Bogen (Stadt)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bogen
Bogen (Stadt)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bogen hervorgehoben
48.91666666666712.683333333333322Koordinaten: 48° 55′ N, 12° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Höhe: 322 m ü. NHN
Fläche: 49,74 km²
Einwohner: 9751 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 196 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94327
Vorwahl: 09422
Kfz-Kennzeichen: SR
Gemeindeschlüssel: 09 2 78 118
Stadtgliederung: 77 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stadt Bogen
Stadtplatz 56
94327 Bogen
Webpräsenz: www.bogen.de
Bürgermeister: Franz Schedlbauer (CSU)
Lage der Stadt Bogen im Landkreis Straubing-Bogen
Bogen (Stadt) Windberg Wiesenfelden Straßkirchen Steinach (Niederbayern) Stallwang Schwarzach (Niederbayern) Sankt Englmar Salching Rattiszell Rattenberg (Niederbayern) Rain (Niederbayern) Perkam Perasdorf Parkstetten Oberschneiding Niederwinkling Neukirchen (Niederbayern) Mitterfels Mariaposching Mallersdorf-Pfaffenberg Loitzendorf Leiblfing Laberweinting Konzell Kirchroth Irlbach Hunderdorf Haselbach (Niederbayern) Haibach (Niederbayern) Geiselhöring Feldkirchen (Niederbayern) Falkenfels Atting Ascha Aiterhofen Aholfing Straubing Landkreis Kelheim Regensburg Landkreis Landshut Landkreis Regen Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Cham Landkreis Cham Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild
Die Stadtpfarrkirche St. Florian

Bogen ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Bogen liegt in der Region Donau-Wald an der Donau, am Bogenbach und am Fuß des Bayerischen Walds.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Bogen hat 77 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Bogen, Bogenberg, Degernbach, Oberalteich, Pfelling und Furth.

Geschichte[Bearbeiten]

Gedenktafel am Rathaus zur Geschichte Bogens

Unter dem Namen Villa Pogana wird Bogen ( Bong ) um die Mitte des 8. Jahrhunderts erstmals erwähnt. Zunächst waren hier die Babenberger Inhaber der Grafschaftsrechte. Anschließend war es der Sitz der Grafen von Bogen, deren weiß-blaues Rautenwappen heute Bestandteil des bayerischen Staatswappens ist. Bereits 1220 wurde Bogen als „forum“ (Markt) bezeichnet.

Nach dem Tod des letzten Bogener Grafen fiel deren Herrschaftsgebiet 1242 an die Wittelsbacher. 1341 erhielt Bogen das Marktrecht. Im 15. Jahrhundert erlebte Bogen eine Blütezeit in Verbindung mit der Bogenbergwallfahrt. Im Dreißigjährigen Krieg musste der Markt einen erheblichen Bevölkerungsverlust hinnehmen. Einen Aufschwung für den ganzen Ort brachte erneut die bedeutende Wallfahrt zur Wallfahrtskirche Bogenberg.

Bogen gehörte zum Rentamt Straubing und zum Landgericht Mitterfels im Kurfürstentum Bayern. Es besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. Das Kloster Oberalteich besaß hier eine offene Hofmark. 1719 und 1837 verwüsteten Brände den Ort.

1839 wurde Bogen Sitz eines Landgerichts. 1860 zählte der Markt 1350 Einwohner und nicht weniger als 12 Brauereien. 1862 stieg die Bedeutung Bogens weiter, weil aus dem Landgericht das Bezirksamt und das Notariat als eigene Behörden ausgliedert wurden. Der juristische Teil des Landgerichts wurde wenig später zum Königlich Bayrischen Amtsgericht. Am 9. Dezember 1895 erhielt Bogen einen Eisenbahnanschluss durch die Fertigstellung des ersten Abschnitts der Bahnstrecke Straubing–Miltach.

Die Stadterhebung Bogens erfolgte im Jahre 1952. Mit dem Bau der Graf-Aswin-Kaserne 1958, Gymnasium, Realschule und acht Industriebetrieben sowie Eingemeindungen stieg die Größe und Bedeutung Bogens nach dem Zweiten Weltkrieg erheblich.

Durch die Integration des Landkreises Bogen in den Landkreis Straubing-Bogen am 1. Juli 1972 ging allerdings ein großer Teil der Verwaltungsfunktion der Stadt verloren.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden Bogenberg und Degernbach eingemeindet.[3] Am 1. Januar 1978 folgten Oberalteich mit den am 1. Juli 1974 eingegliederten Teilen der aufgelösten Gemeinde Agendorf und ein Teil von Pfelling.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 07.118 Einwohner
  • 1970: 08.623 Einwohner
  • 1987: 08.199 Einwohner
  • 2000: 10.157 Einwohner
  • 2011: 10.120 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 50,21 % zu folgendem Ergebnis:[5]

Partei / Liste Stimmen % Sitze
CSU 47,62 % 11
SPD 11,97 % 3
Bürgerinitiative Bogen (BI -Bogen) 12,90 % 3
FDP / Freie Wählergruppe 19,41 % 5
Freie Christliche Wählergruppe (FCW) 8,10 % 2
Das Rathaus

Bürgermeister ist Franz Schedlbauer (CSU). Er wurde erstmals im Jahr 2002 Nachfolger von Elmar Eckl (FDP/Freie Wählergruppe) und 2014 wiedergewählt.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 4.785.000 €, davon entfielen 1.370.000 € auf die Gewerbesteuereinnahmen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Wallfahrtskirche

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Der aus dem Mittelalter stammende Stadtplatz ist mit 400 m Länge und 30 m Breite sehr geräumig. Er wird größtenteils von Bürgerhäusern des 17. bis 19. Jahrhunderts gesäumt.
  • Die gotische und später barockisierte Stadtpfarrkirche St. Florian ging aus einer 1486 erbauten und 1927 bis 1937 erweiterten Kirche hervor. Der Chorraum besitzt ein Netzrippengewölbe und spätgotische Fresken.
  • Auf der Nepomukbrücke über den Bogenbach befindet sich eine Statue des hl. Nepomuk von 1744.
  • Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt auf dem Bogenberg; Ziel der ältesten Marienwallfahrt Bayerns (seit 1104).
  • Bogenberg Kirche St. Salvator mit Klause und Heiland im Kerker
  • Kreismuseum Bogenberg
  • Klosterkirche Oberalteich.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Bogen (Stadt)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Bahnhof von Bogen

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Bogen ist seit 1958 mit der Graf-Aswin-Kaserne ein großer Bundeswehrstandort.

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 50, im produzierenden Gewerbe 2.292 und im Bereich Handel und Verkehr 448 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 1.182 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 3.307. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 186 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3.068 ha, davon waren 2.260 ha Ackerfläche und 806 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2007):

  • Kindergärten: 281 Kindergartenplätze mit 306 Kindern
  • Volksschulen: 3 mit 40 Lehrern und 778 Schülern
  • Realschulen: 1 mit über 50 Lehrern und 880 Schülern
  • Gymnasien: 1 mit 47 Lehrern und 757 Schülern

Literatur[Bearbeiten]

  • Heimatbuch der Stadt Bogen, 2. Auflage, Bogen 1987
  • Hans Neueder, 500 Jahre St. Florian in Bogen, Bogen 1986
  • Hans Neueder, 1250 Jahre Bogen, 40 Jahre Stadt Bogen, Bogen 1992

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bogen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111224/232007&attr=OBJ&val=828
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 437.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 631 und 632.
  5. [1]