Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund

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MKK Dortmund, Eingang
Städtisches Kunst- und Gewerbe-Museum am Ostwall Color 1922
Schloss Cappenberg, Hauptgebäude

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) ist ein städtisches Museum in Dortmund Das Museum findet sich heute in einem 1924 von Hugo Steinbach als Städtische Sparkasse erbauten Art-Déco-Bau. Die Sammlung des Museums gibt anhand von Gemälden, Skulpturen, Möbeln und Kunsthandwerk einen Einblick in die Kulturgeschichte der Stadt Dortmund.

Zeitlich umfasst die Sammlung Exponate der Ur- und Frühgeschichte bis hin zu Exponaten des 20. Jahrhunderts. Der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum unterhält eine ständige Ausstellung zur Geschichte des Vermessungswesens und präsentiert seltene geodätische Instrumente. Die Räumlichkeiten des Museum werden regelmäßig zur Präsentation von überregional bedeutenden Kunst- und Kulturausstellungen genutzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Städtisches Kunst- und Gewerbemuseum[Bearbeiten]

Auf Anregung des Historikers und Gymnasiallehrers Eduard Roese beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 25. Juni 1883, eine „Sammelstelle“ für historische und künstlerische Gegenstände anzulegen. Erster Leiter wurde der Zeichenlehrer Albert Baum, der eine umfangreiche Sammlung anlegte.

Die Sammlung erlebte mehrere Umzüge. Zwischen 1899 und 1905 war sie im damals frisch restaurierten Alten Rathaus beheimatet. 1911 wurde sie im gerade freigewordenen Oberbergamt untergebracht, das 1872-75 nach einem Entwurf des Berliner Architekten Gustav Knoblauch errichtet worden war und für die neue Nutzung nach den Plänen des Stadtbaurats Friedrich Kullrich umgebaut worden war. Das „Städtische Kunst- und Gewerbe-Museum“ bestand dort aus 70 Räumen und umfasste zu dieser Zeit archäologische Fundstücke sowie kunstgewerbliche und heimatkundliche Objekte.

Neuausrichtung als Kunstmuseum[Bearbeiten]

Vor allem unter der Leitung des Kunsthistorikers Rolf G. Fritz, der 1934 zunächst kommissarisch eingesetzt wurde, wurde die Sammlung neu geordnet und um Kunstobjekte erweitert, vor allem um Gemälde der Romantik. In der Kriegszeit wurde die Sammlung ausgelagert und dadurch vor der Zerstörung gerettet. In dieser Zeit erhielt die Sammlung auch den heutigen Namen.

Schloss Cappenberg[Bearbeiten]

1945 wurde das Museumsgebäude am Ostwall bei einem Bombenangriff zerstört. Im Schloss Cappenberg bei Lünen wurden dann Räume angemietet, wo die Sammlung ab 1946 wieder gezeigt werden konnte. Dabei verfügte das Museum auch über ausgelagerte Kunstschätze aus verschiedenen zerstörten Kirchen Westfalens, etwa den Marienaltar von Conrad von Soest aus der Marienkirche Dortmund. Die Werkstatt des Museums leistete einen wichtigen Beitrag zur Restauration der kirchlichen Kunstwerke und nutzte die Zeit zur Erforschung der bedeutenden Kunstwerke.

1966 wurde Horst Appuhn Nachfolger von Fritz. Aufgrund fehlender Mittel für einen Museumsneubau in Dortmund entwickelte Appuhn zunächst in Cappenberg eine kleine Dauerausstellung. Erweitert wurde der Sammlungsbestand vor allem um historische Möbel aus Westfalen, durch die lückenlos Wohnwelten von Gotik bis Jugendstil dokumentiert werden sollten.

Umzug in die alte Stadtsparkasse[Bearbeiten]

1977 fasste der Stadtrat den Grundsatzbeschluss zum Umzug der Sammlung ins heutige Domizil, den Art-Déco-Bau der alten Stadtsparkasse an der unteren Hansastraße. Im November 1983 wurde das neue Museum eröffnet. Leiter war von 1982 bis 1986 der spätere Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Gerhard Langemeyer. Allgemein gelobt wurde dabei besonders die Integration der Kunstwerke in die Präsentation kunsthandwerklicher und historischer Fundstücke. Einen besonderen Akzent legte das Museum dabei auf die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die alte Stadtsparkasse ist als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen.[1]

Caspar David Friedrich, Winterlandschaft (1811)
Ausstellung Cézanne Manet Schuch

Ausstellungen[Bearbeiten]

Anlässlich ihres 100. Geburtstages schenkte die Dortmunder Museumsgesellschaft zur Pflege der bildenden Kunst dem Museum die Altartafel „Die Heilige Sippe“ von Jan Baegert (tätig etwa von 1505 bis 1530). Das Kunstwerk ist Teil eines erst im 20. Jahrhundert in vier Teile getrennten Altarretabels, von dem ein Teil bereits im Besitz des Museums war. Die beiden übrigen Teile aus dem Besitz der Hamburger Kunsthalle sind an das Museum ausgeliehen, so dass das Retabel derzeit komplett im Museum ausgestellt ist.

Dauerausstellungen[Bearbeiten]

  • Kulturgeschichte im Zeitraffer
  • Die kleine Nationalgalerie (Dependance der Alten Nationalgalerie Berlin)
  • Ausstellung zur Geschichte des Vermessungswesens

Abteilungen[Bearbeiten]

  • Erdgeschoss – Zurück in die Steinzeit; Antiken; Cafe Fluxus
  • 1. Etage – Die alte Stadt; Christliche Kunst im Mittelalter; Kultur vom 16. -18. Jh.
  • 1. und 2. Zwischenebene – Gemälde des 19. Jahrhunderts mit C.D.Friedrich, Slevogt, Corinth, von Werner und andere
  • 2. Etage vom Sonn- und Alltag; Apotheke
  • 3. Etage Schöner Wohnen im 19. Jh.; angewandte Kunst seit 1900
  • 4. Etage – die neue Stadt; Vermessungsgeschichte

Einzelne Ausstellungen[Bearbeiten]

  • Und wenn sie nicht gestorben sind ..., Bilder zu Grimmschen Märchen (18. November 2006 – 7. Januar 2007)
  • Schönheit aus dem Feuer, Fliesenkunst aus acht Jahrhunderten im Studio (12. August 2006 bis 29. Oktober 2006)
  • Ferne Welten – Freie Stadt. Dortmund im Mittelalter (2. April 2006 bis 16. Juli 2006)
  • Ernst Ludwig Kirchner: Zeichnungen, Aquarellen und Fotografien (27. Juni 2004 – 5. September 2004)
  • F. K. Waechter und Rudi Hurzlmeier: Satirische Zeichnungen und Karikaturen (2. September 2000 – 7. Januar 2001)
  • Cézanne Manet Schuch: Drei Wege zur autonomen Kunst (30. Mai 2000 bis 30. Juli 2000)
  • Objekte der Begierde: Schmuckstücke von Miriam Haskell, New York (20. Mai 2000 bis 30. Juli 2000)
  • Frank Lloyd Wright: Die Lebendige Stadt
  • Yves Boucard: Fantastische Möbel (23. Januar 1999 bis 14. März 1999)
  • Benno Elkan – Ein jüdischer Künstler aus Dortmund (18. März 2011 bis 22. Mai 2011)
  • manu factum (14. Juli 2013 bis 8. September 2013)
  • Rechtsextreme Gewalt in Deutschland 1990–2013 (7. September 2013 bis 27. Oktober 2013)
  • DEW21 Kunstpreis 2013 und Preisträgerausstellung Barbara Hlali (21. September 2013 bis 3. November 2013)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Museum für Kunst und Kulturgeschichte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nr. A 0292. Denkmalliste der Stadt Dortmund. In: dortmund.de – Das Dortmunder Stadtportal. Denkmalbehörde der Stadt Dortmund, 14. April 2014, abgerufen am 18. Juni 2014 (PDF, Größe: 180 kB).

51.5166388888897.463Koordinaten: 51° 31′ 0″ N, 7° 27′ 47″ O