Münsingen (Württemberg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Münsingen
Münsingen (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Münsingen hervorgehoben
48.4127777777789.4952777777778707Koordinaten: 48° 25′ N, 9° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 707 m ü. NHN
Fläche: 117,01 km²
Einwohner: 13.893 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 72525, 72523 (Postfach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 07381, 07383, 07384
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 053
Stadtgliederung: 14 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bachwiesenstraße 7
72525 Münsingen
Webpräsenz: www.muensingen.de
Bürgermeister: Mike Münzing (SPD)
Lage der Stadt Münsingen im Landkreis Reutlingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Landkreis Esslingen Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Sigmaringen Landkreis Tübingen Zollernalbkreis Bad Urach Dettingen an der Erms Engstingen Eningen unter Achalm Gomadingen Grabenstetten Grafenberg (Landkreis Reutlingen) Gutsbezirk Münsingen Hayingen Hohenstein (Landkreis Reutlingen) Hülben Lichtenstein (Württemberg) Mehrstetten Metzingen Münsingen (Württemberg) Pfronstetten Pfullingen Pfullingen Pliezhausen Reutlingen Riederich Römerstein (Gemeinde) Sonnenbühl St. Johann (Württemberg) Trochtelfingen Walddorfhäslach Wannweil ZwiefaltenKarte
Über dieses Bild
Münsingen um 1897
Münsingen
Rathaus

Münsingen ist die flächenmäßig größte Gemeinde im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg. Mit einer Einwohnerzahl von rund 15.000 bildet die zwischen Reutlingen und Ulm gelegene Stadt ein Mittelzentrum der Region Neckar-Alb. Münsingen ist mit einem Großteil seiner Gemarkung (98,5 %) Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Münsingen liegt auf der Schwäbischen Alb und beinhaltet die Ortsteile Apfelstetten, Bichishausen, Buttenhausen, Gundelfingen und Hundersingen im Tal der Großen Lauter sowie Auingen, Böttingen, Bremelau, Dottingen, Magolsheim, Rietheim und Trailfingen auf der Münsinger Albhochfläche.

Geologie[Bearbeiten]

Böttingen ist eines der bedeutendsten Abbaugebiete für Onyxmarmor in Europa. Das hier abgebaute Gestein wird auch als Böttinger Marmor bezeichnet. Es findet schon seit Jahrzehnten kein Abbau mehr statt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Münsingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Reutlingen bzw. zum Alb-Donau-Kreis¹: Bad Urach, Gutsbezirk Münsingen (gemeindefreies Gebiet), Schelklingen¹, Mehrstetten, Ehingen¹, Hayingen, Hohenstein, Gomadingen und St. Johann.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Münsingen gliedert sich in die 13 Stadtteile Apfelstetten, Auingen, Bichishausen, Böttingen, Bremelau, Buttenhausen, Dottingen, Gundelfingen, Hundersingen, Magolsheim, Münsingen, Rietheim und Trailfingen, die bis in die 1970er Jahre selbstständige Gemeinden bildeten. Zur Stadt gehören Münsingen und 26 weitere Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser.

Im Stadtgebiet liegen die abgegangene Burg Reichenau (Stadtteil Auingen), die Wüstungen Buchhausen (Stadtteil Bichishausen), Hochstettten und Niederweiler (Stadtteil Bremelau), Ratzenhofen, Kennenstein und Walenstetten (Stadtteil Gundelfingen), Rockenweiler (Stadtteil Hundersingen), Bertoldesbach, Fröschenhofen und Weitstetten (Stadtteil Münsingen), Elwangen und die abgegangene Burg Littstein (Stadtteil Rietheim) und Brechhöfle und Siessen im Stadtteil Trailfingen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Münsingen geht wahrscheinlich auf einen alemannischen Sippenführer Munigis zurück, der auf dem heutigen Stadtgebiet einer Huntare vorstand. 775 taucht dann der Name erstmals in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch auf. Nach der Frankenherrschaft geht der Ort an die Grafschaft Urach, welche ihn 1263 an Ulrich I. von Württemberg verkauft. 1339 erhält Münsingen das Stadtrecht. Bei der Teilung von Württemberg durch den Nürtinger Vertrag von 1441 wird Münsingen dem Uracher Teil zugeschlagen, bis hier 1482 im Münsinger Vertrag die Wiedervereinigung der Grafschaft Württemberg abgeschlossen wird. Am 23. Oktober 1654 wurde Münsingen zum Oberamt erhoben.

Die Größe und Bedeutung Münsingens leitet sich ursprünglich durch die strategische Lage ab. Münsingen war der württembergische Widerpart gegenüber der vorderösterreichen Donaustadt Ehingen. Nach den erheblichen Gebietszuwächsen des nun zum Königreich Württemberg erhobenen Herzogtums, die durch den Reichsdeputationshauptschluss und die Rheinbundakte begründet waren, wurde auch das Oberamt Münsingen Anfang des 19. Jahrhunderts um viele Neuwürttembergische Gebiete erweitert. Von 1938 bis 1973 war Münsingen die Kreisstadt des Landkreises Münsingen. Nach dessen Auflösung fiel die Stadt an den Landkreis Reutlingen.

Die Stephanuskirche in Gruorn

1895 begann die württembergische Armee auf dem Markungsgebiet mit der Errichtung eines Truppenübungsplatzes für das XIII. Armee-Korps. Im Dritten Reich wurde er von der Wehrmacht erneut genutzt und 1942 zum gemeindefreien Gebiet Gutsbezirk Münsingen erklärt. Dort wurde 1944 die Russische Befreiungsarmee unter Andrei Andrejewitsch Wlassow aufgestellt. Das 1915 errichtete Neue Lager, das seit 1965 Herzog-Albrecht-Kaserne hieß, wurde am 31. März 2004 endgültig geschlossen. Das Kasernengelände wurde von der Gemeinde in eine Parksiedlung umgewandelt. Seit April 2006 sind der 6698 ha große ehemalige Truppenübungsplatz und die ehemalige Gemeinde Gruorn auf ausgewiesenen Wegen für die Öffentlichkeit zugänglich.

In der Nacht vom 3. auf den 4. Juni 1957 zerstörten mehrere Dutzend der ca. 450 Einwohner der Gemeinde Magolsheim in gemeinschaftlicher Aktion ein Wohnhaus, in dem am nächsten Tag eine Sinti-Familie einziehen wollte. Zuvor hatte die Gemeinde Magolsheim über alle möglichen Wege versucht, den Zuzug dieser Familie zu verhindern. Als dies nicht gelang, griffen die Einheimischen zur Selbstjustiz und schleiften das zweigeschossige Haus bis auf die Grundmauern. In einem Prozess 1958 wurden 31 Personen wegen Landfriedensbruchs und der Zerstörung von Bauwerken zu Gefängnisstrafen auf Bewährung verurteilt, in der Einschätzung weiter Teile der Öffentlichkeit waren sie jedoch „moralisch im Recht“. Die „Affäre Magolsheim“[3] war eines der deutlichsten Zeichen eines immer noch weit verbreiteten Antiziganismus in der BRD.

Bei Münsingen befinden sich folgende Burgruinen und Burgreste: Burg Bichishausen, Burg Buttenhausen, Burg Hohengundelfingen, Burg Hohenhundersingen, Burg Hohloch, Ruine Niedergundelfingen.

Religionen[Bearbeiten]

Martinskirche Innenansicht

Die Münsinger Kirche wird 804 erstmals genannt. Religiös entstammt die Kernstadt Münsingen wie auch die Stadtteile Apfelstetten, Auingen, Böttingen, Buttenhausen, Dottingen, Hundersingen, Rietheim und Trailfingen aus dem lutherischen Umfeld Altwürttembergs. Die Reformation war hier 1537 eingeführt worden. Durch den Stadtteil Magolsheim verlief die Grenze zwischen Württemberg und Vorderösterreich. Durch diese Besonderheit hat dieser kleine Ort zwei Kirchen (evangelisch und katholisch). Die anderen Stadtteile Bichishausen, Gundelfingen und Bremelau sind durch ihre frühere fürstenbergische bzw. vorderösterreichische Zugehörigkeit römisch-katholisch geprägt.

Die Stadt ist heute Sitz des Kirchenbezirks Münsingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Neben den beiden großen Konfessionen sind heute auch die Neuapostolische Kirche, die Baptisten, die evangelisch-methodistische Kirche und die Biblische Glaubensgemeinde Münsingen in Münsingen vertreten.

Jüdischer Friedhof in Buttenhausen

Im heutigen Ortsteil Buttenhausen bestand eine jüdische Gemeinde. Der Anteil jüdischer Familien am Ort war sehr hoch, ebenso ihre Integration in der Bevölkerung. Beim Novemberpogrom 1938 musste daher der angerückte SA-Trupp erst den Bürgermeister festnehmen, der sich hartnäckig gegen die Schändung der Synagoge wehrte. Dann wurde das Gotteshaus niedergebrannt, und die noch verbliebenen Familien wurden in der Folgezeit deportiert und somit Opfer der Shoa. Am ehemaligen Standort An der Mühlsteige erinnert ein Stein an dieses Geschehen. Zudem wurde 1961 in der Ortsmitte ein Mahnmal mit den Namen der 45 ermordeten jüdischen Einwohner errichtet. Der jüdische Friedhof, der von 1787 bis 1943 genutzt wurde, erhielt einen Gedenkstein.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Bichishausen im Großen Lautertal

Dürrenstetten wurde bereits 1822 mit Gundelfingen vereinigt. Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden die folgenden bis dahin selbstständigen Gemeinden nach Münsingen eingemeindet:

  • 1. Juli 1971: Auingen, Böttingen und Dottingen
  • 1. Januar 1974: Apfelstetten und Gundelfingen
  • 1. April 1974: Bremelau und Trailfingen
  • 1. Januar 1975: Bichishausen, Buttenhausen, Hundersingen, Magolsheim und Rietheim

Wappen der früheren Gemeinden

Apfelstetten
Apfelstetten
Auingen
Auingen
Bichishausen
Bichishausen
Böttingen
Böttingen
Bremelau
Bremelau
Buttenhausen
Buttenhausen
Dottingen
Dottingen
Gundelfingen
Gundelfingen
Hundersingen
Hundersingen
Magolsheim
Magolsheim
Rietheim
Rietheim
Trailfingen
Trailfingen

Im Zuge der Rekommunalisierung des gemeindefreien Gutsbezirks Münsingen (Landkreis Reutlingen) wurde zum 1. Januar 2011 die an Auingen angrenzenden Wohngebiete „Königstraße“, „Am Kapf“ und der öffentliche Wohnbereich „Altes Lager“ mit einer Gesamtfläche von 96,2 Hektar und 41 Einwohnern nach Münsingen eingemeindet.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Münsingen hat 24 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 lag bei 52,68 % und ergab folgende Sitzverteilung:

SPD 29,5 % + 0,4 7 Sitze ± 0
Freie Wähler 27,1 % + 3,3 7 Sitze + 1
CDU 24,2 % + 0,4 6 Sitze ± 0
Liberale Bürger 19,2 % − 4,1 4 Sitze − 2

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Mike Münzing endet am 30. November 2013.

  • um 1510: Jakob Ilsenbrand
  • Ludwig Neuffer (seine Tochter Margaretha heiratete Hans Hawysen)
  • 1587: Hans Hawysen
  • - N.N. -
  • 1900-1922: August Wörner
  • 1922-1945: Otto Werner
  • 1945-1949: Eugen Hahn
  • 1949–1971: Erwin Volz
  • 1971–1981: Heinz Kälberer (FW)
  • 1981–1997: Rolf Keller
  • seit 1997: Mike Münzing (SPD)

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber eine liegende vierendige schwarze Hirschstange.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Mit den folgenden Städte unterhält Münsingen eine offizielle Städtepartnerschaft.

Darüber hinaus unterhält Münsingen freundschaftliche Beziehungen zu Münsingen BE in der Schweiz. Die Kirchengemeinde Münsingen unterstützt außerdem ein Straßenkinderprojekt in Eldoret in Kenia und wird hierbei von der Stadt unterstützt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Münsingen. Postkarte, um 1910

Münsingen liegt an der Schwäbischen Dichterstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Musik[Bearbeiten]

Die musikalische Kultur Münsingens wird hauptsächlich von den örtlichen musiktreibenden Vereinen getragen. Mit dem Posaunenchören in Münsingen, Auingen, Hundersingen-Buttenhausen und Dottingen, der Stadtkapelle Münsingen und den Musikvereinen Böttingen, Magolsheim und Rietheim sind viele Vereine im Bereich der Blasmusik aktiv. Daneben gibt es mehrere Kirchenchöre, sowie die weltlichen Sängergemeinschaften „Liederkranz Münsingen“, Männergesangverein Apfelstetten, Sängerbund Buttenhausen, Liederkranz Dottingen, Liedertafel Hundersingen, Männer-Gesangverein Trailfingen und den Chor des EJW Bezirk Münsingen. Außerdem gibt es noch die Gesellschaft der Musikfreunde Münsingen und das Akkordeonorchester Münsingen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Sehenswerte Bauwerke in Münsingen sind das historische Alte Rathaus aus dem Jahr 1550, sowie dessen Nachfolger, das Neue Rathaus im Fachwerkhaus-Stil, das zwischen 1935 und 1937 erbaut wurde. Das "Alte Lager" als historisches Gelände mit über 140 Gebäuden für bis zu 5200 Soldaten; früher Soldatenunterkunft des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Die Alte Poststation ist ein Fachwerkgebäude aus dem 16. Jahrhundert. Sehenswert sind außerdem der Marktbrunnen und die 1495 durch Peter von Koblenz vollendete Martinskirche.

Im Stadtteil Buttenhausen steht das gleichnamige Schloss Buttenhausen und befindet sich ein jüdischer Friedhof. Außerdem existieren mehrere Burgruinen im Lautertal, die Burg Hohenhundersingen, Burg Bichishausen, Burg Hohengundelfingen und die Ruine Niedergundelfingen.

Museen[Bearbeiten]

Münsinger Museen sind die Erinnerungsstätte Matthias Erzberger, das Jüdische Museum Buttenhausen, die Max-Kommerell-Ausstellung im Bürgerhaus Zehntscheuer, das Heimatmuseum im Alten Schloss, das Museum zum ehemaligen Truppenübungsplatz im "Alten Lager" bei Auingen und das Museum Anton Geiselhart und das Burgmuseum Gundelfingen.


Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Am 1. Mai findet regalmäßig das vom Luftsportverein Münsingen veranstaltete, internationale Oldtimer- und Dampfmaschinenfest statt. Jedes Jahr stellen hier etwa 600 Aussteller Motorräder, Lanzbulldogs, Dampfmaschinen, Oldtimerflugzeuge und vieles mehr ab Baujahr 1924 aus.
  • Jedes Jahr im Sommer findet in den Straßen und Gassen der Altstadt das Stadtfest statt, welches – musikalisch umrahmt – besonders vom Engagement der zahlreichen Münsinger Vereine lebt. 2009 gab es am Stadtfest ein besonderes Special: 1200 Jahre Münsingen. Hier wurde ein Mittelaltermarkt abgehalten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bahnhof Münsingen

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Uralan Kunststoffverarbeitung GmbH befindet sich im Industriegebiet West. Zudem hat die Walter AG sowie die Volksbank Münsingen eG hier einen Sitz.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 465 führt von Bad Urach kommend durch die Stadt über Ehingen nach Biberach an der Riß. Die Landesstraße 230 durchquert das Stadtgebiet in Ost-West-Richtung und bindet die Region an die Bundesautobahn 8 bei Merklingen an. Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 225. Der Bahnhof Münsingen, ein sogenannter Einheitsbahnhof, liegt an der Schwäbischen Albbahn (Schelklingen bis Kleinengstingen bzw. Trochtelfingen) und wird sonn- und feiertags von Anfang April bis Ende Oktober von Regionalbahnen und Sonderzügen angefahren, um vor allem Wanderer und Ausflügler an ihr Ziel zu bringen. Außerdem fahren das ganze Jahr über von Montag bis Freitag einige Regionalbahnen Richtung Ulm oder Richtung Gomadingen. Seit Anfang 2008 ist Münsingen mit einem Übergangstarif auch an den Donau-Iller-Nahverkehrsverbund (DING) angebunden.

Medien[Bearbeiten]

Die Tageszeitung Alb-Bote, die zur Südwest Presse in Ulm gehört, berichtet täglich über das Geschehen in und um Münsingen. Auch der Reutlinger Generalanzeiger ist für Münsingen vertreten. Zudem werden über wichtige Ereignisse bei dem Lokalfernsehen RTF.1 berichtet.

Gericht[Bearbeiten]

Hauptartikel: Amtsgericht Münsingen

Münsingen verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Tübingen und Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört.

Das Münsinger Amtsgericht geriet in den 1980er Jahren durch eine sich über Jahre hinziehende Prozesswelle mit etwa 300 Nötigungsverfahren gegen Aktivisten der Friedensbewegung in die Schlagzeilen auch überregionaler Medien.[5] Die angeklagten Teilnehmer einer 1982 durchgeführten einwöchigen Sitzblockade des Atomwaffenlagers Golf bei der damaligen Eberhard-Finckh-Kaserne in Großengstingen wurden zu Geldstrafen verurteilt. Die Urteile mussten nach einem Bundesverfassungsgerichtsurteil von 1995 aufgehoben werden, da sie dem Bestimmtheitsgrundsatz des Grundgesetzes widersprachen.

Bildung[Bearbeiten]

Mit dem Gymnasium Münsingen, der Gustav-Mesmer-Realschule, der Hauptschule mit Werkrealschule Schillerschule, der Grundschule Grundschule am Hardt im Ortsteil Auingen, der Grundschule Dottingen, der Grundschule Lautertalschule und der Grundschule Astrid-Lindgren-Schule sind alle allgemeinbildenden Schulformen in der Stadt vertreten.

Daneben gibt es mit der Gustav-Heinemann-Schule (Förderschule), der Erich-Kästner-Schule (Sprachheilschule), der Karl-Georg-Haldenwang-Schule für Geistigbehinderte und der Außenstelle der Körperbehindertenschule Mössingen auch vier Sonderschulen.

Ergänzt wird das Angebot durch die Berufliche Schule Münsingen.

Für die jüngsten Einwohner gibt es sieben städtische, fünf evangelische und einen römisch-katholischen Kindergarten sowie zwei Kleinkinderstuben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Johann Caspar Bagnato (1696–1757), Baumeister des Barock
  • Meier Bernheimer (1801–1870) aus Buttenhausen, Tuchhändler, Gründervater der Münchener Firma Bernheimer für Stoffe, Möbelstoffe und Teppiche, später Kunsthändler
  • Sixt Carl von Kapff (1805–1879) evangelischer Theologe und Pietist, Dekan in Münsingen (1843–1847)
  • Jakob Stern (1843–1911), Rabbiner, Journalist und sozialistischer Schriftsteller, war von 1875 bis 1880 Rabbiner in Buttenhausen
  • Naphtali Berlinger (1876-1943), Lehrer und Rabbiner in Buttenhausen
  • Erwin Rommel (1891–1944), Heeresoffizier und späterer Generalfeldmarschall war 1915 in der Herzog-Albrecht-Kaserne Kompanie- und Kampfgruppenführer
  • Gustav Mesmer (1903–1994), Flugfahrradbauer und Künstler, starb in der Diakonie in Buttenhausen
  • Erich Hoerz (1929-2008), Erfinder, Pädagoge und Philosoph
  • Horst Glück (1940–2004), in Münsingen gestorben, Landtagsabgeordneter (FDP) und Chirurg
  • Gunter Haug (* 1955), Schriftsteller
  • Hermann Wenzel (* 1938), Rektor der Pädagogischen Hochschule Reutlingen, langjähriger Stadtrat

Literatur[Bearbeiten]

  • Stadt Münsingen (Hrsg.): Münsingen – Geschichte, Landschaft, Kultur (Festschrift zum Jubiläum des württembergischen Landesvereinigungsvertrags von 1482); Redaktion historischer Teil: Rudolf Bütterlin, Redaktion naturkundlicher Teil: Viktor Götz; Thorbecke Verlag Sigmaringen 1982; ISBN 3-7995-4046-6
  • Wilhelm Brändle: Münsingen : Stadt, Land, Lauter ; ein Streifzug durch Münsingen und seine Stadtteile.Münsingen : Wiedemann, 2006. ISBN 3-9810687-1-8
  • Roland Deigendesch: Juden in Buttenhausen : ständige Ausstellung in der Bernheimer'schen Realschule Buttenhausen Herausgeber Stadt Münsingen. 2., überarb. Aufl.. - Münsingen : Stadt Münsingen, 2004. (Schriftenreihe / Stadtarchiv Münsingen ; 3)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 43–51
  3. Hedemann, Volker 2007: „Zigeuner!“ - Zur Kontinuität der rassistischen Diskriminierung in der alten BRD. Hamburg, S. 86.
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 63, ISBN 3-89331-208-0
  5. Presseberichterstattung zu den Strafprozessen gegen die Blockierer des Atomwaffenlagers Golf, als Beispiele Artikel aus der Frankfurter Rundschau und der TAZ (PDF-Datei; 176 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Münsingen (Württemberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

dito von Apfelstetten, Auingen, Bichishausen, Böttingen, Bremelau, Buttenhausen, Dottingen, Gundelfingen, Magolsheim.