Pfronstetten

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pfronstetten
Pfronstetten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pfronstetten hervorgehoben
48.2763888888899.3613888888889748Koordinaten: 48° 17′ N, 9° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 748 m ü. NHN
Fläche: 54,1 km²
Einwohner: 1461 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72539
Vorwahlen: 07388 und 07373Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 058
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 25
72539 Pfronstetten
Webpräsenz: www.pfronstetten.de
Bürgermeister: Reinhold Teufel (CDU)
Lage der Gemeinde Pfronstetten im Landkreis Reutlingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Landkreis Esslingen Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Sigmaringen Landkreis Tübingen Zollernalbkreis Bad Urach Dettingen an der Erms Engstingen Eningen unter Achalm Gomadingen Grabenstetten Grafenberg (Landkreis Reutlingen) Gutsbezirk Münsingen Hayingen Hohenstein (Landkreis Reutlingen) Hülben Lichtenstein (Württemberg) Mehrstetten Metzingen Münsingen (Württemberg) Pfronstetten Pfullingen Pfullingen Pliezhausen Reutlingen Riederich Römerstein (Gemeinde) Sonnenbühl St. Johann (Württemberg) Trochtelfingen Walddorfhäslach Wannweil ZwiefaltenKarte
Über dieses Bild

Pfronstetten ist eine Gemeinde im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Pfronstetten liegt auf der Schwäbischen Alb, etwa 25 km südlich von Reutlingen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Pfronstetten, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Reutlingen bzw. zu den Landkreisen Biberach¹ und Sigmaringen²

Hohenstein, Hayingen, Zwiefalten, Langenenslingen¹, Gammertingen² und Trochtelfingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Pfronstetten mit den bis zur Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg selbstständigen Gemeinden Aichelau, Aichstetten, Geisingen, Huldstetten und Tigerfeld gehören insgesamt sieben Dörfer und Höfe. Zu den Gemeindeteilen Aichelau, Aichstetten, Geisingen, Huldstetten und Pfronstetten gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zum Gemeindeteil Tigerfeld gehören das Dorf Tigerfeld und das Gehöft St.-Georgen-Hof.

Im Gemeindegebiet liegen mehrere abgegangene Orte: Die beiden Orte Höfle und Niklausenweiler im Gemeindeteil Aichelau. Niklausenweiler wurde Ende des 18. Jahrhunderts als Ziegelhütte erbaut, bestand jedoch nicht lange, der Ort war nach dem Abt Nikolaus von Zwiefalten benannt. Im Gemeindeteil Pfronstetten liegen die Wüstungen Hendelheim oder Hendenheim – der Ort wurde 1352 als Hendenhain erwähnt, der Ortsname ist noch als Flurname erhalten –, Schäfbuch – der Ort wurde im 11. und 12. Jahrhundert als Schefbuoch und Scepbouch erwähnt – und Wolfriedeshalden, das im 11. Jahrhundert als Wolfridushaldun Erwähnung fand.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Ortsteil Tigerfeld wurden 1942 von der Gestapo (Stapoleitstelle Stuttgart) zwangsweise jüdische Seniorinnen und Senioren bis zu ihrer endgültigen Deportation ins Konzentrationslager Theresienstadt untergebracht.[3]

Die heutige Gemeinde wurde im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg durch Vereinigung der Gemeinden Pfronstetten, Aichelau, Aichstetten, Geisingen, Huldstetten und Tigerfeld neu gebildet.

Die Wappen der ehemaligen Gemeinden[Bearbeiten]

Aichelau
Aichelau
 
Aichstetten
Aichstetten
 
Geisingen
Geisingen
 
Huldstetten
Huldstetten
 
Pfronstetten
Pfronstetten
altes Wappen
Tigerfeld
Tigerfeld
 

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
1. Dezember 1871 ¹ 1.565
1. Dezember 1900 ¹ 1.512
1. Dezember 1925 ¹ 1.459
17. Mai 1939 ¹ 1.248
13. September 1950 ¹ 1.503
6. Juni 1961 ¹ 1.364
27. Mai 1970 ¹ 1.364
Jahr Einwohnerzahlen
25. Mai 1987 ¹ 1.354
31. Dezember 1990 1.506
31. Dezember 1995 1.602
31. Dezember 2000 1.568
31. Dezember 2005 1.567
31. Dezember 2010 1.540

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Der Gemeinderat in Pfronstetten hat 12 ehrenamtliche Mitglieder, gemäß der Hauptsatzung der Gemeinde sind für jeden Ortsteil 2 Sitze vorgesehen. Pfronstetten ist eine der wenigen Gemeinden, in denen der Gemeinderat nach dem System der Mehrheitswahl gewählt wird. Dies bedeutet, dass nur eine Liste (Bürgerliste Pfronstetten) aufgestellt wird und diejenigen Bewerber, die die meisten Stimmen erhalten, gewählt sind. Bei der Mehrheitswahl kann zusätzlich jede wählbare Person auf dem Stimmzettel dazugeschrieben werden. Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 lag bei 65,2 % (2009: 73,54 %).

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.

  • 1975–2003: Hans Seibold
  • 2003–2004: Stefan Horn (tödlich verunglückt am 9. Juni 2004)
  • 2004–2008: Michael Waibel (vorzeitig in den Ruhestand versetzt)
  • seit 2008: Reinhold Teufel

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau über einer aus dem Unterrand emporkommenden, beiderseits mit je einem rot bedachten silbernen Turm besetzten silbernen Zinnenmauer ein goldener Schild, darin ein angehackter roter Schrägbalken.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Im Wald von Pfronstetten befindet sich an geschichtsträchtiger Stätte die Sattlerkapelle. Sie zeugt von der ehemaligen Einsiederlei und den Marienverehrungsort an historischer Stätte. Hinzu kommen noch der Felsengarten von dem Felsblock und Kreuz „auf dem Sattler“.[4]

Musik[Bearbeiten]

  • Albdorfmusikanten, gegründet 19. November 1976
  • Männergesangverein Aichstetten e. V., gegründet 1924
  • Kirchenchor Aichelau
  • Kirchenchor Huldstetten-Geisingen
  • Kirchenchor Pfronstetten
  • Kirchenchor Tigerfeld-Aichstetten
  • Männerchor Aichelau
  • Waldarbeiterchor Zwiefalter Alb, gegründet 1. Oktober 1982

Sport[Bearbeiten]

  • TSV Pfronstetten-Wilsingen e. V.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Jährliches Pfingstfest des TSV Pfronstetten/Wilsingen mit Fußballturnier der Frauen und Mädchen.
  • Jährlich am ersten Wochenende im Juli Jugendfußballturnier des TSV Pfronstetten/Wilsingen mit mehr als 90 Mannschaften.
  • Jährliche Starkbierhockete der Albdorfmusikanten Pfronstetten e. V. am dritten Augustwochenende

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 312 führt durch die Ortsteile Pfronstetten, Tigerfeld und Huldstetten und verbindet die Gemeinde im Norden mit Reutlingen und im Süden mit Riedlingen und Biberach an der Riß. Die Ortsteile Aichelau und Aichstetten sind über die Kreisstraßen 6747 und 6748 an die B 312 angebunden, Geisingen über die Landesstraßen 253 und 6742.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 227.

Bedeutende Unternehmen[Bearbeiten]

Im Ortsteil Aichelau ist die Firma Paravan ansässig. Sie entwickelt und baut Behindertenfahrzeuge sowie evolutionäre digitale Steuerungs- und Bediensysteme.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Ludwig Stemmer (1828–1908), geboren in Pfronstetten, Arzt und Priester, der in Lauterbach (Schwarzwald) nach 1884 den Fremdenverkehr begründete und zum ersten Ehrenbürger Lauterbachs ernannt wurde
  • Otto Gauß (1877–1970), ab 1914 Pfarrer in Tigerfeld, Organist, Komponist und Musikherausgeber, ab 1931 Diözesanpräses des Cäcilienvereins der Diözese Rottenburg
  • Franz Xaver Arnold (1898–1969), geboren und begraben in Pfronstetten-Aichelau, Professor, Hochschullehrer, Pastoraltheologe, Inhaber des Lehrstuhls für Pastoraltheologie an der Universität Tübingen. Die Grabrede bei der Beerdigung in Aichelau hielt der damalige Ordinarius für Dogmatik an der theologischen Fakultät an der Universität Tübingen, Josef Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 96–98
  3. Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier (Hrsg.): Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern. Stuttgart 2013: Schmetterling-Verlag, ISBN 3-89657-138-9, S. 292.
  4. Heinz Thumm: Radler treffen sich zum Gebet. Eine Radler-Sternwallfahrt führt zur feierlich geschmückten Sattlerkapelle in Pfronstetten. In: Schwäbische Zeitung vom 6. September 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pfronstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

dito von Aichelau, Huldstetten, Tigerfeld.