Schlacht auf dem Amselfeld (1389)

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Schlacht auf dem Amselfeld
Teil von: Türkenkriege
Schlacht auf dem Amselfeld, patriotisches Historiengemälde des serbischen Malers Adam Stefanović (1870)
Schlacht auf dem Amselfeld, patriotisches Historiengemälde des serbischen Malers Adam Stefanović (1870)
Datum 15. Juni 1389
Ort bei Priština
Ausgang Sieg der Osmanen. Beide Seiten verloren ihren Staatsführer.
Konfliktparteien
verschiedene christliche Fürstentümer Osmanisches Reich
Befehlshaber
Fürst Lazar Hrebeljanović †, Vuk Branković, Vlatko Vuković Sultan Murad I. †, Bayezid I., Yakub
Truppenstärke
15.000–25.000 Mann 30.000–40.000 Mann
Verluste
unbekannt unbekannt

Die Schlacht auf dem Amselfeld fand am 15. Juni 1389 auf dem Amselfeld unweit Priština am Flusslauf des Lab im heutigen Kosovo statt. Das serbische Koalitionsheer unter der Führung des Fürsten Lazar Hrebeljanovićs sowie Vuk Brankovićs wurde durch eine Armee des mit Lazar verbündeten bosnischen Königs Tvrtko I. unter dem Woiwoden Vlatko Vuković verstärkt. Ihnen gegenüber stand das osmanische Heer unter dem Sultan Murad I. und dessen Söhnen Bayezid I. und Yakub.[1]

Der Konflikt entstand aus dem offensiven Vorgehen der Osmanen gegen die verbliebenen unabhängigen christlichen Reiche auf der Balkanhalbinsel. Murad I. versuchte die serbischen Fürstentümer der Oberhoheit des Osmanischen Reiches zu unterwerfen. Damit wäre das letzte Hindernis zur Übernahme des Byzantinischen Reiches mit dessen Hauptstadt Konstantinopel beseitigt gewesen.[2]

Die Amselfeldschlacht endete ohne eindeutigen Sieger, und die Anführer beider Streitmächte fielen. Im Ergebnis war aber der Widerstand der serbischen Fürsten gegen die osmanische Expansion entscheidend geschwächt, und sie mussten die Oberhoheit der osmanischen Sultane anerkennen, obwohl sich besonders Vuk Branković auch nach der Schlacht noch lange widersetzte.[3]

Obwohl das Byzantinische Reich nicht an der Schlacht beteiligt war, schied es durch den Verlust der serbischen Verbündeten endgültig als Machtfaktor in Südosteuropa aus. Byzanz wandte sich Rom zu, um mit der Unterstützung des christlichen Europas die endgültige Unterwerfung Konstantinopels abzuwenden.

Das Ereignis wurde in der Überlieferung schon bald durch Prozesse der Legendenbildung in Volksdichtung, sowie insbesondere in der Rezeption der serbisch-orthodoxen Kirche im Amselfeld-Kult in einer stark mythologisierten Form weitergegeben. In der serbischen epischen Dichtung formte sich durch die Abwandlung von Historiographien und Volksüberlieferungen über die Jahrhunderte der sogenannte Kosovo-Zyklus Priča o boju kosovskom mit den Leitthemen des Martyriums Lazars, dem Verrat Vuk Brankovićs und der Heldentat Miloš Obilićs zum Nationalmythos Serbiens.[4][5]

Der am 15. Junijul./ 28. Junigreg. in Serbien gefeierte Vidovdan ist der Gedenktag der Schlacht. Der bei der Schlacht gefallene Fürst Lazar wurde schon 1390/1391 heiliggesprochen und ist einer der wichtigsten Heiligen der serbisch-orthodoxen Kirche. Seine Gebeine befinden sich heute in seinem Mausoleum, dem Kloster Ravanica.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Das Fresko von Zar Stefan Uroš V. und König Vukašin Mrnjavčević in einer zeitgenössischen Darstellung zeigt die beiden zentrale Herrscherfiguren des serbischen Großreiches in Nachfolge von Stefan Uroš IV. Dušan. Der Aufstieg König Vukašins und die gleichzeitige Unterhöhlung der Macht des letzten Nemanjiden-Herrschers läuteten den Abstieg und letztlich den Untergang des serbischen Reiches ein. Kloster Psača, ca. 1365-1371.

Nach der Schlacht an der Mariza 1371 im heutigen griechisch-türkischen Grenzgebiet zwischen einer serbischen Streitmacht unter König Vukašin Mrnjavčević und Despot Jovan Uglješa und dem osmanischen Heer unter dem Beylerbey Lala Şahin Paşa wurde die innere Einheit des serbischen Großreiches, das unter Stefan Uroš IV. Dušan die Vormachtstellung in Südosteuropa errungen hatte, sich aber in der Regierungszeit seines Sohnes Zar Stefan Uroš V. durch zentrifugal wirkende Kräfte immer weiter auflöste, zerstört. Nach Stefan Uroš V. 1371 kinderlos verstorben war, bildeten sich einzelne serbische Fürstentümer, die von den Lazarevići, Brankovići, Mrnjavčevići, Vojinovići und Balsići regiert wurden.

Mehrere osmanische Feldzüge führten nachfolgend über Bulgarien in die serbischen und bosnischen Fürstentümer, wodurch diese ihr Einflussgebiet sukzessive auch auf die altserbischen Länder des ehemaligen Serbischen Reiches auszuweiten vermochten. Diese osmanische Expansion erfolgte ab 1381, erlitten aber anfangs Rückschläge (1381 Niederlage bei Paraćin). 1385 folgte einen Expedition in das Herrschaftsgebiet der Balšići (Schlacht bei Berat, auch Schlacht von Savra, 18. September 1385) in der der Dux von Durrës, Balša II. fiel. Danach erreichten erste osmanische Abteilungen das dalmatinische Küstenland und im Oktober/November 1386 musste daraufhin in Dubrovnik ein allgemeiner Türken-Alarm ausgerufen werden, als diese das Hinterland des Ionischen und Adriatischen Meeres bis zur Umgebung Dubrovniks verwüsteten. 1386 erfolgte über die Unterwerfung bulgarischer Territorien die Eroberung von Niš. Erst der bosnische König Tvrtko konnte die Osmanen am 27. August 1388 in der Schlacht bei Bileća zurückgeschlagen.

Im ersten von Murad I. persönlich geleiteten Feldzug in das wirtschaftlich und politisch wichtige Fürstentum von Lazar Hrebeljanović 1387, der ergebnislos beendet wurde (in der Literatur wird der Feldzug fälschlich meist als sogenannte Schlacht bei Pločnik bezeichnet, obwohl sich Lazars- und Murats Heer während des Feldzuges nur aus sicherem Abstand beobachteten),[6] war für Lazar, der sein Staatsgebiet um Morava-Serbien mit dem Besitz der wichtigsten Bergbauzentren um Novo Brdo, Rudnik und Srebrenica zum wichtigsten der serbischen Teilherrscher ausbauen konnte, die entscheidende Auseinandersetzung mit Murad nur noch eine Frage der Zeit. Im Feldzug von 1387 konnten die Osmanen, wie zahlreiche Quellen darstellen, jedoch schon zum Kloster Gračanica vordringen, das bei Murads erstem Eintreffen auf dem Amselfeld von brandschatzenden osmanischen Abteilungen heimgesucht wurde und so auch vorbereitend für ein späteres Aufeinandertreffen das Amselfeld erkundet hatte.[7]

Da Lazar zu dieser Zeit auch mit Ungarn Krieg führte, musste er für die anstehende Auseinandersetzung zuerst mit Ungarn eine Regelung suchen. Sowohl Lazar als auch der bosnische König Tvrtko I. unterstützten im ungarischen Thronstreit die Gegenpartei Sigismunds von Luxemburg. Den innenpolitischen Konflikt in Ungarn ausnutzend, fiel Lazar in Syrmien ein, besiegte die dortigen ungarischen Truppen und besetzte einige Ortschaften. Überrascht von der Nachricht eines bevorstehenden osmanischen Aufmarsches, zog sich Lazar aus Syrmien wieder zurück, bot König Sigismund von Luxemburg einen Waffenstillstand an, versöhnte sich mit diesem und richtete ein Hilfsgesuch an Ungarn, um eine Koalition gegen die Osmanen zu bilden. Diesem Gesuch folgten jedoch lediglich der bosnische König Tvrtko I., der den Woiwoden Vlatko Vuković Kosača entsandte, und Vuk Branković, der im Gebiet des heutigen Kosovo und in Skopje herrschte. Nach einer sorgfältigen Vorbereitung wurde das Amselfeld 1389 als Austragungsort der Schlacht gewählt.

Einigen historischen Quellen zufolge kämpften an der Seite der Serben auch Ivan Paližna (bzw. Ivan Horvat; ein Verbündeter Lazars im Streit mit Sigismund) mit seinen Ordensrittern, Prior des Johanniterordens in Kroatien, genannt Ivanovci, der in einigen Quellen als Banus von Kroatien genannt wird.[8] Für die Teilnahme kroatischer Kontingente wird die Erwähnung der Ungarn als Teilnehmer der Schlacht, wie in der Florentiner Chronik Cronica Volgare dal 1385 al 1409, als Hinweis genommen. Da durch die territorialen Streitigkeiten zwischen den serbischen Fürstentümern und dem Ungarischen Königreich von dieser Seite keine Unterstützung gegen die Osmanen zu erwarten gewesen war.[9] Daher wird die Möglichkeit gesehen, dass in der Florentiner Chronik mit der Erwähnung von Ungarn tatsächlich Kroaten gemeint gewesen sind.[10]

Eine allgemeine Teilnahme albanischer Fürsten im serbischen Heer wurde zwar in der späten Chronik Giovanni Muschis Breve memoria de li discendenti de nostra casa Musachi. Per Giovanni Musachi, despoto d’Epiro von 1515 mit dem Tod von Theodor Muzaka II. in der Schlacht beschrieben,[11] jedoch sind alle späteren Quellen, wie die von Musachi, durch eine mehr oder minder starke Legendenbildung und Narration in Form der Volksüberlieferung für den wissenschaftlichen Kontext nicht eindeutig zuzuordnen. Da Musachi auch Marko Kraljevic als bulgarischen Fürsten in der Schlacht aufführt, fehlt dieser Quelle damit die historische Glaubwürdigkeit, wie sie in den unmittelbaren Primärquellen zu finden ist.[12]

Eine mögliche Teilnahme der albanischen Fürsten Theodor Muzaka II. und Pal Kastrioti von Teilen der albanischen Historiographie bejaht,[13] wird insbesondere in der serbischen Historiographie deutlich abgelehnt.[14]

Verlauf des Feldzuges im Sommer 1389[Bearbeiten]

Osmanische Miniatur Murads I., 16 Jh.

Nach allgemeiner Auffassung sammelte Fürst Lazar seine Truppen in Kruševac,[15] denen sich hier auch die von König Tvrtko abgestellten Hilfstruppen anschlossen. Nachdem die Nachricht vom Anmarsch der osmanischen Armee in Richtung auf das Amselfeld in Kruševac aufgekommen war, begann auch der serbische Aufmarsch. Der Feldzug führte wahrscheinlich entlang der Rasina über Bela Crkva (Kuršumlija) zum Fluss Lab ins Amselfeld.[16]

Die Osmanen sammelten ihre Armee in Plovdiv und marschierten über Velbužd. Die eigentlich kürzere Verbindung über die Konstantinopoler Militärstraße von Serdica (die heutige bulgarische Hauptstadt Sofia) nach Niš wurde zwar in osmanischen Quellen auch als Marschroute erwähnt, und Murad hatte demnach selbst eine Vorausabteilung zur Eroberung Pirots geschickt, jedoch sollen von Lazar entsandte Truppen schneller in Pirot gewesen sein und die Burg zerstört haben. Dass Murad tatsächlich über Pirot nach dem Amselfeld vordringen wollte, wird dennoch angezweifelt, da die Osmanen sowohl 1381 und 1386 bei ihren Einfällen über diese Heerstraße nicht weit in das Fürstentum Lazars vordringen konnten und zumeist schon an der Morava und deren Zuflüssen umkehren mussten. Daher wird angenommen, das Murad von vornherein den Weg über Velbužd, Kratovo und Kumanovo ausgewählt hatte.[17] Weiter nahmen die Osmanen dann die Wegstrecke über Bujanovac, das mittelalterliche Dorf Rahovice (am heute nicht mehr vorgefundenen See Horavice), zu dem Quellfluss der südlichen Morava an der Binačka Morava entlang. Über Novo Brdo wurde Priština erreicht.[18] Nach Ankunft beider Heere fand südlich des Flusses Lab die anstehende Konfrontation statt.

Stärke und Aufstellung der beiden Heere[Bearbeiten]

Zahlen über die bewaffneten Kräfte der Kontrahenten sind nicht überliefert. Alle abendländischen und türkischen Quellen berichten über die zahlenmäßige Überlegenheit des christlichen Heeres – mit einer Ausnahme: Der britische Historiker Steven Runciman, Verfasser eines Standardwerkes über die Kreuzzüge, spricht von einer ,großen zahlenmäßigen Überlegenheit der Türken‘ auf dem Amselfeld.[19] Etwa 40.000 Mann, von denen ein Großteil aus Anatolien kam, soll seine Stärke diesen Darstellungen zufolge betragen haben. Zu diesen osmanischen Truppen sollen sich auch serbische Fürsten aus Mazedonien als Vasallen gesellt haben, wie zum Beispiel Konstantin Dejanović, da die Osmanen Mazedonien bereits etwa 20 Jahre zuvor bei der Schlacht an der Mariza erobert hatten.

Im christlichen Lager sollen hingegen unter Fürst Lazar lediglich rund 25.000 Mann versammelt gewesen sein, von denen rund 18.000 Mann von Fürst Lazar selbst, die übrigen Männer vom bosnischen Feldherrn Vlatko Vukotić und vom Fürsten Vuk Branković gestellt worden sein sollen. Sollten diese Zahlen stimmen, so hätte es sich tatsächlich um eine für die damalige Zeit beachtliche Heeresstärke gehandelt. Zum Vergleich: 1415 in der Schlacht von Azincourt im Hundertjährigen Krieg kämpften etwa 20.000 Franzosen gegen 6.000 Engländer.

Schlachtverlauf[Bearbeiten]

Die Schlachtaufstellung, Gazimestan

Detaillierte Berichte zur Schlacht gibt es nicht, weswegen auch die nachfolgenden Ausführungen nur eine mehr oder minder wahrscheinliche Rekonstruktion des tatsächlichen Schlachtverlaufs darstellen. Insbesondere die serbische nationale Geschichtsschreibung wartet diesbezüglich mit zahlreichen Details auf, die jedoch allesamt historisch nicht zu belegen sind. Gesichert ist lediglich, dass Fürst Lazar die Streitkräfte im Zentrum anführte, der Fürst Vuk Branković die Streitkräfte des rechten Flügels und der bosnische Feldherr Vlatko Vukotić die Streitkräfte des linken Flügels.

Wahrscheinliche Truppenaufstellung zu Beginn der Schlacht, rot: serbisches Heer, grün: türkisches Heer

Auf türkischer Seite führte Sultan Murad I. das Zentrum, sein älterer Sohn und Thronfolger Bajezid I. den rechten und der jüngere Sohn Jakub den linken Flügel. Der Grieche Evremos Beg war auf Gegenspionage und Abwehr christlicher Strategien spezialisiert. Ein gewisser Haidar war Kommandant der osmanischen Artillerie, die damals schon benutzt wurde. Es wurden schwere Salven auf die christlichen Ritter geschossen, die bis dato noch keinem Artilleriebeschuss ausgesetzt waren. Auch das serbische Heer hatte Kanonen. Die ersten Kanonen waren importiert und erstmals 1373 eingesetzt worden, 1385 wurden in Serbien die ersten eigenen Kanonen gegossen. Entgegen späterer Volksüberlieferungen und Legenden, die Erklärungen für das eigene Schicksal suchten, war das serbische Heer gut vorbereitet.

Die osmanischen Kanonen sollen die Schlacht eröffnet haben. In den meisten Quellen wird jedoch nichts von einem osmanischen Artillerieeinsatz erwähnt.[20] Sie sollen Stein- und Eisenkugeln in die näher kommenden Linien der christlichen Reiterei geschossen haben. Es bedurfte eines Volltreffers, um einen Reiter samt Pferd aufzuhalten, daher war die Artillerie am Amselfeld nicht besonders wirkungsvoll, abgesehen von der psychologischen Wirkung. Der Beschuss hatte daher nur schwache Wirkung; er hatte lediglich die Pferde verstört.

Dem Artillerieeinsatz folgte ein Pfeilregen der Bogenschützen. Die schwer gepanzerten Reiter ritten in schwerfälligem Galopp auf die Bogenschützen zu, diese suchten auszuweichen und davon zu springen. In der Zwischenzeit war die osmanische Reiterei hervorgebrochen. Sie suchte die hinter der christlichen Reiterei gehenden Fußsoldaten zu erfassen. Der rechte Flügel unter Vuk Branković brachte dem Vernehmen bzw. den Berichten des osmanischen Thronfolgers Bajezid nach den linken osmanischen Flügel unter Jakub in schwerste Bedrängnis, auch im Zentrum schlugen die christlichen Ritter breite Bahnen in die osmanischen Reihen. Erst der Einsatz des rechten osmanischen Flügels unter Bajezid konnte eine sich anbahnende Niederlage der Osmanen abwenden. Der weitere Verlauf der Schlacht ist nicht bekannt oder kann nicht mit historischen Quellen belegt werden.

Folgen der Schlacht[Bearbeiten]

Fürstin Milica, nach 1389 Herrscherin über Morava-Serbien. Kloster Ljubostinja, frühes 15 Jh.

