Vaihingen an der Enz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Vaihingen an der Enz
Vaihingen an der Enz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Vaihingen an der Enz hervorgehoben
48.9327777777788.9563888888889217Koordinaten: 48° 56′ N, 8° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ludwigsburg
Höhe: 217 m ü. NHN
Fläche: 73,41 km²
Einwohner: 28.080 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 383 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71665
Vorwahl: 07042
Kfz-Kennzeichen: LB, VAI
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 073
Stadtgliederung: Kernstadt und 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
71665 Vaihingen an der Enz
Webpräsenz: www.vaihingen.de
Oberbürgermeister: Gerd Maisch
Lage der Stadt Vaihingen an der Enz im Landkreis Ludwigsburg
Erdmannhausen Erdmannhausen Remseck am Neckar Schwieberdingen Marbach am Neckar Marbach am Neckar Marbach am Neckar Marbach am Neckar Oberstenfeld Oberstenfeld Mundelsheim Mundelsheim Affalterbach Asperg Benningen am Neckar Besigheim Besigheim Bönnigheim Erligheim Freudental Gemmrigheim Großbottwar Großbottwar Hessigheim Löchgau Murr (Gemeinde) Murr (Gemeinde) Pleidelsheim Pleidelsheim Steinheim an der Murr Tamm Walheim Ingersheim Freiberg am Neckar Bietigheim-Bissingen Bietigheim-Bissingen Ditzingen Eberdingen Kornwestheim Möglingen Oberriexingen Sersheim Vaihingen an der Enz Sachsenheim Korntal-Münchingen Ludwigsburg Markgröningen Hemmingen Gerlingen Kirchheim am NeckarKarte
Über dieses Bild

Vaihingen an der Enz ist eine Stadt in Baden-Württemberg, etwa 24 Kilometer nordwestlich von Stuttgart und 20 Kilometer östlich von Pforzheim, an der Enz gelegen. Sie gehört zur Metropolregion Stuttgart, ist nach Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen und Kornwestheim die viertgrößte Stadt des Landkreises Ludwigsburg und bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Seit dem 1. Januar 1973 ist Vaihingen an der Enz Große Kreisstadt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Ortsansicht aus Richtung Süden

Vaihingen liegt in 200 bis 450 Metern Höhe am Ende des Strohgäus, am Westrand des Neckarbeckens in einer Talweitung der Enz. Die Innenstadt liegt auf der Ostseite des Flusses und wird vom Schloss Kaltenstein überragt.

Das Stadtgebiet besteht aus 600 ha bebauter Fläche, 1592 ha Wald, 329 ha Rebfläche und 4116 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche. Die Stadt Vaihingen bezeichnet sich selbst als „Stadt zwischen Wiesen, Wald und Reben“. In der „Internationalen Stadt der Rebe und des Weins“ wird von jeher Weinbau betrieben und die Weinkultur gepflegt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Vaihingen grenzt im Norden an Sachsenheim, im Osten an Sersheim, Oberriexingen und Markgröningen, im Süden an Eberdingen. Diese Städte und Gemeinden gehören wie Vaihingen zum Landkreis Ludwigsburg. Im Westen grenzt Vaihingen an die zum Enzkreis gehörende Stadt Mühlacker und die Gemeinde Illingen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Vaihingen an der Enz besteht aus den neun Stadtteilen (Einwohnerzahlen Stand August 2012 in Klammern) Aurich (1.551), Ensingen (2.457), Enzweihingen (3.802), Gündelbach (1.171), Horrheim (2.575), Kleinglattbach (4.533), Riet (931), Roßwag (1.193) und Vaihingen an der Enz (10.252 Kernstadt). Die räumlichen Grenzen der Stadtteile sind identisch mit denen der früher selbstständigen Gemeinden gleichen Namens. Die offizielle Benennung der Stadtteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Stadt und mit Bindestrich verbunden nachgestellt der Name der Stadtteile. Die neun Stadtteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung und mit Ausnahme des Stadtteils Vaihingen an der Enz sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und einem Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet. In den Ortschaften bestehen jeweils eigene Verwaltungsstellen.[2]

Zum Stadtteil Aurich gehören das Dorf Aurich sowie die abgegangene Ortschaft »Auf Weiler«. Zum Stadtteil Ensingen gehören das Dorf Ensingen sowie die abgegangene Ortschaft Schweinemühl. Zum Stadtteil Enzweihingen gehören das Dorf Enzweihingen, der Weiler Pulverdingen, das Gehöft Leinfelder Hof und die Häuser Neumühle und Rieter Tal. Zum Stadtteil Gündelbach gehören das Dorf Gündelbach und die herzogliche Domäne Steinbachhof sowie die abgegangene Ortschaft Maninchoven. Zum Stadtteil Horrheim gehören das Dorf Horrheim sowie die abgegangenen Ortschaften Alten- und Jungenguckenhausen (möglicherweise identisch mit Gumboldeshusen). Zum Stadtteil Kleinglattbach gehört das Dorf Kleinglattbach. Zum Stadtteil Riet gehören das Dorf Riet sowie die abgegangene Ortschaft Wintergeislingen (möglicherweise mit Munigischinga identisch). Zum Stadtteil Roßwag gehören das Dorf Roßwag und das Haus Seemühle. Zum Stadtteil Vaihingen an der Enz gehört die Stadt Vaihingen an der Enz.[3]

Raumplanung[Bearbeiten]

Vaihingen bildet ein Mittelzentrum in der Region Stuttgart, deren Oberzentrum Stuttgart ist. Zum Mittelbereich Vaihingen gehören noch die Stadt Oberriexingen und die Gemeinden Eberdingen und Sersheim, mit denen die Stadt Vaihingen an der Enz auch eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen ist.

Schloss Kaltenstein, vormals Burg Vaihingen
Vaihinger Landkapitel (III) im Archidiakonat Trinitatis der Speyrer Diözese
Vaihingen um 1684 im Forstlagerbuch von Andreas Kieser
Vaihingen um 1720 von Gabriel Bodenehr
Vaihingen um 1900 (Postkarte)

Geschichte[Bearbeiten]

Eine Besiedlung der Gegend um Vaihingen ist seit dem Frühneolithikum nachweisbar. Grabungen der vergangenen Jahre haben eine große Siedlung sowie zahlreiche Bestattungen der Linearbandkeramik (bandkeramische Kultur) freigelegt.[4]

Gegen Ende des 3. Jahrhunderts nach Christus drangen Alamannen in das römisch dominierte Neckarbecken ein und gründeten die meisten heutigen Ortschaften. Um 500 wurde das Gebiet um Vaihingen fränkisch, christianisiert und dem Bistum Speyer einverleibt. Bei der um 750 von Karlmann vorgenommenen Gliederung in Gaugrafschaften wurde Vaihingen dem Enzgau zugeordnet[5] und entwickelte sich zum Hauptort dieser Grafschaft. Dementsprechend stand der Vaihinger „Kirchherr“ bis zur Reformation dem Landkapitel Vaihingen des Archidiakonats Trinitatis im Bistum Speyer vor (siehe Karte).

Die erste urkundliche Erwähnung Vaihingens könnte schon 779 zusammen mit Grüningen und Hochdorf an der Enz in einer Urkunde über eine Schenkung des fränkischen Enzgau-Grafen Kunibert an das Kloster Fulda erfolgt sein.[6] Es ist jedoch nicht zweifelsfrei geklärt, ob es sich dabei um Vaihingen an der Enz oder um das im Spätmittelalter abgegangene Vöhingen bei Schwieberdingen handelte.

Um 1230 legt Graf Gottfried von Vaihingen (1189–1234) zwischen der schon 1096 erwähnten Burg Vaihingen (dem heutigen Schloss Kaltenstein) und der dörflichen Siedlung bei der Peterskirche die Stadt Vaihingen an. 1252 wird Vaihingen in einer Urkunde ausdrücklich als Stadt bezeichnet. Nach dem Stadtbrand von 1291 verkaufen die Vaihinger Grafen große Teile ihres Besitzes. Stadt und Burg Vaihingen kommen über den Markgrafen von Baden 1334 an die Grafen von Oettingen und 1339 an die Grafen von Württemberg. Vaihingen wird Amtsstadt, später Oberamtsstadt.

Unter Kaiser Karl V. wird 1519 Herzog Ulrich von Württemberg aus seinem Land vertrieben. Neuer Landes- und somit auch Stadtherr ist Kaiser Karl V., der Württemberg seinem Bruder Ferdinand abtritt. Mit Hilfe evangelischer Fürsten erobert 1534 Herzog Ulrich sein Land zurück und führt die Reformation ein, Vaihingen wird Sitz eines Dekanates. Im Schmalkaldischen Krieg (1546–1547) wird Vaihingen 1547 von spanischen Truppen besetzt.

Durch einen Brand im Jahr 1617 wird das Viertel zwischen Heilbronner Straße und Stuttgarter Straße zerstört. Ein Jahr später wird das Wohnviertel hinter dem Rathaus samt Stadtkirche Opfer einen weiteren Brandes.

Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) bringt auch in Vaihingen Not und Elend. Wechselweise sind Truppen der Protestanten und der Katholiken in Vaihingen einquartiert. Durch Plünderung und Requirierungen kommen Ackerbau und Handel zum Erliegen, es entstehen Hungersnöte. 1635 wütet die Pest, was die Einwohnerschaft weiter stark dezimiert. Es dauert trotz Einwanderung vertriebener Protestanten lange bist der Vorkriegsstand von etwa 1500 bis 1600 Einwohnern wieder erreicht ist. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697) wird 1692 Vaihingen von den Franzosen geplündert und brennt 1693 fast vollständig ab. Innerhalb der Stadtmauern bleiben nur etwa 20 Häuser von den Flammen verschont. Ab 1697 wird die Stadtkirche wieder aufgebaut, 1720 erfolgt der Wiederaufbau des Rathauses.

Während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701–1714), des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) und in den Koalitionskriegen (1792–1815) marschieren immer wieder Truppen durch die Stadt oder werden einquartiert. 1784 vernichtet ein Stadtbrand 30 Häuser.

Nach einer durch Missernten und Viehseuchen verursachten Hungersnot beginnt 1816/1817 ein wirtschaftlicher Aufschwung. Die Stadt wird zu klein. 1829 wird im Nordosten ein neues Tor errichtet, im Norden entsteht eine Vorstadt. In der Folge der Revolution von 1848 kommt es zu einer Wirtschaftskrise, verursacht durch Missernten und Inflation. Dieses veranlasst viele zur Auswanderung.

1853 wird die Württembergische Westbahn StuttgartBruchsal eröffnet, der nächste Bahnhof „Vaihingen-Sersheim“ ist jedoch drei Kilometer entfernt. Gerade in der Epoche der Industrialisierung wirkt sich der fehlende Bahnanschluss negativ aus, es kommt zu Abwanderungen von Unternehmen und Bevölkerung. Erst mit der Eröffnung der Vaihinger Stadtbahn bekommt Vaihingen 1904 Anschluss an das moderne Verkehrsnetz.

1938 werden die Oberämter Maulbronn und Vaihingen zum Landkreis Vaihingen zusammengelegt. Damit wird Vaihingen Kreisstadt.

Im unteren Glattbachtal wird im Juli 1944 das Konzentrationslager Vaihingen, genannt Wiesengrund errichtet, ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof. Hier mussten mehrere hundert KZ-Häftlinge, vor allem polnische Juden aus dem Getto Radom unter katastrophalen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten. Ab November 1944 diente das Lager als »Kranken- und Erholungslager« für die rechtsrheinischen Außenlager von Natzweiler. In Wirklichkeit war es ein Sterbelager mit bis zu 33 Toten pro Tag. Von den Toten zeugt der KZ-Friedhof zwischen Vaihingen und Ensingen, auf dem Gedenksteine mit den Nummern 1-1.488 aufgestellt sind. Im Arbeitshaus auf Schloss Kaltenstein waren bis zu 600 Männer untergebracht, die dort wegen ihrer unangepassten Lebensweise, aber auch wegen krimineller und politischer Delikte gefangen gehalten wurden. Ein Mahnmal an der Außenmauer des Schlosses nennt 27 polnische, tschechoslowakische und deutsche Namen von Opfern.[7]

Am 8. April 1945 ist für Vaihingen der Zweite Weltkrieg beendet, es marschieren die Franzosen ein. Mit den Wahlen zu Gemeinderat und Kreistag und zur Verfassunggebenden Landesversammlung beginnt 1946 der Aufbau der Nachkriegsordnung.

Am 25. Juli 1969 kommt es in einer Tiefflugschneise zu einem Zusammenstoß von zwei Kampfflugzeugen vom Typ F-104 Starfighter der kanadischen Luftwaffe. Einer der Piloten kommt bei dem Absturz ums Leben, der andere konnte sich mit dem Schleudersitz retten. Der Treibstofftank einer Maschine durchschlug dabei das Dach eines Wohnhauses in Mühlhausen (Mühlacker). Bei Rettungsversuchen werden zwei Helfer durch eine Detonation schwer verletzt.

Im Rahmen der Gebietsreform der 1970er Jahre überschreitet die Einwohnerzahl der Stadt Vaihingen an der Enz die 20.000-Grenze. Daraufhin stellt die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die baden-württembergische Landesregierung dann mit Wirkung vom 1. Januar 1973 beschloss. Zum gleichen Zeitpunkt wird im Rahmen der Kreisreform der Landkreis Vaihingen aufgelöst. Der östliche Teil und mit ihm die Stadt Vaihingen an der Enz kommt zum Landkreis Ludwigsburg, der westliche Teil wird Bestandteil des neuen Enzkreises.

Mit der Eröffnung der Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart erhält Vaihingen 1991 den neuen Bahnhof Vaihingen (Enz).

Religionen[Bearbeiten]

Das Gebiet der Stadt Vaihingen an der Enz gehörte ursprünglich zum Bistum Speyer und war dem Landkapitel Vaihingen im Archidiakonat Trinitatis zugeordnet. 1535 führte Erhard Schnepf die Reformation ein. Die Stadt wurde bald danach auch Sitz eines Dekans innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und blieb danach über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Das Dekanat Vaihingen war und ist für das Gebiet des ehemaligen Oberamts Vaihingen zuständig. Im Stadtgebiet Vaihingens gibt es heute folgende Kirchengemeinden: Stadtkirchengemeinde Vaihingen sowie je eine evangelische Kirchengemeinden in den Stadtteilen Aurich, Ensingen, Enzweihingen, Gündelbach, Horrheim, Kleinglattbach, Riet und Roßwag.

Im 19. Jahrhundert zogen auch Katholiken nach Vaihingen. Doch gab es um das Jahr 1900 nur etwa 100 Katholiken gegenüber 2.785 Protestanten. Im Jahr 1938 erbauten sich die Katholiken dann eine eigene Kirche und 1958 wurde die eigenständige Pfarrei St. Anton gebildet, nachdem die Gemeindeglieder zunächst zur Pfarrei Hohenasperg, dann zum Stadtpfarramt Bietigheim und ab 1902 zu Mühlacker gehörten. Inzwischen hatte sich der Anteil der Katholiken in Vaihingen auf etwa 1/3 erhöht. Zur Pfarrei St. Anton gehören heute auch die Katholiken in Roßwag und Kleinglattbach, wo 1976 das Gemeindezentrum St. Bonifatius erbaut wurde. Auch in den anderen Stadtteilen Vaihingens wohnen heute Katholiken. In Enzweihingen wurde 1976 die Pfarrei St. Paulus gegründet. Die dortige Kirche wurde bereits 1967 erbaut. Die Pfarrgemeinde Enzweihingen ist auch für die Katholiken in den Stadtteilen Riet und Aurich sowie der Nachbargemeinde Eberdingen mit ihren Ortsteilen Hochdorf und Nussdorf zuständig. In Riet gibt es seit 1975 ein eigenes Gemeindezentrum St. Markus. Die Katholiken in Ensingen gehören zur Pfarrei St. Joseph Illingen. Seit 1964 gibt es in Ensingen jedoch eine eigene Kirche (Maria Königin). Die Katholiken in Horrheim gehören zur Pfarrei St. Stephanus Sersheim. Doch gibt es seit 1964/65 auch in Horrheim eine eigene Kirche (St. Martinus). Alle genannten Pfarrgemeinden mit Ausnahme der Pfarrei St. Joseph Illingen gehören zum Dekanat Ludwigsburg des Bistums Rottenburg-Stuttgart. Die Pfarrei St. Joseph und somit auch die Ensinger Katholiken gehören zum Dekanat Mühlacker.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Vaihingen an der Enz auch Freikirchen, darunter eine Evangelisch-methodistische Kirche sowie die freie „Vineyard-Enztal“-Gemeinde. Die Liebenzeller Gemeinschaft ist mit Gemeinden in Aurich, Enzweihingen, Gündelbach, Kleinglattbach und Vaihingen vertreten. Die Pregizer Gemeinschaft ist in Enzweihingen vertreten.

Ferner hat die Neuapostolische Kirche in den Stadtteilen Ensingen, Horrheim und Vaihingen je eine Kirche.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden wurden nach Vaihingen an der Enz eingegliedert:

  • 1. Januar 1971: Enzweihingen
  • 1. Januar 1972: Kleinglattbach
  • 1. Februar 1972: Ensingen, Riet
  • 1. März 1972: Gündelbach, Horrheim und Roßwag
  • 1. Januar 1975: Aurich

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
1576 1.500
1701 1.308
1760 1.977
1803 2.681
1843 3.252
1. Dezember 1871 3.054
1. Dezember 1880 ¹ 3.351
1. Dezember 1890 ¹ 3.135
1. Dezember 1900 ¹ 2.940
1. Dezember 1910 ¹ 3.023
16. Juni 1925 ¹ 3.112
16. Juni 1933 ¹ 3.027
17. Mai 1939 ¹ 3.462
Jahr Einwohnerzahlen
Dezember 1945 3.962
13. September 1950 ¹ 5.022
6. Juni 1961 ¹ 6.262
27. Mai 1970 ¹ 7.850
31. Dezember 1975 21.998
31. Dezember 1980 22.907
27. Mai 1987 ¹ 23.151
31. Dezember 1990 24.461
31. Dezember 1995 26.813
31. Dezember 2000 27.804
31. Dezember 2005 28.921
Stand August 2012 28.465

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Vaihingen an der Enz hat 28 Mitglieder. 2009 wurde der Gemeinderat noch nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt und hatte deshalb 35 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis[8]. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Oberbürgermeister als Vorsitzendem. Der Oberbürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
30,97 %
22,97 %
16,67 %
15,52 %
10,37 %
3,50 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,62 %p
+3,36 %p
+1,41 %p
+0,32 %p
-0,80 %p
+3,50 %p
-3,16 %p
FW Freie Wähler Verwaltungsgemeinschaft Vaihingen an der Enz e.V. 30,97 9 35,59 13
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 22,97 6 19,61 7
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,67 5 15,26 5
GRÜNE BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 15,52 4 15,20 5
FDP Freie Demokratische Partei 10,37 3 11,17 4
LINKE Die Linke 3,50 1
BI Bürgerinitiative B10 Umgehung 3,16 1
gesamt 100,0 28 100,0 35
Wahlbeteiligung 55,14 % 56,16 %

Jugendgemeinderat[Bearbeiten]

Seit 1995 wird in Vaihingen regelmäßig ein Jugendgemeinderat gewählt. Der Jugendgemeinderat hat die Aufgabe, die Interessen der Jugendlichen bei entsprechenden Themen aufzugreifen und Vorschläge zu erarbeiten. Der Jugendgemeinderat bietet allen Jugendlichen die Chance, bei allen aktuellen Themen wie beispielsweise im Bildungs-, Sozial- und Umweltbereich aktiv mitzuwirken. Für die Amtszeit von derzeit 3 Jahren werden die 20 Mitglieder des Jugendgemeinderates von den Vaihinger Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren gewählt. Mehrmals im Jahr finden Aktionen des Jugendgemeinderats statt. So beispielsweise das Jugendwochenende, die Teilnahme am Maientag sowie die Weihnachtsaktion.

Bürgermeister[Bearbeiten]

An der Spitze der Stadt ist seit 1256 der Schultheiß und das Gericht, bestehend aus zwölf Bürgern, davon vier Bürgermeistern, nachweisbar. Vorsitzender des Gerichts war der Amtsbürgermeister. Ab 1339 leitete der württembergische Obervogt, später Oberamtmann die Stadt. Seit 1819 gibt es einen Stadtschultheißen, der seit 1929 die Bezeichnung „Bürgermeister“ trägt. Mit der Erhebung zur Große Kreisstadt am 1. Januar 1973 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf 8 Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister.

Stadtschultheißen, Bürgermeister und Oberbürgermeister seit 1819:

  • 1819–1835: Friedrich Wilhelm Werner, Stadtschultheiß
  • 1835–1854: Jakob Heinrich Redwitz, Stadtschultheiß
  • 1854–1869: Julius Clemens Drück, Stadtschultheiß
  • 1869–1876: Johann Karl Ludwig Holm, Stadtschultheiß
  • 1876–1893: Hermann Julius Dieterich, Stadtschultheiß
  • 1893–1899: Karl Richard Friedrich Böhringer, Stadtschultheiß
  • 1900–1907: Ferdinand Bentel, Stadtschultheiß
  • 1907–1911: Christian Wilhelm Wischuf, Stadtschultheiß
  • 1912–1923: Matthäus Häselin, Stadtschultheiß
  • 1923–1926: vacant; die Amtsgeschäfte führten mehrere Gemeinderäte als Amtsverweser
  • 1926–1936: Hermann Linkenheil, Bürgermeister
  • 1936–1945: Karl Schmid, Bürgermeister
  • 1945–1954: Ludwig Lörcher, Bürgermeister
  • 1954–1981: Gerhard Palm, Bürgermeister, ab 1973 Oberbürgermeister
  • 1982–2006: Heinz Kälberer, Oberbürgermeister
  • 2006–heute: Gerd Maisch, Oberbürgermeister

Am 7. Mai 2006 wurde Gerd Maisch, bisher Bürgermeister der Gemeinde Tamm, zum neuen Oberbürgermeister der Stadt Vaihingen an der Enz gewählt. Er trat sein Amt am 1. September 2006 an. Gerd Maisch setzte sich gegen Matthias Ehrlein (Stutensee) und Helga Eberle (Aurich) mit 62 % der Stimmen durch.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der Stadt Vaihingen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold unter einer (heraldisch) rechts liegenden schwarzen Hirschstange ein auf blauem Vierberg stehender blau gekrönter und blau bezungter roter Löwe.“

Die Bedeutung des Wappens ist wie folgt beschrieben. Der Löwe stammt aus dem Wappen der Grafen von Calw-Vaihingen, die die Stadt gründeten. Die Hirschstange symbolisiert die Grafen von Württemberg, die 1339 Vaihingen erwarben. Das Wappen wurde 1530 von Kaiser Karl V. verliehen und die älteste farbige Darstellung datiert von 1535.

Die Stadtflagge Vaihingens ist blau-rot. Die Wappen der eingemeindeten Ortsteile sind wie folgt:

  • Aurich: In Blau eine silberne Weinberghape; Flagge weiß-blau. Wappen und Flagge wurden am 1. Februar 1966 verliehen.
  • Ensingen: In Silber eine grüne Hirtentasche mit schwarzem Riemenbügel.
  • Enzweihingen: In gespaltenem Schild vorne in Rot ein aufrechtes goldenes Bockshorn, hinten in Gold eine aufrechte schwarze Hirschstange.
  • Gündelbach: In Grün der silbern gekleidete heilige Laurentius mit goldenem Nimbus, in der Rechten einen schwarzen Rost, in der Linken eine goldene Schale haltend; Flagge weiß-grün. Die Flagge wurde am 15. April 1957 verliehen.
  • Horrheim: In Silber oben eine liegende schwarze Hirschstange, an der ein mit dem Mundstück linksgewendetes rotes Hifthorn mit goldenem Beschlag an roter Fessel hängt; Flagge rot-weiß. Die Flagge wurde am 10. August 1957 verliehen.
  • Kleinglattbach: In Silber ein grüner Balken, belegt mit einem nach rechts laufenden silbernen Hasen.
  • Riet: Unter einem mit einer goldenen Hirschstange belegten schwarzen Schildhaupt in Gold eine schrägrechte schwarze Reithaue; Flagge blau-gelb. Wappen und Flagge wurden am 26. Oktober 1966 verliehen.
  • Roßwag: In Rot eine fünfblättrige blau besamte goldene Rose.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Vaihingen an der Enz unterhält seit 1989 eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Kőszeg in Ungarn.

Patenschaft[Bearbeiten]

1955 wurde die Patenschaft über die vertriebenen Deutschen aus der Stadt Jauernig im Kreis Freiwaldau im Altvatergebirge übernommen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stadtkirche
Rathaus
Denkmalgeschützte Fachwerkhäuser Marktgasse 2 (links) und Marktplatz 12 (rechts)
Pulverturm

Vaihingen liegt an der Württemberger Weinstraße und der südlichsten Route der Deutschen Fachwerkstraße, die beide an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen.

Theater[Bearbeiten]

Das Vaihinger Figuren- und Puppentheater Dimbeldu führt regelmäßig frei nacherzählte Märchen mit selbstgefertigten Puppen und Kulissen im eigenen Theater auf. Die Puppen können in einem Figurenmuseum besichtigt werden.

Museen[Bearbeiten]

Vaihingen hat ein städtisches Museum in der Peterskirche und ein Weinmuseum in der Alten Kelter im Ortsteil Horrheim. Ferner gibt es seit dem Jahr 2000 im Ortsteil Kleinglattbach auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs Vaihingen/Enz Nord ein Bonbon-Museum. Es zeigt die Geschichte und Vermarktung des Bonbons. Die Jauerniger haben ihr Heimatmuseum in Vaihingen eingerichtet.

Bauwerke[Bearbeiten]

Peterskirche

Die Peterskirche ist die älteste Kirche der Stadt. Sie wurde in der Zeit der Hochromanik im 12. und 13. Jahrhundert an der Stelle eines Vorgängerbaus aus dem 9. bis 10. Jahrhunderts erbaut. 1490 und 1667 erfolgten Umbauten und Erweiterungen. Bis 1840 wurde die Peterskirche als Friedhofkirche genutzt. Heute beherbergt sie das Städtische Museum, das Kirchenschiff wird als Ausstellungs-, Konzert- und Vortragssaal genutzt.[9]

Evangelische Stadtkirche, Hauptkirche der Stadt und Sitz des Dekans

Urkundlich wird an dieser Stelle 1339 eine Marienkapelle im romanisch-gotischen Übergangsstil erwähnt, die seit 1449 als »Unsere Frauen Kirche« genannt wird. 1513 wurde die Kirche umgebaut und erweitert. Diese Kirche brannte 1618 ab und wurde unter Heinrich Schickhardt wieder aufgebaut. Im großen Stadtbrand von 1693 wurde die Kirche erneut zerstört. Die heutige Stadtkirche entstand in den Jahren 1697 bis 1701.[9]

Rathaus

Das Rathaus wurden ab 1720 an der Stelle des beim Stadtbrand von 1693 zerstörten Vorgängerbaus nach den Plänen von Johann Ulrich Heim errichtet. Die Fassadenmalerei stammt aus dem Jahr 1901. Von 1951 bis 1998 wurden die Fenster nach den Entwürfen von Alfred Lämmle mit Bleiverglasungen versehen. Das Erdgeschoss war früher weitgehend offen. In ihm waren die Verkaufsstände der Metzger und Bäcker und des städtischen Salzhandels sowie die Wache untergebracht. Im ersten Obergeschoss verkauften an Markttagen Tuchmacher und Gerber ihre Waren. Ferner diente der Raum als Tanzboden. Im 2. Stockwerk warten Bürger- und Gerichtsstube sowie die Wohnung des Stubenknechts untergebracht. Im Dachgeschoss wurden die Fruchtvorräte für Notzeiten aufbewahrt. [9]

Schloss Kaltenstein
Hauptartikel: Schloss Kaltenstein

Das Schloss liegt auf einem Bergrücken über der Stadt und ist dessen Wahrzeichen. Es wird 1096 erstmals urkundlich als Burg Vaihingen erwähnt, wurde im 16. und 18. Jahrhundert umgebaut und dient heute als Jugenddorf.

Haspelturm (Diebsturm)

Der im frühen 15. Jahrhundert erbaute Eckturm der Stadtbefestigung diente als Gefängnis. Noch erhalten ist die Haspel, mit der die Gefangenen in das 8 Meter tiefe Sockelgelass abgeseilt wurden.[9]

Pulverturm

Der mit bis zu 3 m dicken Mauern erbaute Turm war Eckturm der Stadtbefestigung. In ihm wurden die städtischen Vorräte an Schießpulver gelagert. Der Pulverturm wurde auf Kosten der Familien Gremp und Aschmann 1492 erbaut. Von 1819 bis 1844 wurde er als Kriminalgefängnis genutzt.[9]

Ehemaliges Stadtpfarrhaus

Dieses Haus entstand als Neubau nach 1693. In ihm wurde der Dichter Karl Gerok geboren.[9]

In den Ortsteilen

Aurich

  • Fachwerk-Rathaus
  • Johanniskirche


Enzweihingen

  • Das „Große“ oder „Heydt’sche“ Haus
  • Altes Rathaus


Gündelbach

  • Laurentiuskirche
  • Fachwerk-Rathaus


Horrheim

  • Clemenskirche



Kleinglattbach

  • Peterskirche
  • Christuskirche


Riet

Roßwag

  • Martinskirche und Pfarrhaus



Ensingen


Pulverdingen

Sport[Bearbeiten]

Der TV Vaihingen/Enz ist deutscher Faustballmeister der Hallensaison 2007/2008 und der Feldsaison 2008, sowie seit 11. Januar 2009 auch aktueller Europapokal-Sieger in der Halle.

Der Flugsportverein Vaihingen an der Enz betreibt aktiven Segelflugsport auf dem Weitfeld, nahe dem Stromberg Gymnasium, und fördert den Leistungs- und Streckensegelflug in der Saison von Mai bis Oktober.

Der Hobby-Modell-Sport-Verein Vaihingen/Enz e.V. (HMSV) hat seinen Modellflugplatz im Kleinglattbacher Weitfeld östlich des Stromberggymnasiums. Er hat eine Jugendgruppe und veranstaltet auch ein DMFV Jugendfliegen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Vaihinger Maientag
  • Vaihinger Maientag (jeweils am Pfingstwochenende)
  • Jugendwochenende des JGR (Juni)
  • Lindenfest im Stadtteil Roßwag (am ersten Sonntag im Juli)
  • Vaihinger Straßenfest (August/September) (seit 1973)
  • Vaihinger Weihnachtsmarkt (November/Dezember) (seit 1974)
  • Vaihinger Krämermarkt (traditionell fünf Mal im Jahr)
  • Horrheimer Pfingstmarkt (traditionell am Pfingstmontag)
  • Roßwager Herbstfest (am 2. Septemberwochenende)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Bonbonfabrik Jung, die bereits 1828 im Stadtkern gegründet wurde, ist eine der ältesten Bonbonfabriken Deutschlands, hat in den 1980er Jahren den Neubau in Kleinglattbach bezogen, sowie 1999 in der Nähe des alten Bahnhofs Vaihingen/Enz Nord (im Ortsteil Kleinglattbach) in einem weiteren Neubau den Fabrikverkauf und das Bonbon-Museum eingerichtet. Auch die Fakir Hausgeräte und die Stanzerei Dr. Karl Bausch GmbH & Co. produzieren in Vaihingen.

Bis 1973 war Vaihingen Sitz der Kreissparkasse Vaihingen, die im Zusammenhang mit der Kreisreform 1973 mit der Kreissparkasse Ludwigsburg fusioniert wurde. Die Kreissparkasse Ludwigsburg betreibt im Stadtgebiet neun Filialen. Vaihingen ist Sitz einer Regionaldirektion mit 18 Filialen und vier SB-Filialen[10] sowie eines Gewerbekunden-Centers.

Fair-Trade-Stadt[Bearbeiten]

Im Oktober 2012 wurde Vaihingen [11] mit dem Fair-Trade-Siegel ausgezeichnet (siehe Fair-Trade-Stadt).

Weinbau[Bearbeiten]

Vaihingen ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Stromberg im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebietes Württemberg gehören.

Verkehr[Bearbeiten]

Vaihingen liegt an der Bundesstraße 10 PforzheimStuttgart, über die man Richtung Osten in etwa 20 Minuten die Bundesautobahn 81 Stuttgart-Heilbronn (Anschlussstelle Stuttgart-Zuffenhausen) erreichen kann. Richtung Westen erreicht man über Mühlacker die A 8 (Anschlussstelle Pforzheim-Ost) in ca. 20 Minuten.

Neues Bahnhofsgebäude von Vaihingen (Enz), 1991 eröffnet

Mit der Eisenbahn kann man Vaihingen über die Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart und über die Westbahn Stuttgart–Bietigheim-Bissingen–Vaihingen (Enz)–Mühlacker–Bruchsal erreichen, die sich seit 1991 im neuen Bahnhof Vaihingen (Enz) kreuzen.

Über die Schnellfahrstrecke ist man in 15 bis 17 Minuten in Stuttgart. In Vaihingen hält unter anderem ein zweistündlich verkehrender Intercity-Zug der Linie 61 KarlsruheStuttgartNürnberg, der durch eine schnelle IRE-Zugverbindung zwischen Stuttgart und Karlsruhe zum Stundentakt verdichtet fährt.

Die sogenannte Vaihinger Stadtbahn war eine Nebenbahn, die 2002 stillgelegt wurde. Die stillgelegten Gleisanlagen bis Enzweihingen werden der Natur überlassen. Sie verband Vaihingen/Enz mit dem südlich gelegenen Enzweihingen und hatte im Norden vor Verlegung des Vaihinger Bahnhofs Anschluss an die Westbahn. Betrieben wurde sie von der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft.

Im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist Vaihingen ostwärts in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) und westwärts in den Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis (VPE) eingebunden, dessen Schienenstrecken über eine Kooperation in den Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) eingebunden sind.

Die Stadt Vaihingen an der Enz hat am 3. Juli 2010 die Patenschaft für einen ICE T, der in Deutschland und in Österreich eingesetzt wird, übernommen.[12]

Medien[Bearbeiten]

In Vaihingen an der Enz erscheint als Tageszeitung die „Vaihinger Kreiszeitung“. Die Zeitung hieß ursprünglich „Grenz-Bote, Amts- und Intelligenzblatt für die Oberämter Vaihingen und Maulbronn“, später „Der Enz-Bote“ und seit 1968 trägt sie ihre heutige Bezeichnung.[13]

Vom technischen Rathaus im Norden der Stadt wird das Radioprogramm SWR 2 auf 96,2 MHz abgestrahlt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Vaihingen an der Enz hat ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Heilbronn und zum Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört. Ferner gibt es ein Notariat und eine Außenstelle (u. a. Kfz-Zulassungsstelle) des Landratsamts Ludwigsburg.

Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Vaihingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Die Freiwillige Feuerwehr Vaihingen/Enz besteht aus 9 Abteilungen, so gibt es in jedem Ortsteil von Vaihingen/Enz eine Abteilung der Feuerwehr.

Bildung[Bearbeiten]

Vaihingen an der Enz hat zwei Gymnasien (Friedrich-Abel-Gymnasium und Stromberg-Gymnasium), zwei Realschulen (Ferdinand-Steinbeis-Realschule und Ottmar-Mergenthaler-Realschule Kleinglattbach), eine Förderschule (Wilhelm-Feil-Schule), drei Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule (Enzweihingen, Kleinglattbach und Vaihingen an der Enz -Kernstadt) sowie je eine selbständige Grundschule in den Stadtteilen Aurich, Ensingen, Gündelbach, Horrheim, Riet und Roßwag.

Die Freie Waldorfschule Vaihingen mit Waldorfkindergarten sowie der private Schulkindergarten für geistig Behinderte des Vereins Lebenshilfe Vaihingen-Mühlacker e. V. runden das schulische Angebot Vaihingens ab.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Grafen von Vaihingen

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Ferdinand von Steinbeis (1807–1893), württembergischer Politiker
  • Friedrich Rudolf Steiff (1838-1920), Stadtpfleger von Vaihingen
  • Karl Heinrich Franck (1849-1926), Fabrikant und Wohltäter der Stadt
  • Oskar Linckh (1867-1934), Präsident und stellvertretender württembergischer Bevollmächtigter zum Reichsrat
  • Wilhelm Murr (1888-1945), Gauleiter der NSDAP und Reichsstatthalter in Württemberg, Aberkennung des Ehrenbürgerrechts 1946
  • Wilhelm Feil (1862-1943), Rektor und Verfasser einer Stadtgeschichte
  • Friedrich Kraut (1881-1951), Stadtpfleger
  • Hans Krieg (1888-1970), Biologe und Zoologe, Naturforscher, Professor in München
  • Heinz Kälberer (* 5. April 1942), früherer Oberbürgermeister von Vaihingen

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Johann Valentin Andreae (* 17. August 1586; † 27. Juni 1654), 1614 bis 1620 Diakon in Vaihingen
  • Conrad Rotenburger (1579 - 1633), Kunstmaler.[14]
  • Vinzenz Erath (* 31. März 1906 in Schramberg-Waldmössingen; † 10. November 1976 in Vaihingen an der Enz), deutscher Erzähler
  • Albrecht Fischer (* 8. Mai 1950 im Landkreis Ludwigsburg), deutscher Politiker
  • Hans Gradmann (* 1892 in Forchtenberg; † 1983 in Tübingen), deutscher Botaniker
  • Markus Matthias Rapp (* 21. Juli 1955 in Stuttgart), deutscher Bildhauer, wohnhaft in Vaihingen

Literatur[Bearbeiten]

  • Gudrun Aker u. a.: Die Stadtkirche in Vaihingen an der Enz. Kirchliches Leben unter dem Kaltenstein in acht Jahrhunderten. Mit Beiträgen von Gudrun Aker, Lothar Behr, Stefan Benning, Anne-Christine Brehm, Hartmut Leins, Manfred Scheck, Marc Wartner. Hrsg. von der Evangelischen Kirchengemeinde Vaihingen an der Enz anlässlich der Grundsteinlegung der Stadtkirchen-Erweiterung vor 500 Jahren. Vaihingen 2013.
  • Lothar Behr u. a. (Hrsg.): Geschichte der Stadt Vaihingen an der Enz. Vaihingen 2001.
  • Erich Keyser (Hrsg.): Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages. Stuttgart 1961.
  • Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Vaihingen. Hrsg. vom Königlichen topographischen Bureau. Stuttgart 1856.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Vaihingen an der Enz vom 7. Februar 1990, zuletzt geändert am 24. Oktober 2007
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 459–466
  4. Ausgrabung der bandkeramischen Siedlung
  5. Christoph Friedrich von Stälin: Wirtembergische Geschichte, Band 1: Schwaben und Südfranken von der Urzeit bis 1080. Stuttgart und Tübingen 1841, S. 313 Digitalisat.
  6. WUB Band II., Nr. NA, S. 437-438, online
  7. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 100f.
  8. Landesamt-Kommunalwahlen_2014/ Kommunalwahldaten 2014
  9. a b c d e f Hinweisschild am Gebäude
  10. Übersicht der Regionaldirektionen der Kreissparkasse Ludwigsburg
  11. Flyer Fair-Trade-Stadt Vaihingen (PDF; 1,2 MB)
  12. Presseinformation DB Mobility Logistics AG vom 3. Juli 2010 „ICE auf den Namen Vaihingen an der Enz getauft“
  13. Selbstdarstellung der Zeitung
  14. Vgl. dazu Reinhard Breymayer: Friedrich Christoph Steinhofer [...]. Noûs-Verlag Thomas Leon Heck, Dußlingen 2012, S. 83 - 87: "Zu der von Johann Valentin Andreae angeregten Ausmalung der Stadtkirche in Vaihingen an der Enz". - Vgl. ferner Stefan Benning: "Johann Valentin Andreae, Conrad Rotenburger und die Ausmalung der Stadtkirche 1614 - 1618". In: Die Stadtkirche in Vaihingen an der Enz. [...]. Evangelische Kirchengemeinde Vaihingen an der Enz, Vaihingen 2013, S. 147 - 166. - Die dort von Conrad Rotenburger im Zeitraum von 1614 bis 1618 gefertigten Wandmalereien wurden am 9. Oktober 1618 durch den zweiten Stadtbrand des 17. Jahrhunderts zerstört. Rotenburger hatte seinen Hauptwohnsitz in Bietigheim an der Enz, dem heutigen Stadtteil von Bietigheim-Bissingen. Zur Bedeutung der Wandmalereien für die Vorgeschichte der von Prinzessin Antonia Herzogin von Württemberg gestifteten Kabbalistischen Lehrtafel in Bad Teinach vgl. Breymayer: Steinhofer (siehe oben), S. 83.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vaihingen an der Enz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien