Landkreis Höchstadt an der Aisch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Höchstadt a.d.Aisch Koordinaten fehlen
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Basisdaten (Stand 1972)
Bestandszeitraum: 1862–1972
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Verwaltungssitz: Höchstadt an der Aisch
Einwohner: 52.697 (27. Mai 1970)
Kfz-Kennzeichen: HÖS
Kreisschlüssel: 09 4 36
Kreisgliederung: 58 Gemeinden
Lage des Landkreises Höchstadt a.d.Aisch in Bayern
Karte
Über dieses Bild

Der Landkreis Höchstadt an der Aisch, amtlich Landkreis Höchstadt a.d.Aisch, gehörte zum bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken.

Bis zu seiner Auflösung hatte der Landkreis 58 Gemeinden.

Geographie[Bearbeiten]

Wichtige Orte[Bearbeiten]

Die größten Orte waren Höchstadt an der Aisch, Herzogenaurach, Adelsdorf und Schlüsselfeld.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Bamberg, Forchheim und Erlangen, an die kreisfreie Stadt Erlangen sowie an die Landkreise Fürth, Neustadt an der Aisch und Scheinfeld.

Geschichte[Bearbeiten]

Bezirksamt[Bearbeiten]

Das Bezirksamt Höchstadt an der Aisch wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Herzogenaurach und Höchstadt an der Aisch neu gebildet.[1]

Am 1. August 1923 wurden Gemeinden an die Stadt Erlangen abgetreten.

Am 1. Oktober 1931 kam die Gemeinde Puschendorf des Bezirksamtes Höchstadt an der Aisch zum Bezirksamt Fürth.

Landkreis[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt.[2] So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Höchstadt an der Aisch.

Am 1. Januar 1967 wurde die Gemeinde Kosbach an die Stadt Erlangen abgetreten.

Am 1. Juli 1972 wurde der größte Teil des Landkreises Höchstadt an der Aisch im Zuge der Gebietsreform in Bayern mit einigen Gemeinden des damaligen Landkreises Lauf an der Pegnitz dem Landkreis Erlangen zugeschlagen und kam somit zum Regierungsbezirk Mittelfranken.[3] Am 1. Mai 1973 erhielt der neue Landkreis die heutige Bezeichnung Landkreis Erlangen-Höchstadt.[4] Die Stadt Erlangen selbst blieb kreisfrei und wurde durch Eingemeindungen noch vergrößert.

Einige Gemeinden kamen zum Landkreis Bamberg und blieben damit im Regierungsbezirk Oberfranken.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Kursiv gesetzte Orte sind noch heute selbständige Gemeinden. Bei den Orten, die heute nicht mehr selbständig sind, ist vermerkt, zu welcher Gemeinde der Ort heute gehört.

  Städte

  1. Herzogenaurach (Lk. Erlangen-Höchstadt)
  2. Höchstadt an der Aisch (Lk. Erlangen-Höchstadt)
  3. Schlüsselfeld (Lk. Bamberg)

  Märkte

  1. Lonnerstadt (Lk. Erlangen-Höchstadt)
  2. Mühlhausen (Lk. Erlangen-Höchstadt)
  3. Vestenbergsgreuth (Lk. Erlangen-Höchstadt)
  4. Wachenroth (Lk. Erlangen-Höchstadt)
  5. Weisendorf (Lk. Erlangen-Höchstadt)

 

Gemeinden

  1. Adelsdorf (Lk. Erlangen-Höchstadt)
  2. Aisch (Gemeinde Adelsdorf, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  3. Biengarten (Stadt Höchstadt an der Aisch, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  4. Boxbrunn (Markt Weisendorf, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  5. Buch (Gemeinde Gremsdorf, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  6. Burgstall (Stadt Herzogenaurach, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  7. Dutendorf (Markt Vestenbergsgreuth, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  8. Elsendorf (Stadt Schlüsselfeld, Lk. Bamberg)
  9. Etzelskirchen (Stadt Höchstadt an der Aisch, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  10. Falkendorf (Gemeinde Aurachtal, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  11. Fetzelhofen (Markt Lonnerstadt, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  12. Frickenhöchstädt (Markt Vestenbergsgreuth, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  13. Frimmersdorf (Markt Vestenbergsgreuth, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  14. Gremsdorf (Lk. Erlangen-Höchstadt)
  15. Greuth (Stadt Höchstadt an der Aisch, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  16. Großdechsendorf (Stadt Erlangen)
  17. Großenseebach (Lk. Erlangen-Höchstadt)
  18. Hammerbach (Stadt Herzogenaurach, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  19. Hannberg (Gemeinde Heßdorf, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  20. Haundorf (Stadt Herzogenaurach, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  21. Hemhofen (Lk. Erlangen-Höchstadt)
  22. Heppstädt (Gemeinde Adelsdorf, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  23. Heßdorf (Lk. Erlangen-Höchstadt)
  24. Hesselberg (Gemeinde Heßdorf, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  25. Heuchelheim (Stadt Schlüsselfeld, Lk. Bamberg)
  26. Kairlindach (Markt Weisendorf, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  27. Kleinweisach (Markt Vestenbergsgreuth, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  28. Kosbach (am 1. Januar 1967 zu Stadt Erlangen[5])
  29. Mailach (Markt Lonnerstadt, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  30. Münchaurach (Gemeinde Aurachtal, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  31. Neuhaus (Gemeinde Adelsdorf, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  32. Neundorf (Gemeinde Aurachtal, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  33. Niederndorf (Stadt Herzogenaurach, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  34. Oberlindach (Markt Weisendorf, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  35. Oberndorf (Gemeinde Pommersfelden, Lk. Bamberg)
  36. Oberreichenbach (Lk. Erlangen-Höchstadt)
  37. Pommersfelden (Lk. Bamberg)
  38. Reinersdorf (Markt Weisendorf, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  39. Rezelsdorf (Markt Weisendorf, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  40. Röttenbach (Lk. Erlangen-Höchstadt)
  41. Sambach (Gemeinde Pommersfelden, Lk. Bamberg)
  42. Schirnsdorf (Gemeinde Mühlhausen, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  43. Schwarzenbach (Stadt Höchstadt an der Aisch, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  44. Steppach (Gemeinde Pommersfelden, Lk. Bamberg)
  45. Sterpersdorf (Stadt Höchstadt an der Aisch, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  46. Thüngfeld (Stadt Schlüsselfeld, Lk. Bamberg)
  47. Unterreichenbach (Gemeinde Aurachtal, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  48. Weingartsgreuth (Markt Wachenroth, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  49. Zeckern (Gemeinde Hemhofen, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  50. Zentbechhofen (Stadt Höchstadt an der Aisch, Lk. Erlangen-Höchstadt)
  51. Zweifelsheim (Stadt Herzogenaurach, Lk. Erlangen-Höchstadt)

Politik[Bearbeiten]

Landräte[Bearbeiten]

  • 1948–1958: Peter Weber
  • 1958–1972: Georg Daßler: Anschließend war er der erste Landrat des Landkreises Erlangen-Höchstadt. Dort amtierte er bis 1978.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung

Das Wappen, das der Landkreis aufgrund ministerieller Genehmigung vom 15. Juni 1962 bis zu seiner Auflösung im Jahr 1972 führte, ist von Gold nach Schwarz gespalten. In der rechten Schildhälfte einen linksgewendeten, schwarzen, rot bewehrten Löwen mit einer silbenern Schräglinksleiste überdeckt, in der linken Schildhälfte auf silbernem Boden ein goldenes Einhorn, das hinter einem silbernen Nadelbaum hervorspringt.

Bedeutung

Der Löwe steht für das Hochstift Bamberg, das vor der Säkularisation den Hauptanteil am Kreisgebiet besaß. Das Einhorn ist das Zeichen des Ritterkanton Steigerwald. Die im Ritterkanton Steigerwald zusammengefasste freie fränkische Reichsritterschaft hatte ebenfalls umfangreichen Besitz im Raum Höchstadt.

Der Bamberger Löwe wurde nach der Auflösung des Landkreises Höchstadt in das neue Landkreiswappen des Landkreises Erlangen-Höchstadt übernommen.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen HÖS zugewiesen. Es wurde bis zum 3. August 1974 ausgegeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Dassler: Landkreis Höchstadt an der Aisch, Assling-München 1970

Quellen[Bearbeiten]

  1.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 484.
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 97.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 685.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 711.
  5.  Michaela Meyer: Kosbach. In: Christoph Friederich, Bertold Freiherr von Haller, Andreas Jakob (Hrsg.): Erlanger Stadtlexikon. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2002, ISBN 3-921590-89-2 (Gesamtausgabe online).