Hessigheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hessigheim
Hessigheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hessigheim hervorgehoben
48.9952777777789.1880555555556189Koordinaten: 49° 0′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ludwigsburg
Höhe: 189 m ü. NHN
Fläche: 5,03 km²
Einwohner: 2324 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 462 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74394
Vorwahl: 07143
Kfz-Kennzeichen: LB, VAI
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 028
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Besigheimer Straße 17
74394 Hessigheim
Webpräsenz: www.hessigheim.de
Bürgermeister: Günther Pilz
Lage der Gemeinde Hessigheim im Landkreis Ludwigsburg
Erdmannhausen Erdmannhausen Remseck am Neckar Schwieberdingen Marbach am Neckar Marbach am Neckar Marbach am Neckar Marbach am Neckar Oberstenfeld Oberstenfeld Mundelsheim Mundelsheim Affalterbach Asperg Benningen am Neckar Besigheim Besigheim Bönnigheim Erligheim Freudental Gemmrigheim Großbottwar Großbottwar Hessigheim Löchgau Murr (Gemeinde) Murr (Gemeinde) Pleidelsheim Pleidelsheim Steinheim an der Murr Tamm Walheim Ingersheim Freiberg am Neckar Bietigheim-Bissingen Bietigheim-Bissingen Ditzingen Eberdingen Kornwestheim Möglingen Oberriexingen Sersheim Vaihingen an der Enz Sachsenheim Korntal-Münchingen Ludwigsburg Markgröningen Hemmingen Gerlingen Kirchheim am NeckarKarte
Über dieses Bild

Hessigheim ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg ca. 25 km nördlich von Stuttgart. Zur Gemeinde Hessigheim gehören außer dem Dorf Hessigheim keine weiteren Orte.

Geografie[Bearbeiten]

Hessigheim liegt am rechten Ufer des Neckars an einer nach Süden gerichteten Schleife zwischen Mundelsheim im Osten und Besigheim im Westen. Die Steilhänge nördlich der Schleife sind mit Weinbergen bewachsen, das Südufer des Flusses ist bewaldet. Weitere Nachbarn sind Gemmrigheim im Norden, Kleiningersheim im Süden und der Besigheimer Ortsteil Ottmarsheim im Nordosten.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde vermutlich von Alemannen gegründet und kam später unter fränkische Herrschaft. Im Jahre 774 wurde er im Lorscher Codex erstmals urkundlich erwähnt. Im Mittelalter gehörte das Dorf zur Herrschaft Besigheim und teilte deren Geschicke; so befand es sich im Besitz der Markgrafschaft Baden, teilweise der Kurpfalz. Im Jahre 1595 erwarb Württemberg die Herrschaft. Verwaltungsmäßig gehörte der Ort zum Oberamt Besigheim, ab 1938 zum Landkreis Ludwigsburg. Während der Gemeindereform in den 1970er Jahren, als eine Eingliederung nach Besigheim zur Diskussion stand, konnte die Gemeinde ihre Unabhängigkeit wahren. Sie gehört seither jedoch dem Gemeindeverwaltungsverband Besigheim an. Mit ihren ca. 2200 Einwohnern ist Hessigheim die kleinste Gemeinde im Landkreis.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[2] (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 943
1. Dezember 1880 ¹ 973
1. Dezember 1890 ¹ 1.012
1. Dezember 1900 ¹ 1.058
1. Dezember 1910 ¹ 1.085
16. Juni 1925 ¹ 1.113
16. Juni 1933 ¹ 1.125
17. Mai 1939 ¹ 1.072
13. September 1950 ¹ 1.401
Jahr Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 1.381
27. Mai 1970 ¹ 1.797
31. Dezember 1980 1.766
27. Mai 1987 ¹ 1.796
31. Dezember 1990 1.941
31. Dezember 1995 2.107
31. Dezember 2000 2.191
31. Dezember 2005 2.209
31. Dezember 2010 2.217

Religionen[Bearbeiten]

Hessigheim ist seit der Einführung der Reformation im 16. Jahrhundert vorwiegend evangelisch geprägt. Für die wenigen Katholiken ist die römisch-katholische Gemeinde in Gemmrigheim zuständig.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 hat der Gemeinderat zehn Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,93 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

Bürger von Hessigheim 5 Sitze (54,27 %)
Hessigheimer Wählervereinigung 5 Sitze (45,73 %)

Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Martin Schwarz wurde 1992 Bürgermeister. Als Nachfolger wurde am 7. Februar 2010 Günther Pilz gewählt.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Am 18. Juli 1979 wurde Hessigheim durch das Landratsamt Ludwigsburg ein Wappen und eine Flagge in den Farben Grün-Weiß verliehen. Das Wappen zeigt in Silber auf grünem Hügel, der unten mit einer silbernen Wellenleiste belegt ist, einen grünen Weinstock mit drei blauen Trauben. Es weist somit auf den Weinbau als traditionellen Erwerbszweig sowie auf die Lage am Neckar hin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hessigheim liegt an der Württemberger Weinstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Rathaus von Hessigheim

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Das Rathaus von Hessigheim stammt aus dem 16. Jahrhundert.
  • Im Neckar liegt die Staustufe Hessigheim.
Die Hessigheimer Felsengärten vom oberhalb verlaufenden Wanderweg aus gesehen
Mauereidechse in Trockenmauer (Fundort: Hessigheimer Felsengärten)

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hessigheimer Felsengärten

Nördlich des Ortes befinden sich an einem Prallhang des Neckars die hoch aufragenden, zerklüfteten Felsengärten, die bei Wanderern wie bei Sportkletterern beliebt sind. In den letzten Jahren waren die Höhenwege dort wegen heftiger Erosionserscheinungen, Bergrutsch- und Steinschlaggefahr allerdings für Wanderer gesperrt. Mittlerweile wurden umfangreiche Hangsicherungen vorgenommen. Die Felsflächen und die darunter liegenden Weinberge bilden ein Biotop für geschützte und Wärme liebende Pflanzen und Tiere wie die Karthäusernelke, die Mauereidechse oder die Blauflügelige Ödlandschrecke.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Hessigheim ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Schalkstein im Bereich Württembergisch-Unterland des Weinbaugebietes Württemberg gehören.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Unterhalb der Hessigheimer Felsengärten, an der Straße nach Besigheim, befindet sich die Felsengartenkellerei, die von den Winzern der umgebenden Gemeinden (inklusive Hessigheim) betrieben wird.

Bildung[Bearbeiten]

Hessigheim verfügt über eine eigene Grund- und Hauptschule. Daneben gibt es zwei Kindergärten im Ort.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Andreas Schickhardt (1710–1782), württembergischer Finanzmann im herzoglichen Geheimen Kabinettministerium

Sonstiges[Bearbeiten]

Ver- und Entsorgung[Bearbeiten]

Das Stromnetz in der Gemeinde wird von der Syna GmbH betrieben. Eine Gasversorgung besteht nicht. Das Trinkwasser wird von der Besigheimer Wasserversorgungsgruppe bezogen. Entsorgt werden die Abwässer in der gemeindeeigenen Kläranlage, die etwa ein Kilometer neckarabwärts gelegen ist. Die Abfallentsorgung wird von der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbH (AVL) übernommen, einer 100 %-igen Tochtergesellschaft des Landkreises Ludwigsburg. Die AVL ist beauftragt, die Aufgaben zur Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen im Auftrag des Landkreises Ludwigsburg zu erfüllen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hessigheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien