Regenstauf
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberpfalz | |
| Landkreis: | Regensburg | |
| Höhe: | 345 m ü. NN | |
| Fläche: | 100 km² | |
| Einwohner: |
15.176 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 152 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 93128 | |
| Vorwahl: | 09402 | |
| Kfz-Kennzeichen: | R | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 3 75 190 | |
| Marktgliederung: | 87 Ortsteile | |
| Adresse der Marktverwaltung: |
Bahnhofstraße 15 93128 Regenstauf |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Siegfried Böhringer (SPD) | |
| Lage von Regenstauf im Landkreis Regensburg | ||
Regenstauf ist ein Markt und die größte Gemeinde im oberpfälzischen Landkreis Regensburg in Bayern. Am 31. Dezember 2008 zählte Regenstauf 15.013 Einwohner.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Geografische Lage[Bearbeiten]
Der Ort liegt am Fluss Regen, der fünfzehn Kilometer weiter südlich bei Regensburg nahe deren nördlichstem Punkt in die Donau fließt. Regenstauf besitzt einige reizvolle Bauten, Brücken, Brunnen und Denkmäler, so zum Beispiel den berühmten Aussichtsturm auf der Spitze des 436 Meter hohen Regenstaufer Schlossberges, der den alten Markt um gut 90 Meter überragt. Kern der Siedlung ist der historische Straßenmarkt, der sich deutlich von der lockeren Bebauung in restlichen Siedlungsgebiet abhebt. Bekanntheit hat auch ein Storchennest auf einem ausgedienten Brauereikamin im Ortskern erlangt. Im Ortsteil Karlstein befindet sich das Schloss Karlstein (1393) und etwa 650 westlich die Ruine der Burg Forstenberg (um 1200).
Gemeindegliederung[Bearbeiten]
Die politische Gemeinde Regenstauf hat 87 amtlich benannte Ortsteile[2]:
Geschichte[Bearbeiten]
Im Jahr 970 wird Regenstauf in Aufzeichnungen erstmals als Ort genannt. 1196 kam es in den Besitz des Herzogtums Bayern. 1326 erfolgte die Erhebung Regenstaufs zum Markt.
Das Wappen des Marktes, verliehen 1470 durch Herzog Albrecht IV. von Bayern, zeigt zwei gekreuzte Fische als Symbol für den Fluss unter einem farbenprächtigen Regenbogen. 1563 wurde der Ortsteil Diesenbach Edelsitz. Während des Dreißigjährigen Krieges befanden sich von 1633 bis 1646 schwedische, kaiserliche, österreichische und bayerische Truppen in Regenstauf. Im Ortsteil Heilinghausen fand 1686 der Hexenprozeß der Mühlenbesitzerin der Eichmühle Anna Bayer statt.
1713/14 wurde die berühmte Sebastianskapelle erbaut. Johann Wolfgang von Goethe war 1786 in Regenstauf, seine Italienische Reise nimmt literarisch auf den ersten Seiten von Karlsbad aus über Regenstauf ihren Anfang.
Am 1. Mai 1906 wurde der Nachtzug München–Berlin (D-Zug 21) bei Regenstauf in einen Auffahrunfall verwickelt.[3] Durch eine falsch gestellte Weiche fuhr er auf einen Güterzug auf, den er eigentlich überholen sollte. Prominenter Fahrgast des Zuges war Thomas Mann, der das Geschehen in der Erzählung Das Eisenbahnunglück – veröffentlicht 1909 – verarbeitete. „Die große Schnellzugmaschine von Maffei war hin und entzwei. Preis siebzigtausend“, schrieb Mann in der Erzählung.[4]
1918 besuchte der englische Schriftsteller David Lindsay den Markt Regenstauf und besichtigte unter anderem den Aussichtsturm auf dem Gipfel des Schlossberges. Beeindruckt durch „das Mysteriöse des Turmes“ und die gewaltige Anstrengung bei der Bewältigung der vielen steilen Treppenstufen verewigte Lindsay den Turm im letzten Kapitel seines berühmten Planetenromans A Voyage To Arcturus. Der Turm mit seinen Fenstern, seinem inneren und äußeren Aussehen ist in Lindsays Buch Punkt für Punkt nach dem realen Vorbild in Regenstauf beschrieben.
1924 stiftete Maximilian Marquart Freiherr von Pfetten für den Ortsteil Heilinghausen ein Benefiziat auf ewige Zeiten. Seit der zweiten Hälfte der 1950er Jahre wurde Regenstauf von der Suburbanisierung erfasst. Ein reger Wohnungsbau setzte ein, der die Ortschaft in den folgenden Jahrzehnten primär zum Wohnstandort in der Nähe von Regensburg werden ließ. 1961 ließ sich hier die Brüterei Süd GmbH & Co KG Lohmann-Masthuhn-Brüterei nieder.
1976 kam es zur Entdeckung und Ausgrabung von elf Urnengräbern aus der Keltenzeit im Ortsteil Diesenbach. 1982 erfolgte ein grundsätzlicher Aufschwung im Ort mit der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt, nachdem die Autobahnumfahrung fertiggestellt war. Ein Rathaus wurde neu erbaut, das alte Rathaus 1997 zu einem Kulturhaus umfunktioniert.
siehe auch Burgstall Regenstauf, Burgruine Ramspau, Burgstall Stadel
Eingemeindungen[Bearbeiten]
Am 1. Januar 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Heilinghausen, Hirschling, Karlstein und Ramspau sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Bubach am Forst eingegliedert. Diesenbach, Eitlbrunn und Steinsberg sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Ponholz folgten am 1. Mai 1978.[5]
Politik[Bearbeiten]
Marktgemeinderat[Bearbeiten]
Die Kommunalwahl am 2. März 2008 führte zu folgender Verteilung der 24 Sitze im Marktgemeinderat:
Wappen[Bearbeiten]
Blasonierung: In Blau unter einem von Rot, Grün und Gold gestreiften Regenbogen zwei schräg gekreuzte silberne Fische. Das Wappen ist seit 1470 bekannt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Sportvereine[Bearbeiten]
In der Marktgemeinde Regenstauf gibt es mehrere Sportvereine. Der größte Verein mit rund 2200 Mitgliedern ist der TB/ASV Regenstauf, der 2008 aus der Fusion des TB 1893 Regenstauf und dem ASV Regenstauf entstand. Neben der Fußballabteilung mit 500 Mitgliedern gibt es im Verein noch die Sparten Volleyball, Tischtennis, Tennis, Ski, Turnen, Karate, Taekwondo und Aerobic.
- TB 1893/ASV Regenstauf
- SpVgg Ramspau
- SV Diesenbach
- TSV Eitlbrunn
- FSV Steinsberg
- 1. Sport Kegel – Club Regenstauf
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
- Aussichtsturm auf dem Schlossberg in Regenstauf
- Schloss Spindelhof
- Schloss Ramspau
- Schloss Hirschling
- Schloss Karlstein
- Riesensprung bei Drackenstein
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Verkehrsanbindung[Bearbeiten]
Regenstauf liegt an der A 93 Regensburg – Hof (Anschlussstelle Regenstauf), die parallel dazu laufende Bundesstraße 15 quert den Ortskern Regenstauf.
Der Bahnhof Regenstauf liegt an der von der Bahnstrecke Regensburg–Oberkotzau. Hier verkehren Züge der Deutschen Bahn sowie der Vogtlandbahn. Auf dem Gemeindegebiet Regenstauf liegt der Verkehrslandeplatz Regensburg-Oberhub. Die nächsten internationalen Flughäfen sind München II und Nürnberg.
Der Regen ist nicht schiffbar.
Bildung[Bearbeiten]
Schulen:
- Schule am Schlossberg (Grund- und Hauptschule mit M-Zug)
- Grundschule Diesenbach
- Grundschule Ramspau
- Grundschule Steinsberg
- Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule, benannt nach dem auf Karlstein geborenen Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944
- Staatliche Förderschule
- Eckert-Schulen
- Manfred von Ziegelmeyer Schule
- seit September 2008 ISR – Internationale Schule Regensburg-Regenstauf (bilingual/Waldorf) untergebracht in den Eckert Schulen
Literatur[Bearbeiten]
- Erich Buchmeier / Georg Jobst (Red.): 1000 Jahre Regenstauf. 970 – 1970, Regenstauf 1970
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111215/232457&attr=OBJ&val=1030
- ↑ Markus Meinold: Die Lokomotivführer der Preußischen Staatseisenbahn 1880 – 1914. Hövelhof 2008. ISBN 978-3-937189-40-6, S. 170.
- ↑ Thomas Mann: Das Eisenbahnunglück. In: Die Erzählungen. Deutscher Taschenbuchverlag. Frankfurt 1986, S. 462-473.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 657 und 658.
- ↑ http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=375&suchbegriff=3
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