Käfighaltung

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Legebatterie in Deutschland, Niedersachsen (2004)

Die Begriffe Legebatterie oder auch Legehennenbatterie bezeichnen eine Anlage mit vielfach an- bzw. übereinandergereihten Käfigen oder ähnlich beschaffenen Anlagen für die Geflügelhaltung zum Zweck der Eierproduktion. Sie werden der Kategorie Käfighaltung untergeordnet.

In Legebatterien lebt ein Huhn auf einer Fläche von 550 cm². Die Versorgung mit Futter und Wasser, das Sammeln der Eier und die Entsorgung des Kotes erfolgt vollautomatisch.[1][2] Die Ställe sind üblicherweise fensterlos.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Legebatterien in Deutschland

Hühner auf einer Stange

In Deutschland wurden 2006 62,8 Prozent der 41,4 Millionen Hennen in Käfigen gehalten. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts fällt dieser Wert kontinuierlich. Dabei werden aber nur meldepflichtige Betriebe erfasst, d.h. Betriebe mit mehr als 3.000 Tieren. 85 Prozent der verkauften Eier in Deutschland sind über den Erzeugercode identifizierbar. Von dieser Menge stammten 2006 45 Prozent aus Käfighaltung (inklusive Kleingruppenhaltung), 28 Prozent aus Bodenhaltung, 23 Prozent aus Freilandhaltung und knapp 5 Prozent aus Bio-Haltung [3].

[Bearbeiten] Rechtslage

[Bearbeiten] Europäische Union

Im März 1986 einigten sich die Agrarminister der Europäischen Gemeinschaft (EG) über eine neue Mindestgröße für Hühnerkäfige ab 1. Januar 1988. Ab diesem Zeitpunkt mussten alle neuen Käfige eine Fläche von mindestens 450 cm² pro Tier bieten. Bis 1995 sollte dies generell für alle Käfige, auch die vor 1988 eingesetzten, gelten.

Ab 1. Januar 2012 wird in der Europäischen Union (EU) die sogenannte konventionelle Käfighaltung verboten. Stattdessen können Legehennen weiterhin in sogenannten ausgestalteten Käfigen gehalten werden. Diese bieten dann statt 550 cm² 750 cm² Fläche pro Tier sowie Sitzstangen und Nester. Zum Vergleich ein A4-Blatt hat 624 cm².[1]

[Bearbeiten] Deutschland

Die herkömmliche Käfighaltung war nach § 33 Abs. 4 der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in Deutschland nur noch bis Ende 2008 zulässig. Auf Antrag wurde die Erlaubnis um ein Jahr, bis Ende 2009 verlängert. Neue Anträge werden nicht mehr genehmigt.

[Bearbeiten] Österreich

Die österreichische Tierhaltungsverordnung verbietet den Bau oder die erste Inbetriebnahme von konventionellen und ausgestalteten Käfigen seit dem 1. Januar 2005. Die konventionelle Käfighaltung war nur noch bis Ende 2008 zulässig. Das Halten von Hennen in ausgestalteten Käfigen ist nur bis zu 15 Jahren ab der ersten Inbetriebnahme erlaubt. Das heißt, dass es bis zum Anfang des Jahres 2020 keine Käfighaltung mehr geben sollte.[1]

[Bearbeiten] Schweiz

Die Schweiz hat als erstes Land der Welt die Batteriehaltung seit dem 1. Januar 1992 verboten. [4]

[Bearbeiten] Vor- und Nachteile

Diese Art der Hühnerhaltung ist sehr umstritten, Tierschützer halten sie für Tierquälerei, da sie nicht artgerecht ist.

Argumente gegen die Käfighaltung:

  • Die Hennen können ihr arteigenes Verhalten – wie Flügelschlagen und Sandbaden – nicht ausleben.
  • Auf Grund des Bewegungsmangels sind die Knochen nicht so fest und brechen leichter.
  • Tiere mit zu lang gewordenen Krallen können in den Käfigen hängen bleiben.
  • Durch die extreme Enge kommt es zu großem Stress, Verletzungen und Schmerzen für die Tiere.
  • Seuchen wie die Vogelgrippe breiten sich wegen der großen Anzahl der Tiere und der Haltungsdichte schneller aus. Eine diesbezüglich risikoreiche Rolle spielt hierbei auch der Transport zwischen den einzelnen Betrieben der industrialisierten und zusammenhängenden Eier- und Geflügelproduktion (Elterntierfarm, Brüterei, Mast- oder Legebetrieb, Schlachthof, Entsorgung von Gülle und Tierkörpern).
  • Wie bei allen Formen der Intensivhaltung besteht grundsätzlich eine erhöhte Gefahr für Ausbreitung von Krankheiten. Um dem entgegenzuwirken, werden verstärkt Medikamente wie Antibiotika eingesetzt, die auch in den Endprodukten nachweisbar sind und vom Endverbraucher aufgenommen werden.

Argumente für die Käfighaltung:

  • Kostengünstigste Produktion von Eiern. Der Einsatz von Ressourcen je Ei (Futter, Energie) ist am niedrigsten, was auch zu weniger Belastungen für den Naturhaushalt je produziertem Ei führt.
  • Saubere Entfernung von Kot über Laufbänder. Dadurch sind Legehennen weniger oft krank und die Eier weniger stark kontaminiert.
  • Weniger Kontakt zur Außenwelt bedeutet auch weniger häufige Ansteckung mit Krankheiten.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c http://www.rund-ums-ei.at/ Haltung - Haltungsformen
  2. http://rund-ums-ei.at/
  3. Daten des Informationskreis Legehennenhaltung auf Basis von ZMP Imformationen
  4. http://www.landwirtschaft.ch/de/wissen/tiere/gefluegelhaltung/haltung/

[Bearbeiten] Weblinks

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