Kežmarok

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Kežmarok
Wappen Karte
Wappen von Kežmarok
Kežmarok (Slowakei)
Kežmarok
Kežmarok
Basisdaten
Staat: Slowakei
Kraj: Prešovský kraj
Okres: Kežmarok
Region: Tatry
Fläche: 24,831 km²
Einwohner: 16.693 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 672,26 Einwohner je km²
Höhe: 630 m n.m.
Postleitzahl: 060 01
Telefonvorwahl: 0 52
Geographische Lage: 49° 8′ N, 20° 26′ O49.13833333333320.429166666667630Koordinaten: 49° 8′ 18″ N, 20° 25′ 45″ O
Kfz-Kennzeichen: KK
Kód obce: 523585
Struktur
Gemeindeart: Stadt
Verwaltung (Stand: November 2014)
Bürgermeister: Ján Ferenčák
Adresse: Mestský úrad Kežmarok
Hlavné Námestie 1
06001 Kežmarok
Webpräsenz: www.kezmarok.sk
Statistikinformation auf statistics.sk

Kežmarok (deutsch Käsmark / Kesmark, ungarisch Késmárk) ist eine Stadt am Fuße der Hohen Tatra. Sie gehört zur Region Zips in der Slowakei.

Blick auf die Stadt

Lage[Bearbeiten]

Die Bezirksstadt liegt zirka 15 km nordöstlich von Poprad am Fluss Popper (slowakisch Poprad) und ist neben Levoča einer der Hauptorte der Oberzips. Kežmarok ist heute ein Standort von Holz- und Textilindustrie.

Geschichte[Bearbeiten]

Kežmarok wurde im 13. Jahrhundert von den Zipser Sachsen durch Zusammenschluss eines slowakischen Fischerdorfs, einer ungarischen Grenzwache und einer deutschen Siedlung gegründet. 1269 wurde ihr das Stadtrecht verliehen, später stieg sie zu einer königlichen Freistadt auf (die Privilegien einer königlichen Freistadt wurden 1655 wieder bestätigt). Seit 1440 hatte auch der Graf der Zipser Sachsen in Kežmarok seinen Sitz, in diese Zeit fällt auch der Bau der Stadtburg 1463. 1530 kam die Stadt vorübergehend in die Gewalt Johann Zápolyas.

Bis 1944 stellte die deutsche Minderheit zirka 1/3 der Einwohner. Zudem verfügte Kezmarok über eine aktive jüdische Gemeinde, welche bis 1940 etwa 14 % der Bevölkerung ausmachte. In der Zeit der Ersten Slowakischen Republik, einem Satellitenstaat ("Schutzstaat") des nationalsozialistischen Deutschlands, wurden unter Beteiligung von Hlinka-Garde (im Jahre 1944 auch der SS) 75% aller in der Stadt lebenden Juden in Arbeitslager und schließlich Vernichtungslager deportiert, einige fielen Exekutionen zum Opfer. [1] Die Verfolgungen kulminierten in den Jahren 1942 und 1944. [2] Während im Jahre 1940 die jüdische Gemeinde etwa 1200 Personen zählte, waren es Anfang 1944 nur noch 118.[3] Im Jahr 1950 wurde die Altstadt unter Denkmalschutz gestellt.

Name des Ortes[Bearbeiten]

Der erste Quellenbeleg für die Siedlung in der Form Villa (Saxonum apud Ecclesiam) Sancte Elisabeth stammt von 1251. Im Jahr 1269, nach der Einführung eines Käsemarkts, wurde die Siedlung zur Stadt erhoben und erhielt den Namen Käsmarkt (später Käsmark/Kesmark und fälschlicherweise auch Kaisersmarkt). Der slowakische und der ungarische Name sind vom deutschen abgeleitet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • spätgotische Burg (Thököly-Schloss) und Stadtbefestigung (15. Jahrhundert)
  • Heiligkreuzkirche, gotische Hallenkirche (gebaut 1444–1498)
  • klassizistisches Rathaus (ursprünglich von 1461, 1799 umgebaut)
  • ehemaliges Evangelische Lyzeum (1787-1852) und Gymnasium.[4]
  • Artikularkirche, evangelische Holzkirche mit Grundriss eines griechischen Kreuzes von 1717. 2008 wurde die Kirche in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen (→ Evangelische Holzkirche von Kežmarok).
  • die neue evangelische Kirche im neobyzantischen Stil von 1898, die vom dänischen Architekten Theophil Hansen für Jerusalem entworfen wurde, nachdem die Kirche dort aber nicht gebaut wurde, schenkte er die Pläne der Stadt Kežmarok. In der Kirche befindet sich das Grabmal von Imre Thököly.
  • Pauliniuskirche (Barockkirche von 1747)
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kežmarok/0-Hr
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kežmarok/Hv-T


Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Kežmarok unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten und Gemeinden:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Der MHK SkiPark Kežmarok spielte zwischen 2007 und 2009 in der höchsten Eishockey-Spielklasse der Slowakei, der Extraliga.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jozef Sulaček, Tragické osudy židovskej komunity v Kežmarku v rokoch II. svetovej vojny (Kežmarok 2003)
  2. Jozef Sulaček, Tragické osudy židovskej komunity v Kežmarku v rokoch II. svetovej vojny (Kežmarok 2003)
  3. “Kezmarok” Encyclopaedia of Jewish communities, Slovakia. Abgerufen am 12. Juli 2010.
  4. slowak. Wikipedia: Evanjelické lýceum

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kežmarok – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien