Heddesbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heddesbach
Heddesbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heddesbach hervorgehoben
49.4813888888898.8272222222222204Koordinaten: 49° 29′ N, 8° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rhein-Neckar-Kreis
Höhe: 204 m ü. NHN
Fläche: 8,21 km²
Einwohner: 464 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km²
Postleitzahl: 69434
Vorwahl: 06272
Kfz-Kennzeichen: HD
Gemeindeschlüssel: 08 2 26 027
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 2
69434 Heddesbach
Webpräsenz: www.heddesbach.de
Bürgermeister: Hermann Roth
Lage der Gemeinde Heddesbach im Rhein-Neckar-Kreis
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Heddesbach

Heddesbach ist eine Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Heddesbach, das zur Metropolregion Rhein-Neckar gehört, liegt im Ulfenbachtal im Odenwald. Die Gemarkung erstreckt sich in 180 bis 460 Metern Höhe und ist Teil des Naturparks Neckartal-Odenwald.

Die Gemeinde grenzt im Norden an die hessische Gemeinde Wald-Michelbach, im Osten an den Ortsteil Brombach der Stadt Eberbach, im Süden an den Ortsteil Langenthal der hessischen Stadt Hirschhorn (Neckar), im Südwesten an den Ortsteil Altneudorf der Stadt Schönau und im Westen an Heiligkreuzsteinach.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Besiedlung des Gebiets begann vermutlich erst gegen Ende des 12. Jahrhunderts. Im Auftrag des Wormser Bischofs baute Bligger III. von Steinach die Harfenburg und begründete damit die Linie der Herren von Harfenberg. Mit dem Niedergang der Harfenberger erwarb nach 1300 die Kurpfalz die Burg zusammen mit der Ortsherrschaft über die Siedlung, die 1322 erstmals als Heddesbach erwähnt wird. Verwaltet wurde der Ort von Heiligkreuzsteinach aus, kirchlich gehörte er zunächst zu Neckarsteinach. Die Heddesbacher Kirche war Mutterkirche für die Filialen in Langenthal, Brombach und Schönmattenwang.

Nach dem Übergang zu Baden 1803 erlangte Heddesbach 1810 seine Selbständigkeit. Es gehörte zum Landkreis Heidelberg. Bei der baden-württembergischen Gemeindereform wurde der Ort Teil des neugebildeten Rhein-Neckar-Kreises, in dem Heddesbach seit 1975 die kleinste selbständige Gemeinde ist.

Jahr 1577 1727 1818 1852 1905 1939 1965
Einwohner 150 134 287 378 366 342 412

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde gehört zum Gemeindeverwaltungsverband Schönau mit Sitz in Schönau.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht neben dem vorsitzenden Bürgermeister aus acht Mitgliedern, die alle fünf Jahre direkt gewählt werden. Die Gemeinderatswahl 2009 führte zu folgendem Ergebnis:

  1. Junge dynamisch Wählergruppe 35,0 % - 3 Sitze
  2. Wählervereinigung 34,1 % - 3 Sitze
  3. Frauenliste 30,9 % - 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

2012 wurde Hermann Roth (parteilos) zum Bürgermeister von Heddesbach gewählt. Er löst Herwig Klein (parteilos) ab, der seit 1985 amtierte.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Rot eine silberne Harfe.

Das Wappenmotiv wurde 1911 vom Generallandesarchiv ausgearbeitet. Es spielt auf die Landschad von Steinach an, die die Harfe im Wappen geführt hatten. Die Gemeinde nahm das Wappen zwar an, wollte aber zunächst kein neues Siegel anschaffen. Deshalb wird es erst seit einem Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 1950 verwendet.[2]

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Heddesbach pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu Obernberg am Brenner in Österreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Heddesbach lockt mit seinem naturellen Umfeld, vielen Waldwanderwegen und bietet Platz für diverse sportliche Aktivitäten. Darüber hinaus ist ein überdurchschnittliches Vereinsleben zu verzeichnen. Die Straßen und Kanäle im historischen Ortskern, die teilweise noch aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts stammten, wurden im Jahre 2004 saniert. In besagtem Ortskern befindet sich auch der 1986 neugestaltete Kirchplatz samt Peterskirche und Elfnerhaus. Das Elfnerhaus wurde von der Gemeinde erworben und dient als Ausrichtungsplatz der alljährlichen Heddesbacher Kirchweih (Kerwe). Außerdem ist ein Jugendraum darin beheimatet.

Die Peterskirche wurde im 13. Jahrhundert als Wehrkirche angelegt. Der Chorturm stammt noch aus dieser Zeit. Im 18. Jahrhundert wurden das Langhaus und die Zwiebelhaube angebaut. Die Fresken im Chor stammen aus dem 15. Jahrhundert und wurden während des Bildersturms 1556 übermalt. Im 20. Jahrhundert wurden sie wiederentdeckt und restauriert. Ausgestattet ist die Kirche mit einer Overmann-Orgel von 1804 und einer barocken Kanzel.

Das Schul- und Rathaus wurde 1904 im Jugendstil erbaut und steht unter Denkmalschutz. Die Volksschule wurde 1972 aufgelöst und das Gebäude wird heute auch als Gemeindezentrum genutzt.

Von der Harfenburg haben sich nur spärliche Überreste erhalten. Sie wurde vermutlich im 12. Jahrhundert angelegt und war eine der ältesten Burgen im südlichen Odenwald. Sie war Stammsitz der Harfenberger und beherrschte die Dörfer Heddesbach, Brombach und Langenthal. Mit dem Niedergang der Harfenberger fiel die Burg um 1300 an die Kurpfalz, die sie 1314 an die Herren von Hirschhorn verpfändete. 1340 wurde Engelhard von Hirschhorn vom Pfalzgrafen aufgefordert, den von ihm der Burg zugefügten „großen Schaden“ zu beheben. Ob es dazu kam, ist nicht geklärt. Ab dem 15. Jahrhundert wird die Burg nur noch als Flurname erwähnt.

Der Hinkelstein, der vermutlich im 14. Jahrhundert, an der Grenze zu Brombach gesetzt wurde, ist als Naturdenkmal eingestuft.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Heddesbach führt die L 3105 nach Hirschhorn, wo sie eine Verbindung zur Bundesstraße 37 (HeidelbergMosbach) bzw. Bundesstraße 45 (SinsheimWöllstadt) herstellt. Der BRN betreibt eine Buslinie, die nach Hirschhorn und Wald-Michelbach führt. In Hirschhorn befindet sich ein Bahnhof der S-Bahn RheinNeckar. Heddesbach gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

Bildung[Bearbeiten]

Einen von Heddesbach mitfinanzierten Kindergarten gibt es im zwei Kilometer entfernten Langenthal (Stadtteil von Hirschhorn). Seit der Schulreform 1972 kann die Grundschule im hessischen Hirschhorn besucht werden, nachdem die eigene Schule im Ort geschlossen wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Staatl. Archivverwaltung Baden-Württemberg in Verbindung mit d. Städten u.d. Landkreisen Heidelberg u. Mannheim (Hg.): Die Stadt- und die Landkreise Heidelberg und Mannheim: Amtliche Kreisbeschreibung.
    • Bd 1: Allgemeiner Teil. Karlsruhe 1966
    • Bd 2: Die Stadt Heidelberg und die Gemeinden des Landkreises Heidelberg. Karlsruhe 1968

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Herwig John, Gabriele Wüst: Wappenbuch Rhein-Neckar-Kreis. Ubstadt-Weiher 1996, ISBN 3-929366-27-4, S. 58

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heddesbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien