Jurij Zdovc

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Basketballspieler
Jurij Zdovc
Jure Zdovc.jpg
Spielerinformationen
Spitzname Jure
Geburtstag 13. Dezember 1966
Geburtsort Maribor, SFR Jugoslawien
Position Point Guard
Vereine als Aktiver
1983–1991 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Olimpija Ljubljana
1991–1992 ItalienItalien Knorr Bologna
1992–1993 FrankreichFrankreich CSP Limoges
1993–1996 GriechenlandGriechenland Iraklis Thessaloniki
000001997 FrankreichFrankreich Paris Basket Racing
199700000 TurkeiTürkei Tofaş SK Bursa
1998–2000 SlowenienSlowenien Olimpija Ljubljana
2000–2001 GriechenlandGriechenland Panionios Athen
2001–2002 SlowenienSlowenien Olimpija Ljubljana
200200000 SlowenienSlowenien KD Geoplin Slovan
000002003 KroatienKroatien KK Split
Nationalmannschaft
1986–1991
1992–2001
Jugoslawien
Slowenien
83
57
Vereine als Trainer
1997–1998 SlowenienSlowenien Comet Slovenske Konjice (AC)
200300000 SlowenienSlowenien KK Krka Novo mesto (AC)
2003–2004 KroatienKroatien KK Split
200400000 SlowenienSlowenien KD Geoplin Slovan
2005–2006 GriechenlandGriechenland Iraklis Saloniki
2006–2007 SlowenienSlowenien Olimpija Ljubljana (GM)
2007–2008 Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina KK Bosna Sarajevo
2008–2009 0 0 Slowenien
2008–2011 SlowenienSlowenien Olimpija Ljubljana
2011–2013 RusslandRussland BK Spartak Sankt Petersburg
Seit 0 2013 TurkeiTürkei Royal Halı Gaziantep
Medaillenspiegel
Basketball (Männer)
Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien
Olympische Spiele
Silber 1988 Seoul
Weltmeisterschaften
Gold 1990 Buenos Aires
Europameisterschaften
Gold 1989 Zagreb
Gold 1991 Rom

Jurij Zdovc (* 13. Dezember 1966 in Maribor, SR Slowenien) ist ein slowenischer Basketballtrainer und ehemaliger -spieler. Als Spieler gewann Zdovc, dessen Vorname üblicherweise mit Jure abgekürzt wird, mit der jugoslawischen Auswahl 1990 die Weltmeisterschaft und zwei Europameisterschaften sowie 1988 die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen. Zudem gewann er mit CSP Limoges 1993 den Europapokal der Landesmeister. Als Trainer gewann Zdovc bisher je eine nationale Meisterschaft in Slowenien und Bosnien-Herzegowina.

Jurij 'Jure' Zdovc gehörte Anfang 2008 zu einem Kreis von 105 Basketballspielern, die von der Euroleague Basketball und/oder Basketballinteressierten nominiert wurden, um fünfzig bedeutende Persönlichkeiten des Basketballsports in Europa, im Zeitraum 1958 bis 2008 aktiv, bestimmen und in der Folge im Mai 2008 in Madrid (Spanien) ehren zu können. Alle nominierten Spieler haben in den Europapokal-Wettbewerben der FIBA Europe und der Euroleague Basketball eine besonders herausragende Rolle gespielt und gehörten jeweils zu den besonders herausgehobenen 'Stars' ihrer nationalen Ligateams.[1]

Spielerkarriere[Bearbeiten]

1983 gewann Zdovc im Team mit unter anderem Luka Pavićević und Žarko Paspalj die Kadetten(U17)-Europameisterschaft für Jugoslawien und wechselte anschließend vom Basketballverein Comet aus Slovenske Konjice, wo er das Basketballspielen erlernt hatte, zum slowenischen Spitzenverein KK Union Olimpija in die Hauptstadt Ljubljana der damaligen Teilrepublik. Dort spielte er bis 1991, dem Jahr, in dem die Jugoslawienkriege ausbrachen. Mit der jugoslawischen Basketballnationalmannschaft gewann Zdovc in dieser Zeit bei den Olympischen Spielen 1988 die Silbermedaille, als man der sowjetischen Auswahl im Finale unterlag. Bei den folgenden Europa- und Weltmeisterschaften spazierte man beinahe zum Turniersieg. Bis auf eine Vorrundenniederlage bei der WM 1990 gegen Puerto Rico gewann man alle Spiele bei EM 1989, WM 1990 & EM 1991 mit mindestens sieben Punkten Vorsprung. Die EM 1991 sollte dann das letzte gemeinsame Turnier einer jugoslawischen Auswahl werden, da in Slowenien der Unabhängigkeitskrieg ausbrach. Zdovc wurde von der slowenischen Regierung gezwungen, die EM 1991 in Rom vor dem Halbfinale abzubrechen.[2] Anschließend blieb er in Italien und wechselte zu Virtus nach Bologna in die Serie A1.[3]

Nach einem Jahr wechselte Zdovc 1992 zum französischen Verein Cercle Saint-Pierre in Limoges. Der Verein hatte zuvor den serbischen Erfolgstrainer Božidar Maljković verpflichtete, der mit KK Split zweimal Europapokalsieger der Landesmeister geworden war. Im Team mit unter anderem Michael Young, Jim Bilba und Richard Dacoury gewann der Verein überraschend den Europapokal der Landesmeister im Finale gegen Benetton Treviso, was bis dato den einzigen Titelerfolg einer französischen Vereinsmannschaft in der höchsten europäischen Spielklasse darstellt. Kennzeichen der Mannschaft war eine außergewöhnlich starke Defense, so wurde beim Final Four-Turnier des mittlerweile Euroleague genannten Wettbewerbs, an dem dann auch der französische Vizemeister Limoges teilnehmen konnte, sowohl Real Madrid um Arvydas Sabonis im Halbfinale als auch Treviso um Toni Kukoč im Finale auf nicht mehr als 55 Punkten gehalten.[4] Zudem gewann man die französische Landesmeisterschaft in einer Finalrevanche gegen Titelverteidiger EB Pau-Orthez. Im Sommer 1993 absolvierte Zdovc dann ein Probetraining beim NBA-Klub New York Knicks. Nachdem sich dieser Verein nicht zu einer Weiterverpflichtung entschließen konnte, wechselte Zdovc in die griechische Liga A1 Ethniki zu Iraklis aus Thessaloniki.

Mit Iraklis Saloniki erreichte Zdovc 1994 das griechische Pokalfinale sowie 1995 das Halbfinale im Europapokal der Pokalsieger. In der Saison 1995/96 verletzte sich Zdovc längerfristig und nach finanziellen Schwierigkeiten des Vereins verließ er diesen im Dezember 1996 und wechselte zurück nach Frankreich zu Basket Racing nach Paris, wo er wieder mit dem mittlerweile 37-jährigen Dacoury zusammenspielte und 1997 die französische Meisterschaft gewann. Trainer Maljković wechselte zur folgenden Saison ebenfalls zu Basket Racing, doch Zdovc nahm ein Angebot vom türkischen Verein Tofaş SK aus Bursa an, für die er zu Beginn der Saison 1997/98 nur zwei Spiele absolvierte,[5] bevor er sich erneut schwerer verletzte und den Rest der Spielzeit als Assistenztrainer bei seinem Stammverein aus Slovenske Konjice arbeitete.[6]

Nachdem er schon von seiner aktiven Karriere zurücktreten wollte, wurde er von seinem ehemaligen Trainer bei Olimpija Zmago Sagadin zum Comeback überredet.[7] Ab 1998 spielte er zwei Spielzeiten für KK Union Olimpija, mit denen er 1999 das slowenische Double sowie 2000 die Titelverteidigung im slowenischen Pokalwettbewerb feiern konnte. 1999 nahm er an seiner vierten Europameisterschafts-Endrunde mit der slowenischen Nationalmannschaft teil. Zwar hatte man sich regelmäßig seit der Trennung von Jugoslawien für die Endrunden der kontinentalen Titelkämpfe qualifizieren können, doch erreichte man nie das Viertelfinale bei diesen Austragungen. Nach einer weiteren Spielzeit in Griechenland in der Saison 2000/01 bei Panionios in Athen gewann Zdovc mit KK Union Olimpija 2002 erneut das Double in Slowenien sowie die Meisterschaft der erstmals ausgetragenen Adria-Liga. Die folgende Spielzeit 2002/03 begann er beim Lokalrivalen KD Slovan, den er nach finanziellen Schwierigkeiten im Dezember 2002 verließ und die Spielzeit beim kroatischen Traditionsverein KK Croatia Osiguranje aus Split weiterspielte. Mit diesem Verein gewann er zum Abschluss seiner Spielerkarriere 2003 die kroatische Meisterschaft.

Trainerkarriere[Bearbeiten]

Nach dem Ende seiner Spielerkarriere wurde Zdovc im November 2003 zunächst Trainerassistent beim größten nationalen Rivalen von KK Union Olimpija, dem KK Krka aus Novo mesto. Bereits im Dezember 2003 verpflichtete ihn KK Split, wo er seine Spielerkarriere beendet hatte, als hauptamtlichen Trainer. Mit den Kroaten konnte er den nationalen Pokal 2004 gewinnen. Für die folgende Saison wurde er von KD Slovan verpflichtet, doch im Dezember 2004 trennte man sich bereits wieder. Ein Jahr später wurde er erneut Trainer eines Vereins, für den er auch als Spieler aktiv war, und übernahm im Dezember 2005 die Geschicke von Iraklis in Griechenland. Zdovc gelang es nicht, die Mannschaft sportlich zu stabilisieren, die am Ende der Saison als Vorletzter aus der ersten Klasse abstieg, und wurde im April 2006 wieder entlassen. In der folgenden Spielzeit arbeitete er als Sportdirektor bei KK Union Olimpija.

In der Spielzeit 2007/08 war Zdovc Trainer des traditionsreichen Vereins KK Bosna aus Sarajevo und gewann mit dieser Mannschaft 2008 den Meistertitel in Bosnien-Herzegowina. Im zweitwichtigsten europäischen Vereinswettbewerb ULEB Cup 2007/08 musste er als Trainer mit erleben, wie seine Mannschaft in einem unvergesslichen Spiel nach fünf Verlängerungen beim deutschen Vertreter Alba Berlin mit 127:141 verlor.[8] Trotzdem konnten sich die Bosnier in der Vorrunde durchsetzen, schieden jedoch in der nächsten Runde gegen den spanischen Vertreter CB Gran Canaria aus. Im Dezember 2008 wurde er schließlich auch Trainer von KK Union Olimpija und gewann 2009 auf Anhieb das Double in Slowenien. Bei der EM 2009 war er Trainer der slowenischen Auswahl. Nachdem sich die Nationalmannschaft bei den beiden vorangegangenen Titelkämpfen jeweils immer überzeugend für das Viertelfinale qualifiziert hatte, dort dann aber gescheitert war, konnte Zdovc das Auswahlteam diesmal sogar bis ins Halbfinale führen, wo die Mannschaft den Serben unterlag, die man in der Vorrunde noch besiegt hatte. Die Serben ereilte im Finale ein ähnliches Schicksal, wo sie gegen die Spanier verloren, die sie wiederum in der Vorrunde besiegt hatten, während Slowenien das Spiel um die Bronzemedaille knapp mit einem Punkt gegen Griechenland verlor. Nach dem Turnier gab Zdovc das Traineramt der Nationalmannschaft an Memi Bečirovič weiter. In den beiden darauffolgenden Spielzeiten bei KK Union Olimpija konnte man zwar jeweils den nationalen Pokal verteidigen, aber verlor jeweils in der Meisterschafts-Finalserie gegen KK Krka. In der ULEB Euroleague 2010/11 erreichte man die Zwischenrunde der sechzehn besten Mannschaften, nachdem man in den beiden vorangegangenen Spielzeiten noch chancenlos in der Vorrunde ausgeschieden war.[9] Zdovc selbst trat von seinem Amt als Trainer bereits nach der Niederlage vor heimischem Publikum im Adria-Liga-Finale gegen KK Partizan Belgrad im April 2011 zurück.[10]

Zur Saison 2011/12 übernahm Zdovc schließlich das Traineramt beim BK Spartak aus Sankt Petersburg in Russland. Im Eurocup 2011/12, wie der ULEB Cup mittlerweile hieß, erreichte er mit seiner Mannschaft das Final Four-Turnier, wo man im Halbfinale gegen den Gastgeber und nationalen Konkurrenten BK Chimki, der später auch den Titel gewann, verlor und am Ende Vierter wurde. Für diese Leistungen wurde Zdovc als „Trainer des Jahres“ in diesem Wettbewerb ausgezeichnet.[11] In der nationalen Meisterschaft verpasste man als Hauptrunden-Fünfter wegen des schlechteren direkten Vergleichs gegenüber Lokomotive Kuban Krasnodar den Einzug in die Meisterschafts-Play-off der besten vier Mannschaften. In der osteuropäischen VTB United League 2011/12 scheiterte man in den Viertelfinal-Play-offs gegen den gleichen Gegner am Einzug ins Final Four-Turnier dieses Wettbewerbs. In der folgenden Saison wurde Zdovc nach dem Ausscheiden im Viertelfinale des Eurocup 2012/13 gegen BK Budiwelnik Kiew und einem eher durchschnittlichen Abschneiden in VTB United League und PBL Anfang April 2013 von seinem Posten als Trainer entlassen. In der Saison 2013/14 übernahm Zdovc in der Türkiye Basketbol Ligi den Posten als Trainer von Royal Halı aus Gaziantep.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jurij Zdovc – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The All-Time Player Nominees - A bis Z. ULEB, abgerufen am 21. Oktober 2011 (englisch).
  2. Alexander Wolff: United, They Stood. Sports Illustrated, 8. Juli 1991, archiviert vom Original am 8. November 2010, abgerufen am 24. September 2011 (englisch).
  3. Legabasket: Jurij Zdovc. Lega Basket Serie A, abgerufen am 24. September 2011 (italienisch, Spielerprofil).
  4. Final Four, Boxscore 1993. ULEB, abgerufen am 8. Mai 2012 (englisch, Turnierstatistiken).
  5. Jurij Zdovc - Turkish Basketball League Player / Season 1997-98. TBLStat.net, abgerufen am 24. September 2011 (englisch, Spielerprofil).
  6. Slovenian Basketball / Hall of Fame. Eurobasket.com, abgerufen am 24. September 2011 (englisch, Spielerprofil).
  7. Spielerportrait: JURIJ ZDOVC. basketball.powerweb.de, 9. November 1999, abgerufen am 24. September 2011.
  8. Sensationssieg nach fünf Verlängerungen im ULEB Cup. Alba Berlin, 4. Dezember 2007, abgerufen am 24. September 2011 (Spielbericht).
  9. HOW DID THEY GET HERE? Union Olimpija. ULEB Euroleague, 30. Dezember 2010, abgerufen am 24. September 2011 (englisch).
  10. Zdovc leaves Olimpija. Talkbasket.net, 11. April 2011, abgerufen am 24. September 2011 (englisch).
  11. All-Eurocup First Team players receive trophies. ULEB, 15. April 2012, abgerufen am 8. Mai 2012 (englisch).