Velletri

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Velletri
Wappen
Velletri (Italien)
Velletri
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Rom (RM)
Koordinaten: 41° 41′ N, 12° 47′ O41.687512.7775332Koordinaten: 41° 41′ 15″ N, 12° 46′ 39″ O
Höhe: 332 m s.l.m.
Fläche: 113 km²
Einwohner: 52.956 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 469 Einw./km²
Angrenzende Gemeinden Aprilia (LT), Artena, Cisterna di Latina (LT), Genzano di Roma, Lanuvio, Lariano, Nemi, Rocca di Papa
Postleitzahl: 00049
Vorwahl: 06
ISTAT-Nummer: 058111
Volksbezeichnung: Veliterni
Schutzpatron: San Clemente
Website: Velletri
Velletri, Palazzo Comunale

Velletri ist eine italienische Mittelstadt in den Albaner Bergen, etwa 40 Kilometer südöstlich von Rom, mit 52.956 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013). Sie ist Sitz eines suburbikarischen Bistums.

Lage[Bearbeiten]

Die Stadt, die auf einem Ausläufer des Monte Artemisio liegt, gehört zu den Gemeinden der Castelli Romani.

Ihre Nachbargemeinden sind Aprilia (LT), Artena, Cisterna di Latina (LT), Genzano di Roma, Lanuvio, Lariano, Nemi und Rocca di Papa.

Geschichte[Bearbeiten]

Velletri wurde wahrscheinlich von dem italischen Volksstamm der Volsker gegründet und kam im Jahr 338 v. Chr. unter römische Herrschaft. Ihr antiker Name war Velitrae. Nach einigen historischen Quellen kam der spätere Kaiser Augustus am 23. September 63 v. Chr. in Velitrae zur Welt.

Nach langer Blüte während der Kaiserzeit wurde Velletri im 5. Jahrhundert zunächst von den Westgoten unter Alarich geplündert, im 6. Jahrhundert von den Ostgoten unter König Totila zerstört und schließlich von oströmischen Truppen zurückerobert. Später wurde es Teil des Patrimonium Petri, aus dem sich der Kirchenstaat entwickelte und zu dem es bis zur Einigung Italiens im 19. Jahrhundert gehörte.

Politik[Bearbeiten]

Fausto Servadio (PD) wurde im April 2008 zum Bürgermeister gewählt. Sein Mitte-links-Bündnis stellt mit 18 von 30 Sitzen auch die Mehrheit im Gemeinderat.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Heute lebt Velletri vor allem vom Tourismus, von kleineren Industrieansiedlungen sowie von der Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte der Umgebung wie etwa Wein, Oliven, Obst, Gemüse und Getreide.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Torre del Trivio

Zu den Sehenswürdigkeiten in und um Velletri gehören der Palazzo Comunale aus dem 16. Jahrhundert (heute Sitz der Stadtverwaltung und Museum), die auf das 4. Jahrhundert zurückgehende Kathedrale, die unter anderem ein Tafelbild Madonna mit Kind des Malers Gentile da Fabriano aus dem 15. Jahrhundert enthält. Ferner sind sehenswert die Kirche Santa Maria della Neve, in der sich Überreste eines römischen Tempels befinden, der gotische Torre del Trivio aus dem 14. Jahrhundert sowie zahlreiche Überreste römischer Villen.

Benediktsäule

Auf dem Platz vor der Kathedrale wurde am 23. September 2007 in Anwesenheit von Papst Benedikt XVI. die Benediktsäule des Eggenfeldener Bildhauers Joseph Michael Neustifter eingeweiht, deren Pendant ein Jahr zuvor in Marktl, dem Geburtsort von Benedikt XVI., errichtet wurde. Die Säule war ein Geschenk des Bayerischen Städtetages zum 80. Geburtstag des Papstes und wurde auf dessen Wunsch in Velletri aufgestellt, eingedenk seiner alten Bindung an die Stadt als Kardinalbischof von Velletri-Segni von 1993 bis zu seiner Wahl 2005. Die 4,20 Meter hohe Bronzesäule hat die Form einer leicht geöffneten Schriftrolle und ist sowohl dem deutschen Papst als auch dem heiligen Benedikt von Nursia gewidmet.

Dialekt[Bearbeiten]

Der in Velletri gesprochene Dialekt nennt sich Velletrano und weist einige Unterschiede zum Italienischen auf, zum Beispiel wird das 's' wie das deutsche 'sch' ausgesprochen, außerdem existieren einige spezielle Vokabeln. Der männliche Artikel lautet 'o' (statt 'il' oder 'lo'), der weibliche 'a' (statt 'la').

Weinbau in Velletri[Bearbeiten]

Velletri gibt dem gleichnamigen DOC italienischen Weiß- und Rotwein seinen Namen. Neben Velletri dürfen auch die Gemeinden Lariano und Cisterna di Latina diesen Wein anbauen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Velletri hat Städtepartnerschaften geschlossen[2] mit

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Elettra Griesi: Die Stadt von Velletri. Entwicklungsgeschichte und Forschungen zu städtebaulichen Ausdehnungsphasen, Haustypologien und Konstruktionsmethoden, Hamburg 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Velletri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Comune di Veletri, Città gemellate