Landkreis Köthen

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Dieser Artikel behandelt den Landkreis Köthen im Land Sachsen-Anhalt (1990–2007). Für den Kreis Köthen im Bezirk Halle der DDR (1952–1990) siehe Kreis Köthen.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Köthen Deutschlandkarte, Position des Landkreises Köthen hervorgehobenp1
Basisdaten (Stand 2007)
Bestandszeitraum: 1990–2007
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Verwaltungssitz: Köthen (Anhalt)
Fläche: 475,11 km²
Einwohner: 64.675 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 136 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: KÖT
Kreisschlüssel: 15 1 59
Kreisgliederung: 38 Gemeinden
Landrat: Ulf Schindler (CDU)
Lage des Landkreises Köthen in Sachsen-Anhalt
Altmarkkreis Salzwedel Landkreis Stendal Landkreis Börde Magdeburg Landkreis Jerichower Land Landkreis Harz Salzlandkreis Landkreis Anhalt-Bitterfeld Dessau-Roßlau Landkreis Wittenberg Saalekreis Halle (Saale) Burgenlandkreis Landkreis Mansfeld-Südharz Berlin Sachsen Thüringen Niedersachsen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Kreistagswahl 2004[1][2]
Wahlbeteiligung: 46,6 % (1999: 52,0 %)
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10
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27,5 %
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n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1999
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Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
f 1999: Einzelbewerberin Heidrun Schönwald

Der Landkreis Köthen/Anhalt war ein Landkreis in der östlichen Mitte des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Nachbarkreise waren im Norden der Landkreis Schönebeck und der Landkreis Anhalt-Zerbst sowie die kreisfreie Stadt Dessau, im Osten der Landkreis Bitterfeld, im Süden der Saalkreis und im Westen der Landkreis Bernburg. Der Landkreis ging am 1. Juli 2007 auf Grund einer Kreisreform in Sachsen-Anhalt in den neu gebildeten Landkreis Anhalt-Bitterfeld auf.

Geographie[Bearbeiten]

Der Landkreis Köthen/Anhalt lag in der Magdeburger Börde im Zentrum des Dreiecks MagdeburgDessauHalle (Saale). Im Norden grenzte er an die Elbe. Nahe der Elbe liegt der Wulfener Bruch, ein Feuchtwiesengebiet mit zahlreichen bedrohten Vogelarten.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Fürstentum Anhalt-Köthen bestand seit 1603. Johann Sebastian Bach diente hier eine Zeit lang als Kapellmeister. 1665 wurde es mit Anhalt-Plötzkau vereinigt und wurde 1806 Herzogtum. 1847 wurde es zwischen Anhalt-Dessau und Anhalt-Bernburg aufgeteilt, 1863 kam Anhalt-Köthen vollständig zum Herzogtum Anhalt. Gleichzeitig wurde aus ihm der Kreis Köthen gebildet.[3] Nachdem 1918 aus dem Herzogtum Anhalt der Freistaat Anhalt geworden war, wurde 1932 aus den Kreisen Köthen und Dessau der Landkreis Dessau-Köthen gebildet.[4] 1934 wurde die Stadt Köthen kreisfrei.

Nach 1945 gehörte der Landkreis Dessau-Köthen zunächst zur neugebildeten Provinz Sachsen-Anhalt, aus der 1947 das Land Sachsen-Anhalt wurde. Bei einer Kreisgebietsreform im Jahre 1950 wurde aus dem Landkreis Dessau-Köthen und dem Stadtkreis Köthen wieder ein Landkreis Köthen gebildet.

1952 kam es in der DDR zu einer umfassenden Kreisreform, bei der unter anderem die Länder aufgelöst wurden und durch Bezirke ersetzt wurden. Der Landkreis Köthen gab dabei Gebietsteile an die neuen Kreise Gräfenhainichen, Bernburg und Bitterfeld ab. Aus dem verbliebenen Teil des Landkreises wurde zusammen mit Gemeinden des alten Landkreises Schönebeck, der neue Kreis Köthen gebildet, der dem neugebildeten Bezirk Halle zugeordnet wurde.

Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Kreis Köthen 1990 im wiedergegründeten Land Sachsen-Anhalt zum Landkreis Köthen. Bis 2007 lautete die amtliche Bezeichnung Landkreis Köthen/Anhalt, obwohl die Kreisstadt die Schreibung Köthen (Anhalt) trug.

Bei der Kreisgebietsreform 2007 in Sachsen-Anhalt wurde der Landkreis Köthen mit dem Landkreis Bitterfeld und Teilen des Landkreises Anhalt-Zerbst zum neuen Landkreis Anhalt-Bitterfeld fusioniert.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2006)

Einheitsgemeinden


Verwaltungsgemeinschaften mit ihren Mitgliedsgemeinden bis zum 30. Juni 2007

Sitz der Verwaltungsgemeinschaft *

  1. Chörau (247)
  2. Diebzig (276)
  3. Dornbock (372)
  4. Drosa (615)
  5. Elsnigk (719)
  6. Großpaschleben (869)
  7. Kleinpaschleben (949)
  8. Libbesdorf (401)
  9. Micheln (770)
  10. Osternienburg * (2.130)
  11. Reppichau (481)
  12. Trinum (412)
  13. Wulfen (1.171)
  14. Zabitz (518)
  1. Edderitz (1.229)
  2. Fraßdorf (242)
  3. Glauzig (469)
  4. Görzig (1.262)
  5. Großbadegast (683)
  6. Gröbzig, Stadt (3.161)
  7. Hinsdorf (522)
  8. Libehna (271)
  9. Maasdorf (378)
  10. Meilendorf (250)
  11. Piethen (264)
  12. Prosigk (752)
  13. Quellendorf (1.027)
  14. Radegast, Stadt (1.221)
  15. Reupzig (328)
  16. Riesdorf (135)
  17. Scheuder (347)
  18. Schortewitz (696)
  19. Trebbichau an der Fuhne (368)
  20. Weißandt-Gölzau * (1.868)
  21. Wieskau (314)
  22. Zehbitz (374)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten von Schwarz und Silber, vorne ein halber silberner Flug, hinten eine auf rotem Schildfuß stehende Palme in natürlichen Farben (Kokospalme).“

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet verlief die Eisenbahnhauptstrecke Magdeburg-Halle (Saale).

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen KÖT. Es wurde bis zum 30. Juni 2007 ausgegeben. Seit dem 27. November 2012 ist es im Landkreis Anhalt-Bitterfeld erhältlich.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/kw04/erg/kreis/kw.15159.ergtab.frame.html
  2. http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/kw99/erg/kreis/kw.15159.ergtab.frame.html
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHGIS Germany: Anhalt (1863–1914). Abgerufen am 22. Juni 2009 (PDF; 33 kB).
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatRolf Jehke: Territoriale Veränderungen in Deutschland. Abgerufen am 22. Mai 2009.