Rust (Baden)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rust
Rust (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rust hervorgehoben
48.2683333333337.7277777777778169Koordinaten: 48° 16′ N, 7° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 169 m ü. NHN
Fläche: 13,27 km²
Einwohner: 3831 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 289 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77977
Vorwahl: 07822
Kfz-Kennzeichen: OG, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 114
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Fischerstraße 51
77977 Rust
Webpräsenz: www.rust.de
Bürgermeister: Kai-Achim Klare (SPD)
Lage der Gemeinde Rust im Ortenaukreis
Ill (Elsass) Ill (Elsass) Frankreich Landkreis Rastatt Baden-Baden Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Landkreis Freudenstadt Rheinau (Baden) Lauf (Baden) Sasbach Landkreis Rastatt Landkreis Rottweil Schwarzwald-Baar-Kreis Achern Achern Achern Appenweier Bad Peterstal-Griesbach Berghaupten Biberach (Baden) Durbach Ettenheim Fischerbach Friesenheim (Baden) Gengenbach Gutach (Schwarzwaldbahn) Haslach im Kinzigtal Hausach Hofstetten (Baden) Hohberg Hornberg Kappel-Grafenhausen Kappel-Grafenhausen Kappelrodeck Willstätt Kehl Kehl Kippenheim Kippenheim Kippenheim Lahr/Schwarzwald Lauf (Baden) Lauf (Baden) Lautenbach (Ortenaukreis) Mahlberg Mahlberg Mahlberg Meißenheim Mühlenbach (Schwarzwald) Neuried (Baden) Nordrach Oberharmersbach Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberwolfach Offenburg Ohlsbach Oppenau Ortenberg (Baden) Ottenhöfen im Schwarzwald Renchen Renchen Ringsheim Ringsheim Rust (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (gemeindefreies Gebiet) Sasbach Sasbach Sasbach Sasbachwalden Schuttertal Schutterwald Schwanau Seebach (Baden) Seelbach (Schutter) Steinach (Ortenaukreis) Willstätt Willstätt Wolfach Zell am Harmersbach RheinKarte
Über dieses Bild

Rust ist eine Gemeinde im Ortenaukreis in Baden-Württemberg. Sie liegt nördlich von Freiburg im Breisgau und südlich von Offenburg. Zur Gemeinde gehören außer dem Dorf Rust keine weiteren Ortschaften.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Rust liegt im Rheintal. Im Westen befinden sich die Vogesen, östlich der Schwarzwald. Rust grenzt an das Naturschutzgebiet Taubergießen. Durch Rust fließt der Fluss Elz. Westlich von Rust befindet sich der Rhein, und somit die Grenze zu Frankreich.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Norden grenzt Rust an die Gemeinde Kappel-Grafenhausen, im Osten liegt die Gemeinde Ringsheim. Im Süden grenzt Rust an Rheinhausen im Landkreis Emmendingen und im Westen an das gemeindefreie Gebiet Rheinau.

Historische Geographie[Bearbeiten]

In der Gemeinde Rust liegen die abgegangenen Ortschaften Rohrburg, auf die ein Flurname südlich von Rust hindeutet, und Tannenbuck, das durch archäologische Ausgrabungen als hochmittelalterlicher Turmhügel identifiziert wurde.[2]


Geschichte[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Rust von 1871 bis 2007[3]

Der Ort Rust wurde das erste Mal im Jahre 762 im sogenannten Eddo-Testament erwähnt. Die Gemeinde gehörte lange zum Landkreis Lahr und kam nach dessen Auflösung 1973 zum neugebildeten Ortenaukreis.

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge in der Klarastraße 14 von SA-Männern geschändet, aber das Gebäude selbst nicht zerstört. Erst 1964 wurde es nach heftigen öffentlichen Debatten abgerissen. Wahrheitswidrig berichtet die am Lagerhaus der Raiffeisenbank angebrachte Gedenktafel, das Gotteshaus sei "durch Kriegseinwirkungen" zerstört worden.[4]

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Ettenheim an.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 brachte bei einer Wahlbeteiligung von 52,07 % folgendes Ergebnis:

3
3
3
3
Von 12 Sitzen entfallen auf:
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
28,4 %
(-6,9 %p)
25,4 %
(-0,1 %p)
25 %
(+3,7 %p)
21,2 %
(n. k.)
2009

2014


Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 2. Februar 2014 setzte sich Kai-Achim Klare (SPD) im zweiten Wahlgang mit 78 Stimmen mehr gegen Mitkandidat Marcel Baumann durch. Am 2. April 2014 übernahm er das Amt des Bürgermeisters von dem seit 1990 amtierenden Günter Gorecky (SPD).

Bürgermeister Von Bis
Kai-Achim Klare 2014 -
Günter Gorecky 1990 2014
Wolfgang Obert 1989 1989
Erich Spoth[5][6] 1961 1989
Theodor Schießle 1948 1960
Franz Utz 1945 1948
Emil Schießle 1935 1945
Karl Sattler 1923 1935
Wilhelm Utz 1898 1923
Wilhelm Schießle 1890 1898
Adam Sattler 1889 1890
Leopold Haas 1885 1889
Eduard Werner 1879 1885
Christian Gruninger 1874 1879
Berthold Schmidt 1871 1874
Heinrich Nadler 1866 1871
Quelle: Ortssippenbuch Rust[7]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In gespaltenem Schild vorne in Blau ein steigender, linksgewendeter silberner Fisch, hinten in Rot eine goldene Pflugschar. Das Wappen (siehe oben) deutet mit dem Fisch und der Pflugschar auf die beiden Berufsstände Fischer und Bauern hin, die früher das Dorfleben geprägt haben.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnergemeinde von Rust ist Marlenheim in Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss Balthasar im heutigen Europa-Park in Rust.

Schloss Balthasar[Bearbeiten]

Im Ortskern von Rust befindet sich das 1442 erbaute Schloss Balthasar, das früher vom Adelsgeschlecht Böcklin von Böcklinsau bewohnt wurde. Es kann im Europa-Park besichtigt werden. Im Schloss befindet sich heute eines der Restaurants des Freizeitparks.

Balzare-Schlösschen[Bearbeiten]

Auch dieses Gebäude wird mit dem Adelsgeschlecht Böcklin von Böcklinsau in Verbindung gebracht. Das Herrenhaus stammt aus der frühen Renaissance und wurde vermutlich 1598 erbaut. Da das Gebäude heute noch bewohnt ist, kann es nur von außen betrachtet werden. Die schöne Ornamentik im Fachwerk steht dabei im Gegensatz zur relativ einfachen Bauweise. Das Schlösschen befindet sich in der Ritterstraße, unweit der Kirche.

Kirche[Bearbeiten]

Die Katholische Pfarrkirche Petri in Ketten (St. Peter in den Ketten) ist die einzige Pfarrkirche in Rust. Sie ist als eine der wenigen Kirchen im Umkreis dem Fischerpatron Petrus geweiht. Das Pfarrhaus befindet sich in unmittelbarer Nähe.

Das Langhaus wurde 1728 erbaut und eingeweiht. Nach Plänen des Baumeisters Peter Thumb wurden 1731 Turm und Chor gebaut und 1737 eingeweiht. 1888 wurde das Langhaus verlängert und die Sakristei angebaut. Die Kirche wurde dann von 1906 bis 1907 um die beiden Seitenschiffe erweitert. Bei Umbauarbeiten von 1952 bis 1954 wurde die Kirche "umgedreht". Das heißt der Altar wurde von der östlichen Seite an die westliche Seite des Langschiffes verlegt. In den 1990er Jahren gab es einen Brand in der Sakristei. Durch den Brandrauch wurden insbesondere die Deckengemälde in Mitleidenschaft gezogen. Die Bilder sind heute wieder restauriert, doch durch den Rauch immer noch sehr dunkel.

Synagoge[Bearbeiten]

In Rust befand sich früher eine Synagoge. Sie wurde von der israelitischen Gemeinde Rust nach 1852 errichtet und 1857 eingeweiht. In der Reichspogromnacht 1938 wurde die Synagoge geschändet, verwüstet und beschädigt. 1964 wurde das Gotteshaus mit Zustimmung des Oberrates der Israeliten in Karlsruhe abgerissen.

Seit 1999 befindet sich am ehemaligen Standort der Synagoge (Ritterstraße) eine Gedenkstätte. Als Bestandteil enthält sie die drei ehemaligen Torbögen der Portale. Sie tragen die Inschrift: „Hüte deinen Fuß wenn du in das Haus Gottes gehst. Er ist nahe zu hören.“

Altes Rathaus[Bearbeiten]

Das "Alte Rathaus" ist, wie man vom Namen unschwer ableiten kann, das ehemalige Rathaus der Gemeinde. Es wurde ursprünglich von 1844 bis 1845 erbaut und 1892 um einen Glocken- und Uhrturm erweitert. 1989 wurde das Gebäude abgerissen und wieder neu aufgebaut. Damit ist das Alte Rathaus jünger als das jetzige neue Rathaus. Heute befindet sich im Erdgeschoss eine Bank und im Obergeschoss ein als Bürgersaal genutzter Raum.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jeweils am ersten Septemberwochenende findet das Ruster Straßenfest statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

Neben dem Europa-Park, der jährlich mehrere Millionen Besucher anlockt, gibt es das Naturschutzgebiet Taubergießen, eine der wenigen noch erhaltenen Flussauenlandschaften Deutschlands.

Seit 2005 ist Rust staatlich anerkannter Erholungsort.

Verkehr[Bearbeiten]

Seit dem Jahre 2002 hat Rust eine Autobahnausfahrt (57b) an der Bundesautobahn 5 (Hattenbacher DreieckWeil am Rhein).

Die Gemeinde ist mit Buslinien mit Lahr/Schwarzwald, Ettenheim, Ringsheim, Orschweier und Herbolzheim verbunden und gehört dem Tarifverbund Ortenau an.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Rust beheimatet den Europa-Park. Mit derzeit 4,5 Millionen Besuchern pro Jahr und mehr als 100 Attraktionen und Shows ist er der größte Freizeitpark Deutschlands und der größte saisonale Freizeitpark der Welt. Direkt beschäftigt der Europa-Park bis zu 3000 Mitarbeiter, indirekt werden 8000 Arbeitsplätze (vor allem in der Region) gesichert.

Bildung[Bearbeiten]

In Rust gibt es die Grund- und Werkrealschule Rust/Kappel-Grafenhausen. Alle weiterführenden Schulen stehen in den umliegenden Städten zur Verfügung.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 315–316
  3. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 73, ISBN 3-89331-208-0
  5. Rust trauert um Erich Spoth. Schwarzwälder Bote, 10. Oktober 2012, abgerufen am 3. Februar 2014.
  6. Ein Gestalter und Visionär. Badischer Verlag GmbH & Co. KG, 10. Oktober 2012, abgerufen am 3. Februar 2014.
  7. Albert Köbele: "Ortssippenbuch Rust: Geschichte des Dorfes und seiner Familien." In "Badische Ortssippenbücher." Band 21, Grafenhausen 1969

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rust (Baden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien