Mehrstetten

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Mehrstetten im Landkreis Reutlingen. Zum gleichnamigen Ortsteil von Ballendorf im Alb-Donau-Kreis siehe Ballendorf.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mehrstetten
Mehrstetten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mehrstetten hervorgehoben
48.3755555555569.5666666666667750Koordinaten: 48° 23′ N, 9° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 750 m ü. NHN
Fläche: 17,1 km²
Einwohner: 1334 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72537
Vorwahl: 07381
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 048
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
72537 Mehrstetten
Webpräsenz: www.mehrstetten.de
Bürgermeister: Rudolf Ott
Lage der Gemeinde Mehrstetten im Landkreis Reutlingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Landkreis Esslingen Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Sigmaringen Landkreis Tübingen Zollernalbkreis Bad Urach Dettingen an der Erms Engstingen Eningen unter Achalm Gomadingen Grabenstetten Grafenberg (Landkreis Reutlingen) Gutsbezirk Münsingen Hayingen Hohenstein (Landkreis Reutlingen) Hülben Lichtenstein (Württemberg) Mehrstetten Metzingen Münsingen (Württemberg) Pfronstetten Pfullingen Pfullingen Pliezhausen Reutlingen Riederich Römerstein (Gemeinde) Sonnenbühl St. Johann (Württemberg) Trochtelfingen Walddorfhäslach Wannweil ZwiefaltenKarte
Über dieses Bild

Mehrstetten ist eine Gemeinde auf der Schwäbischen Alb, etwa sieben Kilometer südöstlich von Münsingen.

Geographie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt Münsingen (Landkreis Reutlingen) und die Gemeinde Schelklingen (Alb-Donau-Kreis) grenzen an die Gemeinde Mehrstetten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören das Dorf Mehrstetten, die Siedlung Greut, das Gehöft Ziegelhof und die Häusergruppe Bahnhof Mehrstetten. Im Gemeindegebiet liegt die Wüstung Aymstetten.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Mehrstetten wurde um das Jahr 1300 als Merstetten zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Mehrstetten kam 1654 zum Amt Münsingen im Herzogtum Württemberg, ab 1808 Oberamt und ab 1938 Landkreis Münsingen und mit dessen Auflösung am 1. Januar 1973 zum Landkreis Reutlingen.

Religionen[Bearbeiten]

Seit dem 15. Jahrhundert gibt es in Mehrstetten eine Pfarrei. Seit der Reformation ist der Ort evangelisch geprägt.

Entwicklung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

1977 wurde ein Teil der Gemarkung Schelklingen-Sondernach mit drei Aussiedlerhöfen nach Mehrstetten umgemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
1. Dezember 1871 ¹ 820
1. Dezember 1900 ¹ 882
1. Dezember 1925 ¹ 863
17. Mai 1939 ¹ 788
13. September 1950 ¹ 913
6. Juni 1961 ¹ 963
27. Mai 1970 ¹ 1.053
Jahr Einwohnerzahlen
25. Mai 1987 ¹ 1.201
31. Dezember 1990 1.312
31. Dezember 1995 1.392
31. Dezember 2000 1.417
31. Dezember 2005 1.446
31. Dezember 2010 1.348

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Mehrstetten hat 10 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,00 % (2009: 64,48 %). Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Freie Wählervereinigung (FWV) 44,3 % 4 Sitze 2009: 54,3 %, 5 Sitze
Unabhängige Bürgerliste (UB) 55,7 % 6 Sitze 2009: 45,7 %, 5 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Rudolf Ott endet am 30. September 2016.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Silber auf grünem Boden zwei einander zugewandte aufgerichtete schwarze Rösser.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Mehrstetten unterhält eine Partnerschaft mit dem ungarischen Herceghalom.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Evangelische Kirche in Mehrstetten

Heimatmuseum[Bearbeiten]

Außergewöhnliche Stücke über das dörfliche Leben auf der Albhochfläche im 19. Jahrhundert haben die Mitglieder des ehrenamtlich geführten Museums im ehemaligen Farrenstall von Mehrstetten zusammengetragen. Das Heimatmuseum wurde 1991 eröffnet.

Bei einem Rundgang trifft man auf eine Küche mit dem alten Holzherd und Butterfass und auf die gute Stube, wo über dem Ofen Schuhe und Wäsche zum Trocknen hängen. Im Schlafzimmer steht ein Himmelbett mit dazugehörendem Schrank. Interessant ist die einzigartige Sammlung von mehr als 200 alten Leinensäcken. Diese gehörten früher zum wertvollsten Besitz der Menschen. Sie wurden mit Namen versehen und häufig durchnummeriert. Sogar Besitzerwechsel nach Erbfällen kann man dem Leinen heute noch entnehmen, alte Namen wurden gestrichen und neue darunter geschrieben. Eine handbetriebene Sackausklopfmaschine wird ebenfalls gezeigt.

Es finden Schau- und Handwerkertage statt, bei denen es viel zu erleben gibt. Die alte Schmiede wird genauso in Betrieb genommen wie eine alte Transmission oder ein 400 Jahre alter Webstuhl. Von Mai bis Oktober ist das Museum jeden ersten Sonntag im Monat von 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Hockete vom JuZe Mehrstetten, jährlich am zweiten Augustwochenende
  • Herbstfest der Musikkapelle Mehrstetten, jährlich am letzten Oktoberwochenende

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Kreisstraße 6772 verbindet Mehrstetten mit der Bundesstraße 465, die von Bad Urach kommend über Münsingen und Ehingen (Donau) nach Biberach an der Riß führt.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 225. Mehrstetten erhielt 1901 durch die Verlängerung der Strecke Reutlingen–Münsingen bis nach Schelklingen Anschluss an das Eisenbahnnetz. Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen erbauten das Bahnhofsgebäude als Einheitsbahnhof vom Typ IIa.[3]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Jugendzentrum Mehrstetten

Bildung[Bearbeiten]

In Mehrstetten gibt es eine Grund- und Hauptschule. Für die Jüngsten besteht ein Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 53–54
  3.  Rainer Stein: Der württembergische Einheitsbahnhof auf Nebenbahnen. In: Eisenbahn-Journal Württemberg-Report. Band 1, Nr. V/96, Merker, Fürstenfeldbruck 1996, ISBN 3-922404-96-0, S. 80–83.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mehrstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien