Sankt Englmar

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sankt Englmar
Sankt Englmar
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sankt Englmar hervorgehoben
4912.816666666667808Koordinaten: 49° 0′ N, 12° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Höhe: 808 m ü. NHN
Fläche: 36,85 km²
Einwohner: 1675 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94379
Vorwahl: 09965
Kfz-Kennzeichen: SR
Gemeindeschlüssel: 09 2 78 184
Gemeindegliederung: 28 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstr. 6
94379 Sankt Englmar
Webpräsenz: www.sankt-englmar.de
Bürgermeister: Anton Piermeier (CSU)
Lage der Gemeinde Sankt Englmar im Landkreis Straubing-Bogen
Bogen (Stadt) Windberg Wiesenfelden Straßkirchen Steinach (Niederbayern) Stallwang Schwarzach (Niederbayern) Sankt Englmar Salching Rattiszell Rattenberg (Niederbayern) Rain (Niederbayern) Perkam Perasdorf Parkstetten Oberschneiding Niederwinkling Neukirchen (Niederbayern) Mitterfels Mariaposching Mallersdorf-Pfaffenberg Loitzendorf Leiblfing Laberweinting Konzell Kirchroth Irlbach Hunderdorf Haselbach (Niederbayern) Haibach (Niederbayern) Geiselhöring Feldkirchen (Niederbayern) Falkenfels Atting Ascha Aiterhofen Aholfing Straubing Landkreis Kelheim Regensburg Landkreis Landshut Landkreis Regen Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Cham Landkreis Cham Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild
Blick auf St. Englmar, oben im Hintergrund Hotelbauten
Die Kapelle St. Leonhard

Sankt Englmar ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen. Der staatlich anerkannte Luftkurort ist auch ein bekanntes Wintersportgebiet.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Sankt Englmar liegt in der Region Donau-Wald im Bayerischen Wald.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Sankt Englmar hat 28 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt nur die Gemarkung Sankt Englmar.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name des Ortes geht der Überlieferung nach auf den Einsiedler Engelmarus zurück, der 1060 im Lüftlhof bei Passau geboren und nach einer Ausbildung beim Bischof eine Einsiedelei donauaufwärts errichtete. Er war sehr beliebt bei der Bevölkerung und wurde als Heiler der Tiere geschätzt. Wohl wegen seiner Beliebtheit wurde er im Winter des Jahres 1100 von seinem ihn neidenden "Gefährten" erschlagen und im Schnee begraben. Erst zu Pfingsten fand ein Priester namens "Ruodbertus" den Toten, der noch immer leuchtend und frisch ausgesehen habe. Er ließ ihn zu Tal bringen und bestatten. Über seiner Grabstelle wurde 1131 eine "steinerne Kirche" erbaut. Erst später wurde die Talschaft besiedelt und der "Ort Sankt Englmar" entstand.

1188 wurde Engelmarus seliggesprochen, und nach Errichtung einer Pfarrei 1296 entwickelte sich Sankt Englmar zum Wallfahrtsort. Bis heute wird der Brauch des Englmari-Suchens am Pfingstmontag gepflegt.

Englmar gehörte zum Rentamt Straubing und zum Landgericht Mitterfels des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Am 1. Juni 1959 erhielt die Gemeinde ihren jetzigen Namen Sankt Englmar.[3]

In den 1970er-Jahren baute man den Ort zum Wintersportzentrum aus. Im November 1973 wurde in über 900 m Höhe auf 52.000 m² Fläche ein 440 Appartements mit 1150 Betten umfassender Ferienpark mit zahlreichen Hotels, Ladenpassagen und Sportanlagen eröffnet, der von den Einheimischen den Namen „Schachterldorf“ erhielt. 1980 bot die Gemeinde eine Kapazität von 3123 Betten und zählte 486.949 Übernachtungen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1970: 1.278 Einwohner
  • 1987: 1.287 Einwohner
  • 2000: 1.545 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Anton Piermeier (CSU).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 657.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 27.000 €.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die 1656 auf den Mauern des spätgotischen Chores eines abgebrannten Vorgängerbaues errichtete Pfarrkirche St. Engelmar erhielt ihren heutigen Turm 1892, das Kirchenschiff wurde 1901 vergrößert. Im Hochaltar aus der Mitte des 17. Jahrhunderts befinden sich seit 1717 in einem Glasschrein die Reliquien des hl. Englmar. Unter der Orgelempore stellen sechs Ölgemälde von 1656 das Leben des Heiligen dar.
  • Die Kapelle St. Leonhard am südwestlichen Ortsrand ist ein 1480 geweihter spätgotischer Bau und damit das älteste Bauwerk des Ortes. Es wurde zur Zeit des Barock verändert. Empore und Deckenstuck stammen aus dem 18. Jahrhundert. Votivtafeln aus dem 18. und 19. Jahrhundert zeigen die frühere Bedeutung als Wallfahrtskirche.
  • Das Englmarisuchen findet am Pfingstmontag statt. Dabei wird der durch eine Holzfigur dargestellte Leichnam des hl. Englmar gesucht.
  • Der am 30. April 2008 eröffnete Waldwipfelweg Sankt Englmar–Maibrunn ist 370 m lang und führt mit mehreren Aussichtsplattformen in bis 30 m Höhe durch die Baumwipfel.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Sankt Englmar

Tourismus[Bearbeiten]

Waldwipfelweg in Maibrunn bei St. Englmar

Derzeit wird die Urlaubsregion Sankt Englmar gemeinsam mit den Gemeinden Haibach, Mitterfels, Neukirchen, Perasdorf, Rattenberg und Schwarzach aufgebaut, mit der gemeinsam um Touristen geworben werden soll.

Fernwanderwege[Bearbeiten]

Neben dem als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland zertifizierte Wanderweg Goldsteig führen auch die Fernwanderwege Baierweg und der Main-Donau-Weg durch Sankt Englmar. In unmittelbarer Nähe verlaufen der Europäische Fernwanderweg E8 sowie der Pandurensteig.

Ortsschild


Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2006):

  • Kindergarten: 50 Kindergartenplätze

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

An der Südwestflanke des Hirschenstein bei Rettenbach beabsichtigte BMW, ein 5,22 Hektar großes Areal für das Geländefahrtraining zu nutzen, das hierfür extra aus dem Landschaftsschutzgebiet ausgegliedert wurde. Während Umweltgruppen wie der Bund Naturschutz Bedenken äußerten – unter anderem sollte ein Großteil des Geländes versiegelt werden –, hofften die Befürworter auf einen positiven Effekt auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Die Umweltschützer setzten sich durch.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111225/200019&attr=OBJ&val=854
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. S. 437

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt Englmar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien