Herrngiersdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Herrngiersdorf
Herrngiersdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Herrngiersdorf hervorgehoben
48.78976666666712.066727777778405Koordinaten: 48° 47′ N, 12° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Langquaid
Höhe: 405 m ü. NHN
Fläche: 25,15 km²
Einwohner: 1216 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84097
Vorwahl: 09452
Kfz-Kennzeichen: KEH, MAI, PAR, RID, ROL
Gemeindeschlüssel: 09 2 73 127
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 24
84085 Langquaid
Webpräsenz: www.herrngiersdorf.de
Bürgermeister: Josef Barth (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Herrngiersdorf im Landkreis Kelheim
Altmühl Altmühl Donau Main-Donau-Kanal Naab Regen (Fluss) Landkreis Eichstätt Landkreis Freising Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Regensburg Landkreis Regensburg Landkreis Straubing-Bogen Gemeindefreies Gebiet Hacklberg Painten Painten Hienheimer Forst Frauenforst Neustadt an der Donau Dürnbucher Forst Abensberg Aiglsbach Attenhofen Bad Abbach Biburg (Niederbayern) Elsendorf Essing Hausen (Niederbayern) Herrngiersdorf Ihrlerstein Kelheim Kelheim Kirchdorf (Hallertau) Langquaid Mainburg Neustadt an der Donau Neustadt an der Donau Painten Painten Riedenburg Rohr in Niederbayern Saal an der Donau Siegenburg Teugn Train (Niederbayern) Volkenschwand WildenbergKarte
Über dieses Bild

Herrngiersdorf ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Kelheim und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Langquaid.

Schloss Herrngiersdorf

Geografie[Bearbeiten]

Herrngiersdorf liegt in der Region Regensburg südöstlich von Langquaid.

Es existieren die Gemarkungen Herrngiersdorf, Sandsbach, Semerskirchen und Sittelsdorf.

Die Filialkirche St. Martin

Geschichte[Bearbeiten]

Tonscherben mit Bandkeramik sowie Arbeitsgeräte aus graugrünem Schiefergestein verweisen auf die jungsteinzeitliche Besiedelung des Gemeindegebietes. Auch Urnenfelder aus der Bronzezeit wurden gefunden. In nächster Umgebung befinden sich eine Anzahl Hügelgräber. Auf einer Anhöhe liegen zwei Keltenschanzen. Vermutlich führte eine römische Heerstraße durch das Gemeindegebiet.

Giebelsdorf, das wohl vom Personennamen Gebi herrührt, wird 1135 erstmals erwähnt, es kann sich dabei aber auch um Kleingiersdorf (Gemeinde Saal a.d.Donau) handeln. Der unterscheidende Zusatz Herrn geht auf den Ortsadel zurück, der im Beleg von 1380 erkennbar ist. Über Herrn-Gießdorf (1591) und Herren Giersdorf bzw. Herren Giestorf (1796) wurde 1832 schließlich Herrngiersdorf.

Herrngiersdorf, ehemalige Hofmark, wird von dem imposanten Bau des Schlosses geprägt. Von 1654 bis 1822 waren die Freiherren von Guggemos Inhaber der Hofmark. In der Filialkirche erinnern noch Grabsteine an Mitglieder der Familie. In kirchlicher Hinsicht gehört Herrngiersdorf zur Pfarrei Sandsbach.

Mit dem zweiten Gemeindeedikt entstand 1818 die politische Gemeinde Herrngiersdorf.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Sittelsdorf eingegliedert.[2] Am 1. Januar 1975 kam Semerskirchen hinzu. Ein Teil der aufgelösten Gemeinde Sandsbach folgte am 1. Januar 1978.[3]

Der heutige Ortsteil Sandsbach unterstand von 1043 bis 1803 als Propstei und Hofmark dem Kloster Geisenfeld.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 1.018, 1987 dann 1.010 und im Jahr 2000 1.109 Einwohner gezählt.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Josef Barth. (Freie Wähler).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 6649 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 1796 T€.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Blau auf silbernem Wellenschildfuß schwimmend ein silberner Schwan, darüber ein silberner Zickzackbalken.

Der schwimmende Schwan nimmt in reduzierter Form das Wappen der für Herrngiersdorf bedeutsamen Familie von Guggemos auf, deren Symbol ein durch Schilf schwimmender Schwan war. Der Zickzackbalken stammt aus dem Klosterwappen von Geisenfeld und versinnbildlicht dessen enge Verbindung mit der bis 1978 selbstständigen Gemeinde Sandsbach.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Schloss Herrngiersdorf. Es wurde ursprünglich als Wasserschloss angelegt und im Jahr 1709 anstelle des alten Schlosses von Albrecht von Guggenmos neu erbaut. Seit 1899 ist es im Besitz der Familie Pausinger.
  • Filialkirche St. Martin in Herrngiersdorf. Das spätromanische Bauwerk stammt aus dem 13. Jahrhundert und hat einen spätgotischen Chor. Martin Bader schuf bei der Barockisierung 1740 die Stuckierung. Vor dem Hauptaltar ruht in einer Gruft der Diener Gottes Bernhard Lehner aus Herrngiersdorf, der im Ruf der Heiligkeit starb.
  • Pfarrkirche Semerskirchen

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Herrngiersdorf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 9, im produzierenden Gewerbe 868 und im Bereich Handel und Verkehr 415 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 1063 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2887. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 2 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 17 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 23 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 515 ha, davon waren 220 ha Ackerfläche und 243 ha Dauergrünfläche.

Die Schlossbrauerei Herrngiersdorf existiert seit dem Jahre 1131 und bezeichnet sich als die älteste Privatbrauerei der Welt.

Der Landmaschinenhersteller ROPA ist im Ort ansässig.


Bildung[Bearbeiten]

Ententeich bei Semerskirchen

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 25 Kindergartenplätze mit 25 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 4 Lehrern und 65 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Bernhard Lehner (1930–1944) („Diener Gottes“), dessen Seligsprechungsprozess im Jahr 1951 eingeleitet wurde[4]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 563.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 610.
  4. Biographie des Bistums Regensburg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Herrngiersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien