Haste

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschäftigt sich mit Haste im Landkreis Schaumburg; wegen des Stadtteils Haste (Osnabrück) siehe dort.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Haste
Haste
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Haste hervorgehoben
52.3808333333339.390555555555652Koordinaten: 52° 23′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Schaumburg
Samtgemeinde: Nenndorf
Höhe: 52 m ü. NHN
Fläche: 11,13 km²
Einwohner: 2730 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 245 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31559
Vorwahl: 05723
Kfz-Kennzeichen: SHG, RI
Gemeindeschlüssel: 03 2 57 011
Adresse der Verbandsverwaltung: Rodenberger Allee 13
31542 Bad Nenndorf
Webpräsenz: www.haste.de
Bürgermeister: Sigmar Sandmann (SPD)
Lage der Gemeinde Haste im Landkreis Schaumburg
Nordrhein-Westfalen Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Nienburg/Weser Region Hannover Ahnsen Apelern Auetal Auhagen Bad Eilsen Bad Nenndorf Beckedorf Bückeburg Buchholz (bei Stadthagen) Hagenburg Haste Heeßen Helpsen Hespe Heuerßen Hohnhorst Hülsede Lauenau Lauenhagen Lindhorst Lüdersfeld Luhden Meerbeck Messenkamp Niedernwöhren Nienstädt Nordsehl Obernkirchen Pohle Pollhagen Rinteln Rodenberg Sachsenhagen Seggebruch Stadthagen Suthfeld Wiedensahl WölpinghausenKarte
Über dieses Bild

Haste ist eine Gemeinde im Landkreis Schaumburg in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Haste liegt etwa 30 km westlich von Hannover an der Nordostgrenze des Landkreises Schaumburg, südlich des Mittellandkanals und des Haster Waldes in einer von mehreren Verkehrsadern durchschnittenen, aber forst- und landwirtschaftlich geprägten Umgebung zwischen den Städten Bad Nenndorf und Wunstorf. Durch den Ort fließt der Haster Bach.

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Die Gemarkungsfläche beträgt ~ 12 km², davon werden etwa 8 km² forstwirtschaftlich genutzt. Haste ist im Westen, Norden und Osten vollständig von Wald umgeben.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn sind dieses die Stadt Wunstorf sowie die Gemeinden Suthfeld und Hohnhorst.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Haste gehört noch der etwa 2,5 km westlich gelegene Ortsteil Wilhelmsdorf. Der Kernort wird im Volksmund aufgeteilt in Alt-Haste, Waldfrieden und Ypern. Diese sind jedoch keine Ortsteile.

Geschichte[Bearbeiten]

  • Die erste urkundliche Erwähnung ist im ev.luth. Kirchenbuch von Hohnhorst aus dem Jahr 1612. Damals wurde die Ansiedlung noch „auf der Hast“ genannt und war ein Ableger des Kirchdorfes Hohnhorst. 1732 wurden vom Amt Rodenberg 24 Hausbesitzer ermittelt. Eine alte Landkarte aus dem Jahr 1775 weist 37 bebaute Grundstücke aus. Von der Einrichtung der Bahnstrecke nach Minden 1847 und der Deisterstrecke bis Hannover 1872 sowie dem Bau des Mittellandkanals von 1909 bis 1938 und der BAB 2 1939 konnte Haste wegen der Anziehungskraft seiner aufstrebenden Nachbarorte Wunstorf und Bad Nenndorf kaum profitieren. Vor- und Nachteile dieser Verkehrsadern scheinen sich hier die Waage zu halten. Mehrere Neubaugebiete zeugen dennoch von der Anziehungskraft des Ortes in einer schönen Landschaft in der Nähe der Landeshauptstadt Hannover. Erst 1886 wurde ein eigenes Schulhaus erstellt. Bis dahin fand der Unterricht in Hohnhorst statt. 1957 wurde in Waldfrieden ein Neubau erstellt und der Schulverband mit Rehren aufgelöst. Am 1. März 1974 erfolgte der Zusammenschluss mit Bad Nenndorf, Hohnhorst und Suthfeld zur Samtgemeinde Nenndorf. Zuständig war der Landkreis Grafschaft Schaumburg in Rinteln. Seit dem 1. August 1977 gehört die Gemeinde zum neu gebildeten Landkreis Schaumburg mit Sitz in Stadthagen.
  • Wilhelmsdorf ist ein seit 1923 aus Rehren besiedelter Ortsteil. Er erstand an der Kreuzung Idensen - Rehren - Haste. Die Siedlungsfläche lag im Jagen 29 des Forstgutsbezirkes Haste. Im Laufe der Jahre schlugen mehrere Einwohneranträge auf Umgemeindung nach Rehren fehl.

Religionen[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Haste setzt sich aus 13 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • SPD – 8 Sitze
  • CDU – 5 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Bürgermeister / Verwaltung[Bearbeiten]

Seit 2006 ist Sigmar Sandmann (SPD) Bürgermeister. Seit 2011 führt er auch die Geschäfte des Gemeindedirektors. Das Gemeindebüro befindet sich im Bürgerhaus in der Hauptstr. 42

Finanzen[Bearbeiten]

Der Haushaltsplan 2013 weist im Ergebnishaushalt Erträge in Höhe von ~ 1,639 Millionen Euro und Aufwendungen von ~ 1,718 Millionen Euro aus. Im Finanzhaushalt sind die vorgesehenen Ein- und Auszahlungen in Höhe von ~ 2,450 Millionen Euro ausgeglichen. An Auszahlungen für Investitionstätigkeiten sind 976.800 Euro vorgesehen. Trotz der um 67.700 Euro höheren Auszahlungen gegenüber den Einzahlungen werden keine Kredite veranschlagt[2].

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: Das Wappen von Haste ist im Schild geteilt; oben in Gold ein springender schwarzer Rehbock, unten in Rot ein silbernes Nesselblatt mit drei Nägeln.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Das historische Empfangsgebäude (Bahnhof), erbaut 1848 bis 1850, soll ab 2014 restauriert werden.

Natur[Bearbeiten]

Süntelbuche in Haste
  • Der Haster Wald beherbergt sehr dunkel gefärbtes Rehwild, die Schwarzen Rehe, die auch im Haster Wappen dargestellt werden.
  • Am alten Forsthaus steht die zweitgrößte Süntelbuche der Deister-Süntel-Region, ein etwa 150 bis 180 Jahre altes Naturdenkmal.

Vereine[Bearbeiten]

  • ETSV Haste von 1913 e.V. mit den Sparten Fußball, Handball, Gymnastik, Tennis, Tanzen, Wandern und Doppelkopf. An Sportstätten stehen im Hohnhorster Ortsteil Scheller eine Sporthalle, am Mittellandkanal Sportplätze mit einem Vereinsheim und an der Kolenfelder Straße Tennisplätze mit einem Clubheim zur Verfügung.
  • Wirtschaftsforum Haste e.V.
  • Angelfreunde Haste
  • Bergmannsverein „Glück Auf“ Haste und Umgebung
  • Deutsches Rotes Kreuz, Ortsverein Hste
  • Eisenbahnerchor Haste
  • Haster Runde, beschäftigt sich mit der Heimatgeschichte
  • Rassekaninchenzuchtverein F-541
  • Schützenverein Haste von 1953 e.V.
  • SoVD (Reichsbund) Ortsgruppe Haste
  • Siedlergemeinschaft Haste – Hohnhorst
  • Wilhelmsdorfer Jungen e.V.
  • Ortsgruppe des Bahnsozialwerkes (BSW)
  • Förderverein der Grundschule

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Dorfgemeinschafts- und Erntefest

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gewerbe[Bearbeiten]

Auf dem Gelände der alten Bahnmeisterei hat sich ein kleines Gewerbegebiet entwickelt. Größere Betriebe sind nicht angesiedelt. Der Einzelhandel hat sich an der Hauptstraße niedergelassen.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof in Haste

Haste ist ein Eisenbahnknotenpunkt an der Bahnstrecke Hannover–Minden und der Bahnstrecke Weetzen–Haste. Der Bahnhof wird im Stundentakt von RE-Zügen nach HannoverBraunschweig und MindenLöhne (weiter alle 2 Stunden bis Bielefeld bzw. OsnabrückRheine) bedient; ab Dezember 2015 wird die Westfalenbahn die DB Regio ablösen[3]. Die S-Bahn bedient Haste mit den Linien S1 (Minden–Wunstorf–Hannover) und S1/S2 (Haste–Bad Nenndorf–Hannover–Minden/Nienburg).
Für die täglich 4000 Bahnnutzer ist eine Park & Ride Anlage vorhanden. Den ÖPNV ins Hinterland (zum Teil bis Rinteln) stellt die Schaumburger Verkehrs-Gesellschaft (SVG) sicher. Die Bundesstraße 442 führt durch den Ort. In 5 Autominuten sind die BAB 2-Anschlussstellen Wunstorf-Kolenfeld oder Bad Nenndorf erreichbar.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ist das Polizeikommissariat Bad Nenndorf zuständig.
  • Der Brandschutz wird durch die Freiwillige Ortsfeuerwehr sichergestellt.
  • Für jagd- und forstwirtschaftliche Belange ist die Revierförsterei in Waldfrieden zuständig.

Bildung[Bearbeiten]

Für die vorschulische Erziehung ist ein Kindergarten vorhanden. Die Grundschule ist für die Kinder aus Haste, Hohnhorst und Suthfeld zuständig. Sie wird als Ganztagsschule geführt mit einer Betreuungszeit bis 15.00 Uhr. Weiterführende Schulen sind in Bad Nenndorf, Rodenberg, Barsinghausen, Lindhorst und Wunstorf vorhanden.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Heinrich Hartmann (1892–1971), gründete gemeinsam mit seinem Bruder
  • Conrad Hartmann (1896–1977) 1918 in Hannover-Linden die Geha-Werke

Literatur[Bearbeiten]

Heinrich Munk: Haste. Geschichte eines Dorfes in Nordschaumburg. Wunstorf 1975.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Haste – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Haushaltssatzung der Gemeinde Haste für das Haushaltsjahr 2013 vom 22. April 2013
  3. Darstellung zu den Bahnverbindungen von Haste (PDF; 370 kB)