Rattenberg (Niederbayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rattenberg
Rattenberg (Niederbayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rattenberg hervorgehoben
49.087512.751111111111560Koordinaten: 49° 5′ N, 12° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Höhe: 560 m ü. NHN
Fläche: 30,23 km²
Einwohner: 1745 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94371
Vorwahl: 09963
Kfz-Kennzeichen: SR
Gemeindeschlüssel: 09 2 78 178
Gemeindegliederung: 55 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Rattenberg
Dorfplatz 15
94371 Rattenberg
Webpräsenz: www.rattenberg.de
Bürgermeister: Dieter Schröfl (CSU)
Lage der Gemeinde Rattenberg im Landkreis Straubing-Bogen
Bogen (Stadt) Windberg Wiesenfelden Straßkirchen Steinach (Niederbayern) Stallwang Schwarzach (Niederbayern) Sankt Englmar Salching Rattiszell Rattenberg (Niederbayern) Rain (Niederbayern) Perkam Perasdorf Parkstetten Oberschneiding Niederwinkling Neukirchen (Niederbayern) Mitterfels Mariaposching Mallersdorf-Pfaffenberg Loitzendorf Leiblfing Laberweinting Konzell Kirchroth Irlbach Hunderdorf Haselbach (Niederbayern) Haibach (Niederbayern) Geiselhöring Feldkirchen (Niederbayern) Falkenfels Atting Ascha Aiterhofen Aholfing Straubing Landkreis Kelheim Regensburg Landkreis Landshut Landkreis Regen Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Cham Landkreis Cham Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild
Das Rathaus von Rattenberg
Die Pfarrkirche St. Nikolaus

Rattenberg ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Rattenberg liegt im Bayerischen Wald unmittelbar an den Grenzen zu den Landkreisen Cham im Norden und Regen im Osten.
Die nächstgelegenen Städte sind Viechtach (10 km), Cham (22 km), Bogen (28 km), Straubing (35 km) und Regensburg (65 km).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Rattenberg hat 55 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Die Herkunft des Namens von Rattenberg hängt mit den ältesten Schreibweisen zusammen und lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Eine Ableitung vom alten Personennamen „Rapoto“ (Rado, Rato oder auch Raido) dürfte jedoch zutreffend sein. Die Nennung eines „Rapoto“ von Rattenberg und dessen Schwester „Erga“ um das Jahr 1139 ist nachgewiesen. Die sich im Laufe der Zeit entwickelten Schreibweisen Rogitinperge, Rodunchberga, Raitenperg, Ratenperg u.a. sind mit ziemlicher Sicherheit nur verderbte Formen des ursprünglich angenommenen Namens. Nicht ganz ausgeschlossen erscheint auch eine Ableitung vom Verbum „roden/reuten“. Vielleicht ist Rattenberg auch nur eine durch sprachliche Verstümmelung und lange Überlieferung verdorbene Form von „Ramsperg“.

Erste urkundliche Erwähnung[Bearbeiten]

„Notum sit universe posteritati....“, so beginnt eine Schenkungsurkunde des Klosters Oberalteich, die in die erste Hälfte des Jahres 1105 datiert werden konnte.

Der ganze Urkundentext lautet sinngemäß in deutscher Übersetzung wie folgt: „Es sei hiermit für die gesamte Nachkommenschaft aufgezeichnet, dass unser Vogt Friedrich und dessen Ehefrau Luitgard sowie Bruder Ulrich und Sohn Friedrich zum Altar des heiligen Petrus und den dortigen Brüdern für ihr und ihrer Eltern Seelenheil ein Gut letztwillig vermachen, das gelegen ist in Rogitinperge“. Der mit den Grafen von Bogen sehr nahe verwandte Regensburger Domvogt Friedrich III., seine Gattin sowie sein Bruder und sein Sohn vermachen demnach mit dieser Urkunde „zum Altar des heiligen Petrus und den dortigen Brüdern“, also dem Kloster St. Peter in Oberalteich, einen Hof („unum curtile“) in „Rogitinperge“

Rattenberg im Mittelalter bis zur Neuzeit[Bearbeiten]

In „Rogitinperge“ entstand nach der Ansiedlung des ersten Hofgutes nach und nach eine kleine Bauernsiedlung, die sich im Laufe der Zeit zunächst, wie zahlreiche andere kleinere altbayerische Siedlungseinheiten „Gemain“, also „Gemain ze Rottnperg“ nannte.

Später wurde daraus eine etwas größere Wirtschaftsgemeinde und es entstand, insbesondere im Perlbachtal, über viele Jahre hinweg die „Dorfgemain“, in Rattenberg also die „Dorfgemain Rotnperch“.

Rattenberg tritt in den Quellen des 15. JH. als Amt des Gerichts Mitterfels in Erscheinung.

Das Gericht Mitterfels war in sieben (später acht) Schergenämter unterteilt. Christanszell (Kriseszell) war eines davon. Die Schergenämter waren unterteilt in die Ob- oder Hauptmannschaften, heute etwa einer Gemeinde vergleichbar.

Für etwa 10 – 20 Höfe wurden damals aus der Mitte der Hofbesitzer je ein Ob- oder Hauptmann bestellt. Die Beamten (Richter) des Gerichts Mitterfels versahen Verwaltungs- und Richteraufgaben, die ihnen unterstandenen Schergen (Amtsleute) waren etwa vergleichbar mit unserer heutigen Polizei.

Entwicklung im 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Bevor die Untergliederung in Gemeinden erfolgte, wurde zunächst die Landkreis-Einteilung vollzogen. Der Gerichtsbezirk Mitterfels wurde (1810) dem Unterdonaukreis (ist ab 1837 „Niederbayern“) zugeschlagen. 1821 kam es zum endgültigen Abschluss der Gemeindeformationen. Danach gehörten zum Landgericht Mitterfels (= Unterdonaukreis) u.a. die unmittelbaren (landgerichtischen) Ruralgemeinden (rural: ländlich, bäuerlich):

  • Rattenberg: 2 Dörfer, 7 Weiler, 13 Einöden und 111 Familien,
  • Siegersdorf: 3 Dörfer, 2 Weiler, 20 Einöden und 83 Familien.

Das 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Grundlegende Veränderungen der Gemeindestruktur seit der Gemeindebildung von 1821 ergaben sich erst 150 Jahre später durch die Gebietsreform 1972 und 1978.

Bei den Gemeinden führte die Gebietsreform in erster Linie zur Auflösung vieler kleinerer Gemeinden und zur Zusammenfassung zu größeren Einheiten.

Für die Gemeinde Rattenberg ergaben sich hierbei folgende Änderungen:

1. Januar 1972: Eingliederung der Gemeinde Siegersdorf[3]

1. Juli 1972: Die Gemeinde Grub verlor im Rahmen der Gebietsreform ihre Selbständigkeit. Die Ortschaften Grub, Hammersdorf, Unter- und Obergschwandt wurden in die Gemeinde Rattenberg, Landkreis Straubing-Bogen, Regierungsbezirk Niederbayern eingegliedert. Das restliche Gebiet wurde der Gemeinde Zandt und damit dem Regierungsbezirk Oberpfalz zugeschlagen.[3]

1. Januar 1978: Eingliederung des Gemeindeteils Riedelswald (damals 14 Einwohner) aus der aufgelösten Gemeinde Elisabethszell[4]

Nur kurze Zeit nach der Gemeindezusammenlegung Rattenberg und Siegersdorf erfolgte zum 1. Mai 1978 die Bildung der Verwaltungsgemeinschaft Konzell/Rattenberg. Dieser vom Großteil der Bevölkerung als „Zwangsehe“ empfundene Zusammenschluss hielt jedoch nicht lange. Die „Rebellengemeinde“ Rattenberg wurde nach mehreren vergeblichen Versuchen im vierten Anlauf zum 1. Januar 1994 aus der Verwaltungsgemeinschaft entlassen. Seither besitzt Rattenberg wieder seine eigene Verwaltung die seit 1996 im neu errichteten Rathaus am Dorfplatz untergebracht ist.

Wappen[Bearbeiten]

Der Widderkopf geht auf das Adelsgeschlecht der Ramsperger zurück, welche die Besitzer der nahe gelegenen Burg Neurandsberg waren. Die drei Kugeln symbolisieren die Äpfel des Hl. Nikolaus, des Kirchenpatrons von Rattenberg. Die Farben Silber und Blau wurden gewählt, da nach dem Aussterben des Geschlechts der Grafen von Bogen Rattenberg in den Herrschaftsbereich der Herzöge von Bayern kam.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche St. Nikolaus besitzt einen Turmunterbau und eine Apsis im spätromanischen Stil, der übrige Bau ist neuromanisch und entstand 1890. An der Ostseite des Turmes befindet sich ein Steinrelief, der sogenannte Trutzkopf aus dem 12. oder 13. Jahrhundert.
  • Burggasthof Neurandsberg
Im Burggasthof Neurandsberg treten in regelmäßigen Abständen Künstler aus der Musik- und Comedy-Szene auf.
Die Waldlerbühne Rattenberg führt Bauerntheater-Stücke auf.
  • Rattenberger Heimatfest
Alljährlich am 2. Juli-Wochenende findet das traditionelle „Rattenberger Heimatfest“ statt.
  • Sommer- und Museumsfest
Alljährlich am 15. August findet das „Sommer-und Museumsfest“ in Rattenberg statt.
Tag der offenen Tür und Vorführung alter Handwerkskunst im Heimatmuseum Rattenberg, Pfarrgarten.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Rattenberg (Niederbayern)

Dialekt[Bearbeiten]

Der Rattenberger Dialekt ist für Dialektologen interessant, da er völlig untypisch für den Bayerischen Wald eine Ähnlichkeit mit dem Wiener Dialekt hat. Man geht jedoch davon aus, dass diese Entwicklung unabhängig voneinander stattgefunden hat.[5]

Bildung[Bearbeiten]

  • Mittelschule: 6 Lehrer und 89 Schüler (Stand: 2013)[6]
  • Grundschule: 3 Lehrer und 68 Schüler (Stand: 2013)[7]

Sport[Bearbeiten]

DJK Rattenberg[Bearbeiten]

Die DJK Rattenberg hat eine aktive Fußball-, Ski-, Tischtennis-, Stock-, Damengymnastikabteilung. Der Verein hat knapp 750 Mitglieder. Seit dem Jahr 2011 ist Tobias Schötz 1. Vorstand der DJK.

2012 feierten die Seniorenmannschaften im Fußball die Doppelmeisterschaft in der A-Klasse Vorwald und spielen in der aktuellen Saison 2012/13 als einziger "Waldverein" in der Kreisklasse Straubing.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111225/191903&attr=OBJ&val=851
  3. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 437
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 632.
  5. Bericht der Süddeutschen über den Rattenberger Dialekt
  6. [1]
  7. [2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rattenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien