Tamm

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Tamm in Baden-Württemberg, für andere Bedeutungen siehe Tamm (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tamm
Tamm
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tamm hervorgehoben
48.9216666666679.1205555555556259Koordinaten: 48° 55′ N, 9° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ludwigsburg
Höhe: 259 m ü. NHN
Fläche: 8,78 km²
Einwohner: 12.467 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1420 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71732
Vorwahlen: 07141, 07142 (Fisslerhof)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LB, VAI
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 071
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 100
71732 Tamm
Webpräsenz: www.tamm.org
Bürgermeister: Roland Zeller
Lage der Gemeinde Tamm im Landkreis Ludwigsburg
Erdmannhausen Erdmannhausen Remseck am Neckar Schwieberdingen Marbach am Neckar Marbach am Neckar Marbach am Neckar Marbach am Neckar Oberstenfeld Oberstenfeld Mundelsheim Mundelsheim Affalterbach Asperg Benningen am Neckar Besigheim Besigheim Bönnigheim Erligheim Freudental Gemmrigheim Großbottwar Großbottwar Hessigheim Löchgau Murr (Gemeinde) Murr (Gemeinde) Pleidelsheim Pleidelsheim Steinheim an der Murr Tamm Walheim Ingersheim Freiberg am Neckar Bietigheim-Bissingen Bietigheim-Bissingen Ditzingen Eberdingen Kornwestheim Möglingen Oberriexingen Sersheim Vaihingen an der Enz Sachsenheim Korntal-Münchingen Ludwigsburg Markgröningen Hemmingen Gerlingen Kirchheim am NeckarKarte
Über dieses Bild

Tamm ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg mit etwa 12.000 Einwohnern. Damit ist Tamm die größte nichtstädtische Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg. Sie ist direkter Nachbarort von Ludwigsburg und gehört zur Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten]

Tamm liegt etwa 10 km nördlich der Landeshauptstadt Stuttgart in 240 bis 310 Meter Höhe am Nordfuß des Hohenasperg. Seine Fläche beträgt 8,78 km². Das wirtschaftlich bedeutende Ludwigsburger Industriegebiet Tammerfeld bindet Tamm geographisch wie infrastrukturell direkt an die Kreisstadt Ludwigsburg an.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Tamm gehören das Dorf Tamm und die Weiler Fißlerhof und Hohenstange sowie die abgegangene Ortschaft Brache (Brachheim).[2]

Innerhalb der Orte werden teilweise auch noch verschiedene Wohngebiete unterschieden, so zum Beispiel Länderrain, Egelsee und Brächter. In Bau befindet sich derzeit ein neues Wohngebiet names Kernäcker Süd I.

Geschichte[Bearbeiten]

Tamm verdankt seine erste (1287, 1291 und 1293) urkundliche Erwähnung dem Ortsadel in Person von Anselm und Eberhard von Damme. Graf Eberhard der Scheerer verkaufte 1298 seine Vogteirechte an das Zisterzienser-kloster Bebenhausen. Ab 1300 gehörte der Ort zur Reichsstadt Grüningen, heute Markgröningen. 1351 kam Tamm durch Schenkung an die Grafen von Württemberg. In Württemberg gehörte Tamm zum Amt Grüningen, bis dieses 1807 endgültig aufgelöst und Tamm dem Oberamt Ludwigsburg zugeordnet wurde, aus dem 1934 der Landkreis Ludwigsburg wurde.

Nach der Niederlage der protestantischen Truppen in der Schlacht bei Nördlingen 1634 wurde Tamm von den kaiserlichen Truppen zerstört und war lange Zeit nahezu unbewohnt.

Religionen[Bearbeiten]

Tamm wurde ursprünglich von Markgröningen aus geistlich betreut, besaß aber seit 1331 eine eigene Pfarrstelle. Mit Einführung der Reformation 1534 in Württemberg wurde auch Tamm evangelisch. Auch heute noch ist der Ort überwiegend durch den Protestantismus geprägt. Erst durch den Zuzug von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg kam es wieder zu einer nennenswerten Anzahl römisch-katholischer Einwohner, die seit 1974 eine eigene Pfarrgemeinde besitzen. Daneben ist auch die Neuapostolische Kirche mit zwei Gemeinden vertreten, wobei die Gottesdienste in einer der Gemeinden in italienisch durchgeführt werden. Weiterhin gibt es auch die Zeugen Jehovas.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Rathaus mit Rathausplatz

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1864–1872: Ferdinand Schnaidt
  • 1907–1935: Karl Mammele (bis 1930 Schultheiß, danach Änderung der Bezeichnung in Bürgermeister)
  • 1935–1945: Ernst Schmid
  • 1945–1946: Wilhelm Schüler (nur Ortsvorsteher)
  • 1946–1948: Hans Zimmermann
  • 1948–1966: Gustav Sieber
  • 1966–1994: Dieter Lehmann
  • 1994–2006: Gerd Maisch
  • seit 2006: Roland Zeller

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014[3]
24,41 %
4 Sitze
24,60 %
5 Sitze
18,69 %
3 Sitze
14,48 %
3 Sitze
17,83 %
3 Sitze
CDU AWV1 SPD GRÜNE LLT2

1Allgemeine Wählervereinigung – Freie Wähler Tamm e. V., 2Liste Lebenswertes Tamm

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Das Gemeindewappen zeigt in Rot einen goldenen Schräglinksbalken, darüber einen goldenen Pflug, darunter ein vierspeichiges goldenes Zahnrad. Das Wappen wurde 1924 festgelegt. Der Schräglinksbalken soll einen „Damm“ und damit den Ortsnamen symbolisieren. Die gelb-rote Gemeindeflagge wurde vom Landratsamt Ludwigsburg am 8. April 1980 verliehen.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1984 bestehen eine Partnerschaft mit der Kärntner Stadtgemeinde Althofen in Österreich.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Panoramablick auf die B 27 Richtung Einfahrt Ludwigsburg-Nord, das Industriegebiet Tammerfeld mit dem Hohenasperg im Hintergrund sowie Tamm Hohenstange (von links nach rechts)

Seit dem Spätmittelalter wird in Tamm Weinbau betrieben.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesautobahn 81 ist über die Anschlussstelle Ludwigsburg-Nord (15) in kurzer Zeit erreichbar. Über die Landesstraße 1133 angebunden ist die Bundesstraße 27 Ludwigsburg-Heilbronn. Die Landesstraße 1110 verbindet Tamm mit den Nachbarorten Bissingen und Asperg. Über die Kreisstraße 1671 sind Markgröningen und Bietigheim-Bissingen erreichbar.

S-Bahn in Tamm

Durch Tamm führt die Frankenbahn (Stuttgart–Würzburg). Am Bahnhof selbst hält halbstündlich (im Berufsverkehr viertelstündlich) die auf der Frankenbahn verkehrende Linie S5 (Bietigheim–Stuttgart) der S-Bahn Stuttgart. Im Nahverkehr gelten Fahrscheine des VVS.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Seit 1918 produziert in Tamm die Firma Marabu Zeichengeräte und Künstlerfarben. Sie zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Siebdruck- und Tampondruckfarben. Im Industriegebiet Laiern steht zudem die größte Backfabrik Europas. Jeden Tag werden hier 200.000 Toastbrote, 80.000 Packungen Vollkornbrot und 50.000 Packungen Brötchen produziert. Auch die Firma PICO Food GmbH , ein Vermarkter internationaler Produkte im Süßwaren-, Snack- und Nährmittelbereich hat ihren Sitz in Tamm.[4] Die Kreissparkasse Ludwigsburg betreibt in Tamm zwei Filialen, die zur Regionaldirektion Bietigheim gehören.[5]

Bildung[Bearbeiten]

Bereits seit dem 16. Jahrhundert verfügt Tamm über eine Schule, in der seit 1648 auch Mädchen unterrichtet wurden. Heute gibt es neben der Gustav-Sieber-Schule, einer Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, auch eine Realschule und die Grundschule Hohenstange.

Ver- und Entsorgung[Bearbeiten]

Das Stromnetz in der Stadt wird von der EnBW Regional AG betrieben. Das Gasnetz betreibt die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH. Das Trinkwasser wird von der Bodensee-Wasserversorgung bezogen. Die Abfallentsorgung wird von der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbH (AVL) übernommen, einer 100 %-igen Tochtergesellschaft des Landkreises Ludwigsburg. Die AVL ist beauftragt, die Aufgaben zur Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen im Auftrag des Landkreises Ludwigsburg zu erfüllen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Zentrum des kulturellen Lebens bildet die ehemalige Kelter, die 1985 zum Bürgerhaus umgebaut wurde. 2007 wurde der neue Tammer Bürgersaal eingeweiht, der als neues Kulturzentrum dient.

Bauwerke[Bearbeiten]

Historische Bauwerke[Bearbeiten]

In unmittelbarer Nähe der Kelter im alten Ortskern befinden sich die historischen Bauwerke, darunter das alte Rathaus, die um 1450 erbaute spätgotische Bartholomäuskirche und das historische Gasthaus Ochsen.

Neue Bauwerke[Bearbeiten]

Neuere Wahrzeichen des Orts sind der in Glas gefasste Bahnhofsvorplatz mit dem denkmalgeschützten Bahnhof sowie der Bürgersaal.

Wassertürme[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet Hohenstange befinden sich zwei Wassertürme, die als Wahrzeichen gelten. Der kleine Wasserturm mit 22 m Höhe wurde 1963, der große mit 61 m Höhe 1974 fertiggestellt. Das Wasser in den Türmen stammt aus dem Bodensee.

Naturerholungsgebiete[Bearbeiten]

Der Egelsee, ein natürliches stadtparkähnliches Gelände mit Gärten und Streuobstwiesen, bietet ein Refugium für Feldhasen, Igel und die in Deutschland besonders geschützten Teichmolche.

Am westlichen Rande der Gemarkung liegt der Rotenackerwald mit einem strukturierten Wegenetz.

Durch die 1995 gegründete Grüne Nachbarschaft mit den Kommunen Tamm, Bietigheim-Bissingen, Freiberg am Neckar, Ingersheim, Ludwigsburg, Remseck am Neckar und Kornwestheim wurden in Tamm mehrere Projekte verwirklicht. So ist im Jahre 1997 auf einer Fläche von etwa 7.500 m² eine Freizeitwiese[6] mit Aussichtshügel und Grillstellen entstanden. An der östlich angrenzenden Fläche wurde dazu ein sogenanntes Nachbarschaftswäldchen gepflanzt, das aus unterschiedlichen Baum- und Straucharten besteht. 2005 wurde auf rund 15 ha ein Obstsortengarten erstellt. Dabei wurden auch regionaltypische und seltene Obstsorten gepflanzt. Jährlich im Frühjahr finden dort Schnittkurse für die Öffentlichkeit statt.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Durch die etwa 30 örtlichen Vereine werden vielfältige Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung geboten. Sport- und Tennisanlagen sowie eine vereinseigene Turnhalle können das ganze Jahr genutzt werden.

Die größten Vereine sind der VfB Tamm und der TV Tamm. Die Basketballer des VfB Tamm spielen in einer Basketballgemeinschaft[7] mit dem TSV Bietigheim zurzeit in der Oberliga.

Die erfolgreichste Abteilung des TV Tamm ist die Karateabteilung. Sie stellt deutsche Meister in verschiedenen Altersstufen und Disziplinen und süddeutsche Meister. Seit mehreren Jahren stellt das JKA Karate Dojo TV Bushido Tamm zudem junge und erfolgreiche Nationalkämpfer des DJKB Deutschen JKA-Karate Bundes (DJKB); 2012 wurde Raphael Staubach mit dem deutschen Nationalteam des DJKB Vize-Europameister im Kumite-Team in Prag/Tschechien. Er gewann all seine Kämpfe und war bester deutscher Athlet. 2007 und 2010 war die Karateabteilung Ausrichter von Deutschlands bzw. Europas größten Karatetrainingslager (Gasshuku).

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jedes Jahr findet meist an einem Juliwochenende das Tammer Fleckafescht statt. Dabei sind die meisten Vereine Tamms mit einem Stand vertreten. Auf dem Kelterplatz befindet sich die Musikbühne, auf der viele Musikvereine und Band auftreten. Nicht zuletzt wegen der Bands, die dort immer wieder musizieren, ist das Fleckafescht auch bei Auswärtigen beliebt und gut besucht.

Fotos[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 395–396.
  3. http://www.wahlen.kdrs.de/AGS118071/118071g.htm
  4. http://www.pico-food.de/
  5. Übersicht der Regionaldirektionen der Kreissparkasse Ludwigsburg
  6. Panorama der Freizeitwiese
  7. BG VfB Tamm/TSV Bietigheim

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tamm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien