Matteo Salvini

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Matteo Salvini

Matteo Salvini (* 9. März 1973 in Mailand) ist ein italienischer Journalist und Politiker der Lega Nord. Er wurde 2009 Abgeordneter im Europäischen Parlament. Im Dezember 2013 wurde er als Generalsekretär der Lega Nord der Nachfolger von Parteigründer Umberto Bossi.

Leben[Bearbeiten]

Salvini besuchte das Manzoni-Gymnasium und schloss die Schulzeit 1992 mit dem Humanistischen Abitur ab. Er studierte dann an der Universität Mailand Geschichte, brach das Studium aber ab. Seit 1997 betätigt er sich als Berufsjournalist und wurde 1999 Redakteur beim Parteisender Radio Padania Libera, dem Sender der Lega Nord zur Propagierung eines freien Padaniens.

Er ist geschieden und Vater von zwei Kindern.

Politik[Bearbeiten]

Salvini trat 1990 der rechtsnationalen Lega Nord bei. Von 1994 bis 1997 war er Verantwortlicher der Jugendorganisation der Lega Nord in Mailand und von 1998 bis 2004 Provinzsekretär der Lega Nord Mailand. Mitglied des Stadtrats von Mailand war er von 1993 bis 2013. Er ist Parteisekretär der Lega Lombarda.

Bei der Europawahl 2009 wurde er in das Europäische Parlament gewählt. Er gehört dort der Fraktion „Europa der Freiheit und der Demokratie“ an und ist Mitglied des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz, der Delegation für die Beziehungen zu Indien und der Delegation für die Beziehungen zur Koreanischen Halbinsel.

Äußerungen[Bearbeiten]

Salvini redet mit Vorliebe gegen den Euro, den er als "kriminelle Währung" bezeichnet[1] und gegen Europa, wo er gemeinsam mit der neofaschistischen CasaPound für die Aussetzung des Schengen-Abkommens plädiert. Damit kann er mit der Unterstützung des russischen Präsidenten Putin rechnen, den er im Herbst 2014 in Moskau traf.[2] Im Weiteren redet er gegen Immigranten und gegen den Islam.

Salvini behauptete nach einem Tötungsdelikt in Mailand, dass daran die Integrationsministerin Cécile Kyenge schuld sei, die durch ihre Politik zu Straftaten aufstachele. Diese Aussage ist Teil einer Kampagne der Lega Nord gegen die afroitalienische Politikerin.[3][4] Als im Juli 2013 Präsident Giorgio Napolitano sich gegen rassistische Äußerungen über Kyenge äußerte, forderte Salvini ihn auf, den Mund zu halten.[5]

Die Rede des Papstes auf Lampedusa im Juli 2013 kommentierte Salvini auf Facebook dahingehend, dass Franziskus nicht die Globalisierung des Verbrecherischen fördern solle.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zwei italienische Parteien fordern Austritt aus der Eurozone, Wirtschaftsblatt.at, 11. Dezember 2014
  2. Lega e CasaPound, in tanti in Piazza Salvini: «Sospendere Schengen», 18. Oktober 2014
  3. Rassistische Hetze in Italien: „Kyenge sofort repatriieren“, taz vom 20. Juni 2013.
  4. Nina Damsch, Mord- und Gewaltdrohungen gegen Italiens erste schwarze Ministerin, Focus Online vom 28. Juni 2013.
  5. Nick Squires, Italy race row 'has shamed whole country', The Telegraph vom 15. Juli 2013.
  6. Northern League secretary chides pope over migrants, Gazetta del Sul Online vom 8. Juli 2013