Historische Standpunkte[Bearbeiten]

Je nach chronologischem Bezugspunkt wird der militärische Ausgang der Schlacht verschieden beschrieben.[21] Auch unterscheiden sich christliche und moslemische Quellen nicht nur in den Einzelheiten wie beispielsweise den Umständen des Todes von Murad I., sondern auch allgemein über den militärischen Erfolg. Auch ist eine Asymmetrie in der Ausarbeitung der Amselfeldschlacht in der europäischen- und der osmanischen Militärgeschichte offensichtlich. Für letztere stellt die Schlacht nur eine Passage in den Eroberungen des Osmanischen Weltreiches, für die ersteren hat sie aufgrund der Konsequenz der hier eingeleiteten, lang andauernden osmanischen Dominanz eine darauf zurück zu führende von stärkeren Interesse begleitete Rezeption, als die Schlacht an der Maritza (1371) oder die Schlacht von Angora (1402) erfahren.[22]

Frühe christliche Annalen über einen christlichen Sieg[Bearbeiten]

Je näher jedoch christliche Quellen zum tatsächlichen zeitlichen Geschehen verfasst wurden, desto mehr liegt Betonung auf einem christlichen Sieg; keine dieser ersten Quellen berichtet jedoch von einem osmanischen Erfolg.[10][23]

Zu diesen Chroniken, die bis Ende des 14. Jahrhunderts datieren, gehört heute ein Korpus von 9 Primärquellen.[24] Diese erhaltenen unmittelbaren Nachrichten verteilen sich auf Korrespondenzen nach Byzanz, Venedig, Florenz, Paris, Barcelona, Trogir und Sutjeska (dem Herrschaftssitz Tvrtkos).[25] Aufgrund dieser räumlich ausgreifenden Behandlung ist ein für die damalige Welt erhebliches Interesse am Tode der beiden Heerführer und dem daher besonders blutig und heftig ausgetragen Zusammentreffen der beiden Heere abzuleiten.[26]

Nach Sima Ćirković stellt diese Diskrepanz zwischen den frühen und den späteren Quellen zum Ausgang der Schlacht eines ihrer wesentlichen historischen Probleme dar: Nach fünfhundert Jahren der Gewissheit, dass dies die größte und am meisten gefeierte serbische Niederlage darstellt, begannen die Forscher dies anzuzweifeln, da sich unter den erhaltenen Quellen von 1389 keine mit einer Nachricht über einen türkischen Sieg findet, die meisten bezeugen eine türkische Niederlage.[27] Ćirković betont, dass die Probleme der kritischen Amselfeldforschung …in einer radikalen Dichotomie, der völligen Loslösung der Geschichte der Amselfeldschlacht, den Geschehnissen des 15. Juni 1389, von der Geschichte der Amselfeld-Tradition, die sehr bald entstehen und bis heute fortdauern und dem Urteil der frühen und nachfolgenden späteren osmanischen, spätbyzantinischen und humanistischen Geschichtswerken mit der Darstellung der Niederlage der Serben, auch im Gegensatz der Erzählung der Tradition zur Geschichte begründet liegen.

Unmittelbare Folgen[Bearbeiten]

Einer der Gründe, die zu dieser unterschiedlichen Deutung in den frühen und späteren Quellen beitrugen, liegt in der verschieden gewichteten historische Wirkung auf die beteiligten christlichen Fürstentürmer. Während die Truppen des bosnischen Königs Tvrtko unbeschadet vom Amselfeld zurückkehrten und das bosnische Reich von den Osmanen nicht weiter belastet wurde, musste Vuk Branković seinen Herrschaftsbereich im Kosovo auch weiterhin gegen die offensiv vorgehenden Osmanen militärisch verteidigen. Insbesondere geriet aber das Fürstentum der Lazarevići durch den Verlust seines bedeutenden Fürsten und durch den folgenden Vasallenstatus sowohl zum osmanischen Reich wie zu Ungarn in eine politisch prekäre Situation.[28] Während sich Tvrtko als Sieger fühlen durfte und die Außenwelt durch seine Korrespondenz darüber unterrichtete, war für die Witwe Lazars und ihre nicht volljährigen Söhne der Ausgang so verheerend, dass Stefan Lazarević die Amselfeld-Schlacht in zahlreichen Urkunden als großen Einschnitt und den Tod Lazars als große Niederlage des Vaterlandes wahrnehmen musste.[29]

Mittelalterliche Gesichtspunkte zur Frage von Sieg oder Niederlage[Bearbeiten]

Ein für die mittelalterliche Gesellschaft wesentlicher Gesichtspunkt, wer in der Schlacht siegreich war, lag bei der Frage, wer den Ort der Auseinandersetzung zuletzt halten konnte. Aus allen wesentlichen Quellen geht hervor, dass Bayezid das Amselfeld zumindest in den ersten Stunden und Tagen besetzen konnte, jedoch schon nach wenigen Tagen in großer Eile verlassen musste. Dass jedoch Murad als der eigentliche Initiator des Feldzuges das Schlachtfeld hätte halten müssen, um einen unzweifelhaften Sieg zu untermauern, darauf wies Sima Ćirković hin. Darnach war mit dem Tod Murads auch ein absoluter Erfolg des Feldzuges nicht mehr möglich.[30] Aus mittelfristiger Perspektive konnte daher Vuk Branković sowohl das Schlachtfeld, als auch sein Herrschaftsgebiet noch für mehrere Jahre gegen Bayezid halten. Jedoch unterstreicht das weitere aggressive Vorgehen Bayezids unzweifelhaft den Anspruch der Osmanen auf die serbischen Fürstentümer.

Die osmanische Rezeption[Bearbeiten]

In der osmanischen Sichtweise in den im frühen 15. Jahrhundert verfassten Historien war ein osmanischer Sieg nie in Abrede gestellt worden. Dennoch bestanden die Chronisten darauf, dass Murad erst nach Ende der Schlacht zu Tode gekommen sei. Damit unterscheiden sich diese Darstellungen von den christlichen explizit in ebendiesem Detail. Schon der spätbyzantinische Historiker Laonikos Chalkokondyles hat auf diesen Unterschied in seiner Gegenüberstellung der osmanischen und christlichen Amselfeld-Versionen hingewiesen.[31]

Resümee[Bearbeiten]

Die Schlacht auf dem Amselfeld kann heute als Sieg der Osmanen betrachtet werden,[32] auch wenn sie nach ihrem rein militärischen Ausgang als unentschieden zu werten ist. Den christlichen Chronisten des Mittelalters galt sie als Sieg der Christenheit. Beide Anführer waren gefallen, und beide Verbände haben sich vom Schlachtfeld zurückzogen. Zudem konnten die beiden nicht mit dem Osmanischen Reich verbündeten wichtigsten serbischen Fürstentümer (Fürstentum der Lazarevići in Morava-Serbien und Fürstentum der Brankovići im Kosovo und Mazedonien) nicht sofort zu tributpflichtigen Vasallenstaaten des Osmanischen Reiches gemacht werden.

Rezeption[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Die häufigen Darstellungen heiliger Krieger zur Zeit Stefan Lazarevićs (hier Resava um 1420) zeugt von der kriegerischen Phase seiner Regierungszeit.

Die Staatsidee Zar Dušans, des Basileus der Griechen und Zaren der Serben, zu einem balkanischen Großreich durch Zusammenfügung griechischer und serbischer Herrschaft, kam nach der Niederlage an der Maritza 1371 zu einem Ende und führte nach der Amselfeldschlacht zwangsläufig zur Konsolidierung des serbischen Territoriums und der Herausbildung eines stärkeren serbischen Nationalbewusstseins und kultureller sowie ethnischer Homogenisierung. Die zwischen Dušans Tod 1355 und der Schlacht an der Mariza 1371 auf dem alten Reichsgebiet fortgesetzte Herausbildung kleinerer, heterogener feudaler Herrschaftsgebiete unter Führung einer serbischen Aristokratie wurde durch die osmanischen Eroberungen und die Herausbildung eines Gegenpols im aufstrebenden Fürstentum Lazars beendet. Nun kam es zu einer Zusammenfassung der serbischen Länder im Despotat Stefan Lazarevićs und Durad Brankovićs.[33]

Zwischen den zwei regionalen Großmächten Ungarn und dem Osmanischen Reich eingezwängt war das kleine Morava-Serbien durch Besitzungen der Brankovići vom osmanischen Reich getrennt, blieb jedoch ungarischen Aspirationen ausgesetzt. So wurde durch die strategische Verschiebung des serbischen Staates von Süden nach Norden die Witwe Lazars, Fürstin Milica Hrebeljanović Vasallin des osmanischen Reichs, mit deren Unterstützung sie 1390 zur Absicherung der Nordgrenze in ungarische Gebiete eingefallen war.[34] Das tributpflichtige Fürstentum der Lazarervići stellte in den nachfolgenden Kämpfen Truppen gegen die christlichen und mongolischen Opponenten der Osmanen. So kämpfte die serbische Panzerreiterei unter Stefan Lazarević an der Seite Bayezids in einigen bedeutenden Schlachten (Schlacht von Rovine, Schlacht von Nikopolis, Schlacht bei Ankara). Seine Schwester Olivera Despina wurde außerdem mit Bayezid vermählt. Stefan und Bayezid hielten auch dadurch bedingt zeitlebens ein korrektes Verhältnis aufrecht. Weder bauten die Osmanen in Stefans Herrschaftsgebiet Stützpunkte, noch beteiligten sich osmanische Truppen zwischen 1389 und 1402 an Übergriffen auf sein Reichsgebiet.

Vuk Branković als direkter Nachbar der Osmanen bewahrte sich demgegenüber bis zuletzt in scharfer Opposition zum osmanischen Herrschaftsanspruch seine Unabhängigkeit. So beteiligte sich Vuk weder an den osmanischen Eroberungszügen in Bosnien noch an der Schlacht von Rovine. Skopje musste er 1392 allerdings den Osmanen übergeben und 1396 wurde er endgültig von Bayezid besiegt.

Im September 1396 mussten sich die Osmanen einem Kreuzfahrerheer unter dem ungarischen König und späteren Kaiser Sigismund stellen. Die Osmanische Armee schlug in der Schlacht von Nikopolis das Kreuzfahrer-Heer (mehrheitlich bestehend aus ungarischen und französisch-burgundischen Kreuzfahrern). Die Schlacht wird manchmal als ’der letzte Kreuzzug’ bezeichnet. Diese Schlacht stärkte die Position der Osmanen wieder.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Novo Brdo, die ehemals größte Stadt Serbiens und Kulturmetropole am Amselfeld: Befestigungen aus dem 14 Jh.

Schon zu Lazars Regierungszeit hatte Morava-Serbien allmählich die ökonomische Führungsrolle der serbischen Länder übernommen. Damit wurde die vorhergehende Ausrichtung einer territorialen Ausweitung des serbischen Kaiserreiches Richtung Byzanz, die unter Stefan Uroš IV. Dušan in einer Ausdehnung bis in die Ägäis gipfelte, beendet. Stattdessen kam es nun zu einer positiven demographischen und wirtschaftlichen Entwicklung Morava-Serbiens und einer Festigung seiner Nordgrenze zu Ungarn. In dieser Entwicklung lag der Grundstein des modernen serbischen Staates, dessen Zentrum sich mit der osmanischen Eroberung des Balkans ins südöstliche Mitteleuropa an die Donau verlagerte.[35] Der wirtschaftliche Aufschwung Morava-Serbiens wurde durch die Silber- und Goldminen begünstigt. Novo Brdo und Srebrenica stiegen zu den reichsten Städten im Fürstentum und späteren Despotat Stefan Lazarevićs auf.[36]

Kultureller Wandel[Bearbeiten]

Die Amselfeldschlacht stellt in der serbischen Kulturentwicklung eine bedeutende Zäsur, die nach Jahren des Niedergangs des Nemanjiden-Erbes zu kultureller Renaissance sowie künstlerischer Emanzipation führte. In der Architektur trennte sich mit der Morava-Schule die serbische Kunst von strikten gotischen und byzantinischen Vorbildern und in einer internationalen spätbyzantinischen Stilform teils mit Übernahme orientalischer Motive in Serbien, Bosnien, der Walachei und der Moldau bis ins 17 Jh. nachwirkte.

Durch einen regen Austausch und eine oftmals erzwungene Migration gebildeter Bevölkerungsschichten im Balkanraum des ausgehenden 14 Jh. verbreiten sich Wissenschaften und Literatur. Die spätbyzantinische Literatur erlebte insbesondere in Morava-Serbien mit der Resava-Schreibschule einen letzten Höhepunkt (insbesondere Konstantin Kostenecki). Nach der Amselfeldschlacht kam es so zu einer letzten kulturellen Blüte vor der osmanischen Besetzung. Sie prägte die höfische Kultur der Lazarevići und Brankovići in der Nachfolge der Nemanjiden.

Historische Zeitzeugen und Quellen[Bearbeiten]

Russische Miniatur aus der Illustrierten Chronik Iwans IV. (Лицевой летописный свод), 1568–1576
Plastik des Miloš Obilić. Ivan Meštrović 1908, Serbisches Nationalmuseum

Unmittelbar nach den Ereignissen sowie in den nachfolgenden Jahrzehnten wurde die Schlacht auf dem Amselfeld in allen zeitgenössischen prominenten Historiographien, Jahrbüchern und Hagiographien behandelt. Dabei fehlt aber immer eine detaillierte Darstellung der Schlacht, einen vergleichsweise großen Raum nimmt dagegen immer die Darstellung des Todes von Murad I. und das Schicksal Lazars ein. Neben serbischen Quellen, darunter dem Koporinski letopis, der Vita Stefan Lazarevićs von Konstantin Philosoph, im Slovo kneza Lazara, einer der vier Aufzeichnungen Patriarch Danilos III. (Danilo Banjski, 1390–1400), sowie den Aufzeichnungen des russischen Mönchs Ignatije, sind die Historiographien zweier der letzten byzantinischen Geschichtsschreiber Dukas und Chalkokondyles bedeutend.

Während Dukas als zuverlässiger Historiker die Sichtweise eines byzantinischen Patrioten wiedergibt, der den endgültigen Aufstieg des osmanischen Reiches und Untergang des Byzantinischen Reiches einleitet, so wird bei Chalkokondyles durch die Nutzung von byzantinischen und osmanischen Quellen die historische Sicht sowohl der Byzantiner und Osmanen seöerat wiedergegeben.[37] Für beide Historiker stellt die Amselfeldschlacht in ihren Weltgeschichten aber eine unmittelbare Zäsur. So steht die Amselfeldschlacht bei Dukas einleitend am Anfang des Dritten Buches als Wendepunkt der Geschichte der Balkanvölker.[38]

Im Westen sind neben dem Reisebericht Bertrandon de la Broquières (Le voyage d’outremer, 1433), der 1433 unter anderem auch am Hofe Murad II. weilte,[39] auch die Aufzeichnung des in osmanische Gefangenschaft geratenen Kanonenmeisters Jörg von Nürnberg (aktiv 1450–1480) Quellen für die osmanische Rezeption. Eine Gesamtschau der Historischen Ereignisse und auch die weitergehende legendäre Überlieferung findet sich dann in der Slawengeschichte Marvo Orbinis.[40] In der großen illustrierten Chronik des russischen Zaren Iwan IV. (Лицевой летописный свод, 1568–1576) findet sich zum ersten Mal auch eine bildliche Darstellung der Schlacht.

Dabei herrschte über den Ausgang der Schlacht selbst unter Zeitgenossen Unklarheit. Die ersten Berichte wurden schon im Juli und August 1389 an verschiedene Stellen übermittelt. König Tvrtkos I. Mitteilung an die Stadt Trogir vom 1. August 1389 hatte sich erhalten, ein an den Senat von Florenz gerichteter Brief Tvrtkos ist durch das Antwortschreiben vom 20. Oktober verbürgt.[41] In diesen Nachrichten wird ein Sieg des Christentums gefeiert.[40]

Der Rhetoriker Demetrios Kydones beschrieb in einer Nachricht an den auf Lemnos weilenden byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaiologos, die wahrscheinlich im Juli 1389 verfasst wurde, dass dieser verfluchte (Murat I.) verschwunden ist und daß die Absenz des Kaisers die Feier über den Sieg gegen die Feinde verdunkelt.[42] Philippe de Mézières, ehemaliger Kanzler des zyprischen Königs, berichtete noch vor Oktober 1389, dass Amurat in den Gebieten Albaniens völlig besiegt wurde,[43] auch die in den Verhältnissen von Murads Herrschaftsgebiet und dem byzantinischen Reich bestens vertrauten Venezianer beauftragten den für die Konstantinopoler Niederlassung zuständigen Verwalter am 23. Juli 1389 ein Akkreditionsschreiben an den byzantinischen Kaiser zu übermitteln, das sich im Handlungsleitfaden für dessen Überreichung erhalten hat. Dieses lässt einen sicheren Rückschluss zu, dass Venedig zwar über den Tod Murads gut informiert war, jedoch keine Nachricht über einen türkischen Sieg erhalten hatte.[44] Als frühester Bericht ist die schon 12 Tage nach der Schlacht verfasste Nachricht des russischen Mönchs Ignatij, dass Murad gestorben sei.[45] Zu diesen unmittelbaren authentischen Berichten kamen später die zahlreichen anderen Quellen, wie in den annales ragusini anonymi aus Dubrovnik, in der sich mehr auch legendäre Einzelheiten zu der Schlacht finden.

Bestimmte Darstellungen, wie die des sich zäh haltenden Gerüchts über ein angebliches Glockenläuten von Notre Dame in Paris als Zeichen des Siegs der Christenheit, gehört aber wie vieles andere in den Überlieferungen zu den historisch unglaubhaften Legenden.[46]

In den erhaltenen serbischen Aufzeichnungen aus dem ersten Jahrzehnt nach der Schlacht wurde insbesondere in kirchlichen Schriften das Ereignis durch einen Sieg des Martyriums und Triumphs eines himmlischen Königreiches über das irdische Königreich interpretiert (so bei Danilo III. im Slovo Kneza Lazara). Die Symbolik der kirchlichen Texte zu Lazars Martyrium folgt im Ton den frühen liturgischen Texten zu christlichen Märtyrern. Im Slovo kneza Lazara wurde dieses religiöse Moment besonders betont: Der Heroismus im Martyrium stellt ein Zeugnis des Glaubens und der Wiedergeburt Christi dar und markiert den Triumph Lazars, der mit seinem Opfer ein ewiges himmlisches Reich gewonnen hat.

Neben den Aufzeichnungen Danilo Banjskogs haben sich auch weitere serbische Chroniken erhalten, etwa zehn an der Zahl. Darunter unter anderem der eminente Text der ehemaligen Despotin und Nonne Jefimija. Ihre lyrische Lobpreisung des Fürsten Lazar macht diesen zu einem christusgleichen Erlöser:

„Um die Unsicherheit irdischer Herrschaft abzulegen/um dein Blut zu vergießen/und dich den Kriegern des himmlischen Königs anzuschließen/erreichtest du zwei Ziele:/Du tötetest das Ungeheuer/und erlangtest das Märtyrergewand von Gott.“

Jefimija, Serbische Nonne[47]

Der als eigentlicher Epitaph abgefasste Text auf der Kosovo-Säule Stefan Lazarević, Sohn Lazars und Despot des serbischen Reiches, der sich bis ins späte 15. Jahrhundert erhalten hatte, feierte den großen Fürsten in einer feierlichen rhetorischen Erzählung als „Wunder der Erde“ und „Herren der Serben“ und beschrieb durch drastische und heroische Intonation das Ereignis der Schlacht:[48]

„Wanderer, du, der du über das serbische Land gehst, egal woher du kommst, fremder oder einheimischer, betritst du dieses Feld, das sich Amselfeld nennt, dann wirst du auf diesem die Gebeine der Toten erblicken und auch eine steinerne, kreuzartige Säule vorfinden, die sich geschmückt inmitten des Feldes erhebt.“

Stefan Lazarević, Serbischer Despot[49]

Eine historisch präzisere Darstellung findet sich in den zwölf oder 13 Jahre nach dem Waffengang geschriebenen Aufzeichnungen des Mönchs Ignatije, der den Moskauer Metropoliten Pimen nach Konstantinopel begleitete und erstmals auch denjenigen nannte, der Murat getötet hatte. Zur Schlacht vermerkt er Folgendes:[40]

„Es war vor unserer Reise, dass der Zar Amurat mit seinem Heer gegen den serbischen Zaren Lazar zog, und so vernahm man, dass beide in der Schlacht gefallen sind. Zuerst ward Amurat durch Verrat eines Vertrauten Lazars, mit Namen Miloš, getötet, und just in dieser Stunde erkoren die Türken Bayazit zum Zaren, den Sohn Amurats; und wieder erstarkten die Türken und nahmen mit ihren Händen den serbischen Zaren Lazar und seine Fürsten und seine Vojvoden, seine Ritter und seine Diener und sein ganzes Heer gefangen; die einen brachten sie um, die anderen nahmen sie in Gefangenschaft. Dann erschlug der türkische Zar den serbischen Zaren Lazar mit seinem Schwert.“

Ignatije, Russischer Mönch

Auf die Zusammenstellung von Lazars Heer wurde insbesondere in türkischen Quellen eingegangen, die unter anderem von einer Beteiligung von Walachen, Bulgaren, Albanern, Deutschen und Tschechen berichten. Doch außer Tvrtko und Vuk Branković unterstützte keiner der mächtigeren benachbarten Fürsten und Könige Lazar. Dass Lazar aber um Beistand gebeten hatte, erschließt sich auch aus dem Slovo kneza Lazara:[40]

„Dann bat er (Lazar) Angehörige und Mächtige und Heerführer und Krieger, bedeutende und unbedeutende, sich ihm anzuschließen.“

Danilo III., Serbischer Metropolit

Der genaue Schlachtverlauf ist nicht überliefert, doch wurde zum Teil die Heftigkeit des Kampfes betont, etwa im Dubrovniker Letopis aus dem 15. Jahrhundert:[40]

„1389, 15. Juni, am Vidovdan, am Dienstag, fand die Schlacht zwischen den Serben und dem türkischen Zaren statt. Unter den Serben waren da: Lazar, der serbische König, Vuk Branković und Vlatko Vuković, Vojvoden. Und es gab zahlreiche Opfer, türkische und serbische, und nur wenige kehrten heim. Zar Murat wurde getötet und der serbische König. Die Schlacht gewannen nicht die Türken. Und auch nicht die Serben, da es viele Tote gab. Die Schlacht war auf dem Amselfeld.“

Dubrovniker Annalen, 15. Jahrhundert

Auf das Schicksal Murats nehmen viele Quellen Bezug und entwickeln sich bereits zu sagenhaften Darstellungen, die je nach Standpunkt unterschiedlich gefärbt sind.

Bertrandon de la Broquière stellt den Tod Murads als für die Osmanen traumatisch empfundenen Verlust, der auch das Verhalten der nachfolgenden Sultane im direkten Umgang mit christlichen Abgesandten weiter prägte:[50]

„…es ist eine Regel, das keiner der Abgesandten direkt mit dem Besagten Herrscher (Murad) sprechen darf, seit ein serbischer Abgesandter seinen Großvater getötet hatte, da diese keine Milde mit den besagten (Bewohner) Serbiens hatte, sonder diese in Gnade und Ungnade als Unterdrückte halten wollte. Und um die Menschen und das Land aus der Unterdrückung zu befreien, so hat er den besagten Türken vor seinen Leuten während dieser mit ihm in Unterredung war umgebracht und wurde selbst getötet.“

Bertrandon de la Broquières (Le voyage d’outremer, 1433)

Bei Jörg von Nürnberg, der 1460 Gefangener der Osmanen in Konstantinopel war und später in die Dienste des Papstes trat, kam Murat durch eine List ums Leben:[40]

„So hatte der Despot Lazar zwei Onkel die ständig im Streit miteinander lagen. Als er mit den Türken zu kämpfen hatte, wetteiferten die beiden, wer morgen der Beste in der Schlacht sein würde. Während der Nacht überbrachte einer der Onkel dem Türken die Nachricht, dass er ihm in der Früh mit seinen Truppen zuhilfe kommen werde. Darüber war der Türke hoch erfreut, und am Morgen, als er angekommen war und ihm die Füße küssen sollte, da zog er sein Schwert und erstach den Türken.“

Jörg von Nürnberg

Die erste türkische Quelle zum Amselfeld wurde 1512 von Mehmed Nesri, dem Dichter Sultan Selims verfasst. Darin wird der Märtyrertod Sultan Murads betont und Bezug auf Miloš Obelić genommen, was auf den direkten Einfluss der serbischen Volksdichtung, die um diese Zeit schon auf der Balkanhalbinsel verbreitet war, zurückgeführt wird. So sind die sagenhaften Züge von Murads Tod, der hier erst nach dem Sieg über die Serben und nicht während der Schlacht erfolgt, weiter ausgearbeitet:[51][52]

„Märtyrertod des Khodawendkiar Ghäzi Muräd Khan — Gott der Erhabene erbarme sich seiner! Als das Heer der Ungläubigen geschlagen und eine unzählige Menge derselben über die Klinge gesprungen war, … strebte Muräd Khan Ghäzi danach, auf der Walstatt den Märtyrertod zu erleiden. … indem er mit einigen seiner vertrauten Diener diese selshügel Getöteter besichtigte, befand sich unter ihnen ein Ungläubiger namens Milos Obelic, ein beherzter und mutiger Verfluchter. … Als Muräd Khan Ghäzi zu diesem Ungläubigen kam, stand dieser auf, halb fallend, halb sich erhebend, und ging auf den Khonkiär los. … aber Muräd Ghäzi ließ ihn seinem Wunsche gemäß heran … er kam heran, und indem er sich stellte, als wollte er den Steigbügel des Khonkiär küssen, stach er auf den Khonkiär los. … Jenen Ungläubigen zerhieb man an dieser Stelle; schnell holte man ein Zelt herbei, um den Sultan darunter zu bringen, seinen Sohn Bäjazit brachte man zur Fahne des Glaubens, den Prinzen Jakub Celebi führte man unter dem Vorwande: „Komm, Dein Vater verlangt Dich!" in das Zelt und erwürgte ihn da. Zufälligerweise war der Fürst Lazar mit seinem Sohne gefangen genommen worden; man schleppte sie herbei und tötete beide, in jener Nacht gab es unter dem islamischen Heere große Verwirrung und Aufregung, am anderen Morgen setzten sie den Sultan Bäjazit auf den Thron. – Das Datum aller dieser Ereignisse ist das Jahr 791 der Hidschra.“

Mehmed Nesri, Dichter

Der Ausgang der Schlacht ist gar nicht klar, die ältesten Quellen berichten nichts von einer tragischen Niederlage der Serben. Laut Sima Ćirković gebe es in Wirklichkeit so wenig Primärquellen, dass er sogar zweifelt, ob die Schlacht überhaupt stattgefunden hat.[53][54]

Serbische und osmanische Erinnerungsbauten[Bearbeiten]

Das Meşhed-i Hüdavendigar

Sowohl die Serben als auch die Türken haben die Stelle der Schlacht durch Erinnerungsbauten geehrt. Im Meşhed-i Hüdavendigar wird ein Teil der sterblichen Überreste Murats aufbewahrt. Stefan Lazarević ließ auf dem Kosovo Polje ein Marmorkreuz mit einer Inschrift anbringen.

Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde der Bau eines Tempels, dem Vidovdanski hram, durch Aleksandar Obrenović in Auftrag gegeben.[55] Der Hofbildhauer Ivan Meštrović entwarf 1905 dazu eine monumentale Basilika mit zahlreichen Plastiken der Heroen aus dem Amselfeldmythos. Zwar wurde das Projekt durch die Ermordung Aleksandar Obrenovićs nicht über das Entwurfsstadium hinaus fortgeführt, jedoch konnte Meštrović einen Großteil der überlebensgroßen Plastiken anfertigen, darunter die Karyatiden, die Marmorskulptur des Miloš Obilić (heute im Serbischen Nationalmuseum), die Bronze Miloš Obilićs im königlichen Schloss auf dem Dedinje,[56] Banović Strahinje (heute in der Tate Gallery) sowie die Marmor-Skulpturen Srđa Zlopogleđa und Male udovice und als Zentraler Figur aus dem Kraljević Marko Zyklus eine heute verlorene monumentale Marmorplastik eines nackten Kraljević Marko auf einem Pferd reitend, die heute nur noch als kleinere Bronze den ursprünglichen Eindruck vermittelt.[57][58][59] Zu den Figuren des Zyklus gehören zudem die Darstellungen der Mütter Witwen, von denen die beiden Skulpturen der mythologischen Schönheit Vukosava vom Kosovo als Secanje (dt. Erinnerung) in Varianten im Nationalmuseum Serbiens, sowie im königlichen Schloss auf dem Dedije gezeigt werden.[60]

Die Skulpturen des Vidovdanski hram wurden erstmals 1908 in Paris, der damals fertige Zyklus 1910 auf der Wiener Sezessions-Ausstellung, das Holzmodell der Kathedrale 1911 auf der Ausstellung in Rom im serbischen Pavillon zusammen mit den Skulpturen ausgestellt,[61] wo seine Arbeit mit der Goldmedaille ausgezeichnet wurde, was Meštrovićs Weltruhm als Bildhauer begründete. Bis 1968 befand sich das Modell anschließend in New York, danach kam es nach Kruševac, wo es heute im Museum der Stadt ausgestellt ist.[62]

Im sozialistischen Jugoslawien wurde 1953 durch Aleksandar Deroko anstelle der Kathedrale ein Denkmalkomplex errichtet, in dessen Zentrum ein Turm in Form eines mittelalterlichen Donjons stand. Das Gazimestan genannte Ensemble hatte unter den Kommunisten nur geringe Bedeutung, wurde aber durch die 600-Jahr-Feier der Schlacht 1989 zu einem symbolträchtigen Ort.

Während des Kosovokriegs und der Verwaltung des Kosovos durch die UNMIK wurden Teile des Gazimestan-Denkmals 1999 und 2004 beschädigt. Insbesondere wurde die Treppe im Innern des Turmes zerstört. Die KFOR übergab 2010 die Bewachung des Denkmalkomplexes den kosovarischen Behörden und der einheimischen Polizei.

Ein das historische Echo der Amselfeldschlacht widerspiegelndes hochsymbolisches Projekt wurde auch der Tempel des Heiligen Sava in Belgrad. Seit den 1920er Jahren geplant und 1935 in Angriff genommen, wurde die über jahrzehnte andauernde Kontroverse um die Bauidee in seiner Symbolik ständig modifiziert.[63][64] In seiner spirituellen Widmung zur serbischen mittelalterlichen Geschichte wurde dem Gebäude nach Bratislav Pantelić der Entwurf eines symbolischen Zentrums der nationalen Einheit und nationaler Gedenkstätte zu grunde gelegt. Seine Idee ist als: äußere Manifestation der Empfindung der Einzigartigkeit (der Serben) und dem rechten Weg mit dem auf dem Amselfeld geschaffenen Axiom zu folgen – zu verstehen und damit den vielfachen Bezügen zum Amselfeld-Mythos verpflichtet.[65] Durch den durch die kommunistische Nomenklatur lange unterbundene Weiterbau bildete daher die Wiederaufnahme 1985 mit den parallel vorbereiteten Feierlichkeiten zum 600sten Gedenktag der Amselfeldschlacht 1989 den modernen Höhepunkt in der Erweckung nationaler Gefühle.[66] In der Benennung des Gebäudes als Tempel wurde, wie in dem aufgegebenen Projekt des Vidovdan-Tempels, sein exzeptioneller Charakter hervorgehoben, der durch die Hinzufügung einer vom Chefarchitekten Branko Pešić entworfendnen Amselfeld-Gedenkstätte in Form einer Kapelle, als Grabkirche des Heiligen Märtyrers Fürst Lazar (Grobna crkva svetog mučenika kneza Lazara), integraler Bestandteil des modifizierten Projektes ist, weiter unterstrichen.[67]

Vereinzelt wurde die Amselfeldschlacht von Emigranten auch in der Architektur anderer Länder thematisiert, beispielsweise am dem von einem serbischen Bankier in Triest 1850 errichteten Palazzo Gopcevich.

Politische Staatsakte[Bearbeiten]

Als formeller Staatsakt wurde der Vidovdan in Serbien erstmals zur 550-Jahr-Feier 1939 begangen. Doch schon zur Krönung von König Peter I. 1904 wurden Szenen der Amselfeldschlacht nachgestellt und im Kult um Knez Lazar und Miloš Obilić mit der Zeremonie der Inauguration von König Peter verbunden.[68]

Der Vidovdan wurde während des Ersten Weltkrieges 1916 auch in den mit Serbien verbündeten Entente-Mächten Frankreich und Großbritannien im sogenannten Kosovo Celebration Day offiziell begangen.[69][70][71][72] Selbst in den USA wurde des Tages der Amselfeldschlacht 1918 unter dem damaligen amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson als Kossovo Day gedacht. Hierbei wurden die Amerikaner aufgerufen, in Kirchen für die Serben zu beten und am Weißen Haus auch die serbische Fahne gehisst.[73][74][75]

Der Auftritt von Slobodan Milošević zur 600-Jahr-Feier der Schlacht am 28. Juni 1989 in Gazimestan und seine dortige Amselfeld-Rede wird als erste bedeutende Demonstration der serbischen Nationalbewegung und des schwierigen Prozesses der serbischen Identitätsfindung im krisengeschüttelten Jugoslawien der 1980er-Jahre gesehen. Die Nationalitätenkonflikte im späten Jugoslawien, die mit der Abkehr von einer Identifizierung mit der jugoslawischen Gesellschaft und Ablehnung eines gemeinsamen Staates zu den Jugoslawienkriegen beitrugen, wurden insbesondere im Westen aus der Amselfeldrede herausgelesen.

Nationalmythos der Serben[Bearbeiten]

Gazimestan, Denkmal der Amselfeldschlacht
Erinnerungsmünze anlässlich der 600-Jahrfeier 1989, Kosovohelden
Erinnerungsmünze anlässlich der 600-Jahrfeier 1989, Prinz Lazar

Die Schlacht auf dem Amselfeld ist dasjenige historische Ereignis, das im Lauf der serbischen Geschichte am meisten verklärt worden ist. Im religiösen und nationalen serbischen Selbstverständnis ist das Amselfeld damit der schicksalhafte Ort der serbischen Geschichte, dessen Singularität Vasko Popa beispielhaft in dem Gedicht Kosovo polje zusammenfasst: Ein Feld wie kein zweites, Himmel darüber, Himmel darunter.[76] Im Werk des Dichters Matija Bečković findet sich die Sichtweise des serbischen Schicksalsortes in ihrer exemplarischen mythologisch-religiösen Bedeutung: Kosovo ist der Äquator des serbischen Planeten, das Dach seiner unterirdischen und die Basis seiner oberirdischen Welt. Hier wurde das Gedächtnis des serbischen Volkes auf die Zeit vor und nach dem Kosovo gestellt. Kosovo ist die große Flut der serbischen Geschichte, das serbische Neue Testament.[77] Fürst Lazar, als Führer der christlichen Koalition, wird schon unmittelbar nach der Schlacht die Aureole des Märtyrers zugesprochen. Er nimmt durch die Heiligsprechung, die literarische Behandlung und den Kult des Amselfeldmythos bis heute eine exponierte Stellung im serbischen Nationalbewusstsein ein.

Dieses Syntagma, das den Kosovo zum teuersten serbischen Wort (Kosovo najskuplja srpska reč, Matija Bečković 1989) erklärt, wurde in serbischen Medien und der serbischen Bevölkerung ab Ende der 1980er Jahre zu einem geflügelten Wort und untermalt markant die Periode nationaler Selbstfindung und nationalistischer Exzesse im Jugoslawien der späten 1980er- und gesamten 1990er-Jahre. Es fungierte somit als eine Kurzfassung des nationalserbischen politischen Aufbruchs im zerfallenden Jugoslawien.[78][79][80]

Der Kosovo-Zyklus in der epischen Dichtung[Bearbeiten]

Herkunft und literarische Einflüsse[Bearbeiten]

In der serbischen epischen Dichtung sind die Gesänge des Kosovozyklus seit dem späten 15. Jahrhundert bekannt. Die serbische epische Dichtung wurde oral tradiert und wird bis heute von einem Sänger, dem Guslar, der zumeist die Spießgeige Gusle als Begleitinstrument nutzt, vorgetragen.

Strukturell sind diese Gesänge aus der mittelalterlichen Dichtung in den feudalen Zentren an der Adriaküste, den bugarstice, hervorgegangen (14 oder 16 Silben in einer Verszeile).[81] Hier wurden die Heroen der Schlacht vom Amselfeld, nach dem Zusammenbruch des serbischen Reiches 1459, durch die Emigration zahlreicher serbischer Adliger an die Adriaküste und die Herzegowina literarisch von den ehemaligen serbischen Hofdichtern sowie der Tradition verhafteten Adligen als zentrale Gestalten in die epischen Gesänge aufgenommen, die bald zu einem Zyklus verschiedener Geschichten anwuchsen, die auch außerhalb des Amselfeldkontexts Themen fanden.

Vermutlich sind die serbischen epischen Gesänge durch die italienische Dichtung, insbesondere von Ariosto und Tasso, sowie von der Tradition der Trobadore und den kastilischen Romances (Romanceros, romances), die den Konflikt zwischen Islam und Christentum behandeln, in den feudalen Zentren Dalmatiens wie Ragusa, dem späteren Dubrovnik, beeinflusst worden. Die Schlacht selbst wird in den Gesängen nicht beschrieben, aber die Figuren und Handlungen kreisen um das große Ereignis der Schlacht.

Das Mädchen vom Amselfeld – einer der epischen Gesänge[Bearbeiten]

Eine der bekanntesten Figuren aus den epischen Gesängen ist das Mädchen vom Amselfeld.[82] Es sucht nach der Schlacht nach Überlebenden und versorgt die Verwundeten mit Essen und Wein. Durch die Erzählung des tödlich verwundeten Helden Pavle Orlović erfährt es, was sich zugetragen hat. Das Mädchen vom Amselfeld ist in der serbischen Kultur seither Sinnbild von Güte und Hilfsbereitschaft:[83]

Frühe Rose, junges Mädchen vom Amselfeld
Frühe Rose am sonntäglichen Morgen
Rose vor der strahlenden Morgensonne
Die weißen Ärmel ihrer Robe hat sie zurückgeworfen
Hat sie hinter ihre weichen, weißen Ellenbogen geworfen
Trägt auf ihren Schultern weißes Brot
Trägt zwei leuchtende Krüge
Mit frischem Wasser hat sie den einen gefüllt
und den anderen mit gutem dunklen Wein
Dann sucht sie die weite Niederung des Amselfeldes
Sucht den Platz, wo Zar Lazar stand
Wandert zwischen verblutenden Helden
Als sie einen lebenden darunter entdeckt
Gibt sie ihm kühlendes Wasser
Gibt ihm, wie das Sakrament, den roten Wein
Und bietet dem Helden das gute, weiße Brot

Kulte um den Veitstag und die Amselfeldschlacht[Bearbeiten]

Eine Byzantinische Pfingstrose (Paeonia peregrina) am Fuße des Denkmals am Gazimestan
Nadežda Petrović, Rote Pfingstrosen (serb. Kosovski božuri)

In Erinnerung an die Gefallenen der Amselfeldschlacht entstanden zahlreiche Rituale und Symbole: der kultische Totentanz Vidovdanka, die Pfingstrose, die aus dem Blut der Gefallenen entsprossen sein soll, oder das am Gedenktag sprudelnde heilige Wasser Vidovica.[84]

Nach dem Volksglauben entwickelten sich beispielhaft die Amselfelder Pfingstrosen aus vergossenem Blut der Amselfelder Helden; die roten aus serbischem und die blauen aus türkischem.[85] So entstand auch der Brauch, dass der Hausherr auf dem Amselfeld am Vorabend des Vidovdan jedem Menschen, der zur Vidovdanka aufbrach, einen Strauch Päonienblüten mitgab. Generell verbanden sich im serbischen Volksbrauchtum parallele Entwicklungen im Kult um den Veitstag (der heidnische Kult des Svantovit wurde hier mit Christlichem vermischt) und den Hl. Veit sowie den Amselfeldmythos.[86] Dabei haben sich im Sankt-Veits-Kult die ursprünglichen Vegetationsrituale des Veitstages erhalten und mit der Amselfeldschlacht verbunden.

Die Amselfeld-Pfingstrose wird in den serbischen Volksliedern oft mit mythischem Bezug besungen. Das Päonien-Motiv ist hier ein Symbol der Wiedergeburt und Fruchtbarkeit und hat auch eine sexuelle Konnotation. Das bekannteste Beispiel eines solchen serbischen Voksliedes aus dem Kosovo ist Kosovski božuri (dt. Amselfeld-Päonien, auch Usnila je dubok sanak), das beispielsweise von der Volkssängerin Jelena Tomašević eingespielt worden ist.[87]

Kosovski božuri (Usnila je dubok sanak) Amselfeld-Päonien (Es träumt einen tiefen Traum)
Usnila je dubok sanak

sa Kosova Rada,
pa se svome milom, dragom
u naručju jada.

Refrain
Hej, dragi, dragi
božurove sadi
ja ću vodu, a ti koren
nek izniknu mladi

Vidiš, dragi, sirom polja
božurova nema
samo kamen, ljuto trnje
pod oblakom drema

Refrain

Da procveta ravno polje
oko manastira
i da pastir ispod brda.
u frulu zasvira

Es träumt einen tiefen Traum/
Rada vom Amselfeld/
in dem sie ihren Liebsten, Teuersten/
im Leid umarmt/
/
Refrain /
Hey Liebster, Liebster/
pflanze Päonien/
ich bringe Wasser, du die Wurzel/
denn kommen sollen junge/
/
Siehst du Liebster, auf dem ganzen Feld/
nicht eine Päonie/
nur Fels und böse Dornen/
die unter Wolken dösen/
/
Refrain/
/
Damit das ebene Feld/
ums Kloster erblüht/
und der Hirt am Berg/
die Flaute spielt/

Von serbischen Lyrikern ist das Blut-Emblem der Pfingstrose zahlreich behandelt worden, darunter Milan Rakič (Božur),[88] Vasko Popa (Kosovo polje);[89] Vuk Drašković (Kosovo),[90] Dragoljub Filipović (Kosovski božuri, Pesme 1917).[91] In der bildenden Kunst hat die Expressionistin Nadežda Petrović das Thema in ihrem bekannten Gemälde Rote Pfingstrosen behandelt.

Bis heute ist die Pfingstrose eine Metapher für das Opfer der serbischen Krieger auf dem Amselfeld, aber auch ein wesentlicher Bestandteil nationalistischer Parolen und daher selbst in modernen und aktuellen Bezügen eine stark emotionalisierende Vokabel.[92][93][94] Die Byzantinische Pfingstrose (Paeonia peregrina Mill.) trägt aus den gesagten Gründen sowie ihrer in Serbien hauptsächlich auf den Kosovo beschränkten Verbreitung wegen im Serbischen bezeichnenderweise auch den Trivialnamen Kosovski božur (kyrill: Косовски божур). Božur ist zudem im Serbischen ein männlicher Vorname.[95]

Datum[Bearbeiten]

Als Datum der Schlacht wird manchmal der 28. Juni oder nach osmanischen Quellen der 16. Schaʿban 791hiǧrī/ 10. August 1389jul. angegeben. Ersteres liegt daran, dass ab 1900 der 15. Juni des Julianischen Kalenders auf den 28. Juni des heute international benutzten Gregorianischen Kalenders fällt. Da die serbisch-orthodoxe Kirche den gregorianischen Kalender nicht übernommen hat,[96] gilt in Serbien heute der 15. Junijul./ 28. Junigreg. als Gedenktag. Zum Zeitpunkt der Schlacht gab es aber noch keinen Gregorianischen Kalender, daher war damals das Datum eindeutig.

Unter dem Einfluss der Romantik und des Panslawismus des 19. Jahrhunderts wurde der Vidovdan (deutsch: St.-Veits-Tag) als Feiertag des altslawischen Gottes Svantovit (deutsch: „der heilige Herrscher/Sieger“) interpretiert. Er soll der oberste Kriegsgott der alten Slawen gewesen sein. Die Serben sollen diesen Tag gewählt haben, um mit den Osmanen die Schlacht auf dem Amselfeld auszutragen. Die moderne serbische Geschichtswissenschaft vermutet hingegen, dass der Vidovdan ein Überbleibsel des im 12. Jahrhundert beinahe dominierenden römisch-katholischen Einflusses war oder dass deutsche Siedler und Bergleute, die im 13. Jahrhundert nach Serbien kamen, den Feiertag mitbrachten und dieser dann auch von den orthodoxen Serben übernommen wurde.

Heute ist der 28. Juni in Serbien Gedenk- und Feiertag.

Literatur[Bearbeiten]

Zeitgenössische Chroniken[Bearbeiten]

  • Unbekannter Verfasser: Història de Jacob Xalabín. Badia, Lola. «Estudi introductori». In: Història de Jacob Xalabín. Edicions 62, Barcelona 1982, ISBN 84-297-1822-2, S. 5–23.
  • Unbekannter Verfasser: Cronica Volgare di Anonimo Fiorentino, dall’anno 1385 al 1409; ed. E. Bellondi, Rerum Italicarum Scriptores t. XXVIII p, II, Città di Castello 1915, S. 77–79.

Quelleneditionen[Bearbeiten]

  • Maximilian Braun: Kosovo, Die Schlacht auf dem Amselfelde in geschichtlicher und epischer Überlieferung. Leipzig 1937.
  • Đorđe Radojičić: Savremene vesti o Kosovskoj bici kod ruskog pisca đakona Ignatija. In: Starinar. III, Belgrad 1937, S. 47–54.
  • Sima Ćirković: Dimitrije Kidon o kosovskom boju. Zbornik radova Visantološkog instituta, Vol. 13, Belgrad 1971, S. 213–219.
  • Sima Ćirković: Istorijski izvori o kosovskom boju. In: Ljiljana Aleksić (Hrsg.): Bitka na Kosovu 1389. godine. Galerija Srpske Akademije nauke i umetnosti, Vol. 65, Belgrad 1989, S. 167–196.

Wissenschaftliche Literatur[Bearbeiten]

Aufsatzsammlungen

  • Ljiljana Aleksić (Hrsg.): Bitka na Kosovu 1389. godine. Galerija Srpske Akademije nauke i umetnosti, Vol. 65, Belgrad 1989.
  • Slavenko Terzić (Hrsg.): Kosovska bitka u istoriografiji. Zbornik radova Istorijskog instituta XI, Belgrad 1990.
  • Wayne S. Vucinich, Thomas A. Emmert (Hrsg.): Kosovo – Legacy of a Medieval Battle. (Minnesota Mediterranean and East European Monographs, Vol. 1) University of Minnesota, Minneapolis 1991, ISSN 1057-3941.

Monographien

  • Thomas A. Emmert: Serbian Golgotha Kosovo, 1389. East European Monographs, CCLXXVIII, Columbia University Press, New York 1990, ISBN 0-88033-175-5.
  • Stefan Schlotzer (Übers.), Erika Baermann (Komm.): Serbische Heldenlieder. Sagner, München 1996, ISBN 3-87690-627-X. (Marburger Abhandlungen zur Geschichte und Kultur Osteuropas; Bd. 37)

Aufsätze

  • Sima Ćirković: Percepcija ishoda Kosovske bitke. (engl. Zusammenfassung: Perception of the outcome of the Kosovo battle). In: Istorijski glasnik. 1/2, Belgrad, 1994, S. 7–14.
  • Sima Ćirković: O sastavu in snazi Lazarevog tabora na Kosovu. (engl. Zusammenfassung: On composition and strength of Prince Lazar’s camp on Kosovo). In: Vojnoistorijski Glasnik. XL, Maj-August, Nr. 2, Belgrad, 1989, S. 151–168.

Allgemeine Darstellungen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Battle of Kosovo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1.  Dušan Bataković: Kosovo chronicals. The Age of Ascent. Belgrad 1992 (englisch, http://www.rastko.org.yu/kosovo/istorija/kosovo_chronicles/kc_part1b.html#Ch1b2, abgerufen am 2. Februar 2013).
  2.  Ljubomir Maksimović: Visantija i Turci od Maričke do Kosovske bitke (1371–1389). In: Glas, Odeljenje istorijskih nauka. Nr. 9, serbische Akademie der Künste, Belgrad 1996, S. 33–46.
  3.  Momčilo Spremčić: Vuk Branković i Kosovska bitka. In: Glas, Odeljenje istorijskih nauka. Nr. 9, serbische Akademie der Künste, Belgrad 1996, S. 85–108.
  4.  Jelka Ređep: Žitije Kneza Lazara. Prometej, Novi Sad 2010.
  5.  Jelka Ređep: The Legend of Kosovo. In: Oral Tradition. 6, Nr. 2, 1991, S. 253–265 (englisch, http://journal.oraltradition.org/files/articles/6ii-iii/11_redep.pdf, abgerufen am 2. Februar 2013).
  6. Sima Ćirković, 1996: Kosovska bitka u medunarodnom kontekstu. Glasnik Srpske Akademije Nauka i Umetnosti, odeljene istorijskih nauka, 9, Belgrad, S. 49–69, hier S. 58.
  7. ibid. Sima Ćirković, 1996: S. 59.
  8. Franjo Rački, Boj na Kosovu. Zagreb 1889; Mihailo Dinić, Kosovska bitka, Enciklopedija Jugoslavije, Belgrad 1962.
  9. Sima Cirkovic, 1996: Kosovska bitka u medunarodnom kontekstu. Gals Srpske Akademije Nauka i Umetnosti, odeljene istorijskih nauka, ), 49-69, Belgrad. S. 54.
  10. a b Stjepan Antoljak, 1989: Jesu li Hrvati sudjelovali u kosovskoj bici 1389?. In: Historijski zbornik, XLII (1), 37-55, S. 37 Jesu li Hrvati sudjelovali u kosovskoj bici (PDF; 2,4 MB)
  11. John Musachi: Brief Chronicle on the Descendants of our Musachi Dynasty
  12. Nenad Fejić, 1990: Širenje kruga izvora o kosovskom boju. In: Slavenko Terzić (Hrsg.): Symposium – The Batle of Kosovo in Historiography. Historical Institute Beograd, Collection of Works, 11, S. 33–40.
  13.  Miranda Vickers: Shqiptarët – Një histori moderne. Bota Shqiptare, 2008 (Originaltitel: The Albanians – A Modern History, übersetzt von Xhevdet Shehu), ISBN 978-99956-11-68-2, Mbërritja e osmanëve.
  14. Milorad Ekmečić, 2000: Historiography By the Garb Only. In: Slavenko Terzić (Hrsg.), Response to Noel Malcolm’s Book KOSOVO. A SHORT HISTORY – Scientific Discussion on Noel Malcolm’s book „Kosovo. A Short History“. INSTITUTE OF HISTORY of the Serbian Academy of Sciences and Arts Collection of Works Volume 18, Belgrad.
  15. Miloš Blagojević, 1990: Vojno-istorijske rekonstrukcije Kosovske bitke. In: Slavenko Terzić (Hrsg.), Symposium – The Battle of Kosovo in historiography. Historical Institute, Vol. 11, Belgrad, S. 11–22, hier S. 17.
  16. ibid. Miloš Blagojević, 1990: S. 17.
  17. ibid. Miloš Blagojević, 1990: S. 18.
  18. Sima Ćirković: Vladarski dvori oko jezera na Kosovu. In: Zbornik za likovnu umetnost, 20, Belgrad 1984, S. 74.
  19. Ferenc Majoros und Bernd Rill: Das Osmanische Reich 1300–1922. Die Geschichte einer Großmacht. Marix Verlag GmbH, Wiesbaden 2004, S. 116.
  20. In den meisten Quellen ist nichts von einem osmanischen Artillerieeinsatz zu lesen. Solche Aussagen stützen sich im Allgemeinen auf eine nicht unumstrittene Passage in der Geschichte des Osmanischen Reiches von Hammer-Purgstall. Majoros/Rill: Das Osmanische Reich 1300–1922. S. 117.
  21. Thomas A. Emmert, 1991: Primary Sources – The Battle of Kosovo: Early Reports of Victory and Defeat from Kosovo. In: Legacy of a Medieval Battle [1] (PDF; 114 kB)
  22. Sima Ćirković, 1990: Kosovska bitka kao istorijski problem. In: Slavenko Terzić (Hrsg.): Symposium – The Batle of Kosovo in Historiography. Historical Institute Beograd, Collection of Works, 11, 109-118, S. 113.
  23. ibid. Sima Ćirković, 1990: S. 111.
  24. ibid. Nenad Fejić, 1990: S. 34 ff.
  25. ibid. Sima Ćirković, 1990: S. 111.
  26. ibid Sima Ćirković, 1990: S. 111.
  27. ibid. Sima Ćirković, 1990: S. 117.
  28. ibid. Sima Ćirković, 1990: S. 117.
  29. ibid. Sima Ćirković 1994, S. 13.
  30. ibid. Sima Ćirković 1994, S. 11.
  31. ibid. Sima Ćirković 1994, S. 12.
  32. ibid. Sima Ćirković 1994, S. 13.
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