michael Schiffer, 1968, S. 59.
  13. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn: seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag Michael Schiffer, 1968, S. 61.
  14. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn: seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag Michael Schiffer, 1968, S. 62.
  15. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn: seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag Michael Schiffer, 1968, S. 65.
  16. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn: seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag Michael Schiffer, 1968, S. 67.
  17. J. G. von Vierbahn, Statistik und Topographie des Regierungs-Bezirks Düsseldorf, 1836, Erster Teil, S. 107.
  18. P.Caumanns: In: Neukirchen b. Moers: Sein geschichtlicher Werdegang bis zur Gegenwart, 1925, Selbstverlag, S. 65–69.
  19.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  20. Geschichte von Neukirchen-Vluyn vom 31. Oktober 2010
  21. Margret Wensky, in: Moers Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart, 2000, Verlag Böhlau , Köln, Band 1, ISBN 3-412-04600-0, S. 129.
  22. Margret Wensky, in: Moers Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart, 2000, Verlag Böhlau , Köln, Band 1, ISBN 3-412-04600-0, S. 129–130.
  23. P.Caumanns: Neukirchen b. Moers: Sein geschichtlicher Werdegang bis zur Gegenwart, 1925, Selbstverlag, S. 26.
  24. Peter Caulmanns, in: Neukirchen-Vluyn seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag Michael Schiffer, Rheinberg, 1968, S. 34.
  25. P.Caumanns: Neukirchen b. Moers: Sein geschichtlicher Werdegang bis zur Gegenwart, 1925, Selbstverlag, S. 63+64.
  26. Rheinhausener Bergbaubegriffe. Abgerufen am 1. Januar 2013.
  27. Stadtarchiv Neukirchen-Vluyn.
  28. http://www.neukirchen-vluyn.de/C12576540024DF00/html/E29FD87D0C30E4B5C1257674003D0D7A?opendocument&nid1=64429
  29. Rolf Nagel: Rheinisches Wappenbuch Köln 1986, ISBN 3-7927-0816-7, S. 106
  30. Hauptsatzung der Stadt Neukirchen-Vluyn (PDF; 44 kB) neukirchen-vluyn.de. Abgerufen am 3. Oktober 2013.
  31. Bevölkerung im Regierungsbezirk Düsseldorf abgerufen am 25. Juli 2011
  32. Website von TROX: TROX GROUP
  33. IHK Niederrhein: Ausgabe Oktober 2007, Seite 10 (PDF 683 KB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neukirchen-Vluyn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien