Walter Junghans

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Walter Junghans

Junghans im Tor des FC Schalke 04 (1986)

Spielerinformationen
Geburtstag 26. Oktober 1958
Geburtsort HamburgDeutschland
Größe 185 cm
Position Torwart
Vereine in der Jugend
SC Victoria Hamburg
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1976–1977
1977–1982
1982–1987
1987–1994
1994
1994–1996
SC Victoria Hamburg
FC Bayern München
FC Schalke 04
Hertha BSC
Bayer 04 Leverkusen
SC Fortuna Köln
18 (0)
67 (0)
148 (0)
192 (0)
0 (0)
30 (0)
Nationalmannschaft
1976–1977
1979–1981
1980
1983–1984
Deutschland U-18
Deutschland B
Deutschland
Olympia-Auswahlmannschaft
18 (0)
6 (0)
0 (0)
2 (0)
Stationen als Trainer
1996–1998
1997
1998–1999
1999–2001
2001–2005
2006–2007
2008–2011
2010–
SC Fortuna Köln (Torwarttrainer)
SC Fortuna Köln (interim)
1. FC Köln (Torwart-/Co-Trainer)
Benfica Lissabon (Torwart-/Co-Trainer)
Athletic Bilbao (Torwart-/Co-Trainer)
Borussia Mönchengladbach (Co-Trainer)
FC Bayern München (Torwarttrainer)
FC Bayern München II (Torwarttrainer)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Walter Junghans (* 26. Oktober 1958 in Hamburg) ist ein ehemaliger deutscher Fußballtorwart.

Karriere als Spieler[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Der aus der Jugend des SC Victoria Hamburg hervorgegangene und 18 Mal als Jugend-Nationalspieler eingesetzte Junghans machte als vielversprechendes Torhütertalent auf sich aufmerksam. Von den zahlreichen Offerten der Bundesliga-Klubs entschied er sich 1977 für den FC Bayern München, wo er sich versprach, bei Zeiten den 14 Jahre älteren Nationaltorhüter Sepp Maier ablösen zu können.

Sepp Maier witzelte damals über ihn: „Mit mir als Torhüter wird der Junghans zum Althans“, doch die am 14. Juli 1979 durch einen schweren Autounfall erlittenen Verletzungen zwangen Maier zum Karriereende und Junghans wurde zur Saison 1979/80 Stammtorwart und am Ende dieser Saison Deutscher Meister.

Sein Bundesliga-Debüt gab er am 11. August 1979 (1. Spieltag) beim 3:1-Heimsieg über den Bundesliga-Neuling Bayer 04 Leverkusen. Sein erstes Tor musste er in der 62. Minute durch einen von Dietmar Demuth verwandelten Strafstoß hinnehmen. Am 24. April 1982, dem 29. Spieltag der Saison 1981/82, stand Junghans zum 67. und letzten Mal im Münchener Tor bei dem vorentscheidenden Spiel um die deutsche Meisterschaft, das der Hamburger SV nach 1:3-Rückstand noch mit 4:3 gewann. Mit der Verpflichtung des belgischen Torhüters Jean-Marie Pfaff kam Junghans nicht mehr zum Einsatz und wechselte in der laufenden Saison zum FC Schalke 04, für den er erstmals am 5. November 1982 im Tor stand. Nach der Saison 1982/83 musste Junghans mit Schalke in die 2. Liga absteigen. 1984 gelang der Aufstieg zurück ins Oberhaus, wo er bis 1987 für die „Königsblauen“ spielte.

Es folgte der Wechsel zu Hertha BSC. Mit den Berlinern stieg Junghans 1988 in die 2. Liga auf, bestritt in den folgenden zwei Jahren alle Zweitligaspiele und feierte 1990 die Rückkehr in die Bundesliga. Nach einer schwachen Saison stieg Hertha als Letzter, mit 84 Gegentoren, wieder ab. Nach zwei erfolglosen Wiederaufstiegsversuchen wurde Junghans Ende Dezember 1993 zusammen mit Theo Gries und Uli Bayerschmidt vom Trainings- und Spielbetrieb suspendiert. Zu diesem Zeitpunkt steckte Hertha sportlich wie finanziell im Abstiegskampf.[1] Ein kurzfristiger Wechsel zu Bayer 04 Leverkusen zur Bundesliga-Rückrunde 1993/94 verlief für Junghans ohne Spielpraxis, sodass er weiter zum SC Fortuna Köln wechselte, für den er von 1994 bis 1996 30-mal im Tor stand, ehe er dort Torwart-Trainer wurde.

Insgesamt bestritt Junghans:

  • 205 Erstligaspiele
  • 211 Zweitligaspiele
  • 018 DFB-Pokal-Spiele (4 x Bayern, 4 x Schalke, 8 x Hertha, 2 x Köln)
  • 017 Europapokal-Spiele (mit den Bayern)
  • 002 Relegationsspiele (2 x Schalke, gegen Bayer 05 Uerdingen mit 1:3 und 1:1 um den Verbleib/Abstieg in/aus der Bundesliga)

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Nach 18 Einsätzen in der U-18-Nationalmannschaft (Debüt am 28. September 1976 in Nybro beim 2:2-Unentschieden gegen Schweden) folgte 1979 die Berufung in die B-Nationalmannschaft, für die er am 16. Oktober in Koblenz beim 9:0-Sieg gegen die A-Nationalmannschaft von Luxemburg – für „Toni“ Schmacher eingewechselt – sein Debüt gab. Es folgten Spiele gegen Italien (2:1), Österreich (3:0), Polen (2:1), Portugal (2:0) und Irland „A“ (3:0).

Er gehörte 1980 als zweiter Mann hinter „Toni“ Schumacher und vor Eike Immel dem Kader der Deutschen Fußballnationalmannschaft an, der in Italien Fußball-Europameister wurde, kam allerdings zu keinem Einsatz. Junghans spielte zweimal für die Olympia-Auswahl: am 20. November 1983 in Tel Aviv, als man in der Olympia-Qualifikation mit 1:0 gegen Israel gewann, und am 17. Juli 1984 in Koblenz, als man China 6:2 besiegte. Ferner nahm er als zweiter Torwart auch an den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles teil.

Karriere als Trainer[Bearbeiten]

1996/1997 wurde er Torwart-Trainer beim SC Fortuna Köln, wo er in den letzten fünf Saisonspielen die Mannschaft als Interimstrainer vor dem Abstieg bewahrte. Den Posten des Torwart-/Co-Trainers hatte er seither auch beim 1. FC Köln (1998 bis 1999), bei Benfica Lissabon (1999 bis 2001) und bei Athletic Bilbao (2001 bis 2005) inne.

In der Saison 2006/07 kehrte Junghans nach 15-jähriger Bundesliga-Abstinenz als Co-Trainer von Jupp Heynckes bei Borussia Mönchengladbach in die erste deutsche Spielklasse zurück, wurde aber wenige Tage nach Heynckes' Rücktritt am 5. Februar 2007 freigestellt.

In der Spielzeit 2007/08 kehrte Walter Junghans auf Geheiß von Manager Uli Hoeneß nach 25 Jahren an seine alte Wirkungsstätte zurück und wurde von Sepp Maier bei Bayern München als Nachfolger eingearbeitet. Sepp Maier trat dort 2008 als Torwarttrainer zurück. Jürgen Klinsmann gab im Frühjahr 2008 bekannt, dass Walter Junghans ab der Saison 2008/09 alleiniger Torwarttrainer in seinem neuen Trainerstab sein wird. Im Sommer 2010 wurde der Niederländer Frans Hoek Torwarttrainer des FC Bayern, Junghans betreut seitdem die Torhüter der zweiten Mannschaft des Vereins. Nach dem Ausscheiden Hoeks im Zuge der Beurlaubung von Louis van Gaal am 10. April 2011 übernahm Junghans vorübergehend wieder das Torwarttraining beim FC Bayern, nach Ankunft von Toni Tapalović als Torwarttrainer zur Saison 2011/12 kehrte Junghans in den Nachwuchsbereich zurück.

In seiner Trainerlaufbahn arbeitete Junghans neben Heynckes und Hitzfeld auch mit Bernd Schuster und kurzzeitig mit José Mourinho zusammen.

Erfolge[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Walter Junghans ist seit 2007 auch im Team der „Bayern All-Stars“, einer vom Ex-Kollegen und jetzigem Bayern-Chefscout, Wolfgang Dremmler, trainierten Auswahl ehemaliger, berühmter Fußballer von Bayern München, als Torwart aktiv.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Jahn: Hertha: Ball paradox auf dem Maifeld. In: Berliner Zeitung. 5. Januar 1994, abgerufen am 6. November 2012.

Weblinks[Bearbeiten]