Miyazawa Kiichi

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Miyazawa Kiichi mit US-Finanzminister Robert Rubin (1999)

Miyazawa Kiichi (jap. 宮澤 喜一; * 8. Oktober 1919 in Fukuyama; † 28. Juni 2007 in Tokyo) war ein japanischer Politiker (LDP). Er war von 1991 bis 1993 der 78. Premierminister Japans.

Leben[Bearbeiten]

Miyazawa Kiichi studierte Rechtswissenschaft an der Universität Tokyo. 1942 trat er in den Staatsdienst Japans ein und wurde für das Finanzministerium tätig. 1953 wurde er in das Oberhaus des Japanischen Parlaments gewählt; 1967 wurde er Abgeordneter im politisch einflussreicheren Unterhaus, indem er den Sitz seines Vaters übernehmen konnte.

Miyazawa war in mehreren wichtigen öffentlichen Ämtern tätig, beispielsweise als Minister für Internationalen Handel und Industrie (1970–1971), als Außenminister (1974–1976), als Direktor des Wirtschaftsplanungsamts (1977–1978) und als Chefkabinettssekretär (1984–1986). In der Regierung Noboru Takeshita wurde er 1987 Finanzminister, musste aber im Zuge des Recruit-Skandals zurücktreten.[1]

Am 5. November 1991 wurde er der 78. Premierminister von Japan. Während seiner Amtszeit als Regierungschef wurde ein Gesetz verabschiedet, das die Entsendung von Soldaten der Selbstverteidigungsstreitkräfte zu UN-Friedenseinsätzen im Ausland erlaubte. Er setzte sich für bessere Beziehungen zu Japans Nachbarstaaten ein und war der erste japanische Premierminister, der anerkannte, dass das japanische Militär asiatische Frauen als „Trostfrauen“ dazu zwang, als Zwangsprostituierte für japanische Soldaten zu dienen. Weiterhin setzte er ein Programm zur Umschuldung der Banken durch. Nach dem Parteiaustritt von Masami Tanabu übernahm er auch dessen Posten als Minister für Landwirtschaft, Forst und Fischerei am 4. August 1993. Nach einer Reihe von Skandalen in seiner Partei LDP musste er nach einem Misstrauensvotum am 9. August 1993 zurücktreten. Zugleich war dies auch das vorläufige Ende einer Ära von 38 Jahren Regierungszeit der LDP in Folge.

Von 1999 bis 2002 war er Finanzminister in den Regierungen von Keizo Obuchi und Yoshiro Mori. 2003 beendete er seine politische Karriere.

Miyazawa Kiichi war Mitglied der Trilateralen Kommission, einer Initiative von David Rockefeller. Er hatte den Vorsitz des 19. G8-Gipfels vom 7. bis 9. Juli 1993 in Tokyo inne.

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. New York Times, 9. Dezember 1988: Japan's Finance Minister Resigns in Stock Scandal
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Miyazawa der Familienname, Kiichi der Vorname.