Lorup

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lorup
Lorup
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lorup hervorgehoben
52.9252777777787.641944444444430Koordinaten: 52° 56′ N, 7° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Werlte
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 51,22 km²
Einwohner: 3174 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26901
Vorwahl: 05954
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 033
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rastdorfer Straße 1
26901 Lorup
Webpräsenz: www.lorup.de
Bürgermeister: Wilhelm Helmer (CDU)
Lage der Gemeinde Lorup im Landkreis Emsland
Niederlande Landkreis Cloppenburg Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Landkreis Osnabrück Andervenne Bawinkel Beesten Bockhorst Börger Breddenberg Dersum Dörpen Dohren (Emsland) Emsbüren Esterwegen Freren Fresenburg Geeste Groß Berßen Handrup Haren (Ems) Haselünne Heede (Emsland) Herzlake Hilkenbrook Hüven Klein Berßen Kluse (Emsland) Lähden Lahn (Hümmling) Langen (Emsland) Lathen Lehe (Emsland) Lengerich (Emsland) Lingen (Ems) Lorup Lünne Lünne Meppen Messingen Neubörger Neulehe Niederlangen Oberlangen Papenburg Rastdorf Renkenberge Rhede (Ems) Salzbergen Schapen Sögel Spahnharrenstätte Spelle Stavern Surwold Sustrum Thuine Twist (Emsland) Vrees Walchum Werlte Werpeloh Wettrup WippingenKarte
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Lorup ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Werlte im Nordosten des Landkreises Emsland im westlichen Niedersachsen (Deutschland).

Mit 3174 Einwohnern hat Lorup nach Werlte die meisten Einwohner in der Samtgemeinde Werlte, zu der sie seit 1973 gehört. Bis dahin war die Gemeinde Teil der Samtgemeinde Lorup, bestehend aus den Gemeinden Lorup und Rastdorf.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Lorup liegt im nordöstlichen Teil des Hümmling, einer bis zu 73 Meter über NHN hohen waldreichen Geestlandschaft im Emsland. Höchste Erhebung in der Gemarkung des Dorfes ist mit 42 Meter über NHN die Buschhöhe.[2] Rund 18 Kilometer nordöstlich liegt die Stadt Friesoythe.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinden Breddenberg, Esterwegen und Hilkenbrook in der Samtgemeinde Nordhümmling im Osten die Gemeinde Rastdorf, im Süden die Gemeinde Spahnharrenstätte und im Westen die Gemeinde Börger in der Samtgemeinde Sögel.

Geschichte[Bearbeiten]

Lorup wird im Jahr 834 als „Ladorpe“ erstmals im Zehntregister des Klosters Corvey urkundlich erwähnt. Es war damals im Zehntbesitz dieses Klosters. Wie der gesamte Hümmling kam Lorup später zum Niederstift Münster, 1803 zum Herzogtum Arenberg-Meppen, 1810/1811 zum Kaiserreich Frankreich, 1815 zum Königreich Hannover und mit diesem 1866 zu Preußen.

Aus der Stärke des Eschbodens wird auf eine ständige Bewirtschaftung seit 1500 Jahren geschlossen. Die tausendjährige Geschichte des Ortes spiegelt sich auch in den geschnitzten Wegweisern wider. Weitere Zeitzeugen aus vergangener Zeit sind die alten Windmühlen (Walke- und Eschmühle), die im Laufe der Zeit ihre Flügel verloren haben.

1892 entdeckte ein Bauer im Loruper Moor den Goldfund von Lorup, einen Goldhort mit Goldschmuck aus der Bronzezeit um 600–700 v. Chr.. Es handelte sich um zwei goldene Armringe, Flachspiralen und Hohlröllchen, die vom Städtischen Museum Osnabrück angekauft wurden.

1998 geriet der Ort Lorup im Zuge der Aufklärung des Mordes an Christina „Nelly“ Nytsch in die Schlagzeilen. Das elf Jahre alte Mädchen wurde am 16. März 1998 entführt. Fünf Tage später fand man ihre Leiche in der Nähe von Lorup, ebenso ein Messer als Tatwaffe. Die Aufklärung führte zum seinerzeit größten Gentest in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Ronny Rieken wurde als Täter überführt.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name Lorup setzt sich aus den zwei Silben Lo- und -rup zusammen. Lo deutet auf Loh hin, eine niederdeutsche Bezeichnung für lichtes oder niedriges Gehölz. Vergleichbares findet sich in der Namensgebung des niederländischen Ortes Tynaarlo in der benachbarten Drente. Dort steht die Endung lo ebenfalls für Wald oder Gehölz [3]. Auch die Silbe La im Ortsnamen der emsländischen Gemeinde Lathen hat den gleichen Ursprung. Die Endung -rup wiederum leitet sich vom altsächsischen (altniederdeutschen) Wort thorp, altnordisch torp, dänisch trup ab. Der Begriff Thorp, bzw. Thorpe findet sich vor allem in England und in den abgewandelten Formen über Norddeutschland bis nach Skandinavien (vergl. Süderbrarup, uspr. Syndräbrathorp; Lørup, ursp. Løtherop, dänisch). So wandelt sich die Schreibweise des Ortsnamens von Ladorpe (834 n. Chr.) über Lorype und Lorupe nach Lorup (hdtsch.) und über Lodorpe und Lothorpe nach Lothorpe (ndtsch). Der überwiegende Teil der Bevölkerung spricht noch einen nordniedersächsischen Dialekt der plattdeutschen Sprache. In diesem Dialekt lautet der Name des Dorfes Loorpe, mit dem Beinamen Sanktus (Sanktus Loorpe).

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Lorup besteht aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 3.001 und 5.000 Einwohnern.[4] Die 15 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011.

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:

  • CDU - 11 Sitze
  • UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft) - 4 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde ist Wilhelm Helmer (CDU). Die stellvertretenden Bürgermeister sind Gerd Lüken (CDU) und Doris Rieken (CDU).

Wappen[Bearbeiten]

Auf grünem Grund befindet sich ein schräglinker rot-goldener Doppelbalken, begleitet oben von einer silbernen Pflugschar, unten von einem silbernen sechsspeichigen Rad.

Der grüne Grund symbolisiert sinnfällig den Namen der Gemeinde Lorup, der nach der ältesten Schreibweise im Zehntregister des Klosters Corvey aus dem 9. Jahrhundert „Ladorpe“ lautet und mit „Siedlung im Gehölz“ etymologisch gedeutet werden kann. Der rot-goldene Balken erinnert an die in dem o.a. Zehntregister bekundete frühere Verbindung zu Corvey. Pflugschar und Rad weisen hin auf die zwei traditionsreichen und auch noch heute für Lorup bedeutungsvollen wirtschaftlichen Pfeiler, Landwirtschaft und Gewerbe. Die Anzahl der Radspeichen stimmt mit der des Schwungrades des ersten Stromgenerators überein, der heute als heimatgeschichtliches Denkmal gegenüber der Maschinenfabrik Perk steht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Heide, Wald, Wiesen und Moor prägen das Bild der Landschaft und laden zum Wandern und Erleben ein. Ein Netz von gekennzeichneten Wanderwegen lädt ein zu langen Wandertouren oder geruhsamen Spaziergängen durch die eigentümliche Hümmlinglandschaft. Urlaub auf dem Lande oder im Ferienhausgebiet „Dannenkamp“ sind nur einige Möglichkeiten, sich in Lorup vom Alltagsstress zu erholen. Des Weiteren befinden sich viele Ausflugsziele in der Nähe; auch die sportliche Betätigung in Lorup kommt nicht zu kurz: Fußball, Tennis, Kegeln, Angeln, Wandern, Reiten, usw. sind nur einige Beispiele für sportliche Aktivitäten.

Vereine[Bearbeiten]

Es gibt in Lorup mindestens 46 Vereine. Statistisch gesehen ist somit jeder Loruper Mitglied in mindestens drei Vereinen, wie z. B. folgenden:

  • Agendagruppe
  • Akkordeongruppe
  • Angelverein
  • Chor "Cantamus" Lorup
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Gesangsverein "Eintracht" Lorup e. V.
  • Handarbeitsgruppe
  • Hans-Meyer-Wellmann-Stiftung
  • Hegering
  • Heimatring Lorup
  • Hümmling Feriendorf
  • Jagdhornbläsergruppe "Hubertus Lorup"
  • Kaninchenzuchtverein
  • Katholische Frauengemeinschaft
  • KLJB Lorup e. V.
  • Kolpingsfamilie Lorup
  • Madagaskar Vision e.V.
  • Markengemeinde
  • Nosferatu MC Hümmling
  • Motorradclub Lorup e. V.
  • Musikverein "Heidegruß" Lorup e. V.
  • Nikolausverein
  • Paintballteam Brainiacs
  • Pfarrgemeinderat
  • Pfarrjugend
  • Reit- und Fahrverein Lorup e. V.
  • Schützenverein
  • Seniorengruppe
  • Sozialstation Hümmling
  • Sportverein Blau-Weiß Lorup 1911 e. V.
  • Tanzgruppe
  • Truckerclub Hümmling
  • Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG)
  • Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe
  • Verein für landwirtschaftl. Fachschulabsolventen Hümmling
  • Wasser- und Bodenverband Ohe
  • Western-Line-Dancer
  • Wirteverein
  • Zeltlagergruppe

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In den letzten Jahren siedelten sich im Gewerbegebiet „Ziepelkamp“ an der Gehlenberger Straße zahlreiche Gewerbebetriebe an, so dass sich eine rege und vielseitige Industrie- und Geschäftswelt in Lorup entwickelte. Trotz dieser rasanten Entwicklung verlor der Ort jedoch nicht seinen ländlichen Charakter, da sich auch die schon lange Zeit bestehenden landwirtschaftlichen Unternehmen weiterentwickelt haben.

In Lorup befindet sich der Hauptsitz der Sprehe Geflügel- und Tiefkühlfeinkost Handels GmbH & Co. KG-Gruppe, mit 650 Millionen Euro Umsatz pro Jahr einer der drei großen Geflügelfleischverarbeiter in Deutschland. Am Standort werden 170 Mitarbeiter beschäftigt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Abels: Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung. Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Herausgeber): Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen. Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)
  • Heimat-Ring Lorup (Herausgeber): Jahresschrift Beldertunscheere
  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück: Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I. Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905
  • Werner Kaemling: Atlas zur Geschichte Niedersachsens. Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3
  • Chr. Oberthür, Fr. Busche, Fr. Barth , Heinrich Dünheuft: Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben. Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953
  • Hans Meyer-Wellmann: Flurnamen. Herausgegeben vom Heimat-Ring Lorup

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lorup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Hans Meyer-Wellmann: Flurnamen; Herausgegeben vom Heimatring Lorup (Die Verwechslung Buschhöhe / Helkensberg beruht auf einem Bezeichnungsfehler der ersten Topographischen Karte. Während die Buschhöhe mit 42 m über NHN nordöstlich vom Ortskern liegt, wird der Helkensberg heute von der Straße Lorup > Breddenberg durchschnitten.)
  3. Tynaarlo > zum Aar-Loh > zum am Wasser gelegenen Wald
  4. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 17. September 2013