Bad Eilsen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bad Eilsen
Bad Eilsen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bad Eilsen hervorgehoben
52.2430555555569.0994444444444133Koordinaten: 52° 15′ N, 9° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Schaumburg
Samtgemeinde: Eilsen
Höhe: 133 m ü. NHN
Fläche: 2,46 km²
Einwohner: 2394 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 973 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31707
Vorwahl: 05722
Kfz-Kennzeichen: SHG, RI
Gemeindeschlüssel: 03 2 57 005
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bückeburger Str. 4
31707 Bad Eilsen
Webpräsenz: www.bad-eilsen.de
Bürgermeister: Christel Bergmann (SPD)
Lage der Gemeinde Bad Eilsen im Landkreis Schaumburg
Nordrhein-Westfalen Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Nienburg/Weser Region Hannover Ahnsen Apelern Auetal Auhagen Bad Eilsen Bad Nenndorf Beckedorf Bückeburg Buchholz (bei Stadthagen) Hagenburg Haste Heeßen Helpsen Hespe Heuerßen Hohnhorst Hülsede Lauenau Lauenhagen Lindhorst Lüdersfeld Luhden Meerbeck Messenkamp Niedernwöhren Nienstädt Nordsehl Obernkirchen Pohle Pollhagen Rinteln Rodenberg Sachsenhagen Seggebruch Stadthagen Suthfeld Wiedensahl WölpinghausenKarte
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Aue im Kurpark Bad Eilsen
"Fürstenhof" am Kurpark Bad Eilsen

Bad Eilsen ist eine kreisangehörige Gemeinde des Landkreises Schaumburg in Niedersachsen (Deutschland), nahe der Stadt Bückeburg an der Autobahn 2. Die Gemeinde ist Verwaltungssitz der Samtgemeinde Eilsen.

Geografie[Bearbeiten]

Bad Eilsen liegt zwischen dem Höhenzug Harrl und den Bückebergen, sowie nördlich des Wesergebirges und zwischen den Nachbarstädten Bückeburg, Rinteln und Obernkirchen. Im Südwesten der Samtgemeinde Eilsen liegt die Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Die Bückeburger Aue fließt durch den Ort.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet um Bad Eilsen war bereits in der Römerzeit besiedelt und seine Heilquellen schon früh bekannt und genutzt. Das kleine Dorf am Harrl war im 12. Jahrhundert noch unter dem Namen Eildissum bekannt und änderte seinen Namen über Eylezhusen im 13. und Eilzen im 19. Jahrhundert zum heutigen Eilsen.

Über viele Jahrhunderte nutzen die Einwohner ihre „Stinkequellen“, die zu den besten Schwefelquellen Europas zählen, zur Linderung von Gicht, Rheuma und Hauterkrankungen. Laut einer alten Volkssage verdanken die Quellen ihren Ursprung einem Meteoriten, der vor langer Zeit dort einschlug wo heute Bad Eilsen ist. Noch heute kann man aus den umliegenden Anhöhen deutlich das Tal erkennen in dem Bad Eilsen liegt und Rückschlüsse auf die Größe und Wucht des Meteoriten ziehen. Der Sage zur Folge soll genau zu dem Zeitpunkt als der Meteorit dort einschlug, der Teufel an der Stelle gestanden haben wo heute der Kurpark ist und dort von dem Gesteinsbrocken in Grund und Boden gedrückt worden sein. Doch der Teufel kam wieder aus und verfluchte den Ort. Im Westen schließlich erhebt sich dunkel und kalt der tote Haarl der auch "der Wald wo die Menschen zum Sterben hingehen" genannt wird, der dem Ort auch die letzten Sonnenstrahlen eines jeden Tages verwährt. Aufgrund des Mythos und der geographischen Offenkundigkeit der Geschichte ist Bad Eilsen bis heute Pilgerstätte okkulter Vereinigungen, die sich einmal im Jahr in Bad Eilsen treffen und dort den Teufel anbeten.

1794 fasste die Gräfin Juliane zu Schaumburg-Lippe den Entschluss, Eilsen zum Kurbad zu machen, sie kaufte in den folgenden Jahren 23 Morgen Land im Quellbereich von den Bauern und ließ die Quellen fassen. Nach ihrem frühen Tod 1799 wurde der Ausbau des Ortes zu einem Heilbad von ihrem Nachfolger fortgeführt, sodass man die Eröffnung des Bades etwa um das Jahr 1802 annehmen kann. In den folgenden Jahren wurden die Bade- und Logiereinrichtungen kontinuierlich erweitert. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Bad Eilsen zu einem Modebad, das sich großer Beliebtheit erfreute. Die Güte der Quellen und die Heilerfolge konnten mit denen des nahegelegenen und zeitgleich aufstrebenden Bad Nenndorf mithalten. Ebenso wie dort, machte man den Kuraufenthalt durch eine Spielbank attraktiver. Das 1808 aus Bückeburg verlegt konzessionierte Spiel brachte der Regierung 500 Reichstaler jährlich. Als Mindesteinsatz bei Pharo und Rouge et noir wurde ein Taler festgesetzt, für Roulette sollten es 24 Kreuzer rheinisch sein. Bereits 1810 wurden 800 Reichstaler für die Konzession geboten. Zu dieser Zeit wurde auch niedrige Volk vom Spiel ausgeschlossen. Die Landstände beantragten im Dezember 1848 die Aufhebung der Spielbank. Der Fürst kam 1849 der Schließungsanordnung der Paulskirchenversammlung nach.[2]

Der Bau der Bahnlinie Hannover-Bückeburg-Minden brachte Mitte des 19. Jahrhunderts einen neuen Wachstumsschub für den Ort. Bereits 1848 wurde im Harrl der Idaturm errichtet, als Arbeitsbeschaffung in wirtschaftlich schwieriger Zeit, als Landesvermessungsturm und Wanderziel für die Badegäste. Der kleine aber feine Kurort hatte auch prominente Gäste wie Franz Liszt, Clara Wieck, Hermann Löns, Richard Tauber und Gerhart Hauptmann.

Nach dem Krieg ging es 1918 mit der Eröffnung des „Fürstenhofs“, eines der schönsten und elegantesten Hotels seiner Zeit, weiter voran und Bad Eilsen bekam einen eigenen Bahnhof und damit direkten Anschluss an die Strecke Hannover-Minden durch die Kleinbahnstrecke Bückeburg - Bad Eilsen, dem sogenannten „Eilser Minchen“. Diese Bahnlinie existiert nicht mehr. Die durch Bad Eilsen führende Kleinbahn Rinteln - Stadthagen ist heute eine Museumsbahn. 1934 fand die Weltwirtschaftskonferenz in Bad Eilsen statt, 1939 kam der Anschluss an die Reichsautobahn. Die Kuranlagen Bad Eilsens befanden sich auch nach dem Ersten Weltkrieg weiterhin im Besitz des „Hauses Schaumburg-Lippe“, zuletzt im Besitz Adolf II. von Schaumburg-Lippe (der Letzte aus der Familie, der sich rechtmäßig „Fürst“ nennen durfte), nach dessen Tod dann im Besitz seines ältesten Bruders Ernst Wolrad Prinz zu Schaumburg-Lippe. Die Nachfahren von Ernst Wolrad behaupten stets, dass 1941 Hermann Göring Bad Eilsen für die bremische Firma Focke-Wulf beschlagnahmte, die hinfort hier Flugzeuge für die Luftwaffe konstruieren ließ. Gegen eine Beschlagnahme und für ein einvernehmliches Vorgehen spricht aber, dass urkundlich eine Vermietung an Focke Wulff nachgewiesen werden kann, dass in der Steuerklärung 1945 Ernst Wolrad Mieteinnahmen angab und dass es keinen urkundlichen Nachweis für die Beschlagnahme gibt.[3] [4]

1945 rückte die englische Besatzungsmacht ein und machte das Bad zum Hauptquartier der Royal Air Force; diese gab das Bad erst 1955 wieder frei, es fiel zurück in den Besitz Ernst Wolrads zu Schaumburg-Lippe. 1957 verkaufte er das Bad mit allen Badeeinrichtungen, den großen Hotels im Kurbezirk und dem Kurpark an die Landesversicherungsanstalten Berlin und Hannover. Erst 1959 konnte das Bad wieder eröffnet werden. 1961 entstand die „Kurklinik für innere und orthopädische Erkrankungen der Landesversicherungsanstalt Hannover“. Die LVA Hannover wurde 1961 alleinige Eigentümerin des Bades. 1971 bekam Bad Eilsen die Anerkennung als „Staatliches Heilbad“.

Die Kirche in Bad Eilsen

Religionen[Bearbeiten]

  • Bad Eilsen bildet erst seit dem 1. November 1954, gemeinsam mit Heeßen, eine eigene evangelisch-lutherische Kirchengemeinde innerhalb der Schaumburg-Lippischen Landeskirche. Zuvor gehörten beide Gemeinden zur Kirchengemeinde Obernkirchen und somit zur Hannoverschen Landeskirche. Eine Notkirche war 1948 geweiht und diente als Filialkirche von Obernkirchen. 1959 wurde nach Plänen des Architekten Hachtmann aus Celle die Christuskirche errichtet.
  • Ferner gibt es in Bad Eilsen eine neuapostolische Gemeinde mit der 1988/89 erbauten Kirche sowie eine Freie evangelische Gemeinde.
  • Die katholische Kirche St. Johannes Evangelist wurde 1963 errichtet, sie gehörte zur Pfarrgemeinde St. Marien in Bückeburg. 2010 erfolgte ihre Profanierung. Heute befinden sich die nächstgelegenen katholischen Kirchen jeweils 4 km entfernt in Bückeburg und Obernkirchen.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde besteht aus 13 Ratsfrauen und Ratsherren.

  • SPD – 6 Sitze
  • CDU − 5 Sitze
  • Gruppe Rinne/Schütte - 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 10. September 2006 / Ratssitzung am 6. Januar 2009)

Kurpark Bad Eilsen

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdig sind neben der erhaltenen historischen Architektur die Kuranlagen, der Kurpark mit dem Rosarium, altem Baumbestand, insbesondere schöne großen Alleen und das nahe Weserbergland.

Museen[Bearbeiten]

  • Heimatmuseum

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bad Eilsen lebt als Kurort hauptsächlich vom Fremdenverkehr und von der Niedersächsischen Steuerakademie (seit 1. August 2006), in der die fachtheoretische Ausbildung im mittleren Dienst der niedersächsischen Finanzverwaltung (gehobener Dienst am Standort Rinteln) sowie zentrale Fortbildungsveranstaltungen für die Bediensteten der niedersächsischen Finanzämter durchgeführt werden.

Verkehr[Bearbeiten]

Bad Eilsen liegt an der Bahnstrecke Rinteln–Stadthagen; der regelmäßige Personenverkehr auf dieser Strecke ist aber bereits seit 1965 eingestellt. Die nächsten Personenbahnhöfe sind heute Bückeburg an der Bahnstrecke Hannover–Minden und Rinteln an der Bahnstrecke Elze–Löhne.

Südlich der Gemeinde verlaufen die Bundesautobahn 2 OberhausenBerlin mit der Anschlussstelle Bad Eilsen und die Bundesstraße 83 Bückeburg–Bebra.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikivoyage: Bad Eilsen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Henry Lohner: Nur wer tot ist, geht kein Risiko mehr ein: Geschichte der Spielbanken ...; Norderstedt 2012; ISBN 978-3844809770; Kap.: Bückeburg und Eilsen S. 53-
  3. NLA Bückeburg L 102a Nr. 2292/6, Nachweis der Vermietung
  4. Alexander vom Hofe: Vier Prinzen zu Schaumburg Lippe, S. 144 u. 145