Zollikofen
| Zollikofen | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Bern |
| Verwaltungskreis: | Bern-Mittelland |
| BFS-Nr.: | 0361 |
| Postleitzahl: | 3052 |
| UN/LOCODE: | CH ZLK |
| Koordinaten: | 601393 / 20543846.9999957.456952557Koordinaten: 47° 0′ 0″ N, 7° 27′ 25″ O; CH1903: 601393 / 205438 |
| Höhe: | 557 m ü. M. |
| Fläche: | 5.40 km² |
| Einwohner: | 9831 (31. Dezember 2010)[1] |
| Website: | www.zollikofen.ch |
| Karte | |
Zollikofen ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland des Kantons Bern in der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Zollikofen liegt ungefähr fünf Kilometer nördlich von Bern. Angrenzende Gemeinden sind: im Norden Münchenbuchsee, im Süden die Stadt Bern (mit der Aare als Grenze), im Südosten Ittigen, im Westen Kirchlindach und im Südwesten Bremgarten bei Bern.
- Höchster Punkt der Gemeinde: 594 m ü. M. (im Meielenwald)
- Tiefster Punkt der Gemeinde: 490 m ü. M. (bei Reichenbach an der Aare)
[Bearbeiten] Bevölkerung
| Bevölkerungsentwicklung | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1850 | 1880 | 1900 | 1930 | 1950 | 1960 | 1970 | 1980 | 1990 | 2000 | 2010 |
| Einwohner | 1045 | 1298 | 2376 | 3453 | 6237 | 9069 | 8717 | 9242 | 9437 | 9188 | 9831 |
[Bearbeiten] Politik
Der Grosse Gemeinderat ist die Legislative Zollikofens. Er umfasst 40 Mitglieder und wird alle vier Jahre mittels einer Proporzwahl gewählt. Der Gemeinderat ist die Exekutive Zollikofens, er zählt sieben Mitglieder. Mit Ausnahme des Gemeindepräsidenten arbeiten die Gemeinderäte nebenamtlich. Das Stimmvolk von Zollikofen hat in der Abstimmung am 23. November 1997[2] der Umwandlung des Gemeindepräsidiums zum Vollamt zugestimmt. Erster vollamtlicher Gemeindepräsident wurde am 1. Januar 2001 Stefan Funk. Der Gemeinderat wird alle vier Jahre im Proporzsystem gewählt (gleichzeitig wie der Grosse Gemeinderat), der Gemeindepräsident wird dagegen im Majorzverfahren gewählt.
Die Wähleranteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: SVP 23,2 %, SP 20,2 %, BDP 15,3 %, FDP 11,9 %, GPS 10,2 %, glp 5,6 %, CVP 3,9 %, EVP 3,5 %, EDU 2,1 %.[3]
[Bearbeiten] Wirtschaft
Mit 10'000 Einwohnern und knapp 5000 Arbeitsplätzen ist Zollikofen ein wichtiges wirtschaftliches Zentrum vor den Toren Berns und gehört zu den steuergünstigen Gemeinden im Kanton.
Auch wenn in der Gemeinde nur noch wenige Landwirte aktiv sind, dominiert die Natur mit Hügeln, Wiesen, Wäldern, Bächen und der Aare das Landschaftsbild. Zollikofen trägt das Label «Energiestadt».
Regierungsschwerpunkt des Gemeinderates ist die Förderung Zollikofens als gleichzeitigen Wohnorts und Arbeitsplatzes. Zollikofen bietet ein breites Angebot an Tagesschul- und Krippenplätzen.
[Bearbeiten] Verkehr
Zollikofen ist durch den öffentlichen Verkehr (S-Bahn und Postauto) erschlossen; der für die Feinverteilung zuständige Ortsbus fährt im Viertelstundentakt. Auch das Postauto auf der Linie Bern – Kirchlindach – Zollikofen, das die Industriezone und die Blindenschule bedient, fährt zu den Hauptverkehrszeiten im Viertelstundentakt. Auf dem Gemeindegebiet von Zollikofen befinden sich die Bahn-Haltestellen Unterzollikofen, Steinibach und Oberzollikofen. Der wichtigste Verkehrsknotenpunkt, der Bahnhof Zollikofen, befindet sich auf der Gemeindegrenze und liegt teilweise auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Münchenbuchsee. Der umgestaltete Bahnhof beherbergt die Billettverkaufsstelle und einen Kiosk. Er ist Halteort für Züge der BLS AG (BLS) und des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS). Ab hier fährt auch das Postauto Richtung Büren an der Aare und der RBS-Bus Richtung Münchenbuchsee, Hüslimoos.
In Schönbühl liegt der Anschluss an die Autobahnen A1 und A6 Richtung Biel/Bienne.
[Bearbeiten] Geschichte
Vor 14'000 Jahren: In der letzten Eiszeit, die vor ungefähr 14'000 Jahren zu Ende ging, lag über Zollikofen eine über 350 Meter mächtige Eismasse. Die Landschaft im Raume Zollikofen ist ganz wesentlich von den Eiszeiten geprägt worden.
Um das Jahr 0: Die mittelalterliche Burg ist höchstwahrscheinlich aus einem römischen Flusskastell entstanden, das mit dem Castrum auf der Engehalbinsel in Verbindung stand.
14. Jh. nach Chr.: Die Herrschaft Reichenbach mit ihren Marchen, Waldungen, Gewässern und bewohnten Örtlichkeiten bestand bis 1830 und ist mit der heutigen Einwohnergemeinde Zollikofen identisch. Sie wurde zu Beginn des 14. Jh. von Rudolf von Erlach, dem Sieger von Laupen, gegründet. Es folgten etliche Besitzerwechsel.
1688: Beat Fischer, der Begründer des schweizerischen Post- und Botenwesens (Fischersche Post)[4] baut an der Stelle der früheren Burg das Schloss Reichenbach in italienischem Barockstil.[5]
1798: Als die Franzosen nach dem letzten Gefecht im Grauholz in Bern einzogen, änderte auch die Herrschaft Reichenbach. Die herrschaftlichen Rechte fielen dahin, und die neue politische Körperschaft nannte sich Zollikofen.
1811: Im Jahre 1811 löste sich Zollikofen von der Herrschaft Reichenbach und wurde eine selbständige Ortsgemeinde mit rund 500 Einwohnern. Der erste Gemeinderat wurde noch nicht vom Volk, sondern vom Oberamtmann des Amtsbezirkes, heute Regierungsstatthalter, eingesetzt. Die Fischersche Post wurde nach der Gründung der Eidgenossenschaft verstaatlicht und in die PTT integriert.
Ab 1918: Nach der Jahrhundertwende begannen die politischen Parteien ihre staatsbürgerlichen Aufgaben verstärkt wahrzunehmen. Bis 1976 waren im Gemeinderat ausschliesslich SVP, SP und FDP vertreten. Während von 1918 bis 1947 die SP den Gemeinderat mit fünf von neun Sitzen dominierte, stellen seit 1948 die bürgerlichen Parteien SVP und FDP in der Regel mit fünf bis sechs Sitzen die Mehrheit.
1939: Beim Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde die Kirche Zollikofen fertiggestellt. Zuvor gehörte Zollikofen zur Kirchgemeinde Bremgarten-Zollikofen. Die starke Bevölkerungszunahme machte eine eigene Kirche notwendig.
1964: Mitte der 60er Jahre wurde in Zollikofen der Grosse Gemeinderat (Parlament) mit 40 Sitzen eingeführt.
1968: Drei Jahre vor der Eidgenossenschaft beschliessen die Stimmbürger, das Stimm- und Wahlrecht solle fortan auch den Frauen zustehen. Ende 1990 zählt Zollikofen 6277 Stimmberechtigte.
2000: An der Schwelle zum neuen Jahrtausend zählt Zollikofen rund 9500 Einwohner.
2005: Der Gemeinderat besteht neu nicht mehr aus neun, sondern aus sieben Mitgliedern.
20. März 2008: Der 10'000ste Einwohner wird begrüsst.
[Bearbeiten] Schulen
In Zollikofen besteht die Möglichkeit, den Kindergarten, die Primarstufe und die Sekundarstufe I sowie die Tagesschule zu besuchen. Daneben existieren folgende spezialisierte Ausbildungsstätten:
- Ausbildungsstätten Inforama, Bildungs- und Beratungszentrum Rütti
- Schweizerische Geflügelzuchtschule (aviforum)
- Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft
- Eidgenössisches Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB)
- Schule für blinde- und sehbehinderte Kinder und Jugendliche
- Berufs-, Fach- und Fortbildungsschule Bern (BFF)
- Berufsvorbereitendes Schuljahr (BVS)
- Suissetec (Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband)
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Das 1688 erbaute Schloss Reichenbach
- Bern-Tempel Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
[Bearbeiten] Wappen
Im oberen Teil des Wappens von Zollikofen befinden sich zwei Löwen mit je einem gebogenen Gerbermesser, unten in einem Weissfeld befinden sich neun Buchsblätter. Die beiden Löwen entstammen den Zünften Obergerwern und Mittelleuen, welche von 1409 an die Verwaltung des Landgerichtes Zollikofen in Händen hatten. Der untere Teil des Wappens stellt das ehemalige Landgerichtswappen dar.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Peter Eichenberger (* 1939), Politiker, ehemaliger Oberfeldarzt der Armee
- Corinne Schmidhauser (* 1964), Skirennfahrerin und Politikerin
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter
- ↑ Abstimmungsinformation über Vollamtsentschädigung vom 21. September 2005
- ↑ Wahlen 2011 : Resultate der Gemeinde Zollikofen. Kanton Bern, abgerufen am 3. Februar 2012
- ↑ Bernhard Junger, Peter Sterchi und Hugo Weibel: Zollikofen – Eine Dorfchronik. Verlag Paul Haupt, Bern 1991, ISBN 3-258-04423-6, S. 19–24
- ↑ Bernhard Junger, Peter Sterchi und Hugo Weibel: Zollikofen – Eine Dorfchronik. Verlag Paul Haupt, Bern 1991, ISBN 3-258-04423-6, S. 34
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