Eningen unter Achalm

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eningen unter Achalm
Eningen unter Achalm
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eningen unter Achalm hervorgehoben
48.4830555555569.2522222222222489Koordinaten: 48° 29′ N, 9° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 489 m ü. NN
Fläche: 23,16 km²
Einwohner: 11 034 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 476 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72800
Vorwahl: 07121
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 019
Adresse der Gemeindeverwaltung: Rathausplatz 1-2
72800 Eningen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Alexander Schweizer (SPD)

Eningen ist eine Gemeinde am Fuß des Albtraufs, unmittelbar östlich von Reutlingen. Der Ort ist nicht zu verwechseln mit der Gemeinde Ehningen im Landkreis Böblingen. Eningen ist mit seiner gesamten Gemarkung Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Blick auf Eningen vom Aussichtsturm auf der Achalm

[Bearbeiten] Geographische Lage

Eningen liegt zwischen der Achalm und dem Albtrauf. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhe von 419 m bei der Straßenmeisterei bis 791 m beim Wolfsfelsen auf der Albhochfläche.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Eningen und gehören zum Landkreis Reutlingen:

Metzingen
Reutlingen Nachbargemeinden
Pfullingen St. Johann

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Zur Gemeinde gehören das Dorf Eningen unter Achalm und die Einzelhäuser und Häusergruppen Albgut Lindenhof, Arbachmühle, Bahnhof Reutlingen-Süd, Harret, Schafhaus und Talgut Lindenhof. Talgut Lindenhof (Unterer Lindenhof) und Albgut Lindenhof (Oberer Lindenhof) sind heute Versuchsstationen für Tierhaltung und Tierzüchtung sowie Pflanzenzüchtung der Universität Hohenheim.

Der Flurname Hofen am Weg nach St. Johann deutet auf eine abgegangene Ortschaft hin.[2]

[Bearbeiten] Geschichte

Eningen im Jahre 1901

Eningen wurde um 300 n. Chr. in einer sonnigen, bergumschirmten Waldschlucht vermutlich von der Sippe eines Alemannen Ano gegründet. Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Eningen findet sich 1090 im Bempflinger Vertrag des Klosters Zwiefalten. Seine Markung reichte im Mittelalter an Würtingen, bis zur Mädlinshalde gegen Pfullingen und schloss noch Loschenhalde und Betzenried ein. Hier durften die Eninger wie die Pfullinger ihr Vieh hertreiben, die Reutlinger mussten zur Behütung ihrer Weinberge einen Hirten halten, der dem Schultheiß von Eningen anzuzeigen hatte (Vertrag vom 7. Juli 1572). Nach dem Vertrag nach Judika 1513 gehörten die Achalmweiden Eningen allein. Diese Rechte reichten noch länger zurück als der Kauf des Berges durch die Ermstalgrafen um das Jahr 1000 und blieben daher auch bestehen. Im Mittelalter nutzte man einen großen Teil des umgebenden Waldes und des heute landwirtschaftlich genutzten Ackerlandes als Viehweide. Gehalten hat sich zu diesem Zweck über lange Zeit die Hochfläche Eningens auf der Schwäbischen Alb, wo man heute die beiden Zuchtgüter Schafhaus und Oberer Lindenhof findet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde ein Drittel der Eninger Häuser zerstört. Danach erfuhr das Dorf einen Aufschwung durch den Landhandel, der Eningen zum "schönsten und volkreichsten Dorf Württembergs" machte. 1833 zählte man bereits über 5.000 Einwohner. Heute steht am ehemaligen Marktplatz an der Hauptstraße das Denkmal des Eninger Krämers.

[Bearbeiten] Eitlingen

Neben dem Dorf Eningen befand sich einst noch das Dorf Eitlingen, dessen Name von einem Besitzer oder Haupt Neidling bzw. Nydling herrührte. Erwähnungen finden sich 1454 als Gewand Nydlingen und 1555 in Form einer Badstube im Neidling. Das Dorf befand sich dort, wo heute die Grabenstraße hinaufführt. Mit der Zeit wuchsen die Ansiedlungen zusammen, doch bis heute findet sich die Eitlinger Straße in Eningen. Es gibt eine Anzahl von Gemeinden, deren Name höchstwahrscheinlich von demselben Stammesnamen herrührt. Es ist im Landkreis Esslingen die Gemeinde Neidlingen, im mittelfränkischen Landkreis Ansbach der Feuchtwanger Ortsteil Neidlingen und in Niederösterreich die Marktgemeinde Neidling nordwestlich von Sankt Pölten. Darüber hinaus existiert der Name Neidling bis heute als Nachnamen.

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: In Blau eine silberne Lilie.


[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Heimatmuseum Eningen

Der Gemeinderat in Eningen hat 18 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 lag bei 55,02 % und ergab folgende Sitzverteilung:

Freie Wählervereinigung Eningen 38,8 % + 6,1 % 7 Sitze + 1
CDU 26,6 % – 4,6 % 5 Sitze – 1
Freie Grüne und alternative Liste 17,5 % + 0,2 % 3 Sitze ±0
SPD 17,1 % – 1,8 % 3 Sitze ±0

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

[Bearbeiten] Bürgermeister

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt.

Alexander Schweizer ist seit dem 13. September 2007 der Bürgermeister von Eningen. Seine derzeitige Amtszeit endet 2015.

  • 1383: Syfrit Kaib (von den Herren von Speth, Untertan des Grafen Eberhard dem Greiner)
  • Um 1644: Georg Müller
  • Um 1695: Hans Maier
  • Um 1700: Hans Jakob Sautter
  • Um 1749: Johannes Eitel
  • Günther Zeller
  • 1987–2003: Jürgen Steinhilber (Freie Wähler)
  • 2003–2007: Margarete Krug (CDU)
  • seit 2007: Alexander Schweizer (SPD)

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Eningen unterhält eine Städtepartnerschaft mit folgenden Städten:

  • Charlieu in Frankreich, seit 20. April 1968
  • Calne in Wiltshire, England, seit 1970

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Historische Einwohnerzahlen von Eningen unter Achalm.

ab 1871 Volkszählungsergebnisse

Jahr Einwohnerzahlen
1605 933
Um 1630 1.200
1654 691
1676 889
1716 1.417
1724 1.623
Jahr Einwohnerzahlen
1736 2.024
1768 2.473
1833 5.015
1846 4.844
1871 3.345
1890 3.510
Jahr Einwohnerzahlen
1910 4.313
1925 4.351
1933 4.675
1950 6.158
1970 8.041
1987 9.309

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Oberes Speicherbecken

[Bearbeiten] Bauwerke

  • Evangelische Andreaskirche von 1929 / 30, ein Beispiel frühmoderner Kirchenarchitektur
  • Oberes Speicherbecken des Pumpspeicherwerks Glems (Fassungsvermögen: 0,9 Mio. m³)
  • 90 Meter hoher Richtfunkmast in Stahlfachwerkbauweise auf dem Grasberg (778 m ü. NN)

[Bearbeiten] Parks

  • Naherholungsgebiet „Eninger Weide“ mit Wildgehege
  • Krügerpark

[Bearbeiten] Naherholung

  • Achalm (707 m) mit Aussichtsturm und mittelalterlichen Mauerresten
  • Arbachtal
  • Obtal mit Waldfreibad
  • Ebene mit Rangenbergle

[Bearbeiten] Sport

  • Waldfreibad
  • TSV Eningen, Sportanlagen auf der Wenge
  • Trimm-Dich-Pfad Metzinger Wald
  • Trimm-Dich-Pfad St.Johann-Würtingen

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Evangelische Andreaskirche

[Bearbeiten] Verkehr

Durch die Gemeinde führt die Landesstraße 380 und verbindet sie im Westen mit Reutlingen und Pfullingen und im Osten mit St. Johann. Die Kreisstraße K 6714 verbindet Eningen im Norden mit Metzingen. Die Landesstraße 380a zweigt von dieser ab und führt über Metzingen-Glems nach Metzingen-Neuhausen.

Die Bundesstraße 312 tritt am Südbahnhof Reutlingen in Eninger Gemeindegebiet ein und hat etwa 2 km südwestlich des Ortskerns eine Abzweigung nach Eningen.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 220.

[Bearbeiten] Medien

Eningen unter Achalm ist Sitz mehrerer Fernsehsender:

  • RTF.1, Reutlinger Tübinger Fernsehen, privater Fernsehsender für die Landkreise Reutlingen, Tübingen und den Zollernalbkreis. Es startete am 15. November 1999 sein Programm.
  • Prometheus Wissenschaftsfernsehen, privater landesweiter Fernsehsender im digitalen Kabelnetz von Baden-Württemberg. Sendestart war im Dezember 2003.
  • studio live junges fernsehen, privater landesweiter Fernsehsender im digitalen Kabelnetz von Baden-Württemberg. Sendestart war im Jahr 2004.
  • Literaturfernsehen, privater landesweiter Fernsehsender im digitalen Kabelnetz von Baden-Württemberg. Sendestart war im Jahr 2006.
  • BWeins Landtags- und Hauptstadtfernsehen, privater landesweiter Fernsehsender im digitalen Kabelnetz von Baden-Württemberg. Erster privater Parlamentskanal der Bundesrepublik Deutschland. Sendestart war im Jahr 2006.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Träger der Bürgermedaille

  • 1989: Franz-Georg Brustgi
  • 1992: Dieter Baumann
  • 1992: Jean-Paul Gysin
  • 1998: Reinhold Rall

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde

[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 33–35

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Eningen unter Achalm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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