Walddorfhäslach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Walddorfhäslach
Walddorfhäslach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Walddorfhäslach hervorgehoben
48.5888888888899.1811111111111440Koordinaten: 48° 35′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 440 m ü. NHN
Fläche: 14,44 km²
Einwohner: 4813 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 333 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72141
Vorwahl: 07127
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 087
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 9
72141 Walddorfhäslach
Webpräsenz: www.walddorfhaeslach.de
Bürgermeisterin: Silke Höflinger
Lage der Gemeinde Walddorfhäslach im Landkreis Reutlingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Landkreis Esslingen Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Sigmaringen Landkreis Tübingen Zollernalbkreis Bad Urach Dettingen an der Erms Engstingen Eningen unter Achalm Gomadingen Grabenstetten Grafenberg (Landkreis Reutlingen) Gutsbezirk Münsingen Hayingen Hohenstein (Landkreis Reutlingen) Hülben Lichtenstein (Württemberg) Mehrstetten Metzingen Münsingen (Württemberg) Pfronstetten Pfullingen Pfullingen Pliezhausen Reutlingen Riederich Römerstein (Gemeinde) Sonnenbühl St. Johann (Württemberg) Trochtelfingen Walddorfhäslach Wannweil ZwiefaltenKarte
Über dieses Bild
Blick auf Walddorf

Walddorfhäslach ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg, etwa elf Kilometer nördlich der Kreisstadt Reutlingen gelegen. Sie gehört zur Metropolregion Stuttgart.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Walddorfhäslach liegt am Rande des Naturparks Schönbuch. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhenlage von 336 m ü. NN im Schaichtal bis 501 m ü. NN auf der Walddorfer Platte.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Walddorfhäslach, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Aichtal, Schlaitdorf, Altenriet, Neckartenzlingen (alle Landkreis Esslingen), Pliezhausen (Landkreis Reutlingen), Tübingen, Dettenhausen (alle Landkreis Tübingen) und Waldenbuch (Landkreis Böblingen).

Die größten Städte in der Umgebung sind Stuttgart, Reutlingen und Tübingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den namensgebenden Dörfern Walddorf und Häslach. Walddorf (etwa 3.100 Einwohner; 1.208 Hektar) wurde erstmals 1204, Häslach (etwa 1.600 Einwohner; 236 Hektar) erstmals 1310 urkundlich erwähnt.

Im Gebiet der früheren Gemeinde Häslach liegt die Wüstung Kächelwang. Der Ort wurde um 1120 als Kechelwanck erwähnt und ging vor 1330 ab. Im Gebiet der früheren Gemeinde Walddorf liegen die abgegangene, 1531 als Diettenhart erwähnte Ortschaft Dietenhart und das ebenfalls abgegangene Gehöft Geren.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Walddorfhäslach entstand am 1. April 1972 durch Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Walddorf und Häslach, die damals zum Landkreis Tübingen gehörten. Im Rahmen der Kreisreform wurde Walddorfhäslach 1973 dem Landkreis Reutlingen angegliedert.

Der Ortsteil Walddorf wurde erstmals auf einer Urkunde von Papst Innozenz III. als Waltdorf erwähnt. Entstanden ist Walddorf wohl als Siedlung im 7. oder 8. Jahrhundert, Hinweis hierfür ist die Endung -dorf im Ortsnamen. Durch den Fund von drei Totenbäumen 1866 an der Westseite der Kirche gewann diese Annahme an Wahrscheinlichkeit.

Der Name Haselach wird auf 1310 datiert. Dieses Jahr der Erstnennung wird in dem Werk „Das Königreich Württemberg. Eine Beschreibung nach Kreisen, Oberämtern und Gemeinden“, Stuttgart 1904–1907 (Band II, Seite 582) genannt. Die Autoren jenes Werkes haben jedoch versäumt, die eigentliche Nennungsurkunde als Quelle anzugeben. Das eigentliche Dokument, in dem erstmals von Haselach berichtet wird, ist bisher nicht bekannt. Heute wird im Allgemeinen angenommen, dass der Ortsname auf eine frühere Stellenbezeichnung zurückzuführen ist, demnach war Häslach die „Siedlung an einem Bach am Haselgebüsch“. Die Zusammensetzung ergibt sich aus den Wortteilen Häsl für Hasel (Haselstrauch) und Ach, einem althochdeutschen Wort für Bach, das auch in anderen Städtenamen vorkommt, wie z. B. Bacharach, Laufach.

Beide Ursprungsgemeinden gehörten dem Oberamt Tübingen an.

Religionen[Bearbeiten]

Seit der Einführung der Reformation in Württemberg 1534 ist die vorherrschende Konfession in beiden Ortsteilen der Protestantismus. Walddorfhäslach besitzt zwei evangelische Kirchen und eineinhalb Pfarrstellen. Heute gibt es auch wieder ein katholisches Gemeindehaus sowie eine neuapostolische Kirche.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Walddorfhäslach hat seit der letzten Wahl 14 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 lag bei 60,06 % und ergab folgende Sitzverteilung:

Freie Wählervereinigung 48,4 % + 13,2 % 8 Sitze + 2
SPD 22,7 % + 4,6 % 3 Sitze ± 0
Frauenliste 17,3 % + 6,3 % 2 Sitze ± 0
Grüne 11,6 % + 5,3 % 1 Sitz ± 0
Unabhängige Bürger 0,0 % – 29,4 % 0 Sitze – 5

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und der Bürgermeisterin als Vorsitzende. Die Bürgermeisterin ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt.

  • 1972–1996: Otto Bauer
  • 1996–2004: Torsten Pelant
  • seit 2004: Silke Höflinger

Wappen[Bearbeiten]

Offizielle Blasonierung: In Gold unter rotem Schildhaupt, darin drei goldene Haselnüsse, ein schräg aufspringender schwarzer Marder. Das Wappen setzt sich zusammen aus Bestandteilen der früheren Gemeindewappen, der Marder stammt aus dem Walddorfer Wappen, die Haselnüsse aus dem Häslacher.

Wappen der ehemaligen Gemeinden[Bearbeiten]

Häslach
Häslach
Walddorf
Walddorf

Partnerschaften[Bearbeiten]

Die Partnerstadt von Walddorfhäslach ist der Ortsteil Walddorf der Gemeinde Kottmar in der Oberlausitz in Sachsen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Walddorf besitzt einige historische Bauten, so zum Beispiel das Alte Schloss. Im Rahmen der 800-Jahr-Feier wurde ein historischer Rundweg durch Walddorf angelegt, der an den historischen Gebäuden vorbeiführt.

Das Ortsbild von Häslach prägen die evangelische Kirche und der markante Wasserturm aus dem Jahr 1967. Er besitzt eine Aussichtsplattform, die jedoch nicht öffentlich zugänglich ist.

Parks[Bearbeiten]

Der angrenzende Naturpark Schönbuch dient als Naherholungsgebiet für die südliche Region Stuttgart.

Aus den beiden Ortsteilen kann man in weniger als einer Stunde in das ausgedehnte Naturschutzgebiet Schaichtal wandern, einen besonders reizvollen Teil des Schönbuchs. Viele Grillstellen und mehrere Brunnen bieten die Möglichkeit zur Rast. Manche Häslacher schwören auf die heilende Wirkung des „Heilbrunnen“-Wassers, das jedoch offiziell kein Trinkwasser ist.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Walddorfhäslach besitzt mit der mehrere hundert Jahre alten Sulzeiche am Schönbuchrand bei Walddorf ein besonderes Naturdenkmal.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Bundesstraße 27 (Blankenburg (Harz)Lottstetten). Die Bundesstraße 464 verbindet die Gemeinde mit Böblingen und Sindelfingen.

Es besteht eine Busverbindung nach Reutlingen (Linie 3) innerhalb des Naldo (Wabe 220) sowie Busverbindungen nach Bernhausen bzw. Degerloch (Linie 75) und Nürtingen (Linie 188) innerhalb des VVS. Ab 5. Oktober 2009 verkehrt die Buslinie 300 in der Hauptverkehrszeit von Walddorf nach Dettenhausen, wo Anschluss an die Schönbuchbahn nach Böblingen besteht.

Bildung[Bearbeiten]

Walddorfhäslach besitzt eine Grundschule, die Römerwegschule Häslach, sowie eine Gemeinschaftsschule, die Gustav-Werner-Schule Walddorf, die vom 1. bis zum 10. Schuljahr führt. Im Schuljahr 2012/13 war die Gustav-Werner-Schule eine der Starterschulen in Baden-Württemberg, die Gemeinschaftsschule wurden. In der Schule lernen und arbeiten mehr als 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene zusammen. Großen Wert wird auf ein angenehmes Lernklima, höfliche Umgangsformen und gegenseitige Wertschätzung gelegt. Die Gustav-Werner-Gemeinschaftsschule zeichnet sich durch vielfältige pädagogische Angebote aus, bei denen stets der einzelne Schüler im Mittelpunkt steht. Neben fachlichem Wissen werden den Schülern auch soziale und methodische Kompetenzen vermittelt. In Arbeitsgemeinschaften werden darüber hinaus auch außerunterrichtliche Aktivitäten angeboten. Für die jüngsten Einwohner bestehen zwei gemeindliche und ein evangelischer Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Karl von Heim (1820–1895), Oberbürgermeister von Ulm, Reichstagsabgeordneter

Persönlichkeiten, die vor Ort wirken oder gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Friedrich Christoph Oetinger (1702–1782), bekannter Pietist und Theologe (zuletzt Prälat von Murrhardt), war von 1746 bis 1752 Pfarrer in Walddorf
  • Gustav Werner (1809–1887), verbrachte einige Jahre seines Lebens als Vikar in Walddorf.
  • Guido Buchwald (* 1961), der Fußballweltmeister von 1990, lebt seit Jahren mit seiner Familie im Ortsteil Walddorf.


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 59–30

Weblinks[Bearbeiten]