Rheinhausen (Breisgau)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rheinhausen
Rheinhausen (Breisgau)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rheinhausen hervorgehoben
48.2266666666677.7125174Koordinaten: 48° 14′ N, 7° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Emmendingen
Höhe: 174 m ü. NHN
Fläche: 21,99 km²
Einwohner: 3602 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 164 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79365
Vorwahl: 07643
Kfz-Kennzeichen: EM
Gemeindeschlüssel: 08 3 16 053
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 95
79365 Rheinhausen
Webpräsenz: www.rheinhausen.de
Bürgermeister: Dr. Jürgen Louis
Lage der Gemeinde Rheinhausen im Landkreis Emmendingen
Frankreich Ortenaukreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Freiburg im Breisgau Schwarzwald-Baar-Kreis Bahlingen am Kaiserstuhl Biederbach Biederbach Biederbach Denzlingen Elzach Emmendingen Endingen am Kaiserstuhl Forchheim (Kaiserstuhl) Freiamt (Schwarzwald) Gutach im Breisgau Herbolzheim Kenzingen Malterdingen Malterdingen Reute (Breisgau) Rheinhausen (Breisgau) Riegel am Kaiserstuhl Sasbach am Kaiserstuhl Sexau Simonswald Teningen Vörstetten Waldkirch Weisweil Winden im Elztal Wyhl am KaiserstuhlKarte
Über dieses Bild

Rheinhausen ist eine Gemeinde im Landkreis Emmendingen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Rheinhausen liegt im nördlichen Breisgau am Rhein. Von hier aus erstreckt sich rheinabwärts das Naturschutzgebiet Taubergießen, eines der größten Naturschutzgebiete Baden-Württembergs.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Rheinhausen grenzt im Westen an Frankreich, im Norden an Rust und weiter im Uhrzeigersinn nach Süden an Ringsheim, Herbolzheim, Kenzingen und Weisweil.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Rheinhausen besteht aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Oberhausen und Niederhausen, die sich am 1. Mai 1972 unter dem neuen Namen vereinigten. Zur ehemaligen Gemeinde Niederhausen gehört das Dorf Niederhausen. Zur ehemaligen Gemeinde Oberhausen gehören das Dorf Oberhausen und der Wohnplatz Elektrische Überlandzentrale (Mühlehof).[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Auf dem fruchtbaren Lößboden zwischen den Ortsteilen Ober- und Niederhausen im Gewann Rebbürgerfeld waren bereits vor rund 7000 Jahren Menschen sesshaft, die von Ackerbau und Fischfang lebten. Die Rebbürgerfeldleute zählen zu den ersten Bauern, die in Mitteleuropa archäologisch nachzuweisen sind. Weitere archäologische Befunde weisen auch für die Folgezeit die regelmäßige Besiedelung der Gegend nach.

Die Gründung der Siedlungen, auf die die Ortschaften Nieder- und Oberhausen zurückgehen, fiel auf das 6. bis 7. Jahrhundert als der Breisgau von den Alemannen besiedelt wurde. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Niederhausen im Jahr 861.

Seit 1343 waren die Gemeinden vorderösterreichische Lehen und blieben es bei ständig wechselnden Ortsherrschaften bis zum Reichsdeputationshauptschluss. Im Jahr 1805 wurden Ober- und Niederhausen badisch.

Bis zu Rheinregulierung und Kanalisierung der Elz im 19. Jahrhundert wurden die Orte regelmäßig von teils verheerenden Hochwassern bedroht. Die Wasserbaumaßnahmen verbesserten diese Situation erheblich, führten jedoch zum Rückgang von Fischerei und Rheinschifffahrt, die schließlich praktisch zum Erliegen kamen.

Rathaus im Ortsteil Oberhausen

Die Gemeinden wurden im Dezember 1906 das erste Mal mit elektrischen Strom versorgt, Oberhausen am 17. und Niederhausen am 18. Dezember. Der Strom wurde von einem kleinen Laufwasserkraftwerk an der Elz geliefert. Dieses Kraftwerk wurde davor als Antrieb der Maschinen einer Nähseide-Fabrik verwendet.

Die Gemeinde Rheinhausen wurde am 1. Mai 1972 durch Vereinigung der beiden Gemeinden Niederhausen und Oberhausen gebildet.

Religionen[Bearbeiten]

Rheinhausen ist überwiegend römisch-katholisch geprägt. In beiden Ortsteilen gibt es daher katholische Kirchengemeinden, zusätzlich besteht das Priorat St. Michael der Priesterbruderschaft St. Pius X. Die evangelischen Gläubigen werden von Weisweil aus betreut.

Politik[Bearbeiten]

Rheinhausen gehört dem Gemeindeverwaltungsverband Kenzingen-Herbolzheim an, zu dem neben den Städten Kenzingen und Herbolzheim auch die Gemeinden Rheinhausen (Breisgau) und Weisweil gehören.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 61,9 % (– 0,9) zu folgendem Ergebnis:[3]

CDU 41,1 % 5 Sitze – 1
Freie Wähler 32,9 % 4 Sitze - 2
Freie Bürgerliste 26,0 % 3 Sitze + 3

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem 28. Oktober 2006 pflegt die Gemeinde Rheinhausen eine Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Wisła und seit dem 9. Mai 2009 mit der elsässischen Gemeinde Wittisheim. Ferner verbindet die Gemeinde eine Freundschaft mit Tannenberg (Sachsen) im Erzgebirge.

Bildung[Bearbeiten]

Rheinhausen verfügt über die Grundschule Rheinhausen und die Werkrealschule Kenzingen – Rheinhausen – Weisweil.[4]

Gerichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Rheinhausen gehört zum Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Kenzingen.

Behörden[Bearbeiten]

In Rheinhausen-Niederhausen betreibt der Bundesnachrichtendienst (BND) in der Nähe des Europaparks Rust eine Abhöranlage zur Satellitenaufklärung, vergleichbar zu der in Schöningen. Die gut sichtbaren großen weißen Satellitenschüsseln rund um den unscheinbaren Flachbau in den Rheinauen stehen seit Anfang der 1970er Jahre am Waldrand. Getarnt war die Anlage als „Ionosphäreninstitut Rheinhausen“, einem Fantasienamen. Der Bau der Anlage soll rund 90 Millionen DM (45 Millionen Euro) gekostet haben.[5] Die Bundesregierung machte keine offiziellen Angaben zur Anlage, wie aus einer Bundestagsdrucksache von 1990 hervorgeht.[6] Seit dem Bekanntwerden des NSA-Skandals durch Edward Snowden war die Anlage in die öffentliche Diskussion geraten. Im Rahmen einer Transparenzoffensive wurde die Anlage am 6. Juni 2014 offiziell zu einer „BND-Station“ und erhielt ein Behördenschild. Es wird aber weiterhin geheim bleiben, woran dort gearbeitet wird, ebenso wie andere Details zu der Einrichtung.[7][8]

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Köbele, Margarete Kirner: Ortssippenbuch Rheinhausen. Ober- u. Niederhausen, Landkreis Emmendingen in Baden. Mit einer ortsgeschichtlichen Einleitung von Anton Wild. (= Deutsche Ortssippenbücher: Reihe A; Bd. 61). Selbstverlag Köbele, Grafenhausen bei Lahr 1975
  • Dieter Ohr, Anton Wild, Michael Zängle: Weimarer Wahlen in zwei badischen Dörfern des badischen Grenzlands. Der Beitrag kleinräumiger Fallstudien zur Erklärung des Aufstieges der NSDAP, in: Historical Social Research / Historische Sozialforschung (HSR) 17 (1992), Nr. 2 (Volltext als PDF)
  • Anton Wild (Hrsg.): Die zwei Hüse am Rhin. Alte Photos von Ober- und Niederhausen. Kesselring, Emmendingen 1983, ISBN 3-922282-65-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rheinhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 245–246.
  3. Ergebnis der Gemeinderatswahl in Rheinhausen. Badische Zeitung, 8. Juni 2009, abgerufen am 2. Dezember 2009.
  4. Schulen. Gemeinde Rheinhausen, abgerufen am 6. Juni 2014.
  5.  Erich Schmidt-Eenboom: Schnüffler ohne Nase: Der BND – die unheimliche Macht im Staate. 3. Auflage. Econ-Verlag, 1995, ISBN 3-430-18004-X, S. 227.
  6. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Frau Teubner und der Fraktion DIE GRÜNEN: Ionosphäreninstitut in Rheinhausen/Südbaden, BT-Drs. 11 / 7669
  7. Rheinhausen: BND macht Lauschstation zur offiziellen Einrichtung. Badische Zeitung, 6. Juni 2014, abgerufen am 6. Juni 2014.
  8. Spione lüften bekanntes Geheimnis Stern.de, 6. Juni 2014.